Genügt es allein zu Glauben um gerettet zu werden?

Hallo Allerseits,

eben gerade bin ich wieder mal auf einen Artikel gestoßen, in dem sich eine populäre Ansicht wiederspiegelt.
Diese Ansicht lautet ungefähr so:

Gott ist Liebe und damit zu allen Menschen nett.
Wenn jemand an Gott glaubt, ist er gerettet und kommt in den Himmel.
Wenn jemand nicht an Gott glaubt, weil er aus einem Kulturkreis kommt, wo es kein theistische Religionskonzept gibt, ist Gott natürlich auch gnädig und er kommt in den Himmel.
Wenn jemand nicht an Gott geglaubt hat oder es ihm egal war, sieht sich Gott sein Leben an und lässt ihn in den Himmel, weil er ja nicht so böse war.
Und den Rest nimmt Gott auch in den Himmel, weil er allbarmherzig ist.

Mensch, was für ein Gedränge da oben!

Ich möchte ein Gegenkonzept aufbauen. Und natürlich die Bibel sprechen lassen.
Matthäus 7:13-14
Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; 14 doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.

Jakobus Kapitel 1 und 2 möchte ich euch bitten selber zu lesen, mit dem besonderen Fingerzeig auf Kapitel 2 Vers 19.

Ich behaupte nun, dass die Mehrheit der Menschheit in dem kommenden Gericht kein positves Gericht erfährt, sondern vernichtet wird. Ich möchte das Gericht erst einmal als Gegeben hinstellen, obwohl mir klar ist, dass sich für viele, auch Christen, die Frage stellt, ob es ein solches Gericht überhaupt geben wird.

Also lautet lautet meine provozierende Frage an euch:
Was braucht man um gerettet zu werden?

Gruß
Carlos

Gerettet wovor??? OWT
.

Hallo Carlos!

Was braucht man, um gerettet zu werden?

Es ist Glaube an Gott.

Denn so schreibt Paulus an die Römer:

Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten: die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus, offenbart für alle, die glauben. Denn es gibt keinen Unterschied: Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus. Ihn hat Gott dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne wirksam durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch die Vergebung von Sünden , die früher, in der Zeit seiner Geduld, begangen wurden; er erweist seine Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen, daß er gerecht ist und den gerecht macht, der an Jesus glaubt.
Kann man sich da noch rühmen? Das ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das der Werke? Nein, durch das Gesetz des Glaubens. Denn wir sind der Überzeugung, daß der Mensch gerecht wird durch den Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes. Ist denn Gott nur der Gott des Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden, da doch gilt: Gott ist „der Eine“. Er wird aufgrund des Glaubens sowohl die Beschnittenen wie die Unbeschnittenen gerecht machen. Setzen wir nun durch den Glauben das Gesetz außer Kraft? Im Gegenteil, wir richten das Gesetz auf (Röm, 3,21-31).

Paulus greift das auf, was Christus selbst gelebt hat:

Jesus erwiderte ihr (Marta): Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt , wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt , wird auf ewig nicht sterben (Joh, 11, 25-26).

Aber ich bitte nicht nur für diese hier (die Jünger Jesu), sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast (Joh, 17,20-21).

Selbst kurz vor seinem Tod am Kreuz hat Christus das Gesetz des Glaubens noch gelebt:

Einer der Verbrecher, die neben ihm (, Jesus, am Kreuz) hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein (Lk, 23, 39-43).

Der zweite Verbrecher hat an Christus geglaubt, so daß mit dem Lohn des Himmelreiches beschenkt wurde. Daher schreibt Paulus an die Römer:

Denn im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart aus Glauben zum Glauben, wie es in der Schrift heißt: Der aus Glauben Gerechte wird leben (Röm, 1, 17).

Und Paulus nennt Abraham als Beispiel für einen, der nicht aufgrund seiner Taten, sondern aufgrund seines Glaubens gerecht war.

Ich hoffe, Deine „Frage“ ist damit beantwortet.

Gruß,

Oliver

hallo Carlos,
na, da habe ich wieder Glück gehabt: ich gehöre nicht zu denen, die weiter „leben“ müssen.
grüße
Raimund

Hallo Carlos

Deine Frage würde ich erst einmal einfach mit „Ja“ beantworten, Bibelzitate hat Oliver ja zur Genüge gebracht.

Aber mit dieser Frage und der Antwort ist die Sache nicht getan, denn wir müssen Fragen stellen:

  • Wovor sind wir denn gerettet? (Ja, Dusan, sehr gute Frage)
  • Was heisst denn „glauben“?
  • Welche Ursachen führen zu „Unglauben“, welche zu „Glauben“ (was immer das heissen mag)
  • Worin besteht Gottes Barmherzigkeit und ist diese Grenzenlos?

Zu allen Fragen habe ich konkrete Meinungen, aber jetzt nicht die Zeit alles aufzuschreiben, vielleicht fühlt sich ein anderer berufen, den Anfang zu machen.

Gruss
Thomas

Hallo Oliver,

Und Paulus nennt Abraham als Beispiel für einen, der nicht
aufgrund seiner Taten, sondern aufgrund seines Glaubens
gerecht war.

Ich hoffe, Deine „Frage“ ist damit beantwortet.

Noch nicht ganz. Du hast klar aufgezeigt, dass Glaube die Grundlage für die Rettung ist. Die Frage die ich stellte ist aber, ob Glaube alleine genügt. Oder drastischer, ist es vor Gott völlig gleichgültig wie du dein Leben gestaltet, solange du seine Existenz und die Existenz seines Sohnes akzeptierst?

In Hebräer Kapitel 11 werden herausragende Beispiele für Glauben genannt, auch Abraham wird ewähnt in Vers 8-10:

8 Durch Glauben gehorchte Abraham, als der Ruf an ihn erging, nach einem Ort auszuziehen, den er zum Erbe erhalten sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er ging. 9 Durch Glauben weilte er als Fremdling im Land der Verheißung wie in einem fremden Land und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. 10 Denn er wartete auf die Stadt, die wahre Grundlagen hat, deren Bildner und Erbauer Gott ist.

Der Glauben von Abraham zeigte sich durch Taten. Wäre der Glauben von Abraham erwähnt worden, wenn er nicht der Stimme Gottes gehorcht hätte?

Mir geht es um den Grundsatz aus Jakobus 2:17:
17 Ebenso ist der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot.

Als Beispiel:
Ein Mann behauptet, dass sein 18jähriger Sohn ein guter und verantwortungsvoller Autofahrer ist. Aber er ist keinenfalls bereit ihm sein Auto zu leihen, obwohl er durchaus schon an Arbeitskollegen verliehen hat. Damit zeigt er durch sein Verhalten, dass er seine eigene Behauptung nicht wirklich glaubt.

Deshalb nochmals die Frage an dich. Kann ich in meinem Leben alles ohne Reue machen (Morden, Vergewaltigen, Lügen, Stehlen, usw.) solange ich die Existenz Gottes und die Existenz seines Sohnes bezeuge?

Gruß
Carlos

Werke und Rettung beides Resultat des Glaubens
Hi Carlos,

ich habe nicht vor, hier noch mehr Bibelstellen anzuführen, das haben andere zu Genüge getan.
Nach meinem Verständnis der angeführten Stellen sind sowohl die (guten) Werke als auch das „vor Gott gerechtfertigt sein“ (was Du „Rettung“ nennst) beides Konsequenzen aus dem Glauben.

Dass mit Glauben nicht ein reines Lippenbekenntnis, sondern eine die ganze Persönlichkeit und das Handeln beeinflussende Haltung gemeint ist, sollte klar sein.

17 Ebenso ist der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich
selbst tot.

Wird Glaube behauptet, aber keinerlei Konsequenzen für das Handeln erkennbar, ist folglich der Rückschluss erlaubt, der Glaube sei tot, also nicht existent.

Deshalb nochmals die Frage an dich. Kann ich in meinem Leben
alles ohne Reue machen (Morden, Vergewaltigen, Lügen, Stehlen,
usw.) solange ich die Existenz Gottes und die Existenz seines
Sohnes bezeuge?

Das ist in meinen Augen konstruierter Unfug. Bezeugen in dem hier verwendeten Sinne würde ja bedeuten: ich anerkenne die Existenz, lehne aber jegliche sich daraus für mein Leben ergebende Konsequenz ab. In diesem Sinne wird das Wort „glauben“ im NT m.E. nicht verwendet. Es wäre auch in höchstem Maße „unglaub“-würdig.

Eine Kausalität: Glauben + zu erbringende gute Werke -> „Rettung“ sehe ich im NT nicht, sondern:
Glaube -> Rettung + Werke

Liebe Grüße,
Hasta Lavista

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Hallo H.L.,

Das ist in meinen Augen konstruierter Unfug. Bezeugen in dem
hier verwendeten Sinne würde ja bedeuten: ich anerkenne die
Existenz, lehne aber jegliche sich daraus für mein Leben
ergebende Konsequenz ab. In diesem Sinne wird das Wort
„glauben“ im NT m.E. nicht verwendet. Es wäre auch in höchstem
Maße „unglaub“-würdig.

Eine Kausalität: Glauben + zu erbringende gute Werke ->
„Rettung“ sehe ich im NT nicht, sondern:
Glaube -> Rettung + Werke

Ich denke, dass du es genau getroffen hast. Werke allein bringen nicht die Rettung. Wenn aber jemand wirklich glaubt, wird dies an seinem Lebensführung erkennbar sein.

Liebe Grüße auch
Carlos

Hallo Carlos!

Für Paulus ist das Entscheidende: „Denn wir sind der Überzeugung, daß der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes“ (Röm, 3,28). Im Kontext des Römerbriefes wird deutlich, was Paulus mit dem Gesetz meint: das der Werke. Davon sind Christen aber befreit durch das Sterben Christi: „Ebenso seid auch ihr, meine Brüder, durch das Sterben Christi tot für das Gesetz, so daß ihr einem anderen gehört, dem, der von den Toten auferweckt wurde; ihm gehören wir, damit wir Gott Frucht bringen“ (Röm, 7,4). Paulus begründet das Ende der Gültigkeit des Gesetzes der Werke für die Christen damit: "Denn als wir noch dem Fleisch verfallen waren, wirkten sich die Leidenschaften der Sünden, die das Gesetz hervorrief , so in unseren Gliedern aus, daß wir dem Tod Frucht brachten. Jetzt aber sind wir frei geworden von dem Gesetz, an das wir gebunden waren, wir sind tot für das Gesetz und dienen in der neuen Wirklichkeit des Geistes, nicht mehr in der alten des Buchstabens (Röm, 7,5-6).

Darin liegt für Paulus der Unterschied: Die Juden dienen dem Gesetz der Buchstaben. Sie suchen nach Handlungsanweisungen: Tue dies und dieses nicht. Wer den Katalog von Geboten und Verboten befolgt, der erweist sich als gerecht und empfängt Gnade. Diese Vorstellung ist jedoch kein Glauben, wie ihn Christus fordert:

In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon. Die Phärisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist (Mt, 12, 1-2).

Ja, das ist das Glaubensverständnis der Pharisäer! Tue etwas, das verboten ist nach dem Gesetz der Werke, und du verlierst das Himmelreich. Aber Christus ist anders:

Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren - wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften? Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, daß am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel. Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt; denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat" (Mt, 12, 3-8).

Dem Gesetz der Werke stellt Christus das Gesetz des Glaubens gegenüber. Dieses Gesetz ist besser als das der Werke. Es stellt sich heraus, daß wer glaubt, keine Taten begehen kann, die ihn von Gott entfremden. Wohl aber kann einer, der dem Gesetz der Werke folgt und auf es pocht, verloren sein vor Gott:

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen Wunder vollbracht (Mt, 7, 21-22)?

Diese haben Werke vollbracht, durch die sie nach dem Gesetz der Werke für das Himmelreich würdig wären. Doch Christus:

Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes (Mt, 7, 23)!

Das Gesetz des Glaubens zeichnet sich v.a. dadurch aus:

Einer von ihnen (den Pharisäern), ein Gesetzeslehrer, wollte ihn (Jesus) auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten (Mt, 22, 35-39).

Welche Werke fordert nun Jakobus ein? Die des Gesetzes der Werke oder die des Gesetzes des Glaubens? Jakobus schreibt:

Wer das ganze Gesetz hält und nur gegen ein einziges Gebot verstößt, der hat sich gegen alle verfehlt. Denn er, der gesagt hat: Du sollst nicht die Ehe brechen!, hat auch gesagt: Du sollst nicht töten! Wenn du nicht die Ehe brichst, aber tötest, hast du das Gesetz übertreten. Darum redet und handelt wie Menschen, die nach dem Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Denn das Gericht ist erbarmungslos gegen den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht (Jak, 2, 10-13).

Wenn ich das Gesetz des Glaubens einhalte, dann kann ich das Gesetz der Werke nicht brechen. Es ist unmöglich, in sich Glauben und Nächstenliebe zu tragen und die Ehe zu brechen oder Menschen zu töten. Nach dem Gesetz des Glaubens kann ich zwei Gebote (s.o.) brechen. Das ist leicht zu merken. Nach dem Gesetz der Werke muß ich aber einen Katalog von Geboten und Verboten mit mir herumschleppen. Wer kann danach leben und kein Heuchler werden! Daher kommt Paulus´ Einsicht, daß die Sünden aus dem Gesetz der Werke hervorgingen (s.o.).

So ist denn auch zwischen Jakobus und Paulus kein Widerspruch. Paulus macht deutlich, daß es das Gesetz des Glaubens ist, das das Gesetz der Werke abgelöst hat. Jakobus weist darauf hin, daß das Gesetz des Glaubens sich auch in den Werken zeigt. Nur ist die einfache diagnostische Regel „Ein Mensch, der guten Werke tut, muß ein Gerechter vor Gott sein“ als fehlerhaft identifiziert worden. Den Fall, daß einer glaubt und andauernd nichts Gutes, ja Schlechtes tut, den gibt es nicht. Deshalb spricht Jakobus ja auch von totem Glauben. Ein toter Glaube ist kein Glaube.

Gruß,

Oliver

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Hallo Carlos!
Gott ist zwar die Liebe, aber er ist auch die Weisheit und somit wird nichts in den Himmel eingelassen, das nicht vollkommen ist. Denn Jesus sagte in Mt 5,48 Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
Auch sagte Jesus:
Mt 5,3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.
Mt 5,8 Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Mt 5,10 Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr.
Trotzdem werden alle gutwilligen Seelen im Jenseits, um mit der heutigen Ausdrucksweise zu sprechen, noch einige Kurse mitmachen und einige Bewährungsproben ablegen müssen, damit sie die Vollkommenheit erreichen und in den Himmel kommen können. Allerdings ist Himmel nicht gleich Himmel. Es gibt den Weisheits-Himmel, den Liebe-Weisheits-Himmel und den Liebe-Himmel. Aber nur im Liebe Himmel wird man Gott schauen!!!
Was nun die vielen Menschen angeht, die sich um Gottes Gebote nicht gekümmert haben und den breiten Weg der Welt gegangen sind, so sind auch diese nicht ewig verloren. Aber sie werden unter Umständen einen ungeheuer langen Reinigungsprozeß durchlaufen müssen, bis sie fähig sind, Gottes Wort anzunehmen und danach zu handeln und über einen unteren Himmel werden sie schwerlich hinauskommen. Denn bei Gott gilt als oberstes Prinzip, die Willensfreiheit des Menschen. Niemand wird etwa gegen seinen Willen zu etwas, oder gar in den Himmel gezwungen!

Nun zu Deiner Frage: „Was braucht man um gerettet zu werden?“
Alle Seelen, ob gut oder böse, leben ewig im Jenseits weiter. (Es fragt sich nur, wie?) Alle Seelen sind mehr oder weniger besserungsfähig. Jesus berücksichtigt bei jeder Seele alle Umstände und keine Seele wird ungerecht oder gar lieblos beurteilt. Aber Jesus sieht natürlich, welche Seelen seinem Wort mehr oder weniger treu gefolgt sind und welche Früchte entstanden, hat er doch klar gezeigt, auf was es in unserem Menschenleben ankommt:Hier ein Beispiel:

Mt 25,33: und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zu seiner Linken. Mt 25,34: Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Mt 25,35: Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Mt 25,36: Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Mt 25,37: Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist ? oder durstig und haben dich getränkt ? Mt 25,38: Wann haben wir dich als einen Gast gesehen und beherbergt ? oder nackt und dich bekleidet ? Mt 25,39: Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen ? Mt 25,40: Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Mt 25,41: Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewi-ge Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Mt 25,42: Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt. Mt 25,43: Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. Mt 25,44: Da werden sie ihm antworten und sagen: HERR, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder als einen Gast oder nackt oder krank oder gefangen und haben dir nicht gedient ? Mt 25,45: Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Mt 25,46: Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Zum Wort ewig möchte ich noch sagen, daß es sich zwar um einen ungeheuren Zeitraum handelt, aber nicht um eine unbegrenzte Zeit. Das zeigt auch Ps 103,17 Die Gnade aber des HERRN währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind

Zum Schluß möchte ich Deine Frage etwas umformen. Statt: „Was braucht man um gerettet zu werden?“ möchte ich Fragen, worauf kommt es im Leben an?

Nun meine Antwort: Es kommt darauf an, daß wir unseren Glauben an Jesus durch die Werke der Liebe lebendig machen, denn der Glaube ohne Werke ist tot!!! Wenn Jesus vom Glauben sprach, meinte er immer den mit Werken gefüllten Glauben.
Also versuchen wir zu handeln wie der Barmherzige Samariter!

Gruß Helmut

Hallo Oliver!
Wenn Jesus vom Glauben spricht, meint er immer den mit der Tat gefüllten Glauben. Ohne Tat ist der Glauben nichts wert. Jesu Worte rufen uns immer zu Tat auf. Ganz deutlich sagt das auch Jakobus, der Jesus von Kindheit an kannte und deshalb wußte, worauf es ankommt. Glaube ohne Werke ist tot. Unter Werke sind hier aber nicht die Gesetzeswerke Moses gemeint, sondern Liebeswerke, wie z.B. des barmherzigen Samariters.
Der Schächer am Kreuz hat auch nicht nur geglaubt, sondern hat gehandelt, indem er den anderen Schächer für dessen Verhalten tadelte. Ihm wurde deshalb von Jesus verheißen, daß er mit ihm heute noch im Paradies sein werde. Du hast den Schächer übrigens gleich in den Himmel versetzt und nicht berücksichtigt, daß Paradies und Himmel noch unendlich weit voneinander sind.
Abraham hat nicht nur unbegreiflich stark geglaubt, sondern auch so gehandelt. Er war sogar im Auftrag Gottes bereit, seinen Sohn zu opfern, bis Gott diese Prüfung beendete. Dies zeigt auch folgender Vers:
1Mo 26,5 darum daß Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und hat gehalten meine Rechte, meine Gebote, meine Weise und mein Gesetz.

Daraus folgt: Wir alle sollen unseren Glauben an Jesus durch die Werke der Liebe lebendig machen und sollen ihn lieben, mehr als alles andere auf der Welt. Wie aber lieben wir Jesus, den wir ja mit unseren materiellen Augen nicht sehen können? In dem wir die 10 Gebote Moses befolgen.
Gruß Helmut

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Herzlichen Dank für alle Antworten,

die Idee, die sich klar herausschälte ist folgende:

Die Grundlage für die Rettung ist der Glaube und nicht Werke.
(was auch immer Rettung heissen mag)
Wer aber glaubt, der wird auch Werke des Glaubens hervorbringen.

Die Konsequenz, die dann meiner Meinung nach folgt ist:

Wer behauptet, dass er an Gott und seinen Sohn glaubt und sich nicht mal ansatzweise bemüht ein christlichen Lebenswandel zu führen, sollte vermehrt an seinem Glauben arbeiten.
(was immer unter einem christlichen Lebenswandel zu verstehn ist)

Gruß
Carlos

Lies bitte mein 'Gesetz des Glaubens vs. Gesetz…
der Werke". Dort habe ich diese fehlgehende Schlußfolgerung, daß Glauben keine guten Werke nach sich zieht, gekennzeichnet. Jedoch zieht die Befolgung des Gesetzes der Werke keinen Glauben nach sich.

Gruß,

Oliver

Als Antwort gibt es eine ganz wichtige Bibelstelle, die ich bei den anderen Antworten bis jetzt noch nicht gefunden habe:

Johannes 6,47

Joh 6,47
47 Amen, ich versichere euch: Wer sich an mich hält,[A] hat das ewige Leben.
A) Wörtlich Wer glaubt*.

Mir persönlich hat der Glaube an Jesus Christus immer Hoffnung gegeben. Auch wenn die Situationen im Leben noch so aussichtslos waren, die Lebensstunden noch so schwer, im Gebet mit Jesus/Gott, im Glauben an ihn und in der Gemeinschaft anderer gläubiger Christen habe ich immer wieder Halt gefunden. Glaube mir, ich habe, und mache noch immer, viel in meinem „kurzen“ Leben schon duchgemacht.

Dieser Vers hat es mir schon oft bestätigt. Gerade heute wieder:

Mt 6,26
26 Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte - aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid ihm doch viel mehr wert als Vögel! [a]
a) 10,29-31par

Gott zum Gruss
Andreas

Dass mit Glauben nicht ein reines Lippenbekenntnis, sondern
eine die ganze Persönlichkeit und das Handeln beeinflussende
Haltung gemeint ist, sollte klar sein.

Deshalb nochmals die Frage an dich. Kann ich in meinem Leben
alles ohne Reue machen (Morden, Vergewaltigen, Lügen, Stehlen,
usw.) solange ich die Existenz Gottes und die Existenz seines
Sohnes bezeuge?

Das ist in meinen Augen konstruierter Unfug. Bezeugen in dem
hier verwendeten Sinne würde ja bedeuten: ich anerkenne die
Existenz, lehne aber jegliche sich daraus für mein Leben
ergebende Konsequenz ab. In diesem Sinne wird das Wort
„glauben“ im NT m.E. nicht verwendet. Es wäre auch in höchstem
Maße „unglaub“-würdig.

Meines Erachtens ist es der Glaube an Gott, der auch deine Taten dann steuert. Wenn du etwas machst, dass bestimmt nicht in Gottes Sinn ist, wirst du es merken (ein schlechtes Gewissen haben *g*).

Als Beispiel halt wieder eine Bibelstelle:

Mt 7,21
Warnung vor Selbsttäuschung
(Lk 6,46; 13,26-27)
21 »Nicht alle, die zu mir sagen ‚Herr, Herr‘, werden in Gottes neue Welt[A] kommen, sondern nur die, die auch tun, was mein Vater im Himmel will. [a]
a) 6,10S; (nur die) 7,24-27par; 21,28-31; Röm 2,13; Jak 1,22-25; 2,14-26
A) Wörtlich in die Königsherrschaft* der Himmel.

In diesem Sinne

HaegarCH

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Diese Aussage ist naiv und sehr misverständlich. Der Begriff des Glaubens ist hier sehr unbestimmt. Soweit er überhaupt Sinn hat, kann er nur so gemeint sein, dass das Glauben auch auch die volle Hingabe im ganzen Handeln hierfür impliziert und nicht nur hohles Bekennen oder passiv sorgloses Anerkennen. Jeder kann nur soweit gerettet werden, wie er sich auch als rettungswürdig profiliert und zum Gelingen des ganzen beiträgt. Anderfalls hätte die Aussage eher Ablasscharakter nach dem Motto, er konform ist, dem wird nichts getan. Leider enthält auch die Reformationslehre von Luther solche Aussagen etwas unkritisch, was zwar gut gemeint sein kann, aber letztlich doch eher einen opportunistischen Primitivglauben darstellt als einen konsistenten universalistischen Anspruch mit voller Verantwortung und sorgevollem Bewusstsein für die ganze Menschheit.

eben gerade bin ich wieder mal auf einen Artikel gestoßen, in
dem sich eine populäre Ansicht wiederspiegelt.
Diese Ansicht lautet ungefähr so:

Gott ist Liebe und damit zu allen Menschen nett.
Wenn jemand an Gott glaubt, ist er gerettet und kommt in den
Himmel.
Wenn jemand nicht an Gott glaubt, weil er aus einem
Kulturkreis kommt, wo es kein theistische Religionskonzept
gibt, ist Gott natürlich auch gnädig und er kommt in den
Himmel.
Wenn jemand nicht an Gott geglaubt hat oder es ihm egal war,
sieht sich Gott sein Leben an und lässt ihn in den Himmel,
weil er ja nicht so böse war.
Und den Rest nimmt Gott auch in den Himmel, weil er
allbarmherzig ist.

Mensch, was für ein Gedränge da oben!

Dies soll heißen, dass an jedem Menschen irgendetwas positives zu finden ist, wofür er wertgeschätzt und nicht verdammt werden soll. Im Detail muss hier aber sehr differenziert werden, in wie weit jemand in der Lage ist, sich Kräften und der Erosion des Bösartigen entgegenzustellen und zu allgemeinem Gelingen beizutragen. Wenn sich jemand hierfür ernsthaft bemüht, aber etwas Pech hat sein Werk aus eigenen Kräften zu Ende zu führen, mag es durchaus auch würdigenswert sein, seine Bemühungen für allgemeine Erlösung anzuerkennen.

Ich möchte ein Gegenkonzept aufbauen. Und natürlich die Bibel
sprechen lassen.
Matthäus 7:13-14
Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der
Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf
ihm hineingehen; 14 doch eng ist das Tor und eingeengt der
Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.

Dies soll heißen, dass sich jeder intensiv bemühen sollte und nicht nur mit dem Strom schwimmen soll, da dieser sonst sorglos unbewusst auch irgendwann zum undifferenzierten Teufelskreis wird, wenn keine weiterführenden konstruktiven Impulse mehr kommen.

Gruß
Gerald