Moin!
Geklärt und soweit unstrittig ist folgendes:
Wenn das Adjektiv, mit dem man eine geographische Zugehörigkeit kennzeichnet, auf -er endet, dann wird es groß geschrieben und nicht gebeugt:
* der Berliner Bahnhof
* das Wiener Wetter
* die Schweizer Entscheidung
Auch sicher ist, daß es die regelmäßige Adjektivbildung in diesen Fällen oft auch gibt, nur unterschiedlich geläufig und gebräuchlich:
* der berlinerische Bahnhof
* das wienerische Wetter
* die schweizerische Entscheidung
In einigen Fällen funktioniert der Vergleich mit gleich gebildeten Wortpaaren nicht. So gibt es:
* Bremen und den Bremer
* Norwegen und den Norweger
* Litauen und den Litauer
aber nicht
* Schweden und den Schweder
* Polen und den Poler
* Hessen und den Hesser
Nun zu den Streitfällen (in Diskussionen, an denen ich jüngst beteiligt war):
* gibt es den Norweger Fjord, oder muß man vom norwegischen Fjord sprechen?
* gibt es die Litauer Journalistin, oder muß man von der litauischen Journalistin sprechen?
Ich habe mich bei meinen Recherchen auf letzteres Beispiel konzentriert und folgende Vorkommen des großgeschriebenen Adjektivs auf -er gefunden:
* „Litauer Frauen“: http://books.google.de/books?id=I85bAAAAMAAJ&q=%2B%2… und http://egora.uni-muenster.de/ew/Erwachsenenbildung_S…
* „Litauer Juden“: http://books.google.de/books?id=8LO7AAAAIAAJ&q=%2B%2… und http://books.google.de/books?id=1ugGr0N7nVUC&pg=PA20…
* „Litauer Grenze“: http://books.google.de/books?id=H4PRAAAAMAAJ&q=%2B%2…
* „Litauer Volk“: http://books.google.de/books?id=JBIQAQAAIAAJ&q=%2B%2…
* „Litauer Straße“: http://www.friedrichshainer-chronik.de/spip.php?arti…
* „Litauer Platz“: http://www.muenster.de/stadt/partnerstaedte/lublin-p…
* „Litauer Land“: http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=5&xid=1823&…
* „Litauer Bauern“: http://www.jstor.org/pss/40414693
und viele weitere
Zumindest in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war diese „-er“-Variante des „Litauer Adjektivs“ also offenbar gebräuchlich.
Jetzt zur „Master-Frage“: 
Welche Institution könnte uns Deutschsprachigen „vorschreiben“ (oder zumindest Richtlinien geben), für welche Staaten die Verwendung der „-er“-Adjektive angemessen sei?
Das Auswärtige Amt stellt unter http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Infoservice/… zwar fest, das Adjektiv für Litauen heiße „litauisch“, aber in derselben Liste steht auch, das Adjektiv für die Schweiz heiße „schweizerisch“, was ja nunmal nicht die ganze Wahrheit ist und somit die „-er“-Form offenbar nicht berücksichtigt.
Wer kann mir mit belastbaren Quellen und/oder sachdienlichen Hinweisen weiterhelfen? 
* gibt es den Norweger Fjord, oder muß man vom norwegischen
Fjord sprechen?
* gibt es die Litauer Journalistin, oder muß man von der
litauischen Journalistin sprechen?
Da machst du ein großes Faß auf. Es gibt den Norwegerpulli, aber für mich heißt es der norwegische Fjord. Bei der Journalistin würde ich beides für möglich halten.
Jetzt zur „Master-Frage“: 
Welche Institution könnte uns Deutschsprachigen „vorschreiben“
(oder zumindest Richtlinien geben), für welche Staaten die
Verwendung der „-er“-Adjektive angemessen sei?
Keinen Scimmer. Noch prekärer wird es ja bei Guatemala, Puerto Rica -vor allem im Vergleich mit Gotha und Jena- , Burkina Faso usw. usw.
Ich sehe da keine erkennbare Regel.
Grüße von
Olgu
* gibt es den Norweger Fjord, oder muß man vom norwegischen
Fjord sprechen?
* gibt es die Litauer Journalistin, oder muß man von der
litauischen Journalistin sprechen?
Da machst du ein großes Faß auf. Es gibt den Norwegerpulli,
aber für mich heißt es der norwegische Fjord. Bei der
Journalistin würde ich beides für möglich halten.
Man erzielt auch etliche Treffer, wenn man google nach „Norweger Pullover“ befragt - allerdings handelt es sich dabei vermutlich eher um „Deppenleerzeichen“, also vorne betont. 
Danke für Deine Einschätzung zum „Litauer Adjektiv“. Ich bewerte das ebenso, das tun aber anscheinend nicht alle. Vielleicht werden die „-er“-Formen regional unterschiedlich aufgenommen?
Jetzt zur „Master-Frage“: 
Welche Institution könnte uns Deutschsprachigen „vorschreiben“
(oder zumindest Richtlinien geben), für welche Staaten die
Verwendung der „-er“-Adjektive angemessen sei?
Keinen Scimmer. Noch prekärer wird es ja bei Guatemala, Puerto
Rica -vor allem im Vergleich mit Gotha und Jena- , Burkina
Faso usw. usw.
Puerto Rico ist männlich (auf -o), aber Deine Argumentation ist natürlich trotzdem klar: Man kann keinesfalls von einem Fall auf den anderen schließen. Der Zwiebelfisch hatte sich dazu auch mal ausgelassen („Guatemalteken?“) und kam ebenfalls nur zu Beispielen und relativ unbelegbaren Aussagen à la „heutzutage bevorzugt“.
Ich sehe da keine erkennbare Regel.
Stimmt.
Bleibt die Frage ans Forum: Gibt es eine Instanz, eine Autorität, die uns verläßlich mitteilen könnte, was derzeit (zum Beispiel bei außenpolitischer Korrespondenz, aber auch im Volk) „angesagt“ wäre?
Schönes Rest-Wochenende wünscht
–JøMa.
Puerto Rico ist männlich (auf -o), aber Deine Argumentation
ist natürlich trotzdem klar:
Ich meinte natürlich Costa Rico
sowie Oslo und Borneo.
Auch Malta, Java und Gouda.
Ich sehe da keine erkennbare Regel.
Stimmt.
Bleibt die Frage ans Forum: Gibt es eine Instanz, eine
Autorität, die uns verläßlich mitteilen könnte, was derzeit
(zum Beispiel bei außenpolitischer Korrespondenz, aber auch im
Volk) „angesagt“ wäre?
Schönes Rest-Wochenende wünscht
Dir auch