Hallo,
kann mir jemand erklären, warum die Landwirte über die geplanten Änderungen in der USt klagen?
Soweit ich das bisher verstanden habe, werden (bzw. sollen) landwirtschaftliche Erzeugnisse in Zukunft ein Steuersatz von 7% (gegenüber jetzt wohl 9%) aber für Zukäufe von Futtermitteln etc. 16% (statt bisher 9%) erhoben werden.
Ich verstehe, daß dann weniger in der Kasse ist, aber spätestens nach der nächsten USt-Erklärung gleicht sich doch alles wieder aus. Von dem kurzfristigen geringen Liquiditätsverlust abgesehen entsteht doch für den Landwirt kein Schaden, oder habe ich da was übersehen?
das problem liegt anders: bestimmte umsaetze von regelbesteuerten land-forstwirten unterlagen dem ust-satz von 7%.
sie verkauften also eine ware x die netto 100,-- kosten soll, für 107,-- EUR. wird nun der satz auf 16% erhöht, kostet die ware für den endverbraucher 116,–.
für den endverbraucher wird die ware also teuerer und er wird ggf. weniger konsumieren. wenn unternehmer abnehmer sind, ist das egal, die muessen wie gesagt nur kurzzeitig die liquidität überbrücken…
die sache mit den 9% ändert sich nicht. der forstwirt der nach § 24 UStG pauschaliert, den juckt die ganze sache nicht, denn die obigen darstellungen gelten nur für regelbesteuerte unternehmerforstwirte.
Hallo,
das habe ich zwar anders gehört, du meinst wahrscheinlich diejenigen, die keine „Lebensmittelproduzenten“ (so nenne ich die jetzt mal, ich glaube es trifft den Kern der Sache), ich meinte, daß von der Änderung auch die „Lebensmittelproduzenten“ betroffen sind.
Aber wahrscheinlich wird man - wie fast immer - warten müssen, bis die entsprechenden Kommentare zu den Gesetzestexten veröffentlicht sind.
also, habe mal den gesetzentwurf durchgeblättert und dabei festgestellt, das es wahr ist.
der pauschale satz wird von 9 auf 7% gesenkt.
dennoch musst du die beiden dinge unterscheiden, wer in den genuss des pauschalen satzes n. § 24 UStG kommt (früher 9 jetzt dann 7%), der hat ja eben NICHT die saetze 7/16% zu beachten…
ergo: derjenige, der mit streichung von vergünstigungen der 7%igen „bestraft“ wird, hat nix von der senkung des pauschalen satzes…