Gerechte Lösung / Gemeinsames Haus / Scheidung

Hallo,

Ehepaar XY (haben keinen Ehevertrag)wollen zusammen ein Haus bauen.
Die Frau bekommt von Ihren Eltern als zukünftiges Erbe ein Grundstück überschrieben und eine Geldsumme von 100.000 Euro. So ist es notariell festgehalten.
Der Mann hat nur das Geld, dass er sich mit seiner Ehefrau erspart hat.
Da der Mann handwerklich geschickt ist, bringt er einige Eigenleistungen ein.

So, das Haus ist gebaut, die beiden leben einige Jahre glücklich darin. Doch dann verstehen sich die beiden nicht mehr und trennen sich.

Wie würde es für den Mann dabei aussehen? Schließlich hat er einige Eigenleistung ins Haus gesteckt und möchte irgendwie auch seine Zukunft finanziell gesichert sehen. Andererseits will er aber auch der Ehefrau das Erbe nicht streitig machen. Gibt es hier eine gerechte Lösung?

Schon mal vielen Dank im Voraus!

LG Kerstin

Hallo,

ist relativ einfach zu beantworten. Die ererbten/geschenkten Werte behält die Frau, der Wert der über diese Sache hinausgeht wird auf beide Partner hälftig aufgeteilt. Geld was beide während der Ehe für das Haus erspart hatten, wird bei der „Hausteilung“ auch geteilt. Hatte der Mann VOR der Ehe erspartes Geld erhält er das alleine.

Fiktives Beispiel: Grundstück hat Wert von 50.000 und Frau erhielt 100.000 Euro. Mann hatte vor der Ehe 10.000 Euro erspart und diese flossen in den Hausbau. Während der Ehe hat das Ehepaar für das Haus 20.000 Euro erspart. Das Haus hat während der Ehe einen Wert von 350.000 Euro bekommen.

Hauswert 350.000 abzügl. 150.000 für die Ehefrau und abzügl. 10.000 Euro für den Ehemann.
Die restlichen 140.000 Euro vom Wert des Hauses werden geteilt. Das geminsame Ersparte teilt sich somit automatisch.

Behält die Frau das Haus muss sie an den Mann 70.000 und 10.000 Euro ausbezahlen.

Behält der Mann das Haus muss er an die Frau 150.000 und 70.000 Euro ausbezahlen.

Wird das Haus verkauft oder versteigert bekommt die Frau vorab vom Verkaufserlös 150.000 Euro und der Mann 10.000 Euro und der Rest wird geteilt.

Die Arbeitsleistung des Mannes laufen in den Hauswert und somit erhält er davon seinen Anteil. Rechtlich ist es so, dass alles was während der Ehe angeschafft, erarbeitet, erwirtschaftet wird, den Eheleuten gemeinsam gehört, wenn es keinen abweichenden Ehevertrag o. ä. gibt.

Geschenkterhaltenes und ererbtes (auch während der Ehe) behält der Partner, dem es zugeflossen ist.

Gruß
Ingriiid

Gibt es hier eine gerechte Lösung?

Gibt es für den Begriff „gerecht“ eine eindeutige Definition? Ich denke nicht, da das Empfinden von „gerecht“ sehr subjektiv ist.

„Gerecht“ wäre es für mich, wenn beide Personen eine Lösung gemeinsam finden und auch damit leben können.

Gruß
Fragezeichen

Gibt es für den Begriff „gerecht“ eine eindeutige Definition?
Ich denke nicht, da das Empfinden von „gerecht“ sehr subjektiv
ist.

Gerecht ist wenn alle Parteien gleich unglücklich sind.
Oder war das die Definition von „Kompromiss“?