Gerede um Sterbehilfe

Gerede um Sterbehilfe

Puenktlich zum Osterfest kommt die Entscheidung aus Holland : Ja zur aktiven Sterbehilfe!
Und ich glaube, es ist keine kleine Fehlschaltung, ein menschenwuerdiges Leben und Sterben zu ermoeglichen. Selbst die Kirche meint, dass Schwert und Tod zum Leben gehoeren und wieviele Glaubenskriege hat die Kirche gefuehrt und unschuldiges Leben geopfert fuer ihre Macht; und heute, heute spielen sich die Kirchenfuersten auf, weil der glaeubige Mensch selbst entscheiden moechte, fuer sich und sein Seelenheil…
Wo in Deutschland kann man menschenwuerdig sterben, in keinem Krankenhaus, oder anders gefragt, was tun der Staat, die Kirche usw. dass der Mensch menschenwuerdig sterben kann, und dazu gehoert auch die Freiheit eines jeden selbst zu entscheiden. Auch ich sage dazu ein deutliches : Ja !!!

Moin Klaus,

ich stimme Dir zu. Ich habe damals den Kopf geschüttelt, als ich meinen Opa an der Maschine sah, nachdem ihm die Ärzte anderthalb (!!!) Lungenflügel entfernt haben. Er hat geäussert, dies nicht zu wollen. Die Ärzte folgten (logischerweise) ihrem Eid und haben ihn unsinnigerweise noch 2 Wochen mit Schläuchen und Geräten am Dahinsiechen beteiligt.

Jeder Mensch sollte selber über sein Leben entscheiden dürfen…vor allem, wenn es sicher ist, dass der Tod nur noch zu verzögern, aber nicht mehr zu verhindern ist.

CIAo

Hi,

Euthanasie wird sich, auf absehbare Zeit, kaum in Deutschland durchsetzen lassen. Was ich politisch für dümmlich und menschlich für verwerflich halte. Deutsche Politiker assoziieren Euthanasie - immer noch - nur mit dem 1000jährigem Reich.

Grüße

Moin,

ich glaube kaum, dass die aktive Sterbehilfe nur annährernd etwas mit Euthanasie zu tun hat. Denn hier entscheidet der Mensch selbst über sein Ableben oder seine Weiterexistenz (es sollte zumindest so sein), im Gegensatz zur Euthanasie.

Sterbehilfe Hin oder Her, wird eh noch ein heisses Thema werden, aber u.U. find ich es nicht so verwerflich.

CIAo

Ich würde dieses Thema nicht mal mit der Kneifzange anfassen.

Marco

Hallo!

Wo in Deutschland kann man menschenwuerdig sterben, in keinem
Krankenhaus,

Doch! Ich habe es jedenfalls erlebt, als mein Vater auf der Intensivstation eines Krankenhauses starb. Das ging nicht nur menschenwürdig, sondern auch ungemein menschlich.

was tun der Staat, die
Kirche usw. dass der Mensch menschenwuerdig sterben kann

Der Staat sind wir. Ich bin auch ‚Kirche‘. Und ‚wir‘ tun da sicher alle zu wenig. Mir wären da jedenfalls entsprechende Bemühungen deutlich lieber, als eine aktive Sterbehilfe. Da habe ich mehr als nur Bauchschmerzen.
Martin

Das Leben des Einzelnen gehört nicht der Kirche, nicht dem Staat. Diese haben gefälligst keinen Zugriff auf das Leben und ebenso wenig auf das Sterben eines Menschen zu nehmen. Es ist eine höchst individuelle Entscheidung und im Zweifel die letzte Freiheit, die ein Mensch hat, nämlich selbst zu entscheiden, ob er weiter leben will oder nicht.

Es kann nicht darum gehen, daß Dritte entscheiden, es geht auch nicht um den mutmaßlichen Willen eines Menschen, sondern um den klaren Willen eines Menschen, der etwas ganz Selbstverständliches möchte, nämlich über sich selbst entscheiden. Wie kann man dieses selbstverständliche Selbstbestimmungsrecht ernsthaft in Zweifel ziehen?

Staat und Kirche fanden und finden nichts Anstößiges dabei, einen Menschen zum Wehrdienst zu verpflichten. Es ist auch nichts Anstößiges dabei, wenn er auf Befehl in Lebensgefahr gerät oder sogar sein Leben verliert. Dann hat alles seine Ordnung. Nur selbstbestimmt den Tod wählen soll nicht in Ordnung sein?

In Verzweiflung, in Not kann es für einen Menschen ein tiefer Trost sein, das alles in letzter Konsequenz freiwillig zu erdulden, eben freiwillig zu leben. Ein Mensch aber, dauernd der Erstickung nahe, trotz Morphium mit unerträglichen Schmerzen, soll diese tröstende Freiheit nicht mehr haben. Er muß sich mit letzter Kraft den Absaugschlauch aus dem Rachen reißen, um endlich zu ersticken, damit die frömmelnde Ignoranz ihren Willen bekommt.

Gruß
Wolfgang

Danke.
Hi Wolfgang,

diese Worte habe ich selber für eine Antwort gesucht. Ich stimme Dir also vollkommen zu.

Es bleibt das Problem der Kriterien. Wann darf jemand aktiv einschreiten? Es gab leider in der Vergangenheit zuviele Fälle, in denen Krankenhauspersonal die Entscheidung willkürlich und nach eigenem Ermessen getroffen hat.

Gruß
Christian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Christian,

um es ganz deutlich zu sagen: Ich halte es für ganz und gar inakzeptabel, daß irgend jemand bestimmt, was lebenswert ist und was nicht. Es kann nur darum gehen, einem Menschen bei der Erfüllung des geäußerten Wunsches zu helfen. Das setzt natürlich voraus, daß der Betreffende zu dieser eindeutigen Willensäußerung noch in der Lage ist. Ich lehne alles entschieden ab, was in Richtung Interpretation des mutmaßlichen Willens geht. Wer weitere Fälle einbeziehen will, muß auf Granit beißen. Es kann z. B. nicht darum gehen, lange im Koma liegende oder noch so schwer behinderte Menschen nach Gutdünken „zu erlösen“. Maßstab muß immer der selbst geäußerte Willen eines gesunden Geistes sein.

Natürlich erkenne ich, daß das gesamte Thema vor dem Hintergrund unserer unsäglichen Geschichte belastet ist. Wenn man aber keinem Menschen, keinem Arzt, keinem Pfarrer und keinem Verwandten Macht über den Betroffenen einräumt, sondern einzig der Wunsch des Kranken entscheidend ist, wird aus dem heißen Eisen ein Akt der Menschlichkeit.

Mißbrauch kann es trotzdem geben. Gucke mal Oma, wo du jetzt so krank bist, könnte das Sparbuch dem Hänschen bestimmt sehr helfen. Liebes Gemeindemitglied, wir werden immer an dich denken und dein Grundstück wird unserer Kirche nützlich sein. Wenn man aber solche denkbaren Fälle subtiler Einflußnahme auf die eine Seite der Waage legt und auf der anderen Seite den deutlich geäußerten, aber unerfüllbaren Wunsch nach Erlösung von unerträglicher und perspektivloser Qual sieht, wiegt diese letztgenannte Seite nach meiner Überzeugung schwerer.

Wolfgang

hallo wolfgang

ich hätte da eine kleine „querfrage“:

es gibt doch religiöse gruppen (name ist mir gerade entfallen) die jegliche ärztliche behandlung ablehnen, also auch für kinder. findest du es in ordung, dass sich eltern gegen eine operation stellen, die dem kind eine 99% ige überlebens-chance bescheren?

oder andersrum: ich nehme mal an, dass du es begrüsst, wenn der staat in einem solchen fall eingreift (verständlicher weise), wenn aber alte menschen sterben möchten, bist du dagegen.

welche „instanz“ würde jetzt entscheiden müssen, welcher mensch tatsächlich hoffnungslos erkrankt ist, und welchem darf die „todesspritze“ verabreicht werden?

schmerzen sind nicht unbedingt messbar - sterbenshilfe ist von mir aus wirklich ein zweischneidiges schwert (obwohl ich eigentlich auch dafür bin).

cu

laurent

Hallo Laurent,

die von Dir angesprochene Problematik hat sicher nichts mit dem ursprünglichen Thema Sterbehilfe zu tun. Du zielst dabei auf staatliche Eingriffe in persönliche Entscheidungen ab und auf die grundsätzliche Frage, wie weit das Elternrecht geht.

Wirklich ein völlig anderes Thema mit schwierigen, wahrscheinlich unlösbaren Problemen klarer Grenzziehung. Rege doch mal eine entsprechende Diskussion an!

Gruß
Wolfgang

Mich beschleicht immer ein ungutes Gefühl, wenn ich das Wort „Sterbehilfe“ lese.
Ich bin auch gegen die manchmal sinnlose Verlängerung eines abgelaufenen Menschenlebens durch massiven Einsatz der Gerätemedizin.
Aber manchmal haben die Erben ein massives Interesse an einem früheren Ableben des Erblassers. Stellt Euch mal vor, ein Besitzer eines größeren Vermögens liegt in als Schwerstpflegefall in einer Klinik. Da können für die Pflege immense Summen zu zahlen sein und das Vermögen schmilzt nur so dahin.
So mancher Erbe könnte in Versuchung kommen, das Sterben des Erblassers abzukürzen.
Es scheint mir auch so, als ob die ganze Diskussion sich nur um ältere Menschen dreht, die ohnehin am Ende ihres Lebens stehen.
Was ist aber mit dem jungen Motoradfahrer, der bei einem Unfall querschnittgelähmt wird. Für den könnte das Leben im Augenblick auch nicht mehr lebenswert sein und er sich den Tod herbeiwünschen. Wer würde ihm die Todespille reichen wollen?

Ich hörte mal von einem Fall (ob er wahr ist weiß ich nicht).
Der Erbe eines größeren Unternehmens fragte den behandelnden Arzt, ob er dem Sterbenden nicht die erlösende Spritze geben könne. Solange der „Alte“ nicht tot war, wurden wichtige Unternehmensentscheidungen blockiert.
Der Arzt antwortete cool: „Ich tue das nicht, aber Sie könnten ja in einem unbeobachteten Augenblick Ihrem Vater die Gurgel zudrücken.“
Ich glaube, damit ist der Arzt weiteren Ansinnen in dieser Richtung zuvorgekommen.

meinungsumfrage im zdf
http://www.zdf.msnbc.de/news/76000.asp#survey

alles nur heuchelei
es ist doch nicht schwer zu erkennen, das es hier nur um die kohle geht!!

was denkt ihr, wieviel kohle die krankenhäuser weniger einnehmen würden, wenn die herren politiker es erlauben würden die maschinen abzustellen wenn der patient das wünscht.
dabei haben sie ja bei ihrer vereidigung geschworen leid vom deutschen volke abzuwenden!

nur ein volles bett bringt halt die kohle.
dies ist der wahre grund, und nichts anderes.

übrigens sehe ich genau so wenig sinn darin, neugeborene kinder, bei denen eine derart extreme mißbildung aufgetreten ist, das es sein ganzes leben nur den horror auf zwei beinen darstellt am leben zu lassen.

was wiegt denn da eigentlich mehr?
der egoismus der eltern, oder das wohlergehen des kindes das sein ganzes leben lang nicht mehr vor die tür gehen kann und dadurch einen psychoknacks erster kajüte erleidet?

mit verlaub, ich rede da zb von kindern die derart mißgebildet sind das ihnen zb beide beide und beide arme fehlen!

da sollte man rechtzeitig so fair sein und zum wohlergehen eines menschen zur spritze greifen.

Unmenschlich
naja, e-mail adresse est omen.

Ohne Begrüssung

was denkt ihr, wieviel kohle die krankenhäuser weniger
einnehmen würden, wenn die herren politiker es erlauben würden
die maschinen abzustellen wenn der patient das wünscht.
dabei haben sie ja bei ihrer vereidigung geschworen leid vom
deutschen volke abzuwenden!

Schmarrn…
Jeder echte und ehrliche Arzt wird „die Maschinen“ abstellen, wenn es keinen Sinn mehr Macht.
Ausserdem kann JEDER Patient, so noch ansprechbar, die Behandlung verweigern.
Gut, es passiert immer noch oft genug, das sie „die Ärzte“ nicht an die Wünsche der Patienten halten.

übrigens sehe ich genau so wenig sinn darin, neugeborene
kinder, bei denen eine derart extreme mißbildung aufgetreten
ist, das es sein ganzes leben nur den horror auf zwei beinen
darstellt am leben zu lassen.

meine Güte, und alle Die, die im Geistigen Rollstuhl sitzen, leben lassen…
Solche Typen wie dich?

was wiegt denn da eigentlich mehr?
der egoismus der eltern, oder das wohlergehen des kindes das
sein ganzes leben lang nicht mehr vor die tür gehen kann und
dadurch einen psychoknacks erster kajüte erleidet?

Die Kinder wurden zu ihrem Wohlergehen ermordet
meine Güte
Gerade heute haben körperlich behinderte viel mehr möglichkeiten, als noch vor 30 Jahren… moderne Technik machts möglich.

mit verlaub, ich rede da zb von kindern die derart mißgebildet
sind das ihnen zb beide beide und beide arme fehlen!

Ah sooooo, alle Contergangeschädigten, na das hätte der Industrie aber Geld gespart!

da sollte man rechtzeitig so fair sein und zum wohlergehen
eines menschen zur spritze greifen.

Toll, DU willst entscheiden, wer Leben darf und wer nicht.
Gleichzeitiger Richter und Henker!

Die Ansichten hatten wir im Übrigen schon mal in diesem Unserem Lande, ist so 60 jahre her. waren doch wirklich Tolle Zeiten damals.
Lebensunwertem Leben den Gnadentod gewähren…
würg…
muss mal kurz aufs Klo…
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*
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Die Entscheidung, ein schwerst körperlich (sic!) missgebildetes Kind durch Schwangerschaftsabbruch zu töten, obliegt ausschlieslich der Mutter/ den Eltern.
Meine Hochachtung gilt all denen, die sich auf diese Höchste Belastung trotzdem einlassen!

Nun, wenn Du weiter so postest, dann werden wir noch viel Spass miteinander haben…

Oder ist da einer wiederauferstanden…?

Ohne Gruss
Mike

ich muss leider an deiner fähigkeit zweifeln in der lage zu sein den tieferen sinn meines postings zu erkennen.

des weiteren machst du hier eineige unqualifizierte äusserungen.
ein arzt darf die maschine gar nicht abstellen weil er sich dann strafbar machen würde. und um das geht es doch wenn man über aktive sterbehilfe spricht.
und das ein patient die behandlung so ohne weiteres verweigern kann halte ich auch nicht für richtig. es gibt gesetze in denen du gezwungen werden kannst behandelt zu werden.

mich hier als kleinen adolf zu sehen, also sorry auf dieses nivooo lasse ich mich nicht herab. dies waere vielleicht der fall wenn ich der meinung waere das alle kinder die nicht einem gewissen schönheitsideal entsprechen töten wollte.

was soll also der quatsch von dir?

ich stehe zu meiner aussage, das ich der meinung bin das es unverantwortlich ist-ich meine damit das verantwortungsbewusstsein der eltern- neugeborene kinder am leben zu lassen die wirklich gravierende mißbildungen haben.

damit meine ich nicht das fehlen eines beines, oder sonstigem.

ich rede von den kindern, bei denen extreme körperliche wie geistige schäden vorhanden sind.
muß ich dir denn erst erklären was ich damit meine, oder bist du alt genug um meine aussagen richtig zu verstehen?

ich weiß nicht wie du dich fühlen würdest wenn du heute nur noch in der lage wärest einsam und allein in einem bett dahin zu vegetieren. wenn du da noch einen klaren gedanken fassen könntest würdest du dir sicherlich schon manschesmal gefragt haben warum dir deine eltern dieses angetan haben, und sich nicht bei deiner geburt dazu entschlossen dir dieses leid zu ersparen.

es ist auch etwas anderes, wenn die behinderung erst im laufe des lebens, zb durch einen unfall oder krankheit eintrritt.
da würde ich als elternteil auch daran zu knabbern haben.

aber da wir in einer welt leben die durch heuchelei geprägt ist, haben solche leute wie ich eben schlechte karten.

ich habe mal ein zitat gelesen das besagt: „wer die wahrheit zum falschen zeitpunkt sagt, gilt schnell als zyniker“.
war ein bekannter mann, ich glaube sogar heinrich heine.

Irrtum, Pickel

  1. Passive Sterbehife (und nichts anderes ist die Einstellung einer sinnlosen Behandlung) ist nicht strafbar.
    Informiere dich erst mal, bevor du falsche Aussagen machst!
    Eine Behandlung gegen den Willen des Betroffenen ist nur dann möglich, wenn die Person minderjährig oder sonstig geistig verwirrt ist, bzw zum Zeitpunkt der Behandlung eben nicht ansprechbar ist. (Z.B. Unfallopfer)

  2. Du hast von Physischen Schäden gesprochen, nicht von psychischen. Aber selbst in diesem Fall werfe ich dir vor, genau so wie im 3. Reich zu argumentieren! Es ist für diese Menschen ja eine Gnade, zu sterben…

  3. Bist DU schwerstbehindert? Kannst DU dich ehrlich in einen Schwerstbehinderten hineinversetzen?
    Warst DU schon mal in der Situation, das Du vieleicht eine entsetzliche und schleichend zum Tode führende Krankheit haben könntest.
    Können nicht auch Schwerstbehinderte ein nach ihren Maßen erfülltes Leben führen, wenn Sie optimal versorgt werden? Nur weil sie nicht optimal versorgt werden, diese MENSCHEN (sic) einfach ermorden?

Ich kann in deinen Aussagen keinerlei Zynismus erkennen…
Du erzählst Sachen, die (hier in D) gar nicht stimmen!
Was hat das mit Wahrheit zu tun

noch was!!
ich habe übrigens noch nie gesehen, das es kontergangeschädigte kinder git die keine arme oder beine haben!
du redest von verstümmelten gliedmaßen, ich aber von reinen torsenkindern!!

auch da sieht man das du mir in deiner blinden entzürnung falsche dinge in den schoß legst!!

Noch ein Irrtum

Doch, die hatten keine Arme und Beine…
Nur ein paar Finger und Zehen

Schäden durch Contergan sind übrigens keine Verstümmelung, sondern tatsächlich eine chemisch induzierte Missbildung…

da sollte man rechtzeitig so fair sein und zum wohlergehen
eines menschen zur spritze greifen.

Darum kann und darf es niemals gehen! Nicht „man“, nicht irgendwer hat zu entscheiden. Es kann nur darum gehen, den bei vollem Bewußtsein und gesundem Geist zum Ausdruck gebrachten persönlichen Willen des Betroffenen zu erfüllen. Betroffen in diesem Sinne ist nicht ein Angehöriger, keine Behörde, keine Kirche oder wer auch immer, betroffen ist ausschließlich der unheilbar Kranke selbst, der seinen Zustand nicht mehr ertragen möchte. Es geht also nur um die Erfüllung eines Wunsches, den sich der Betroffene aufgrund seines Zustands nicht mehr selbst erfüllen kann. Es ist somit nur das Akzeptieren der Selbstbestimmung.

Für mich ist es unerträglich, wenn sozusagen in einem Abwasch das Morden für unwert gehaltenen Lebens legalisiert werden soll. Die Meinung von Stammtischen, des Mannes auf der Straße, die Prognosen und Ansichten von Ärzten oder Behördenmenschen - alles uninteressant. Niemand hat über das Leben und Sterben anderer Menschen zu befinden. Wenn ein Mensch erst auf dieser Welt ist, hat niemand mehr ein Recht, über dessen physische Existenz zu bestimmen. Alles andere ist der Denkweise der Leute an der Auschwitz-Rampe.

Ob ein Mensch leben will oder nicht, ist seine ganz persönliche Entscheidung. Die Situation sterbenskranker Menschen ist aber hierzulande so, daß sie lebenserhaltende Maßnahmen nur ablehnen können, um sich dann zu Tode zu quälen. Nicht einmal die Hilfe zur Selbsthilfe ist legal. Aus tiefer Überzeugung, daß die Bestimmung über das eigene Leben das ureigene Recht jedes Menschen ist, befürworte ich die so verstandene Sterbehilfe.
Wenn ich aber bemerke, wie undifferenziert etliche Menschen hier im Forum das Thema betrachten, wie sofort von Formen des Urteils Dritter die Rede ist, letztlich der Ruf nach dem Henker laut wird, der eben eine gut gemeinte Spritze gibt, weil er Leben nach Gutdünken für lebensunwert hält, graust mir.

Jede Lebenserfahrung sagt mir, gib’ keinem Menschen Macht über andere oder begrenze sie so weit irgend möglich. Alles andere führt zum sofortigen Mißbrauch.

Ich nehme an, daß hier im Forum ein ziemlich repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt vertreten ist. Dabei ist neben schierer Dummheit der Ruf nach dem über Leben und Tod entscheidenden Menschen zu hören. Von finanziellen Gesichtspunkten ist die Rede und von anderen nicht in den Zusammenhang gehörenden Aspekten, aber nur wenig von Selbstbestimmung des Menschen. Dabei ist das der einzige Punkt, um den es geht. Es ist wohl doch zu gefährlich, in Deutschland von Sterbehilfe zu reden, weil zu viele Leute in ihrer tauben Dummheit sofort alles mögliche ihnen unliebsame Leben zum Ende bringen wollen.

Gruß
Wolfgang