Hallo,
Welche Pilotenkreise sind denn das, die AB negativ bewerten?
Oh, oh!
Air Berlin ist für junge Copiloten ein gutes Sprungbrett um Fuß in einer Airline zufassen, da die meisten Airlines Mindeststunden auf Jets verlangen bevor sie jemanden einstellen. AB ist großzügiger und läßt auch die Neuen ran. Das spricht erstmal nicht gegen die Airline, irgendwann muß jeder mal ansteigen.
Weniger schön ist aber daß der Verdienst deutlich unter dem der meisten anderen Airlines liegt. Deswegen verschwinden viele Piloten wenn sie ausreichend Stunden gesammelt haben.
Bis hierhin kann man es noch unproblematisch finden. Stirnrunzeln bekommt man aber wenn man weiß daß AB keine Arbeitnehmervertretung akzeptiert und Piloten, die Mitglieder der „Vereinigung Cockpit“ sind, dies nur insgeheim sein können weil ihnen sonst Repressalien drohen. AB-Chef Unhold Hunold ist der Meinung daß seine Piloten besser Einzelkämpfer sind anstatt sich organisieren zu dürfen.
Über seine Cabin Crew hat er mal gesagt er würde gerne Friseusen einstellen weil es für die ein gesellschaftlicher Aufstieg sei Flugbegleiterin sein zu können… Ihre Ausbildung müssen diese übrigens selber bezahlen.
Daß so viele Piloten gehen bedeutet für die Verbleibenden daß sie noch viel mehr als schon immer üblich shutteln müssen - also Landung in Frankfurt, ab zum Mietwagen und 4,5 Stunden später nächster Flug ab Münster/Osnabrück, oder München, oder vergleichbare „Scherze“.
Richtig unangenehm ist daß AB ein waches Auge darauf hat wer wann wieviel extra fuel tankt. Es liegt normalerweise im Ermessen des Captains - und nur des Captains - je nach Wetterlage, fliegerischer Erfahrung und Gutdünken mehr Sprit als notwendig und vorgeschrieben mitzunehmen. Bei seriösen Airlines wird da nicht reingeredet, auch wenn extra fuel das Gewicht des Fliegers - und damit den Treibstoffverbrauch - vergrößert.
Bei AB müssen diejenigen, die öfter mal mit extra fuel „auffallen“ beim Flottenchef antanzen und erklären wieso sie eine zusätzliche Reserve an Bord haben. Ob es stimmt kann ich nicht beurteilen, allerdings hält sich diese Aussage hartnäckig in Pilotenkreisen.
Unter dem Strich vermittelt es den Eindruck daß eine Crew dort nicht ganz so frei entscheiden kann wie es wünschenswert wäre.
Hunold ist unter Pilotenkreisen bekannt als „der Würger von Tegel“ und wird nur Unhold genannt.
Die Stimmung in der AB-Pilotenschaft ist jedenfalls sehr im Keller und sie wandern, so sie Alternativen haben, zur Zeit massiv ab: in den „Sandkasten“ (Etihad, Emirates, usw.) nach Asien (Indian Airlines, Cathay, China Airlines) oder zu Ryanair/Easyjet. Wer die Vorraussetzungen erfüllen kann wechselt in den Lufthansa-Konzern (Classic, Cargo, City Line).
Es rumort zur Zeit auch sehr stark bei der dba, die von AB übernommen wurde. Deren Piloten verdienen nämlich (noch) wesentlich mehr als die ABler, wobei just morgen eine Betriebsversammlung stattfindet, bei der es sehr spannend werden dürfte; wenn Unhold den dba-lern, die allerdings gewerkschaftlich bestens aufgestellt sind, verkündet daß es demnächst auch nur noch AB-Gehalt geben wird weil es nicht sein kann daß in einem Konzern der eine dies, der andere das verdient - bei gleicher Arbeit. Nur werden sich die dba-Piloten das so nicht sagen lassen… Und Unhold wird dann die Schließung androhen.
Ich bin mal sehr gespannt was da morgen passiert…
AB ist keine chaotische oder gar gefährliche Never-come-back-Airline, aber dem Umgang mit den Mitarbeitern nicht so, wie er sein sollte und wie es in einem guten Unternehmen üblich ist.
Recherchiert doch einmal wer der Eigner von Germanwings ist.
Ja und? LH ist beteiligt… aber was sagt das aus? das Portfolio überschneidet sich nur wenig, AB ist hauptsächlich ein Urlaubsflieger, LH bedient die Geschäftskunden - jedenfalls im Cont-Bereich. Im Interkont-Segment stellt sich die Frage nicht weil AB dort nicht mitspielt.
Klar, wer geschäftlich viel in der Firstclass fliegt, der wird
über jede lowcost-AL mosern.
Ja - deswegen ist das für den Otto-Normal-Passagier aus der Economy-Class auch weniger wichtig.
Gruß,
MecFleih