Mein ehemaliger Prof. hat mir die Geschäftsführung eines noch zu gründenden Unternehmens angeboten. Risikokapital ist da, der Prof., ein Kollege und ich müßten gemeinsam allerdings noch die Einlage von 50.000,- DM für die GmbH-Gründung aufbringen.
Da ich die Entscheidung relativ schnell treffen möchte, brauche ich nun Infos zum Thema Selbständigkeit. Rente, Krankenversicherung, Unternehmensgründung und alles, was mir helfen könnte.
Wer hat schon Erfahrung mit Gründung im Internet-Bereich und ist willig, diese vielleicht mit mir zu teilen?
Da ich die Entscheidung relativ schnell treffen möchte,
brauche ich nun Infos zum Thema Selbständigkeit. Rente,
Krankenversicherung, Unternehmensgründung und alles, was mir
helfen könnte.
ein paar grundsätzliche Sachen: Als Geschäftsführer der GmbH bist Du angestellt. Dies bedeutet dass Du normal Sozialversicherung bezahlst. Dementsprechend ist Renten- und Krankenversicherung vorerst kein Thema. Wenn Du später mal in die private Krankenversicherung wechseln willst kannst Du das noch tun.
Als Geschäftsführer hast Du bestimmte Rechte und Pflichten (siehe http://www.peterbaumhaus.de/Aufsaetze/GF_GmbH10.html) die zum Teil sehr weitreichend in ihrer Konsequenz sind. Daher stellt sich die Frage ob Du nicht besser beraten bist die Geschäftsführung vorerst abzulehnen und Dich mit der Geschäftsführerschaft etwas weiter auseinanderzusetzen. Auch stellt sich mir die Frage warum die Firmengründung so eilig ist.
Bei der Beteiligung Anderer empfehle ich Dir dringend die Zuschaltung eines Steuerberaters und ggfs. eines Rechtsanwaltes.
Grundsätzlich ist zu bemerken daß Du, ohne kaufmännische Grundkenntnisse zu besitzen, die Finger von der Geschäftsführung einer GmbH lassen solltest, zumindest wenn Du sie nicht alleine betreibst. Schnell können Fehler passieren für die Du u.U. alleine verantwortlich gemacht wirst. Gerade im Internet-Bereich wurden hier in der Vergangenheit gigantische Beträge vernichtet da die GF´s zwar technisch kompetent waren, von der wirtschaftlichen Denkweise aber keine Ahnung hatten.
ich schließe mich rolfs posting an. GF werden und schnelle entscheidung - das sind zwei dinge, die nicht zusammen gehen!
triff diese entscheidung nur nach sorgfältiger prüfung, denn es gibt unzählige fallstricke, über die ein GF stolpern kann. ein GF ist zudem nicht nur zivil- sondern auch strafrechtlich (!) haftbar und kann sich - selbst wenn er in bester absicht zu handeln geglaubt hat - sehr schnell zu empfindlichen strafen verurteilt als vorbestrafter wiederfinden.
sollte dich jemand sogar zu einer schnellen entscheidung drängen wollen, solltest du von vornherein die finger davon lassen. denn das stinkt!
by the way: wir nannten unsere GFs immer „watschenhannes“
…Infos zum Thema Selbständigkeit hat den Touch von Informationen auf die Schnelle. Als GmbH-Geschäftsführer bist Du vor dem Gesetz Kaufmann mit einer Reihe von Verpflichtungen. Für viele Vorgänge und Verpflichtungen des Unternehmens stehst Du persönlich gerade.
Ich kann Dich nur davor warnen, ohne tatsächlich vorhandene kaufmännische Kenntnisse (die Kenntnis des Namens eines Steuerberaters reicht nicht) einen GF-Job anzunehmen. Schon die Tatsache, daß und wie Du Deine Frage formulierst, zeigt, daß Du zum Pappkameraden taugst, den man als Zielscheibe hochhalten kann.
Mache nur einen Job, den Du wirklich beherrschst, sonst lasse die Finger davon!
Setze Dich mit der örtlichen IHK in Verbindung, die helfen eigentlich da sehr gut weiter und die bisherigen Einwände, die prinzipiell alle korrekt sind, kannst Du dort mitbringen und in die Diskussion werfen.
Michael
(mit bisher 2 GmbH’s)
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Ich bin Betriebswirt und seit etwa einem halben Jahr fertig. Ich habe natürlich mein gelerntes Grundwissen, nur gewisse Fragestellungen sind noch offen. Durch einen unerwarteten Jobverlust war ich gezwungen einen Job anzunehmen, der mir jetzt allerdings wenig Spaß macht.
So kam ich dann auf die Idee, mal wieder meinen alten Arbeitgeber (der Marketing-Prof) nach Rat zu fragen. Und so entstand dann eben der Vorschlag, GF einer Online-Community zu werden. Er will keine schnelle Entscheidung von mir. Es ist halt so, daß ich meinen momentanen Job möglichst schnell loswerden will. Und wann hat man nochmal die Möglichkeit, mit einem Prof und einem Beratungsinhaber ein Startup zu gründen, bei dem das Risikokapital schon da ist ???
Die ganze Sache ist auf jeden Fall sehr reizvoll für mich. Jetzt muß ich erstmal auf verschiedenen Wegen Infos an Land ziehen.
Danke für Deine Antwort! Genau solche Hinweise brauche ich, um meine gewaltige Euphorie zu bremsen und wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen.
Auf die Antwort von Wolfgang Dreyer habe ich ein paar weiter Fakten gepostet.
leider hat Rolf unrecht, denn als Geschäftsführer einer GmbH bist Du nicht sozialversicherungspflichtig; Du bist nicht renten- u. krankenversichert. Die Worte von Wolfgang Dreyer solltest Du Dir hinter die Ohren schreiben, denn da ist viel wahres dran.
Außerdem solltest gerade Du als Betriebswirt klarer und unparteiischer / euphorieloser denken und handeln. Was Du auf der Schulbank gelernt hast, entspricht lange nicht dem, was die Realität Dir bringt. Unterhalte Dich mal mit GF einer GmbH und weiteren Selbstständigen, die werden Dir dann schon die Augen öffnen.
Liste alles an Kosten und Nebenkosten auf, auch Forderungsausfälle und nicht zu vergessen die schlechte bis gar keine Zahlungsmoral deiner zukünftigen Kunden, dann siehst Du das Betriebsergebnis ganz anders. Die Bilanzen, die man in der Schule lernt sind sowieso schwachsinnige Zahlenspiele. Informiere dich in Betrieben und frage dort mal nach der Wahrheit des täglichen Geschäftsleben.
GAnz wichtig: Als GF hast Du nicht einen 8-Std-Tag, sonder 12-Std-Tag. Jeden Tag oder jede Stunde , di Du nicht erwirtschaftest, sind Minusbeträge im Umsatz. Bist Du einmal krank, wer verdient dann in deinem Gechäft ? 1000.-Dm Verlust pro Tag ist normal oder auch mehr, je nach Gewerbe, das man führt. Was ist mit Urlaub? , denn kannst Du abhaken. Ein Kunde möchte ständig bedient werden, kein Ansprechpartner und der Kunde ist bei der Konkurrenz!!! Darüber solltest Du mal nachdenken.
DAs sich jemand selbstständig machen will, finde ich gut, aber die Konsequenzen muss man dann auch tragen können und auch die Verantwortung ( Produkthaftung , Gewährleistung, Mängel ect) übernehmen können. Es ist nicht einfach, glaube mir. Die Familie leidet natürlich auch darunter, und ohne Rückhalt und seelische Stärke des Partners hast Du verloren.