Geschäfts-Übernahme

Starke Sprüche für jemanden, der weder Absatz 2 gelesen noch
Absatz 1 richtig verstanden hat noch die Praxis kennt.
Üblicher Bestandteil von Übernahmen jedweder Art ist, daß die
Verbindlichkeiten vom bisherigen Inhaber zurückzuführen sind,
was meist aus dem Verkauserlös geschieht.

Ja und SO ist es gerade nicht in der Praxis.

Naja, dann habe ich wohl in den letzten sieben Jahren etwas mißverstanden.

In den seltensten
Fällen werden Verbindlichkeiten durch den verkaufenden
Unternehmer beglichen.

Ich bin mir sicher, daß Dir bei Deinen umfangreichen Erfahrungen im Investmentbanking und im Kreditgeschäft die ownership- bzw. change of control-clause ein Begriff ist.

Zum einen gibt es gerade bei
langlaufenden Darlehen die sog. Vorfälligkeitsentschädigung,
die sehr teuer ist.

Vor allem bei den seit Jahren niedrigen Zinssätzen.

Je mehr Fremdkapital im Unternehmen vorhanden ist, desto
lohnender ist die Akquisition für den Erwerber, weil dann die
Steuerzahlungen geringer sind. Also ein weiterer Grund dafür,
warum Schulden gerne übernommen werden.

Evtl. wollen das aber die bisher finanzierenden Banken nicht.

Nicht’s für ungut aber Dein Auftreten hier scheint mir doch
etwas unprofessionell. Wenn Du wirklich im Risikomanagement
arbeitest (und wir sprechen hier über echtes Risikomanagement
also nicht im Filialbetrieb) dann bezeichnest Du dich wohl
eher nicht als Bankmensch. Leute mit so einem Job und mehr
noch so einer Ausbildung zeigen das auch deutlich nach außen -
in ihrem gesamten Verhalten. Als „Bankmenschen“ bezeichnen
sich gerne die Filialbanker.

Ich muß gestehen, daß mir da ein bißchen die Erfahrungen fehlen, denn ich habe noch nie bei einer Bank gearbeitet, die über Filialen im eigentlichen Sinne verfügte.

Auch war ich ja schon über Deine bisherigen Statements etwas
sehr verwundert.

Geht mir bei Dir auch so. Was solls, damit muß man leben.

Gruß,
Christian

Naja, dann habe ich wohl in den letzten sieben Jahren etwas
mißverstanden.

Ja, oder eben nicht den Mittelstand bearten.

Ich bin mir sicher, daß Dir bei Deinen umfangreichen
Erfahrungen im Investmentbanking und im Kreditgeschäft die
ownership- bzw. change of control-clause ein Begriff ist.
Vor allem bei den seit Jahren niedrigen Zinssätzen.

Ja gerade weil die Zinssätze so niedrig sind, will man ja auch -auf die Dauer gesehen- an dem Kredit verdienen und einen Wechsel hin zum günstigeren „treuer“ machen.

Je mehr Fremdkapital im Unternehmen vorhanden ist, desto
lohnender ist die Akquisition für den Erwerber, weil dann die
Steuerzahlungen geringer sind. Also ein weiterer Grund dafür,
warum Schulden gerne übernommen werden.

Evtl. wollen das aber die bisher finanzierenden Banken nicht.

Na ja, die Leute bei Permira oder KKR kriegen das aber dennoch hin.
Aber zugegeben, für Kleingeschäfte spielt es jetzt nicht so die Rolle. Richtig ist es aber dennoch.

Ich muß gestehen, daß mir da ein bißchen die Erfahrungen
fehlen, denn ich habe noch nie bei einer Bank gearbeitet, die
über Filialen im eigentlichen Sinne verfügte.

Ich zitiere mal Deine Visitenkarte, weil diese ja angeblich bilden soll:

„Bankmensch im Risikomanagement Mittelstand einer der führenden deutschen Banken“

Die Betonung liegt auf „einer der führenden deutschen Banken“. Nur mal so als Hinweis: Die drei führenden Banken in Deutschland sind die Deutsche Bank, die Commerzbank und Dresdner Bank.
Ich weiss ja nicht so recht, aber für mich haben die ALLE Filialen.
Ergo: Entweder Dir fällt schnell ein, dass ihr doch Filialen habt, oder aber eine Änderung der Visitenkarte wäre mal wieder sinnvoll.

Achso und für die Pfennig-Fuchser unter uns: Wenn Du jetzt meinst, führend kann alles sein, dann sage auch gleich dazu, wo ihr führend seid.

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Naja, dann habe ich wohl in den letzten sieben Jahren etwas
mißverstanden.

Ja, oder eben nicht den Mittelstand bearten.

Wohlan: Bei dem dargestellten Geschäft handelt es sich um die Übernahme des Geschäftsbetriebes und des Vermögens (neudeutsch: asset deal). Die Gesellschaftsanteile werden nach Auskunft der Fragestellerin nicht übertragen.

Und jetzt mach Dir einfach mal den Spaß, in einem Diagramm die Zahlungsströme (neudeutsch: cashflows) und die Rechtsverhältnisse einzutragen.

Ich bin mir sicher, daß Dir bei Deinen umfangreichen
Erfahrungen im Investmentbanking und im Kreditgeschäft die
ownership- bzw. change of control-clause ein Begriff ist.
Vor allem bei den seit Jahren niedrigen Zinssätzen.

Ja gerade weil die Zinssätze so niedrig sind, will man ja auch
-auf die Dauer gesehen- an dem Kredit verdienen und einen
Wechsel hin zum günstigeren „treuer“ machen.

Da gibt es nichts teurer zu machen. Wie die Vorfälligkeitsentschädigung zu rechnen ist, ist eigentlich keine große Hexerei: Die Bank stellt den Zinsschaden in Rechnung. Dieser fällt aber bei Finanzierungen, die in den letzten Jahren abgeschlossen wurden, ausgesprochen gering aus oder möglicherweise sogar ganz weg, weil die Zinssätze in der letzten Zeit etwas zugelegt haben.

Hinzu kommt, daß es nur bei anlageintensiven Unternehmen wesentliche Teile der Verschuldung langfristig ist. Bei KK-Krediten gibt es eine Vorfälligkeitsentschädigung logischerweise nicht.

Je mehr Fremdkapital im Unternehmen vorhanden ist, desto
lohnender ist die Akquisition für den Erwerber, weil dann die
Steuerzahlungen geringer sind. Also ein weiterer Grund dafür,
warum Schulden gerne übernommen werden.

Evtl. wollen das aber die bisher finanzierenden Banken nicht.

Na ja, die Leute bei Permira oder KKR kriegen das aber dennoch
hin.

Ja, warum auch nicht. Die geben ein paar spärliche Kröten Eigenkapital in die NewCo und stellen ein Bankenkonsortium zusammen, das die ganze Bude dann abenteuerlich leveraged und das auch noch zu lächerlichen Margen. Die alten Kreditgeber scheiden dann aus; gelegentlich, weil sie es wollen, meist aber, obwohl sie es nicht wollen.

Die Finanzierung allein rechnet sich nämlich für die Kreditgeber meist nicht, weil das Rating nach einer Übernahme abstürzt (Verluste aufgrund der Firmenwertabschreibungen, hohe Fremdverschuldung, miserable Zinsdeckung), was die internen Risikokosten in die Höhe treibt.

An so einer Geschichte läßt sich nur etwas verdienen, wenn man das restliche Geschäft auf sich zieht, wobei da eigentlich nur die MLA, LA und CLA (die Abkürzungen kennst Du ja sicherlich) zum Zuge kommen. Die werden den Teufel tun, und das Geschäft (also IZV, AZV, Derivatgeschäft usw.) den bisherigen Kreditgebern des gekauften Unternehmens (neudeutsch: Target) zu überlassen.

„Bankmensch im Risikomanagement Mittelstand einer der
führenden deutschen Banken“

Die Betonung liegt auf „einer der führenden deutschen Banken“.
Nur mal so als Hinweis: Die drei führenden Banken in
Deutschland sind die Deutsche Bank, die Commerzbank und
Dresdner Bank.

Hm, es spricht für Deine Kenntnis des Bankenmarktes, daß Du die HVB, die trotz Übernahme der Unicredito noch vor der Commerzbank liegt, unterschlägst.

Wie auch immer: Wenn ich mich recht entsinne, sind „wir“ unter den ersten 10-15 Banken, wenn man nach der Bilanzsumme geht. Ob Dir das für das Wort führend reicht, ist mir eigentlich egal. Und damit ist die Diskussion über meinen Arbeitgeber beendet. Für Fachfragen stehe ich Dir natürlich gerne zur Verfügung.

Gruß,
Christian

kleine Korrektur

An so einer Geschichte läßt sich nur etwas verdienen, wenn man
das restliche Geschäft auf sich zieht, wobei da eigentlich nur
die MLA, LA und CLA

Muß natürlich CA heißen.

Hi !

Hier geht ja ganz schön was ab :smile:)

Die Finanzierung allein rechnet sich nämlich für die
Kreditgeber meist nicht, weil das Rating nach einer Übernahme
abstürzt (Verluste aufgrund der Firmenwertabschreibungen, hohe
Fremdverschuldung, miserable Zinsdeckung), was die internen
Risikokosten in die Höhe treibt.

An so einer Geschichte läßt sich nur etwas verdienen, wenn man
das restliche Geschäft auf sich zieht, wobei da eigentlich nur
die MLA, LA und CLA (die Abkürzungen kennst Du ja sicherlich)
zum Zuge kommen. Die werden den Teufel tun, und das Geschäft
(also IZV, AZV, Derivatgeschäft usw.) den bisherigen
Kreditgebern des gekauften Unternehmens (neudeutsch: Target)
zu überlassen.

Oh, Mann :smile: Da hast Du Dich jetzt aber glaube ich ganz schön aus der Reserve locken lassen. Das hat doch mit dem eigentlichen Beitrag gar nichts mehr zutun und mit der Frage Deines Kontrahenten auch eher weniger.

„Bankmensch im Risikomanagement Mittelstand einer der
führenden deutschen Banken“

Die Betonung liegt auf „einer der führenden deutschen Banken“.
Nur mal so als Hinweis: Die drei führenden Banken in
Deutschland sind die Deutsche Bank, die Commerzbank und
Dresdner Bank.

Hm, es spricht für Deine Kenntnis des Bankenmarktes, daß Du
die HVB, die trotz Übernahme der Unicredito noch vor der
Commerzbank liegt, unterschlägst.

Ich glaub hier hat er Dich schon wieder erwischt. Er meinte ja ausdrüklich „deutsche Banken“ und darunter würde die frühere (!) HVB und jetztige Uni Credito ja nicht mehr fallen. Von daher stimmt die Positionierung aus seiner Sicht meiner Meinung nach schon.

1 „Gefällt mir“

Hallo,

An so einer Geschichte läßt sich nur etwas verdienen, wenn man
das restliche Geschäft auf sich zieht, wobei da eigentlich nur
die MLA, LA und CLA (die Abkürzungen kennst Du ja sicherlich)
zum Zuge kommen. Die werden den Teufel tun, und das Geschäft
(also IZV, AZV, Derivatgeschäft usw.) den bisherigen
Kreditgebern des gekauften Unternehmens (neudeutsch: Target)
zu überlassen.

Oh, Mann :smile: Da hast Du Dich jetzt aber glaube ich ganz schön
aus der Reserve locken lassen. Das hat doch mit dem
eigentlichen Beitrag gar nichts mehr zutun und mit der Frage
Deines Kontrahenten auch eher weniger.

klar doch. Das ist eine Begründung dafür, daß bei Übernahmen oftmals die bisherigen Banken abgelöst werden.

Hm, es spricht für Deine Kenntnis des Bankenmarktes, daß Du
die HVB, die trotz Übernahme der Unicredito noch vor der
Commerzbank liegt, unterschlägst.

Ich glaub hier hat er Dich schon wieder erwischt. Er meinte ja
ausdrüklich „deutsche Banken“ und darunter würde die frühere
(!) HVB und jetztige Uni Credito ja nicht mehr fallen.

Wie jetzt? Ist die HypoVereinsbank ausgewandert? Im Leben wäre ich nicht darauf gekommen, mich als Mitarbeiter einer niederländischen Bank zu sehen, nur weil die Bude von der ING übernommen worden war.

Gruß,
Christian

Wie ich solche einstellungen hasse:

a) Nachfolgeregelungen werden im Stillen und und FACHLEUTEN abgewickelt, dann treten solche Fragen auch nciht auf.
b) gesundheitliche Gründe sind die beliebteste Ausrede warum man seinGeschäft verkauft. Grund: Depressionen weils nicht läuft.
c)Warum sollte man was anderes machen, als viel Geld verdienen?
d) Ein RA und STB haben nicht die notwendige Kompetenz um einen Betrieb zu analysieren. Der eine kann nur die verträge prüfen (und Papier ist geduldig) der andere kann nur die Zahlen prüfen (Papier ist geduldig) Perspektiven Markanteile zukuntsanalysen etc. können von diesen in den meisten Fällen nicht geleistet werden.
Ganz abgesehen von der Erstellung eines Wirstschaftsplanes und der Benutzung dieses bei der Kreditbeschaffung.

Und gerdae die kleinen 2steligen Beträge haben die meisten Kleininsolvenzen eingesielt. Bei großen Beträgen wo eben diese Vorgehensweise (wird schon klappen) nicht angewendet wird, sit das Scheitern fast ausgeschlossen.

aber man kann aja auch mit einem VK von 1 euro reich werden. (glaubt die EBAY udn Geiz ist geil Gesellschaft)

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hm, es spricht für Deine Kenntnis des Bankenmarktes, daß Du
die HVB, die trotz Übernahme der Unicredito noch vor der
Commerzbank liegt, unterschlägst.

Ich glaub hier hat er Dich schon wieder erwischt. Er meinte ja
ausdrüklich „deutsche Banken“ und darunter würde die frühere
(!) HVB und jetztige Uni Credito ja nicht mehr fallen. Von
daher stimmt die Positionierung aus seiner Sicht meiner
Meinung nach schon.

Hi goodwill, genau das ist der Punkt unter dem der andere Kollege auch leidet:

Der kleine aber feine Unterschied:
Die HVB ist eine deutsche Bankgesellschaft
Der Inhaber kann in Hinterturkistan wohnen aus Südamerika kommen und sich sein Geld im pazifik gestohlen haben.

die HVB bleibt deswegen eine „deutsche“ Bankgesellschaft.
Denn in D hat die Fa. ihren Sitz, ist hier angemeldet, betreibt hier ihr Hauptgeschäft.

Ja selbst Mcdonalds Deutschland GmbH ist eine deutsche Firma.

gruss