Geschäftskonto durch Bank gekündigt

Hallo,

das Geschäftskonto meines Mannes wurde von heute auf morgen gekündigt.
Vorweg: Lt. AGB haben sie das Recht das ohne Angabe von Gründen zu tun - was sie auch gemacht haben.

Vorgeschichte:

Mein Mann hatte über einige Jahre keine Einkünfte durch seine selbständige Tätigkeit. Im Oktober 2006 wurde auf sein Konto eine große Summe Geld aus dem Ausland (Nigeria) überwiesen, das er für die Abwicklung eines Geschäftes erhielt. Er sollte das Geld nehmen und davon die vom ausländischen Kunden gewünschten Dinge (Baumaschinen u. ä.) in Deutschland kaufen. Nachdem das Geld einging wollte die Bank wissen, was das für Geld sei und was damit gemacht werden soll. Mein Mann (selbst aus Nigeria) gab bereitwillig die Auskunft. Selbst als die Bank ALLE Belege sehen wollte, was mit dem Geld gekauft wurde, hat er alles gezeigt. Soweit so gut.

Das Geschäft lief langsam an und so kam wieder ein größerer Geldbetrag auf das Konto und wurde ebenfalls für den Kunden verwertet.
Nun erhielt mein Mann gestern die Kündigung seines Geschäftskontos - natürlich ohne Angabe von Gründen - steht ja so in den AGB’s…

Heute waren wir bei der Bank, um zu erfahren, ob durch meinem Mann ein Fehler begangen wurde der zur Kündigung führte (vielleicht doch etwas nicht richtig angegeben oder vergessen beizufügen o. ä. ?) oder doch noch einen Grund zu erfahren. Aus der Mitarbeiterin war nur herauszubekommen, das es nicht an meinem Mann liegt sondern - sagen wir mal - an der Firmenphilosophie.
Erklärung: Nigeria ist ein Land, daß keinen sehr guten Ruf hat, was geschäftliche Beziehungen betrifft. Es gab/gibt viele Betrüger, die versuchen aus Nigeria heraus in Deutschland Geld zu „erbeuten“.
Das die Bank da mistrauisch war und hinsichtlich Geldwäsche o. ä. prüfen wollte ist mir und meinem Mann bewußt. Das ist auch in Ordnung.

Was uns jetzt aber so immens ärgert ist, daß alle von der Bank gewollten Belege vorgelegt wurden, es sich auch um harmlose Güter handelte - im Prinzip mein Mann seine „Aufgabe“ ordnungsgemäß erfüllt hat, sich nichts hat zu Schulden kommen lassen und die Bank trotzdem das Konto kündigt.
Er erwartet auf dieses Konto noch Geldeingänge, in seinem Briefpapier ist das Konto angegeben (es müßte also nach Eröffnung eines anderen Kontos neues gedruckt werden) und nun ist er etwas irritiert, was er machen soll.
Bekommt er ohne Probleme bei einer anderen Bank ein Konto? Seine Bank hat heute zwar gesagt, daß er woanders keine Probleme bekommen wird, da sie es nicht weitermelden, aber wer weiss das schon…

Und eine andere Frage: Ich habe heute versucht eine Stelle zu finden bei der man sich über die Bank beschweren kann. Leider sind alle diese Stellen immer nur für Kunden mit Privatkonten und nicht für Geschäftskonteninhaber gedacht. Angefragt habe ich heute bei Verbraucherzentrale, BaFin, Bankenverband. Keiner ist zuständig. Ich könnte mir einen Rechtsanwalt nehmen…, aber das will ich auch nicht.
Gibt es andere Stellen an die man sich in solchen Fällen wenden kann?

Ich hoffe, meine Anfrage war nicht zu lang, aber ich dachte ohne Hintergrundwissen, kann man mir vielleicht nicht richtig antworten.

Danke.
Faina

Erklärung: Nigeria ist ein Land, daß keinen sehr guten Ruf
hat, was geschäftliche Beziehungen betrifft. Es gab/gibt viele
Betrüger, die versuchen aus Nigeria heraus in Deutschland Geld
zu „erbeuten“.

zu diesem Thema folgender Link:

http://www2.tu-berlin.de/www/software/hoax/419.shtml

Zu allem anderen halte ich mich zurück weil ich schon lange kein Konto mehr in D. habe.

4fun

Hallo Faina,

Die Art der Geschäfte, die Du hier beschreibst, das klingt schon merkwürdig und lässt bei jedem Banker den Verdacht auf Geldwäsche aufkommen. Geldwäsche bedeutet ja auch nicht, Geld irgendwo zu „erbeuten“ sondern Geld, das aus organisiertem Verbrechen oder Drogenhandel stammt durch die Einschaltung verschiedener Konten als legal erscheinen zu lassen. Z.B: duch das Bezahlen von Scheinrechnungen.

Ich denke, dass andere Banken ein solches Konto ohne plausible Erklärung auch nicht führen werden. Geldwäsche ist eine verdammt ernste Angelegenheit. Ich behaupte nicht, dass es sich in diesem Fall um Geldwäsche handelt, aber ich empfehle, extem vorsichtig zu sein.

Beste Grüsse

Roland

Gibt es andere Stellen an die man sich in solchen Fällen
wenden kann?

Hallo Faina,

ich halte das für vergebene Mühe.
Der Entschluss der Bank steht fest und dürfte kaum in irgendeiner Weise juristisch anfechtbar sein.

Die Denkweise „Lieber Rechtzeitig von Geschäften distanzieren“ die man für zumindest fragwürdig hält, werden euch womöglich auch bei der ein oder anderen Bank entgegen kommen.

Gruss Ivo

Z.B: duch
das Bezahlen von Scheinrechnungen.

Ist mir alles klar und bekannt, aber es sind nunmal keine Scheinrechnungen. Die Rechnungen sind aus Deutschland von deutschen Händlern für deutsche Waren…- wie soll man beweisen, daß es keine Schreinrechnungen sind? Wenn Sie etwas kaufen, z. B. ein Auto und eine Rechnung erhalten und diese der Bank vorlegen würden und die Bank unterstellt, das es sich um eine Scheinrechnung handelt - wie würden Sie beweisen, dass es eine echte Rechnung ist?

Ich denke, dass andere Banken ein solches Konto ohne plausible
Erklärung auch nicht führen werden.

Die plausible Erklärung konnte ja durch Vorzeigen der ORIGINAL-Rechnungen abgegeben werden. Wie soll sonst aber mein Mann sein Geschäft weiterführen? Die Kunden können nicht einfach 6-stellige Summen BAR durch den Zoll führen - das ist noch unseriöser.

Geldwäsche ist eine
verdammt ernste Angelegenheit.

Dem stimme ich absolut zu. Deshalb will mein Mann ja auch das schlechte Image seines Landes wenigstens in seinen begrenzten Möglichkeiten verbessern - aber wie, wenn er nicht mal ein Konto für längere Zeit bekommt, weil womöglich jede Bank Zweifel hat.
Das erinnert mich so an die 70 - 80er Jahre, da wurde jeder Italiener als potentieller Mafioso angesehen.

Aber trotzdem Danke.

Gruß
Faina

Die Denkweise „Lieber Rechtzeitig von Geschäften distanzieren“
die man für zumindest fragwürdig hält, werden euch womöglich
auch bei der ein oder anderen Bank entgegen kommen.

Aber es muß doch für seriöse Leute auch die Möglichkeit geben ein seriöses Geschäft zu führen. Unserem Steuerberater, der auch gleichzeitig Rechtsanwalt ist, kam das gar nicht komisch vor, da alle Geldeingänge durch Rechnungen belegt werden konnten. Und er als Anwalt hätte da sicherlich etwas gesagt, wenn es „komisch“ wäre. Er sagt zwar auch, daß das Geschäft, daß mein Mann macht etwas ungewöhnlich ist, aber da ja alles tatsächlich stimmt ist es in Ordnung.

Nur zur Erklärung was das für eine Art Geschäft ist - auch für andere Mitlesende:

Du lebst in Deutschland und möchtest in Dubai größere Mengen Gold kaufen.(Ich nehme mal Dubai als Beispiel in der Hoffnung das du dich da nicht auskennst und es kein EU-Land ist und Gold soll das Beispiel für einen hochpreisigen Artikel sein.
Ansonsten ist Dubai = Deutschland und Gold = Baumaschinen (Bagger, Kräne u.ä.))

Du weißt, das es dort das beste Gold gibt, welches auch noch bezahlbar ist. Du weißt zwar wie du nach Dubai kommst, aber nicht wo du dort das Gold bekommst was du möchtest. Und jetzt kommt mein Mann ins Spiel. Er arbeitet als Vermittler. Ihr habt euch vorher natürlich kontaktiert und die Modalitäten abgesprochen.

Du würdest das Geld für den Kauf des Goldes, das du natürlich nicht bar in den Flieger nehmen möchtest, von deiner Bank zur Bank meines Mannes transferieren, da du ja in Daubai kein Konto hast.
Selbstverständlich hättest du dich von der Seriösität meines Mannes informiert (IHK (gibt es wahrscheinlich nicht in Dubai, aber ist jetzt egal), Deutsche Botschaft in Dubai), denn es ist ja eine Menge Geld.

Das Geld wird übersandt, du steigst in den Flieger und landest in Dubai. Du wirst von meinem Mann empfangen, ihr geht zur Bank, holt euch das Geld oder auch nur einen Teil und geht los das Gold zu kaufen. Ihr reist durch das ganze Land und kauft an verschiedenen Plätzen das beste Gold. Du bist sehr zufrieden, da du alles bekommen hast was du wolltest und zahlst für diesen Service meinem Mann einen vorher festgelegten Betrag - der natürlich dem Finanzamt gemeldet wird.

Das Gold muß nach Deutschland. Es ist natürlich zu schwer und muß mit einem Containerschiff nach Deutschland gebracht werden. Für das verschiffen erhälst du natürlich vom Zoll abgestempelte Ausfuhrbescheinigungen (der Zoll schaut sich vor Ausfuhr das Gold natürlich auch noch mal an). Das Gold fährt los und kommt in Deutschland an.

Alle sind zufrieden - was ist daran nicht in Ordnung?

All das wurde auch der Bank mitgeteilt und dann wurde nicht sofort sondern erst nach dem nächsten Kunden (wo alles genauso verlief wie beim ersten Kunden) das Konto gekündigt. Und das verstehe ich nicht - mein Mann auch nicht. Der ist völlig irritiert.

Ich verstehe die Bank, aber irgendwo hat auch alles seine Grenzen. Wenn die Bank tatsächlich den Verdacht von Geldwäsche hat, dann würden sie ja auch Anzeige erstatten - vielleicht haben sie das ja bereits, aber bis jetzt kam kein Schreiben der Polizei. Vom Zeitablauf hätte die Vorladung schon erfolgen müssen.

Wie auch immer - wie schon in einer der anderen Mails gesagt:

Nicht alle Italiener sind Mafiosi.

Gruß
Faina

Auch wir (!) bekommen diese Faxe, die mein Mann dann sofort in der Nigerianischen Botschaft abgibt.

Gruß
Faina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Übrigens interessant ist dieser Satz aus dem obigen Link:

„Wer sich auf die Aktion einlässt, zeigt damit erhebliche kriminelle Energie, die durch Geldgier geweckt wird.“

Die Mails und Faxe sind so absurd, das es mir schon immer unverständlich war, das sich Leute auf sowas einlassen konnten und dann sich auch noch hinterher beschweren.

Dazu fällt mir nur ein: Wo kein Opfer - dort kein Täter.

Gruß
Faina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Damit will ich natürlich nichts verharmlosen - nicht das mich hier jemand falsch versteht. Es gibt auch Betrüger, die andere - nicht ganz so bekannte, aber viel seriöser wirkende Maschen anwenden, wo man den Opfern dann (fast) tatsächlich keinen Vorwurf machen kann.

Faina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

kein Stress …

Faina wie geht es Dir heute?
Wir haben Samstag und Du wirst Dich wohl vom Alltagsstress erholen.

AUSLANDSGESCHAEFTE, dass ist nichts neues. Wichtig ist, dass diese im richtigen Rahmen abgewickelt werden.

Der Bank sollte es vollkommen egal sein woher das Geld kommt wenn kein Verdacht vorliegt. Liegt der Verdacht vor wird die Bank wohl bevor sie das Konto kündigt erstmal Polizei und Steuerbehörden benachrichtigen.

http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Mittelstand/ausla…


Schoenen abend noch …

Hallo nochmals,

Ich verstehe die Bank, aber irgendwo hat auch alles seine
Grenzen.

Richtig… konkret enden sie in diesem Falle an der Geschäftspolitik des Hauses, gegen die du machtlos bist.
Mein Brötchengeber hat - ebenfalls ohne das entsprechdender Druck wirklich geherrscht hätte - sämtliche Geschäftsbeziehungen nach Iran beendet.
Und letztendlich geht es hier immer nur um ein Reputationsrisiko, das je nach Bank anders gesehen wird.
Die ZKB leidet derzeit schwer unter einem türkischen Staudammprojekt, das andere Banken abgelehnt haben…

Wenn die Bank tatsächlich den Verdacht von Geldwäsche
hat, dann würden sie ja auch Anzeige erstatten - vielleicht
haben sie das ja bereits, aber bis jetzt kam kein Schreiben
der Polizei. Vom Zeitablauf hätte die Vorladung schon erfolgen
müssen.

Nich bei jeder Geldwäscheverdachtsmeldung geschieht so was. Der Kunde bekommt es in der Regel selten mit und abgesehen davon klingt dein Text so, als wäre hier nix dabei rausgekommen aber die Bank will auf Nummer sicher gehen… wegen befürchteter Reputationsrisiken.

Wie auch immer - wie schon in einer der anderen Mails gesagt:

Nicht alle Italiener sind Mafiosi.

Sag ich ja auch nicht.
Es hilft wohl nix - irgend eine Bank suchen, die sich gerne auf In als Kunden einlässt ist der einzige Weg.

I.d.R. dürfte kein Rechtsanwalt oder sonst wer, die Bank zu einer Änderung Ihrer Haltung bewegen können.

Gruss Ivo

Richtig… konkret enden sie in diesem Falle an der
Geschäftspolitik des Hauses, gegen die du machtlos bist.

Ja das ist mir bewußt - deswegen ärgert mich das so.

I.d.R. dürfte kein Rechtsanwalt oder sonst wer, die Bank zu
einer Änderung Ihrer Haltung bewegen können.

Ja, ich weiß - das ist auch gar nicht unser Ansinnen.

Irgendeine Idee welche Bank evntl. für eine Kontoneueröffnung in Frage käme - ohne das das Konto nach 6 Monaten wieder gekündigt wird?

Gruß
Faina

Der Bank sollte es vollkommen egal sein woher das Geld kommt
wenn kein Verdacht vorliegt. Liegt der Verdacht vor wird die
Bank wohl bevor sie das Konto kündigt erstmal Polizei und
Steuerbehörden benachrichtigen.

Das denke ich auch. Und da die Bank sagte, daß mein Mann bei Kontoeröffnung bei einer anderen Bank keine Probleme bekommen sollte, da sie nicht weitermelden (wohin auch immer), gehe ich auch davon aus, daß nichts vorliegt.

http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Mittelstand/ausla…

Danke für den Link - muß ich mir mal in Ruhe nochmal ansehen.

Gruß
Faina