Geschäftsprozessmodellierung

Hallo Forum,

ich (System-Admin) bin von meinem Chef ins kalte Wasser gestürzt worden, im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen unserer Firma soll ich innerhalb von 2 Wochen die Geschäftsprozesse unserer Firma (Systemhaus mit Fertigung von Servern und PCs) für die Bereiche Lager, Versand, Wareneingang, Warenausgang und Produktion zu modellieren und das Ganze natürlich auch visuell darstellen. Welche Vorgehen/Methoden werden um angewendet um Geschäftsprozesse zu modellieren, bzw. wie fängt man an? :wink: Visio hab ich, aber der Rest… ; Kann jemand etwas dazu schreiben?

Vielen Dank!

MfG,
manyana

Alter Schwede… :smile:

Sollst du die Prozesse nur „malen“ oder komplett selbst erstellen? Für letzteres würd ich mir doch erst mal ein _bißchen_ mehr Grundlagenwissen aneignen, Bücher darüber gibts ja zu Hauf. Sonst kannst es dir eigentlich direkt sparen…

Überleg erst mal, in welcher „Sprache“ du modellieren möchtest, BPMN, UML ginge auch, oder mit dem (teuren) ARIS Toolset, […] und was genau du in welchem Detailgrad abbilden möchtest.

Hallo Xanadu,

erst mal schönen Dank für Dein Feedback!

Sorry, hab mich doch ein wenig falsch ausgedrückt.

Es sieht folgendermaßen aus. Vielmehr soll ich die einzelnen Schritte für (wie heißt es so schön) „Bearbeitung eines betriebswirtschaftlich relevanten Objekts“ visuell darstellen oder besser gesagt, wie kann am optimalsten die Vereinnahmung von neuer Ware wie: Sichtprüfung der gelieferten Ware auf äußere Beschädigung durch den Transport, eine Mengenprüfung und ein Vergleich der Artikel respektive Typenbezeichnungen nach den Bestellangaben im Lieferschein, Buchung der relevanten Produktdaten (Seriennummer, etc.) in das System und der Transport zur Lagerstelle und Einordnung durch den zuständigen Mitarbeiter am effektivsten gestalten. Und das Ganze eben halt für die Abteilungen Warenausgang, Versand und Produktion. Es soll nichts kompliziertes sein, auch soll damit nicht aufgezeigt werden wie sich das auf die Bilanz auswirkt oder ähnliches…so eine Art Workflow eben halt, nur weiß ich nicht wie man sowas beginnt :frowning:

Viele Grüße,
manyana95

Reicht dafür nicht schon ein simpler Programmablaufplan?
http://de.wikipedia.org/wiki/Programmablaufplan
Dessen Notation kennt wahrscheinlich jeder.

Betriebswirtschaftlicher wäre eine eEPK
http://de.wikipedia.org/wiki/Ereignisgesteuerte_Proz…
, Beispiel siehe
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:EPK_…
In so einem Diagramm kannst du praktisch alles unterbringen, das wäre spontan mein Favorit. :smile:

Wie gesagt, es gibt praktisch dutzende „Sprachen“, mit denen sich so schöne Diagramme malen lassen. Für die meistens gibts entweder schon was in Visio oder kostenlose Tools.

Schau mal hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Prozessmodellierung
unter „Darstellungsart und Notation“ und such dir eines aus.

Bei Informatikern ist natürlich UML sehr beliebt:
http://de.wikipedia.org/wiki/UML
, aus den 13 Diagrammen böte sich vielleicht ein Aktivitätsdiagramm oder ein Zustandsautomat an.

Hallo,

also ich hätte jetzt spontan auch gesagt male eine erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette.
Das haben wir in der Abendschule gelernt und das ist auch ganz „eifach“. Musst nur die Grundregeln wissen und dann kannst du drauflos malen…
Am besten würde ich dann auch immer schön die schwierigen Schnittstellen hervorheben und natürlich den „FlaschenhalsProzess“ versuchen zu optimieren.

Gruß

Moin,

Modellvarianten haste ja genug genannt bekommen.
Ich tendiere auch zum eEPC:wink: Dafür brauchts kein ARIS, Visio oder wenn auch nicht vorhanden Excel reichen allemal zu pinseln aus.

Ansonsten gibt es mehrere Ansätze.

  1. Ansatz (prozessorientiert): Du hockst Dich auf einen Kundenauftrag und gehst mit ihm Schritt für Schritt durch die Organisation und schaust, was damit passiert. Damit baut sich automatisch ein Prozessfluss auf.
  2. Ansatz (funktional): Du gehst in die einzelnen Organisationseinheiten und frägst sie, was sie so den lieben langen Tag treiben. Dabei nimmst Du Einzelprozesse auf und frägst dabei immer, welchen Input sie von wem brauchen und welchern Output sie wem geben. Aus der Summe der Antworten sollte ein Fluss entstehen. (Bei Brüchen weiss man dann, wo die Kommunikation hapert)
  3. Du rufst alle Beteiligten zusammen und erworkshopst gemeinsam den Fluss.

bei ersten rennst Du rum, beim zweiten wird gerne was vergessen und das Modell inkonsistent, beim dritten entsteht normalerweise ein gutes Bild - allerdings erst nach einigen Runden.

Grüße
Jürgen