Hallo!
Eine Heizung mit Öl oder Gas ist keine moderne Heizung, sondern ein Auslaufmodell.
Öl ist knapp und wird ständig knapper. Das heißt, es wird mehr und mehr durch Gas ersetzt, somit wird dieses auch :sehr schnell knapp…
Du riskierst mit einer solchen Heizung, daß du während ihrer Lebensdauer entweder unbezahlbare Kosten für den :Brennstoff…
Hier kommst Du auf des Pudels Kern, nämlich auf die Kosten. Dabei bewirken Marktmechanismen eine Angleichung der Kosten pro kWh bei allen Energieträgern. Eine Ausnahme macht dabei elektrischer Strom, der physikalisch-technisch bedingt etwa um den Faktor 3 teurer als andere Energieformen ist. Um 1 kWh beim Verbraucher zu haben, müssen ca. 3 kWh Heizwert im Kraftwerk verfeuert werden. Man kann ganz sicher davon ausgehen, daß dieses Kostenverhältnis bei steigenden Öl- und Gaspreisen ungefähr bestehen bleibt, daß also mit den Öl- und Gaspreisen auch die Strompreise steigen.
… fundierte Infos, und erfährst auch Alternativen, etwa Erdwärme.
Die Nutzung von Erdwärme per Wärmepumpe ist tatsächlich eine Alternative, sofern die geeigneten Voraussetzungen am Standort vorhanden sind. Für wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpe ist eine Leistungszahl >3 erforderlich. Dies muß nicht nur im günstigsten Arbeitspunkt und als Maximum erreicht werden, sondern im Mittel über die Heizperiode. Außerdem muß die Wärmepumpe auch an kältesten Tagen für ausreichende Temperierung reichen, weil man sonst eine weitere Heizungsanlage bräuchte, mit der die Kosten der gesamten Heizungsanlage in die Höhe getrieben werden.
Die erforderliche Leistungszahl >3 ergibt sich aus dem Preisabstand zwischen Öl bzw. Gas und el. Strom. Die Wärmepumpe braucht nämlich el. Strom für ihren Betrieb. Dabei bedeutet eine Leistungszahl 3, daß das Dreifache der eingesetzten elektrischen Energie an nutzbarer Wärmeenergie zur Verfügung steht. Wo man für die Lebensdauer der Heizungsanlage eine Garantie vom Energieversorger hat, daß man nicht den üblichen Haushaltstarif zahlen muß, sondern einen günstigeren Tarif (auch am Tage!) erhält, sind die Anforderungen an die mindestens zu erreichende Leistungszahl etwas geringer.
Die erzielbare Leistungszahl ist ganz wesentlich von der Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur der Heizung abhängig. Diese Temperaturdifferenz muß möglichst klein sein. Damit hat man 2 „Stellschrauben“ für die Effizienz der Wärmepumpe in der Hand: Man kann die Vorlauftemperatur der Heizung möglichst niedrig wählen. Dafür müssen die Heizkörper möglichst großflächig sein. Deshalb kommt praktisch nur eine Fußbodenheizung für den Betrieb an einer Wärmepumpe in Betracht. Außerdem sollte man sich von ohnehin der Gesundheit abträglichen 25°C Raumtemperatur oder gar mehr verabschieden. 20°C reichen. Die zweite „Stellschraube“ hat man mit der Wärmequelle in der Hand, bzw. ist vom Standort vorgegeben. Der im Erdreich verbuddelte Wärmetauscher muß möglichst warm liegen. Dafür muß er ausreichend tief und für guten Wärmeübergang in schön feuchter Umgebung liegen. Wo man tiefgründig nur trockene und sandige Schichten hat, wird es schwer mit dem wirtschaftlichen Betrieb.
Alle Überlegungen in Richtung Wärmepumpe kann man sich aber schenken, wenn man es mit einer Hütte auf dem Stand der 70er Jahre zu tun hat. Dabei ist nämlich ein Energiebedarf von 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr zu decken und das kann man mit einer irgend sinnvoll dimensionierten Fußbodenheizung vergessen. Technisch ist eine Wärmepumpe für Häuser auf Niedrigenergiestandard möglich.
Beim einem Gebäude mit einem Energiebedarf von 50 kWh/(m² x a) gibt es bei derzeitigen Preisen für Öl und Gas ein Problem mit der Amortisation der nicht ganz billigen Wärmepumpentechnik. Es gibt durchaus noch weitere, allerdings noch nicht marktreife Alternativen, die das gleiche Problem haben. Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Ein Haus mit einem Energiebedarf von 50 kWh/(m² x a) und einer Fläche von 120 m² braucht jährlich 6.000 kWh. Das entspricht 600 Litern leichtem Heizöl EL zu derzeit ca. € 0,65 pro Liter, also einer Heizölrechnung von 390 €. Dieser jährliche Betrag ist einfach zu klein, um die Investition für eine Wärmepumpe sowie deren laufende Stromkosten in den wirtschaftlich vernünftigen Bereich rücken zu lassen. Das wird selbst bei verdoppelten Heizölpreisen schwer, wobei dann nach aller Voraussicht auch die Strompreise deutlich steigen.
Was heißt das? Wärmepumpe ist Mist? Nein! Nur darf man sich davon selbst unter günstigsten Betriebsbedingungen keine sinnvolle Amortisationszeit erhoffen. Die wesentliche Erkenntnis ist diese: Wir müssen den Energiebedarf unserer Häuser auf Niedrigenergiestandard senken, wobei das als Minimalanforderung zu betrachten ist. Zusätzlich zu guter thermischer Isolierung der gesamten Außenhaut sind weitere Maßnahmen zielführend. Es beginnt bei einer Belüftung der Wohnräume mit Wärmerückgewinnung und geht bis zur an die Witterungsbedingungen des Standorts angepaßten Ausrichtung und Architektur des Gebäudes. Wenn man das heute ohne weiteres Machbare realisiert, ist die Heizung wirklich der letzte Posten, der die Bewohner des Hauses in die Armut treibt.
Gruß
Wolfgang