Geschenkte sachen = besser, Psychologie dabei?

Servus,

mich würde mal was interessieren.

Person A fährt gerne Rad, er hat einen billigen Tacho für 5 euro, der öfters mal aussetzer hat. Person A is relativ sparsam.

Man schenkt dieser Person zum Geburtstag einen guten Tacho für 50 Euro. Person A freut sich total und benutzt ihn seit dem natürlich.

Er verdient gut, möchte gern einen besseren Tacho haben. Aber kauft ihn sich selbst nicht.

Er freut sich total, benutzt ihn, aber hätte ihn sich diesen Tacho nie selbst gekauft, daher es ihm zu teuer ist.

Solches Verhalten hab ich bei sehr vielen Menschen beobachtet, ist eigentlich bei sehr vielen so.

Warum hat man den Gedanken, dass das eigene Geld dafür zu Schade ist?
Man hat das Geld, man möchte dieses Produkt, man freut sich tierisch darauf, leistet es sich aber selbst nicht, weil man sagt " nö is mir zu teuer ".

Grüße

Sparsamkeit
Hi!

Ist doch prima, Du hast offensichtlich ein super-Geschenk gemacht. Aber anstatt Dich zu freuen, suchst Du das Haar in der Suppe, so kommt es mir zumindest vor.

Warum hat man den Gedanken, dass das eigene Geld dafür zu
Schade ist?

Man vergleicht doch nicht und denkt: Das lasse ich mir schenken. Mein Gedanke in solchen Dingen ist oft: Geht doch auch so. Vielleicht sind auch andere Ausgaben gerade wichtiger. Oder man hat keine Zeit einen ordentlichen Tacho auszusuchen oder zu kaufen.

Man hat das Geld, man möchte dieses Produkt, man freut sich
tierisch darauf, leistet es sich aber selbst nicht, weil man
sagt " nö is mir zu teuer ".

Wenn man den Gedanken so denkt? Aber klar: Geschenke sind doch oft Dinge, die man nicht wirklich braucht, quasi der „Luxus“ oben drauf.

Frag doch mal ein Kind, das zu Weihnachten einen 7erPack Alltags-Socken geschenkt bekommt, was es davon hält. Oder die Hausfrau, die einen Kochtopf bekommt… Ist ja quasi der gegenteilige Fall.

Grüße
kernig

Moin, Nebox,

schlicht geraten: Es ist nicht seine Art, sich selbst zu verwöhnen.

Bedenklich wird’s wohl erst, wenn das Geld zu schade ist, anderen eine Freude zu machen.

Gruß Ralf

Moin,

, leistet es sich aber selbst nicht, weil man
sagt " nö is mir zu teuer ".

sagt man dazu nicht ‚geizig‘?

Gandalf

Hi ihr,

das war mehr rein auf das psychologische gesehen. Das war ein Beispiel das ihr versteht was ich mein, mir ist das nicht selbst passiert, noch kenn ich Personen denen das so passiert ist wie in meinem Beispiel.

Ich wollte einfach nur wissen was sich im Hirn abspielt oder was ein Mensch denkt/fühlt. Wenn er für etwas was er gerne hätte, das Geld, die Zeit, die Lust hat, es aber trotzdem nicht kauft, und sich total freut wenn er es geschenkt bekommt.

Wie oben unten schon genannt wurde: Der Mensch gönnt sich einfach selbst nichts?

Grüße

Rationale Güterabwägung
Servus Nebox !

Ich glaube nicht, dass da viel mit Psycho abläuft. Für meine Begriffe handelt es sich um eine Form rationaler Güterabwägung.
Wieviel „Aufwand“ muss ich betreiben, um das „Neue“ zu haben, und wieviel „Nutzen“ ziehe ich daraus gegenüber dem „Alten“.
Um beim Tacho zu bleiben. Das alte Ding funktioniert noch in so weit, dass keine Notwendigkeit herrscht, eine neues zu kaufen. Wenn das Teil nur noch rumspackt und mir auf den Sack geht, werde ich mir nach reiflicher Überlegung und eingehender Sondierung des Marktes ein Neues zulegen, falls ich nach besagter Überlegung nicht zu dem Schluss komme, dass ich eigentlich überhaupt keinen Tacho „brauche“.
Da ich es aber im Moment nicht brauche, ist die Überraschung / Freude um so größer, wenn man mir ein Neues (Luxus)-Teil schenkt, wobei die Freude / Überraschung vermutlich eher aus dem „Beschenkt-werden“ statt aus dem Gegenstand an sich resultiert.
Den umgekehrten Fall finde ich psychologisch wesentlich interessanter. Warum muss ein Mensch, der schon 50 Paar Schuhe besitzt (oder 30 Handtaschen), sich trotzdem immer wieder etwas neues dazu kaufen? Aber das ist eine andere Geschichte …

Grüße aus Wien
Helmut

Hi Helmut,

hmm das klingt recht einsichtlich von dir, danke für die ausführliche Antwort.
Hm für die Frage von dir lässt sich bestimmt nochmal ein Thread starten, weil dazu fast jeder eine Meinung hat :wink:

Grüße

Tom

Hi
wozu braucht man so nen quatsch :smile:
Auch geschenkt würd ich mir solchen Ballast nicht ans Rad schrauben.

Ich find das immer Lustig, Computer, Tacho, Routenplaner, GPS am rad… aber die bremsen ziehen Schief, die Züge spelzen sich auf, die Kette rottet…

Hallo,

wie heißt es so schön: „Sparsamkeit ist kein Geiz“, und den Spruch würde ich nicht nur ironisch anbringen. Ein erwachsener, vernünftiger und sachlicher Mensch wird jede Investition daraufhin bewerten, welchen zusätzlichen Nutzwert sie bringt, welche anderen Investitionen anstehen, wie eine Investition gegenüber anderen zu priorisieren ist, … Geld ist selbst für Gutverdiener endlich, gerade wenn sie Verantwortung für Familie tragen, eine Immobilie haben, … Da wäre natürlich heute der 50er für den Tacho drin, morgen der 100er für dieses oder jenes Gimmick, … Aber da wäre auch mal eine neue Heizung fällig, soll der Urlaub eine Nummer besser ausfallen, … Alles Dinge gegenüber denen für einen konkreten Einzelnen dann der Austausch eines Fahrradtachos - dessen Nutzwert ganz objektiv äußerst gering ist - hinten runter fällt, was ja nicht heißen muss, dass man an so einem Teil nicht seinen Spaß haben kann, wenn es einem geschenkt wird.

Gruß vom Wiz, der nach dem Motto lebt: „Ich kann mir soviel leisten, weil ich mir nicht alles leiste, was ich mir leisten könnte“

Hallo,

alles auf dieser Welt hat seinen Preis.
Ob einem dieser Preis es WERT ist, wägt jeder selber ab.

Der dem dieser Tacho für 5,-€ genügt, kauft sich ggf. Socken für 100,-€. Warum kaust Du sie nur im 5-er Pack und für 2,-€? Es ist Dir nicht mehr WERT!

Jeder Mensch hat seine eigene Werteskala und dies in jeden Sektor seines Lebens.

VG René