Wie kann ich mir die Christianisierung der Slawischen- und Germanischen Stämme im Mittelalter konkret vorstellen?
Da wird wohl kaum nur gepredigt worden sein. Wie brachte man die Völker dazu, vom alten Glauben abzulassen?
Wer weiß genaueres?
Wie kann ich mir die Christianisierung der Slawischen- und Germanischen Stämme im Mittelalter konkret vorstellen?
Da wird wohl kaum nur gepredigt worden sein. Wie brachte man die Völker dazu, vom alten Glauben abzulassen?
Wer weiß genaueres?
Lies die Geschichte Karls des Großen, auch „Karl der Schlächter“ genannt!!
mfgConrad
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Hallo
Lies die Geschichte Karls des Großen, auch „Karl der
Schlächter“ genannt!!
Dafür wurde der grosse Sachsen-Missionar heilig gesprochen - es gibt noch viel Schlimmere…
Peter
Vielleicht helfen dir diese Literaturangaben:
Zur Slawenmission: F. Grivec, Konstantin und Method, Lehrer der Slawen (Wiesbaden 1960); Zwischen Rom und Byzanz. Leben und Wirken der Slawenapostel Kyrillos und Methodius nach den Pannonischen Legenden und der Clemensvita … Übersetzt, eingeleitet und erklärt von J. Bujnoch: Slawische Geschichtsschreiber, hrsg. von G. Stökl 1 (Graz 1958); H. Loewe, Der Streit um Methodius. Quellen zu den nationalkirchlichen Bestrebungen in Mähren u. Pannonien im 9. Jh.: Kölner Hefte für den akademischen Unterricht, Historische Reihe 2 (1948) (mit Lit); F. Dvornik, The Slavs. Their Early History and Civilization (Boston 1956); ders., Les Slaves, Byzance et Rome au 9e siècle (Paris 1926); ders., La lutte entre Byzance et Rome à propos d’Illyricum au 9e siècle: Mélanges Diehl I (1930); ders., Les légendes de Constantin et de Méthode vues de Byzance (1933); P. Duthilleul, L’évangélisation des Slaves. Cyrille et Méthode (Tournai 1963); F. Zagiba, Neue Probleme der kyrillomethodianischen Forschung: OstKSt 11 (Würzburg 1962); ders… Das abendländische Bildungswesen bei den Slawen im 8./9. Jh.: Jb. für altbayr. KG (1962) 15-44; ders., Die bayrische Slawenmission und ihre Fortsetzung durch Kyrill und Method: Jb. für Gesch. Osteuropas 9 (1961) 1-56 247-276; K. Bosl, Der Eintritt Böhmens in den westlichen Kulturkreis im Licht der Missionsgeschichte: Collegium Carolinum I, Böhmen und Bayern (München 1957) 43-64; W. Fritze (vgl. Kap. 11); Cyrillo- Methodiana. Zur Frühgeschichte des Christentums bei den Slawen. Hrsg. im Auftrag der Goerres-Ges. von M. Hellmann, R. Olesch, B. Stasiewski u. F. Zagiba (Köln 1964) (mit Beiträgen von Bosl, Burr, Dvornik, Grivec, Hellmann, Kniczsa, Sós, Zagiba u.a.m.). Ferner Loewes Übersicht in: Wattenbach-Levison 4, 471 n. 337 338 339.
[III. Die mittelalterliche Kirche: Erster Teil: Die Kirche unter der Herrschaft der Laien, S. 382. Digitale Bibliothek Band 35: Handbuch der Kirchengeschichte, S. 3854 (vgl. HKG Bd. 3,1, S. 161) © Verlag Herder]
Hi!
Mit den einfachsten Methoden der Welt:
a)
Dem Beweis, daß die bisherigen Götter der Germanen und Slawen keine Macht haben. Im konkreten Fall sah das so aus, daß ein heiliger Platz oder eine heilige Reliquie von den christlichen Missionaren attackiert wurde (z.B. das Fällen heiliger Bäume, etwa der Irminsul oder der Donar-Eiche). Die eigentlich erwartete unmittelbare Rache der Germanen- oder Slawengötter blieb aus, also mußte der christliche Gott stärker sein. Also konvertierten die Menschen zum neuen Glauben
b)
Mit Feuer und Schwert. Die eingesessenen Stämme wurde bekämpft, unterworfen und ihnen der neue (d.h. christliche) Glaube aufgezwungen (der Chef gibt den Glauben vor - siehe auch Reformation/Gegenreformation/30jähriger Krieg). Um den neuen Glauben schneller und besser zu manifestieren, übernahm man teilweise auch Begriffe der „heidnischen“ Welt (siehe z.B. unsere Wochentage).
Grüße
Heinrich
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Heinrich hat’s schon hinreichend erklärt. Zusätzlich noch einige „neckische“ Details:
>Heinrich:
>… z.B. das Fällen heiliger Bäume, etwa der Irminsul oder der Donar-Eiche …
Die Eiche hat Bonifatius, der „Missionar der Deutschen“, gefällt. Er ist unermüdlich in deutschen landen herum gereist, um den christlichen Glauben zu verbreiten und zu festigen. Nicht überall wurde er geliebt … er wurde ermordet (im Norden, in Friesland?).
"Als Radbod, der Friese, sich nach jahrzehntelangem Widerstand aus politischen Gründen endlich entschloß, Christ zu werden, und bereits mit dem Fuße im Taufwasser stand, fragte er vorher vorsichtshalber noch den Bischof Wulfram von Sens, wo denn ihre beiderseitigen Vorfahren nach dem Tode hingekommen wären? Als der Bischof selbstbewußt antwortete : seine in den Himmel, die Radbods in die Hölle, sprang dieser sogleich aus der Taufwanne und rief : „Wo so viele tapfere Männer sind, da will auch ich sein!“
(gelesen bei Arno Schmidt, http://www.wits.ac.za/helmut/arno1.htm)
„Mit Feuer und Schwert“ war wohl die bei weitem verbreitetste Methode. Karl der Große hat nicht umsonst den Beinamen „Sachsenschlächter“. Aber es sei erwähnt, dass es dazu auch ganz andere Meinungen gibt, dass es wesentlich unblutiger abgelaufen ist, als berichtet wird. Immerhin haben ja nicht viel später die Sachsen die deutschen Kaiser gestellt.
Auf anderen Kontinenten kamen die Menschen manchmal freiwillig: Einige Indianerstämme in Nordamerika sahen die große Macht und Überlegenheit der Weißen, kamen in die Missionen, da sie sich zu deren Gott, der ihnen so viel Macht gab, bekehren lassen wollten. Hat diese ihne bekanntlich nicht gedankt …
Gruß, Stucki
Hallo Ole ,
wie überall sonst war es Usus, alte , heidnische Kultstätten dem Erdboden gleich zu machen und christliche Kirchen an der gleichen Stelle zu errichten .
Muß wohl große Überzeugungskraft gehabt haben.
Außerdem wurde so manches heidnische Idol christlich umgeschminkt
und so manches christliche Fest mit einem heidnischen zeit - und
brauchtumsmäßig verschmolzen. ( Weihnachten , Ostern , Allerheiligen etc.)
Gruß
Merkur
Komplizierte Sache!
Mit „a)Heiligtümer vernichten/umwidmen und b)Tod oder Taufe“ ist die Sache nur sehr unvollständig beantwortet. Denn die Christianisierung der Völker, die im frühen Mittelalter bzw. in der Spätantike auf dem Gebiet des späteren Deutschland siedelten, hat ja schon mit dem „Eintreffen“ des Christentums in eben dieser Region begonnen. Und das war noch zu Zeiten der Römer! Siehe Regensburg, Köln, Augsburg, Strassburg etc.p.p. In den Städten hielt sich das Christentum auch nach Abzug der Römer. Anders sah´s außen rum aus: Da waren die völkerwandernden Germanen. Die Slawen, drüben im Osten, das war sowieso noch ein ganz anderes Kapitel. Die hatten da Lebensraum en masse, die wollten da nur keinen anderen haben außer sich selbst. Großes Problem! Wollte man die beherrschen, mußte man sie erst christianisieren. Nach diversen Kreuzzügen seit Karl dem Großen, einem grossen Slawenaufstand, 200 Jahren nix und dann ab dem 12.Jh. endlich mit Erfolg wurde das Christentum ins Ländle zwischen Elbe und Oder gebracht. Natürlich mit dem Schwert. Der Priester folgte dem Soldaten und taufte, was noch übrig war. Soweit das Schema „F“. Hier stimmt´s tatsächlich.
Im Westen sah´s anders aus. Zuerst mal wurden die „Heiden“ außerhalb der Städte nur provisorisch christianisiert. War der Missionar weitergezogen, ging´s im üblichen Trott weiter. Daher waren auch die Mönche, die im 10. bis 12.Jh. im angeblich schon lang christianisierten Deutschland Klöster gründeten, so erstaunt/erbost über die vielen heidnischen Praktiken, die da noch ausgeübt wurden (vgl. viele unserer heutigen christlichen Feste, die auf heidnischen Wurzeln zurück gingen: Im 11./12.Jh. war´s einfach schon zu spät, um was dagegen zu tun…).
Federführend bei der Einführung des Christentums bei den Germanen waren die Fürsten: Die sahen, daß sie als Christen in den christlichen Nachbarländern mehr Erfolg hatten, z.B. bei der prestige- (und geld-)trächtigen Brautschau oder beim Erben, und wurden Christen (und riefen Missionare, Mönche und Priester – die konnten schreiben und verwalten und brachten so Geld). Das Volk hatte zu folgen. Auch deshalb überlebten so viele heidnische Relikte.
*schnauf* habe fertig!
Grüßle,
Christian
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ich danke Euch, beSONDERS -ups, das Keyboard spinnt- heinrich und auch stucki. Danke auch für Buchtips, aber wenn ich im Netz suche, habe ich es eilig - so gerne ich auch lese.
Leider kann ich noch keine Sterne vergeben, ich bin noch nicht 2 Monate dabei - sorry, ich würde gern.
Ich muss jetzt alles zusammenfassen. Das Ergebnis steht dann irgendwann auf meiner Site www.tischler-ole-welzel.de/Stilkunde/Romanik.
Dort entsteht gerade nach und nach ein kostenloses online-Fachbuch für Tischlerlehrlinge.
Danke nochmals
Ole