wenn ich so durch die europäische Altertums-Geschichte lese, tauchen Völker wie Skythen und Hetither auf, die im anatolischen Raum eine große Rolle gespielt haben.
Wie wird das in der türkischen Geschichte (Schule, Universität) betrachtet? Gibt es in der Türkei eine ähnliche Rückbesinnung auf die alten Kulturen wie in Deutschland z.B. auf die Germanen und Kelten?
Wäre interessant, was darüber zu erfahren.
Hallo Francesco,
zu der eigentlichen Frage kann ich auch nur Vermutungen äußern,
aber auf die Abstammung von den alten Germanen kann man sehr wohl stolz sein. Ohne Hintergedanken!
Das Problem ist aber, dass unser Nationalbewusstsein bzw. das auf unsere Vorfahrenschaft krank ist. Die öffentliche Meinung erlaubt überhaupt keines und viele von denen mit Stolz auf das Deutschsein haben etwas zuviel vom Bewusstsein. Das geht schon länger so und ist als eine der Hauptursachen der Ereignisse von 1933-1945 zu betrachten, übrigens auch für die neuzeitlichen Übergriffe auf Ausländer u.a.
HM
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Das Problem ist aber, dass unser Nationalbewusstsein bzw. das
auf unsere Vorfahrenschaft krank ist. Die öffentliche Meinung
erlaubt überhaupt keines und viele von denen mit Stolz auf das
Deutschsein haben etwas zuviel vom Bewusstsein. Das geht schon
länger so und ist als eine der Hauptursachen der Ereignisse
von 1933-1945 zu betrachten, übrigens auch für die
neuzeitlichen Übergriffe auf Ausländer u.a.
HM
Die Bildung von Nationalbewusstsein ist seit jeher unterentwickelt und wurde wie ein Strohfeuer fast immer nur zu irgendwelchen modischen Zwecken hochgefeiert. Daher ist hier zu Recht Zurückhaltung angebracht. Die Vorgänge bei uns zu früheren Zeiten sind noch immer nur ganz grob erforscht. Systematische Aufzeichnungen bestehen in der Regel nicht. Weiter ist das Thema insgesamt zu komplex, um daraus eine Folklore oder eine sinnvolle Kultur machen zu können. So wäre jede Zelebrierung der eigenen Vergangenheit aus grauen Vorzeiten nur ein Stochern im Nebel einer weitgehend versunkenen Welt. Es ist heute noch nicht mal erforscht und gilt als absolutes Tabu, genau zu ermitteln, wer in welchem Maß aus welchen früheren Kulturkreisen abstammt und wer mit wem welchen genetischen Chromosomen gemeinsam hat. Auch fehlt fast jede systematische Aufbereitung aller möglichen Zustandsdaten von früher wie Güterverteilungen usw. Die übliche Literaturmethodik der erörternden Diskussion und Analyse von Themen ist hierbei viel zu sehr überfordert, um entscheidende Erkenntnisse zu gewinnen und erliegt weiter immer wieder sehr allen möglichen Sagen und Mythen. Erst in den letzten 10 Jahren wurden alle möglichen fundierteren Erkenntnisse zu Tage gefördert wie etwa die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen. Auch ist es aus Rücksichtnahem auf politische und soziale Doktrinen leider immer wieder geboten, geschichtliche Details und häßliche Disharmonien nicht zu sehr hochzuspielen. So ist Geschichte so gut wie nicht ohne Manipulation einseitige Schönung denkbar. Es gibt hier auf allen möglichen Seiten zu viele dunkle Flecken, die eine objektive Wahrnehmung und Aufbereitung versagen. Man sehe nur, welcher einzelne Mensch oder älterer Bürger bereit ist, alles aus seiner Vergangenheit auf unvoreingenommene und konstuktivste Weise wiederzugeben. Hier setzt doch fast jeder, der etwas erreicht hat, auf Trutz, wenn es darum geht, wie sauber dies erreicht wurde.