Geschichte des Wortes 'Numerus Clausus'

Hallo!

Hat einer ne Ahnung, wofür genau die Bezeichnung NC ursprünglich gedacht war?

Ich vermute, es bezifferte die Anzahl der (nur begrenz vorhandenen) Studienplätze.

Also ist in Bonn zB der Medizin NC genaugenommen 300 oder so, weil soviele Studis zugelassen werden.

Ist das korrekt? Weiss einer genauer, wann diese Bezeichnung aufkam?

Wann hat es sich von der ursprünglichen Form (welche das auch gewesen sein mag) im Sprachgebrauch zur heutigen entwickelt? Heute wird ja sogar von einigen der Abiturdurchschnitt selbst, egal ob man studiert oder nicht als „NC“ bezeichnet. Und das kann bestimmt nicht die ursprüngliche Form sein :wink:

Mir ist klar, dass damit heute im Allgemeinen der schlechteste Schnitt gemeint wird, der noch zu einer Zulassung geführt hat. Aber war das wirklich immer so? Ich meine, der Ausdruck „Numerus Clausus“ legt irgendwas anderes näher.

Schließlich gibt es ja auch „NC-Fächer“, für die nicht nur nach Durchschnitt zugelassen wird. Und die Uni sagt ja auch, sie habe einen Orts-NC eingeführt und sagt normalerweise wieviele Plätze da sind. Da wird dann, abweichend von der ZVS-Seite nicht mehr gesagt, der NC entscheide sich erst nach dem Verfahren.

Diese Fragen hab nicht nur ich mir gestellt.

VG, Stefan

Hi,

Ich vermute, es bezifferte die Anzahl der (nur begrenz
vorhandenen) Studienplätze.

Nein. Der NC weist auf den Abi-schnitt hin, der benötigt wird, um zu einem zugangsbeschränkten fach zugelassen zu werden.

Also ist in Bonn zB der Medizin NC genaugenommen 300 oder so,
weil soviele Studis zugelassen werden.

Falsch, weil siehe oben…

Mir ist klar, dass damit heute im Allgemeinen der schlechteste
Schnitt gemeint wird, der noch zu einer Zulassung geführt hat.
Aber war das wirklich immer so? Ich meine, der Ausdruck
„Numerus Clausus“ legt irgendwas anderes näher.

Was soll der denn anderes näher legen???
Also mein latein ist schon ewigkeiten her aber „numerus“ bedeutet, wenn ich mich recht entsinne soviel wie „zahl“ und „clausus“ scheint irgendentwie von claudare (-ere???) zu stammen, also „schließen“. DAS würde deine erste vermutung nahe legen, da es sich ja wohl um eine „geschlossene anzahl“ handeln mag.
Der NC beschreib heute aber, wie schon gesagt, die abinote, die erreicht merden muss, um zugelassen zu werden…

Schließlich gibt es ja auch „NC-Fächer“, für die nicht nur
nach Durchschnitt zugelassen wird. Und die Uni sagt ja auch,
sie habe einen Orts-NC eingeführt und sagt normalerweise
wieviele Plätze da sind. Da wird dann, abweichend von der
ZVS-Seite nicht mehr gesagt, der NC entscheide sich erst nach
dem Verfahren.

Hier begibst du dich jetzt auf dünnes eis. NC und sprache ist eine sache, ABER NC und ZVS ist eine ganz andere welt.

Ich würde jetzt einfach mal prophezeien, dass du dich selbstständig machen könntest und reich werden würdest, wenn du in der lage wärest, jedem studenten in spe seinen ablehnungsbescheid völlig schlüssig zu erklären.

Wenn du irgendeinem mitglied eines verlorenen stammes im urwald von neu guinea verständlich erklären müsstest, was amtsschimmel bedeutet, lass ihn sich einfach bei der zvs bewerben…

LG Alex:smile:

Hallo Alex!

Die ZVS setzt den Begriff immer in Anführungszeichen. „NC“ scheint ihr also irgendwie nicht ganz koscha zu sein.

Ich sprach doch gerade davon, was in der Vergangenheit die Grundlage des Begriffs war. Der Beweis, das war so, weil es heute so benutzt wird, der zieht nicht allein.

Numerus heisst ja nicht nur „Zahl“, sondern eben auch „Anzahl“, was ja ein kleiner, AbinNotensystem von 1,0 bis 4,0 geht, wäre es doch sprachlich etwas merkwürdig zumindest in meinen Augen, damit die Dezimalzahl des Abis zu meinen, die man höchstens haben darf, weil mehr zu schlecht ist.

Wenn wir schon immer und jetzt ein System hätten, dass die Punkte von 280-840 ausgewiesen werden und so die Plätze vergeben würden, dann wäre ich nicht stutzig geworden.

VG, Stefan

Hallo Stefan!

Ich vermute, es bezifferte die Anzahl der (nur begrenz
vorhandenen) Studienplätze.

Ja, wörtlich: begrenzte Anzahl.

Also ist in Bonn zB der Medizin NC genaugenommen 300 oder so,
weil soviele Studis zugelassen werden.

Es geht um die Zahl der Studenten, die aufgrund der vorhandenen Plätze ausgebildet werden kann. Am germanistischen Hauptseminar kann man auch auf dem Fensterbrett sitzend teilnehmen, am anatomischen Präparationskurs eher nicht.

Wann diese Bezeichnung aufkam?

Die Diskussion entstand meines Wissens kurz nach 1970, als in Folge der Gründung neuer Gymnasien (als Folge der von Picht ausgerufenen Bildungskatastrophe) nun plötzlich - d. h. zur Überraschung der Ministeriumsbürokratie - die Anzahl der an die Uni drängenden Abiturienten anstieg.
So dass dann in den 70er Jahren die NC-Fächer definiert und ihre Aufnahmefähigkeit festgestellt wurde.
Für die Zulassung zum Studium in diesen Fächern wurden dann (ich meine zeitgleich mit der Einführung der sog. reformierten Oberstufe mit Kurs- und Punktesystem) Noten-/Punktedurchschnitte festgelegt.
Das hatte leider auch zur Folge, dass viele sich für ein Fach entschieden, weil sie es sich aufgrund des NC-Schnittes leisten konnten. Wer konnte, sah sich fast schon aus Perstigegründen gezwungen, Medizin zu studieren. Schade um die Menschen, die sicher gute Ärzte geworden wären, wenn sie gedurft hätten!

Heute wird ja sogar von einigen der Abiturdurchschnitt selbst,
egal ob man studiert oder nicht als „NC“ bezeichnet.

Eben weil es die für den (echten) Numerus Clausus entscheidende Zahl ist.

Schließlich gibt es ja auch „NC-Fächer“, für die nicht nur
nach Durchschnitt zugelassen wird. Und die Uni sagt ja auch,
sie habe einen Orts-NC eingeführt

… und das Bundesland führt den Landeskinderbonus ein und für die Landesfremden mit leichterem Abitur den Malus und was einem halt zur Verwaltung des Mangels sonst noch einfällt.
Schöne Grüße!
H.