Geschichte: frauen in die bundeswehr

hallo!!

es gab mal eine zeit da durften frauen nicht in jeden bereich den die bundeswehr zu bieten hat.

frage: wie wurde das mit dem artikel 3 abs. 1 des grundgesetz in deckung gebracht?? der da lautet: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

danke

matthias

p.s. oder gehört so eine frage ins „recht“ brett??

Hallo,

frage: wie wurde das mit dem artikel 3 abs. 1 des grundgesetz
in deckung gebracht?? der da lautet: Alle Menschen sind vor
dem Gesetz gleich.

Man versuchte es mit dem „geschlechterspezifischen Unterschied zwischen Frau und Mann“ zu decken, also quasi: Maenner spielen mit Autos, Frauen spielen mit Püppchen.
Es konnte einfach nicht mit dem Grundgesetz in Deckung gebracht werden, weshalb die Position der Bundesrepublik Deutschland vor dem EuGH ja auch nicht standhalten konnte. Dank diesem Urteil wird jetzt aber umsomehr deutlich, dass der Gleichbehandlungsgrundsatz noch immer nicht erfüllt: Frauen dürfen Wehrdienst leisten, brauchen aber nicht. Männer müssen. Um jetzt erneut auf Gleichbehandlung zu kommen, müßte die allgemeine Wehrpflicht entweder abgeschafft, oder GG Art. 12a Abs. 1 nach „Männer und Frauen“ abgeändert werden.

Sollte Letzteres eintreten, würden sich spätestens dann sicherlich viele Frauen wünschen, der Gleichbehandlungsgrundsatz würde sich nicht auf den Dienst in den Streitkräften beziehen. Vermutlich wird es aber für diese Alternative nicht den politischen und Gesellschaftlichen Rückhalt geben. Obwohl…ich wäre dafür :wink:

Gruß
Bark

Moin Bark

Frauen

dürfen Wehrdienst leisten, brauchen aber nicht. Männer müssen.
Um jetzt erneut auf Gleichbehandlung zu kommen, müßte die
allgemeine Wehrpflicht entweder abgeschafft, oder GG Art. 12a
Abs. 1 nach „Männer und Frauen“ abgeändert werden.

Sollte Letzteres eintreten, würden sich spätestens dann
sicherlich viele Frauen wünschen, der
Gleichbehandlungsgrundsatz würde sich nicht auf den Dienst in
den Streitkräften beziehen. Vermutlich wird es aber für diese
Alternative nicht den politischen und Gesellschaftlichen
Rückhalt geben. Obwohl…ich wäre dafür :wink:

Zu dem Thema gab es vor nicht allzu langer Zeit mal eine Diskussion in Frauen und Feminismus. So einhellig waren die Stimmen gar nicht gegen eine Gleichbehandlung.

Hier zum Nachlesen:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Gruss
Marion

vielen dank an euch! owt
.

Moin Pen,

Zu dem Thema gab es vor nicht allzu langer Zeit mal eine
Diskussion in Frauen und Feminismus. So einhellig waren die
Stimmen gar nicht gegen eine Gleichbehandlung.

Diese Debatte läuft von anbeginn sehr merkwürdig. Wie mir scheint, hat der deutsche Gesetzgeber ein Problem mit der Gleichstellung, da man den Grundwehrdienst ja leider noch immer am Geschlechterprinzip festmacht. Die Entscheidung des BVerfG erscheint mir vielmehr politisch motiviert, denn realtitäts- und gesetzesnah. Denn ich kann auch nicht sagen, Frauen können steuern bezahlen (wenn sie wollen), Männer aber müssen. Klar ist, dass den Kriegsdienstverweigerern ein weiteres Argument zur Hand gegeben wurde und jetzt von allen Seiten auf die Politik eingehämmert wird. Zurecht, wie ich meine. Eine Benachteiligung der Frau darf es nicht gegeben. Ebenso wenig aber eine Benachteiligung der Männer. Ich selbst bin im Prinzip ein Befürworter der Wehrpflicht. Ich sehe aber auch, daß diese schon aus rein gesetzlichen Gründen (von den gesellschaftspolitischen mal ganz zu schweigen) nicht mehr haltbar ist.

Gruß
Bark

Moin Bark

Diese Debatte läuft von anbeginn sehr merkwürdig. Wie mir
scheint, hat der deutsche Gesetzgeber ein Problem mit der
Gleichstellung, da man den Grundwehrdienst ja leider noch
immer am Geschlechterprinzip festmacht.

Ich hatte damals zeitgleich im Rechtsbrett nachgefragt, weil es da aktuell ein Urteil zu einem Wehrdienstverweigerer gab. Vielleicht interessiert dich die Begründung und die Erläuterungen insbesondere von Thomas Miller dazu: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Die Entscheidung des

BVerfG erscheint mir vielmehr politisch motiviert, denn
realtitäts- und gesetzesnah. Denn ich kann auch nicht sagen,
Frauen können steuern bezahlen (wenn sie wollen), Männer aber
müssen.

Das Problem ist auch jetzt wohl schon das der Wehrgerechtigkeit, da ja auch längst nicht mehr alle Männer eines Jahrgangs zum Bund müssen.

Klar ist, dass den Kriegsdienstverweigerern ein

weiteres Argument zur Hand gegeben wurde und jetzt von allen
Seiten auf die Politik eingehämmert wird. Zurecht, wie ich
meine. Eine Benachteiligung der Frau darf es nicht gegeben.
Ebenso wenig aber eine Benachteiligung der Männer.

Ich wäre für Reduzierung der Schulzeit auf 12 Jahre und dann Wahl zwischen Wehrdienst oder Sozialem Jahr für alle (auch die „untauglichen“). Jedoch nur, wenn das Gesetz zum Erziehungsurlaub dahingehend geändert wird, dass Erziehungsurlaub nur zu gleichen Teilen gemeinsam in Anspruch genommen werden kann (sprich: wenn Frau 1,5 Jahre Erziehungsurlaub machen will, muss Mann ebenfalls 1,5 Jahre Erziehungsurlaub machen und umgekehrt).

Aber dafür wird es wohl auch keine gesellschaftliche Mehrheit geben :smile:

Gruss
Marion

Hallo Pen,

Ich wäre für Reduzierung der Schulzeit auf 12 Jahre und dann
Wahl zwischen Wehrdienst oder Sozialem Jahr für alle (auch die
„untauglichen“).

Das ist tatsächlich ein Zwischenlösung, die auch wieder auf eine Art Berufsarmee hinausliefe. Wenn sich der „Dienstplichtige“ aussuchen darf, ob er Wehr- oder Sozialdienst leistet, kannst Du davon ausgehen, daß vermutlich das „finanzstärkere“ BMVg die Attraktivität des Wehrdienstes ins Unermessliche steigern würde. Der Wehrsold würde vermotlich geradezu explodieren. Das bedeutet aber auch, daß sich vermutlich schon Wehrpflichtige dazu verpflichten müßten, an Auslandseinsätzen jeglicher Art teilzunehmen, da sie ja im Prinzip die Wahl haben und somit freiwillig in der Bw Dienst tun. Der momentane Vorteil an der Wehrpflicht ist, daß die „gezogenen“ Soldaten, Wehrplichtigen, eine größere Lobby in der Bevölkerung haben, als die Zeit- oder Berufssoldaten. Wenn ein Berufs- oder Zeitsoldat im Auslandseinsatz verletzt wird, kann man sagen: „Das ist eine Art von Berufsrisiko; er ist freiwillig dabei.“. Würde soetwas einem gezogenen Wehrpflichtigen passieren (was eben momentan nicht geht, da Wehrpflichtige nur auf freiwilliger Basis zum Dienst in einem Out-of-Area Krisen- oder Kriegeinsatz eingesetzt werden dürfen), würde es heißen: „Unglaublich. Sie verpflichten unsere Kinder und schicken sie dann gegen ihren Willen in den Tod“. Mit Wehrpflicht also hat die Bevölkerung einen wachsameres Auge auf die Truppe, da die internen Vorgänge das Familienleben direkt betreffen. Ohne Wehrpflicht würde das Interesse an Einsätzen der Bundeswehr rapide fallen, was es der Politik einfacher machen würde, die Truppe dort einzusetzen, wo es also genehm erscheint. Damit ist die Wehrpflicht also auch eine Angelegenheit, die das außen-/militärpolitische Interesse der Bevölkerung stark fördert und somit auch deren kritische Beobachtung der Bundesaußenpolitik. Was glaubst Du, wieviele Soldatenmütter, Soldatenkinder und -frauen Schröder mit seiner Anti-US-Kriegspolitik zu seinen Gunsten an die Urnen gelockt hat? Das wäre vermutlich im Falle einer Berufsarmee ähnlich gewesen, aber das allgemeine Interesse an einem etwaigen Krieg wäre sicherlich um einiges Geringer gewesen, gäbe es keine mit Wehrpflichtigen durchsetzte Gesellschaft. Für die Gesellschaft ist es eben edler zu sagen, sollen doch die ihren Kopf hinhalten, die sich verpflichtet haben; nicht die, die verpflichtet wurden.

Das ist aber auch der einzige, wenn auch ein nicht unwichtiger Pro-Wehrpflicht-Aspekt, den ich noch ins Feld führen könnte. Jeglicher andere Gedanke läuft auf eine gänzliche Abschaffung der Wehrpflicht und der damit einhergehenden Wehrungerechtigkeit und Ungleichbehandlung von Männern und Frauen hinaus.

Gruß
Bark

Moin Bark

Wenn sich der

„Dienstplichtige“ aussuchen darf, ob er Wehr- oder
Sozialdienst leistet, kannst Du davon ausgehen, daß vermutlich
das „finanzstärkere“ BMVg die Attraktivität des Wehrdienstes
ins Unermessliche steigern würde.

Das seh ich nicht so. Im Grunde kann sich ja heute auch schon ein Wehrpflichtiger aussuchen, ob er nicht lieber Zivildienst leistet. Trotzdem gehen noch viele zum Bund, auch ohne großes Gehalt.

Das bedeutet aber auch, daß

sich vermutlich schon Wehrpflichtige dazu verpflichten müßten,
an Auslandseinsätzen jeglicher Art teilzunehmen, da sie ja im
Prinzip die Wahl haben und somit freiwillig in
der Bw Dienst tun.

Bedingt. Ich finde es ist schon ein Unterschied, ob jemand bei der Bw ist, weil er nur zwischen 2 Dingen (Bw und Sozialdienst) die Wahl hat, und dies als temporäre Angelegenheit betrachtet, oder ob jemand die Bw zu seinem Beruf macht.

Mit Wehrpflicht also hat die Bevölkerung

einen wachsameres Auge auf die Truppe, da die internen
Vorgänge das Familienleben direkt betreffen. Ohne Wehrpflicht
würde das Interesse an Einsätzen der Bundeswehr rapide fallen,
was es der Politik einfacher machen würde, die Truppe dort
einzusetzen, wo es also genehm erscheint. Damit ist die
Wehrpflicht also auch eine Angelegenheit, die das
außen-/militärpolitische Interesse der Bevölkerung stark
fördert und somit auch deren kritische Beobachtung der
Bundesaußenpolitik.

Das ist korrekt. Und wie du gemerkt hast, bin ich ja auch nicht für die ersatzlose Aufhebung der Wehrpflicht. Ich finde es wichtig, dass die Armee eines Landes in der Gesellschaft verankert ist und nicht ein von der Gesellschaft relativ abgeschottetes „Unternehmen“ ist.

Gruss
Marion

Moin Pen,

Das seh ich nicht so. Im Grunde kann sich ja heute auch schon
ein Wehrpflichtiger aussuchen, ob er nicht lieber Zivildienst
leistet. Trotzdem gehen noch viele zum Bund, auch ohne großes
Gehalt.

Nee…das stimmt nur begrenzt. Es stimmt, dass Du heutzutage die besseren Chancen hast, als KDV anerkannt zu werden, obgleich sehr viele einfach nicht aus einer höheren Überzeugung verweigern, sondern liegen die Gründe vielfach darin, nicht den Wohnsitz verlassen und sich die Strapazen der Grundi ersparen z wollen. Dass der Zivil- oder Ersatzdienst meist nicht weniger anstrengend ist, fällt erst hinterher auf. Viele Soldaten, die eigentlich gerne verweigert hätten, geben zu, dass sich lediglich zu faul waren, den Antrag zu formulieren, obwohl man ihn sich ja heute schon in rechtssicherer Form aus dem Web laden kann. Man muss nur noch Datum und persönliche Angaben ändern. Natürlich gibt es auch solche, die aus Überzeugung ihren Zivil-. Ersatz- oder Wehrdienst antreten. Aber diese sind wohl ziemlich in der Unterzahl gegenüber jenen, die am liebsten total verzichten würden.

Bedingt. Ich finde es ist schon ein Unterschied, ob jemand bei
der Bw ist, weil er nur zwischen 2 Dingen (Bw und
Sozialdienst) die Wahl hat, und dies als temporäre
Angelegenheit betrachtet, oder ob jemand die Bw zu seinem
Beruf macht.

Es führt aber kein weg drumherum. Schon heute werden 90% (wenn nicht sogar 100%) der Wehrpflichten zum Dienstantriit vom Spiess gefragt, ob es für sie in Frage käme, in ihrer Dienstzeit freiwillig an Auslandseinsätzen (Krisen- und Kriegseinsätze) teilzunehmen.

Gruß
Bark

Alle Menschen sind vor
dem Gesetz gleich.

stimmt ja gar nicht.

kinder sind nicht gleich wie erwachsene.
staatsbueger sind nicht gleich wie auslaender.
verheiratete sind nicht gleich wie ledige.
studenten sind nicht gleich wie arbeitnehmer.

und frauen sind nicht gleich wie maenner!

frauen leisten sowieso schon ein „mehr“ fuer die gesellschaft, indem sie kinder kriegen, arbeitszeit verlieren, weniger verdienen, meistens den ganzen haushalt am hals haben usw. da ist es doch ok, wenn sie bei der wehrpflicht entlastet werden.

lehitraot.

Frauen koennen ja im Prinzip auch auf der Baustelle arbeiten, jedoch tun es nur wenige (nicht nur ausschliesslich weil sie weniger heben koennen, es gibt auch kaum Baggerfahrerinnen).

Bei der Bw werden Frauen (soweit ich weiss) immer noch ueberwiegend im San-bereich ausgebildet und eingesetzt und nicht fuer die Taetigkeiten and potentiell vorderster Front.

Vielleicht wegen physischen Aspekten (was tun, wenn sie preaemenstruelles Syndrom hat und im Ernstfall gerade ihre Regel bekommt?! ;-o sorry), aber auch aus psychischen - was muesste man tun, um als Frau eine Herde von Machos vernuenftig zu fuehren?

Hier in GB hat es vor kurzem die erste Frau geschafft, die Aufnahmepruefung fuer die Spezialeinheit des Militaers (entspricht den „Green Berets“) zu bestehen, nach drei Versuchen. Die Reaktion in den Medien reichte von anerkennend bis leicht amuesiert.

Sepp (ich hatte auch fuer einen Monat eine blonde, recht giftige Frau Fahnenjunker als Vorgesetzte, sie war ein Jahr juenger als wir alle, und sie hat es sichtlich genossen, uns durch den Schlamm zu jagen…)

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