ich lese gerade „extraordinary delusions and the madness of crowds“ von charles mackay. http://www.litrix.com/madraven/madne001.htm
wenn ich mir da das kapitel „tulipomania“ ansehe dann braucht man nur die wörter „telekom-aktie“ und „neuer markt“ einsetzen und schon könnte man das ding im nächsten spiegel am montag veröffentlichen ohne dass jemand einen unterschied merken würde.
ok-das wort „carriage“ kann man noch durch „mercedes s-klasse“ ersetzen ) aber sonst ist nicht viel unterschied.
fragen:
wie ist es möglich dass „die menschen“ immer noch so dä…ch sind wie 1635!!! (so eine ähnliche frage habe ich im mai schonmal gestellt mit einer super antwort-damals aber auf 100 jahre bezogen)
da müssen tieferliegende mechanismen am werk sein! verbindet das fach „geschichte“ sein „studienobjekt“ mit anderen disziplinen??, z.b. genetik, psychologie, neurowissenschaften, zoologie, etc.
denn nur wenn ich diese bereiche ansehe und mit solchen texten wie oben verbinde macht das ganze für mich sinn.
was denkt man sich als gelernter historiker dabei?? kommt einem da nicht alle 5min der satz „hatten wir alles schonmal“ in den sinn? (bezogen auf modeerscheinungen wie telekom-aktie)
kennt ihr ähnliche texte wie den von mackay oben die einen so schönen einblick vermitteln??
für fans: unter dem punkt „relics“: wer kennt die folge von „blackadder“ in der „percy“ einen finger herzeigt den er teuer gekauft hat und „baldrick“ ihm ein ganzes set anbietet??
Du überbewertest die Erfahrung mit der
t-Aktie.
Die Mischung aus Unwissen und Gier vorher,
sowie Enttäuschung und Wut (über die eigene
Dummheit/Gier…) nachher ist ein billiges
Grundmuster menschlichen Verhaltens.
„Dämlich“ ist daran nix. Das ist der übliche
Mix aus trial and error. Alle Geschädigten
fügen sich doch brav wieder in ihr Leben
ein und geben sich zufrieden…
zu 1)
warum wir dazu neigen, anzunehmen, menschen früherer zeitalter seien dümmer als wir heute, weiß ich nicht. aber ich habe mich lange genug in mittelalter und renaissance „rumgetrieben“ und dort u.a. hochmodernes gedankengut gefunden, um zu wissen, daß wir die dummen sind, wenn wir uns die schon einmal gemachten erfahrungen nicht zunutze machen.
zu 3)
von historikern weiß ich’s nicht - aber ich denke laufend „ach nee! wie sich die bilder doch gleichen!“.
eigentlich gibt es nix, was es nicht schon gegeben hat. nur die technik ist heute eine andere - sozial hinken wir allerdings jahrhunderte hinterher.
da müssen tieferliegende mechanismen am werk sein!
verbindet das fach „geschichte“ sein „studienobjekt“ mit
anderen disziplinen??, z.b. genetik, psychologie,
neurowissenschaften, zoologie, etc.
denn nur wenn ich diese bereiche ansehe und mit solchen texten
wie oben verbinde macht das ganze für mich sinn.
ich kann dir sagen wie es in geschichte und archäologie abläuft… der blick über das eigene fachgebiet hinaus ist unumgänglich und historiker/ archäologen (ist da wirklich ein großer unterschied???) müssen sozusagen „allrounder“ sein…
beispiel: eine grabung (römerzeitlich) auf der ich letzten monat war… wir haben knochen gefunden… viele tierische, für eine grobe einordnung muss der wissenschaftler hier archäozoologische kenntnisse haben. ein kröpergrab: das fällt in den bereich der anthropologie. körner aus einem gefäß: archäobatanik. gebeäduegrundrisse: architektur. und schichtenordnung (stratigraphie) und -beurteilung: geologie. archäologen/ historiker arbeiten da mit expertender jeweiligen disziplinen zusammen bzw. lesen werke anderer disziplinen um dann ein schluüssiges gesamtbild zu schaffen.