Geschichtslehrer ohne Latinum?

Hi alle zusammen!
Bin zwar momentan noch Schüler am Gymnasium, möchte aber später mal Geschichtslehrerin werden. Vor kurzem war in unserer Stadt ein Hochschultag, bei dem sich besonders die Schüler an der FH und Uni umschauen konnten, und es zu jedem Studiengang Vorträge gab.
Meine Frage jetzt: Da ich den wirtschaftswissenschaftlichen Zweig gewählt habe, hatte ich nicht die Möglichkeit Latein zu lernen.
Der Professor an der Uni meinte auch, es sei überhaupt kein Problem das Latinum noch nachträglich nachzumachen, bei einem Geschichtsstudium. Hat jemand von euch mit so was Erfahrung? Ist es machbar auch noch während des Studiums sich hinter ein Lateinbuch zu klemmen, oder sollte man besser die Finger davon lassen? Umgehen kann man das wohl nicht, oder?
Vielen Dank für eure Antworten,
mrs. jones
=)

Vielleicht hilft dir das weiter:
http://www.altphilologenverband.de/

dann —> Lateinkenntnisse als Studienvoraussetzungen

Kenn eine Studentin (Theologie)die jammert wegen genau dieser Lernerei.

Grüße
Bröselchen

Hallo,

es gibt sehr viele, die während des Studiums noch das Latinum nachholen - also gar kein Problem.

Einige machen dies begleitend über ~ 3 Semester, andere belegen in den Semesterferien einen Crashkurs, lernen 6 Wochen Latein, bestehen das Latinum - und manche können nach 6 weiteren Wochen nichts mehr…

HAllo wobei die theologen Latein, Griechisch und Hebräisch brauchen.
Und die GEschichtslehrer meist nur Latein und eine etwas modernere Sprache, also zB. Französisch (in separaten Test vorzuweisen, wozu es auch einen Vorbereitungskurs gibt)oder regionalen Feinheiten, hier zB. Dänisch, neben dem Englisch was man eh für Fachlit. braucht.
Gruß Susanne

Hi,

und manche können nach 6 weiteren Wochen nichts mehr…

Und das sind die, die sich viel gemerkt haben! *gg* Hab das selber hinter mir, brauchte das Latinum, um meine beiden Fremdsprachen studieren zu dürfen. Französisch durfte ich wegen Englisch auch nachholen. Das waren von der Uni angebotene Kurse, 3 sem für LAtein, 2 für Franz.
Wobei ich im nachhinein sagen muss, dass mir das Englische und ein großer Wortschatz im Dfeutschen geholfen haben, Latein und Franz. zu bestehen (niciht umgekehrt, was ja der Gedanke hinter dieser Zulassungsvoraussetzung ist).
Also, ab in die Zusatzkurse und Hauptsache durch.

Die Franzi

Hallo alle Diskutanten,

ehrlich gesagt finde ich die Diskussion etwas flach, in dem Sinne, dass Ihr nur über das formale Kriterium schreibt.

Warum ist denn das Latinum vorgeschrieben? Weil (jedenfalls noch) die wissenschaftliche Hochschule zum Wissenschaftler ausbildet, und ich erwarte von Historikern, dass sie, wenn schon nicht selbst übersetzen können (man muss sich heutzutage ja bescheiden), so doch Übersetzungen beurteilen können. Im übrigen ist Latein nicht nur für Antike und Mittelalter unabdingbar, sondern bis in die neueste Zeit, weil auch da noch auf Latein publiziert wurde (z.B. Theodor Mommsens juristische Dissertation).

Mal als Anregung drei wahre Geschichten dazu:
1977 Erste Stunde im Proseminar Alte Geschichte (und damit des ganzen Studiums an sich). Der Dozent kommt rein, teil einen Liviustext aus, den die Studenten ohne Vorbereitung und Lexikon übersetzen müssen. Die Pointe an der Geschichte: Alle bestehen.

1991 Zulassungsvoraussetzung für die Teilnahme am Proseminar Alte Geschichte ist die Übersetzung eines Liviustextes im Rahmen einer Klausur. Lexikon erlaubt.

2009 Keine Ahnung für PS Alte Geschichte, ein Student erzählte mir jedoch, dass man im Proseminar Neue Geschichte Guido-Knopp-Dokumentation anschaut.

Ergo: Nehmt die Verpflichtung zu Latein als Chance. Ich kenne viele Griechischlehrer, die wegen ihres Lateinstudiums das Graecum nachholen mussten, und für diese Sprache so begeistert wurden, dass sie sie auch studierten. Mit dem Latinum geht das auch!

Viele Grüße - oder vale!

Andreas

Hallo,
für mich war es die Hölle. Bin 2x durchegfallen und musste letztendlich das Studienfach wechseln (und ich war bei weitem nicht die einzige).
Du musst dir halt vor Augen führen, das du in 3 Semestern das lernen musst, was andere in der Schule in ~5 Jahren lernen. Und das mehr oder weniger „nebenbei“ da du dich ja nicht 3 Semester nur ums Latinum kümmern kannst.
Es ist ein wirklich hoher Aufwand und erfordert sehr viel Selbstdiziplin. Überlege dir bitte sehr genau ob es dir das wert ist.
Gruss Backs

Ich würde auch sehr gerne Geschichtslehrerin werden, dann muss man einfach (egal in welchem Bundesland) 3 Semester Latein machen? Oder sogar nur einen Crashkurs? Nur interessehalber :wink:

Hi,

jo. die kurse werden von den unis angeboten, du kannst also nciht einfach so irgendwohin gehen.

die Franzi

Hallo, du schreibst dich einfach für den Studiengang Geschichte für Lehramt (ist jetzt ja auch BA, da musst du dir an der Wunschuni die Lehramtsversion rausgucken, wohl meist /immer mit einem 2. FAch und etwas Pädagogik/Didaktik verbunden)

Und dann gehst du zu den Altphilologen, die meist die LAteinkurse anbieten und informierst dich da über „LAtein für alle FAkultäten“ oder auch Kurse zur „Erlangung des Latinums“. Und dann belegst du diese Kurse einfach paralell zum Studium. Mit etwas glück gibt es keine zeitlichen Überschneidung mit anderen Kursen des eigentlichen Studiums.
Bei uns war es 3x die Woche eine Doppelstunde, und es gab Kurszeiten zur Auswahl entweder morgens (8-10) oder mittags(13-15) oder abends (19-20).
Gerade im ersten Semster wo man noch so vieles andere erstmal kapieren muss ist das schon wuchtig, aber dennoch sinnvoll das gleich von BEginn an mitzumachen, denn denn hat man noch GElegenheit für eine Extrarunde, und die braucht man eher für das 3. Semester LAtienkurs, wenn es wirklich um die Übersetzung prüfungsrelevanter Texte geht.
Sprechen können muss man es ja nicht, im Gegensatz zu lebenden Sprachen.
Gruß Susanne

Ich würde auch sehr gerne Geschichtslehrerin werden, dann muss
man einfach (egal in welchem Bundesland) 3 Semester Latein
machen? Oder sogar nur einen Crashkurs? Nur interessehalber :wink:

Hallo,

zu meiner Zeit gab es (Lud-Max-Uni München) Crashcurse in den Semesterferien. Die Kurse im laufenden Semester waren ätzend.
Ein gefülltes Audimax mit einem Lehrer (es sträubt sich in mir, ihn Dozent zu nennen), der vorne stand und einen Unterricht abhielt, als habe er eine zwanzigköpfige Schulklasse vor sich (à la: „Sie da, in der dritten Reihe, mit der roten Bluse, wie haben Sie den ersten Satz in der Hausaufgabe gelöst?“).

Gruß
Elke