Geschiedener US-Vater in D - Bezieh. zu kl. Kind?

Hallo,

ein lieber Freund von mir ist vor 4 Jahren aus Liebe zu einer Frau nach D gezogen, hat sie geheiratet und mit ihr ein Kind bekommen.

Vor ca. 8 Monaten haben sich die beiden nun getrennt und er sieht seine mittlerweile zweieinhalbjährige Tochter noch etwa 2 bis 3 Mal pro Woche an den Abenden.

Er ist ein sehr hingebungsvoller Vater, möchte sein Kind zweisprachig erziehen und spricht darum nur englisch mit ihr (sein Deutsch ist zugegebenermaßen auch nicht besonders gut).

In letzter Zeit scheint sich die im Grunde sehr gute Beziehung zwischen den beiden zu verschlechtern, die Tochter scheint sich bei meinem Freund zuhause nicht wohlzufühlen und bittet ständig darum, wieder zur Mutter zu dürfen.

Mein Freund hat das Gefühl, seine Tochter ist hauptsächlich dem Einfluss der Mutter und ihrer Familie zugänglich. Er selbst kommt sich eher wie ein Babysitter ohne wirkliches Mitspracherecht vor. Außerdem weigert sich die Tochter zusehends, ihre vor einiger Zeit noch zu erkennenden Englisch-Ansätze beizubehalten - d.h. sie beharrt auf dem Deutschen.

Das alles macht meinem Freund unglaublich zu schaffen, zumal er sich mit Deutschland nicht anfreunden kann. Er wäre eigentlich schon längst zurück in die USA, will aber seine Tochter natürlich nicht verlieren.

Ich würde mich sehr über Gedanken zum Thema freuen, vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen oder kann Literaturtipps geben, damit man sich nicht so alleingelassen fühlt.

Ich sage ihm immer wieder, dass der väterliche Einfluss erst später zum tragen kommt und er die Gedult nicht verlieren soll, aber er verliert langsam die Hoffnung Sad.

Meldet euch, würde mich wirklich freuen.

nDambi

Hallo

Vor ca. 8 Monaten haben sich die beiden nun getrennt und er
sieht seine mittlerweile zweieinhalbjährige Tochter noch etwa
2 bis 3 Mal pro Woche an den Abenden.

Warum nur abends??? Wäre doch angeprachter in dem Alter, wenn man diese Besuche auf tagsüber verlegen könnte!

Er ist ein sehr hingebungsvoller Vater, möchte sein Kind
zweisprachig erziehen und spricht darum nur englisch mit ihr
(sein Deutsch ist zugegebenermaßen auch nicht besonders gut).

In letzter Zeit scheint sich die im Grunde sehr gute Beziehung
zwischen den beiden zu verschlechtern, die Tochter scheint
sich bei meinem Freund zuhause nicht wohlzufühlen und bittet
ständig darum, wieder zur Mutter zu dürfen.

Das Kind ist 2 1/2 Jahre- völlig normal Phase in diesem Alter.
Ist das Kind denn nur abends bei ihm? Schläft es auch dort?

Mein Freund hat das Gefühl, seine Tochter ist hauptsächlich
dem Einfluss der Mutter und ihrer Familie zugänglich. Er
selbst kommt sich eher wie ein Babysitter ohne wirkliches
Mitspracherecht vor. Außerdem weigert sich die Tochter
zusehends, ihre vor einiger Zeit noch zu erkennenden
Englisch-Ansätze beizubehalten - d.h. sie beharrt auf dem
Deutschen.

Das Kind ist immer noch 2 1/2 Jahre.
Dann kommt noch eine Trennung dazu, soetwas merken die Kleine auch schon…

Das alles macht meinem Freund unglaublich zu schaffen, zumal
er sich mit Deutschland nicht anfreunden kann. Er wäre
eigentlich schon längst zurück in die USA, will aber seine
Tochter natürlich nicht verlieren.

Die Eltern sollten eine Regelung schaffen, sodas er das Kind regelmäßig tagsüber sieht, vielleicht mit Übernachtung.

Ich sage ihm immer wieder, dass der väterliche Einfluss erst
später zum tragen kommt und er die Gedult nicht verlieren
soll, aber er verliert langsam die Hoffnung Sad.

Kleiner Tipp noch, würde vielleicht den beiden nicht schaden eine Familientherapie zu besuchen.

LG MAnu

Passt besser ins Eltern Kind-Board!!! OWT

Danke für die Antwort. Ich hatte das Eltern-Kind-Board nicht gesehen, ansonsten hätte ich da geposted. Kann ich den Beitrag denn dahin verschieben?

Die Tochter tagsüber zu sehen ist leider nicht drin, dann arbeitet er nämlich.

Gruß
nDambi

Sprache usw.
Hi nDambi,

Danke für die Antwort. Ich hatte das Eltern-Kind-Board nicht
gesehen, ansonsten hätte ich da geposted. Kann ich den Beitrag
denn dahin verschieben?

Du kannst dem Mod hier im Brett eine Mail mit der Bitte
um Verschiebung schicken. Mods koennen aber nicht selbst
verschieben, das kann nur das Team, deshalb dauert das u.U.
lange.
Du koenntest ein neues Post ins Elternbrett setzen, um Leute
auf dieses hier aufmerksam zu machen.
Oder du koenntest das Ganze nochmal im Elternbrett posten.
Doppelpostings werden zwar nicht gern gesehen, aber mit
Erklaerung dabei und weil du bis jetzt ja noch nicht sehr
viel Antworten gekriegt hast, waer das in diesem Fall wahr-
scheinlich okay.

Bei dem urspruenglichen Posting wollte ich nur auf die
Sprachproblematik eingehen.
Weigert sich das Maedchen nur die Sprache zu sprechen
oder scheint sie auch nicht mehr zu verstehen?

Wenn sie mit Vater deutsch redet und der das versteht und
auf Englisch antwortet - dann ist das eigentlich ganz normal
und eine Phase, die ich von Freunden und deren Kinder kenne.
Dein Freund soll sich dadurch nicht entmutigen lassen.
Da die ganze Umwelt der Kleinen deutsch redet, ist das
kein Grund zur Beunruhigung. Ich wuerde aber an seiner Stelle
weiterhin Englisch reden und auch immer wieder nachhaken.
Etwa so:
„What would you like to eat for dinner?“
„Pommes und Fischstaebchen.“
„Oh, so you would like french fries and fish fingers…
I’ll see what I can do.“
So wie man mit falschen Woertern innerhalb einer Sprache
mit Kindern umgeht, also nicht verbessern, in dem man sagt:
Das heisst aber so, sondern in dem man den Satz noch mal
richtig wiederholt. Hier dann einfach auf Englisch nochmal
wiederholen. Das ist auch sonst (innerhalb einer Sprache)
keine schlechte Methode um Kommunikation zwischen Erwachsenen
und Kindern sicher zustellen.
Die Tochter wird es ihm spaeter danken. Erstens, weil sie
ueberhaupt Englisch kann und ihren Altersgenossinnen voraus
sein wird (viele Eltern geben heute ja nicht wenig Geld aus,
um Kindern schon im Vorschul- und Grundschulalter Englischunter-
richt geben zu lassen). Und zweitens, weil sie die Sprache
ihres Vaters sprechen kann. In Adoptionssituationen ist gerade
das - der Verlust der Herkunftssprache - ein grosses Thema, das
immer wieder von ins Ausland adoptierte Kinder bedauert wird.
Das ist auch auf diese Situation uebertragbar.

Ansonsten wuerde ich deinem Freund empfehlen, sich mit der Mutter
seiner Tochter zusammen zu setzen und mit ihr seine Bedenken
zu besprechen. Wenn das neutral und ohne Vorwuerfe geschehen
kann (falls nicht einen dritte Person, eventuell jemand, der
darin geschult ist, dazu nehmen), dann kann es nur zum Wohl der
Tochter sein.

Wuensch ihm viel Glueck!

Gruesse
Elke

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Hallo

Die Tochter tagsüber zu sehen ist leider nicht drin, dann
arbeitet er nämlich.

Kann er sich denn nicht mal am Wochenende mit ihr treffen?

Übrigens, so wie du das geschildert hast, dass die kleine Tochter immer zu ihrer Mutter will usw. kam bei mir direkt die Vorstellung auf, dass er dann sehr traurig wird oder empfindlich reagiert. Dies könnte auch die Tochter von ihm wegbringen. Das bedeutet nämlich, dass es von ihr abhängt, wie er sich fühlt; dass er sie braucht; dass sie die Verantwortung für das Wohlbefinden des Vaters hat. Das ist ja nicht richtig so, es müsste umgekehrt sein, und das wollen Kinder auch nicht.

Wenn meine Vorstellung irgendwie zutreffen sollte (das war aber nur so eine spontane Eingebung von mir und erhebt keinerlei Anspruch auf Richtigkeit), dann sollte er was daran tun.

Weiter gehe ich jetzt aber nicht darauf ein, vielleicht liege ich ja total daneben mit meiner Vorstellung.

Viele Grüße Thea