Geschirrspüler: Einbau oder Integriert?

Es steht die Anschaffung einer Küche an. Wegen der Preisunterschiede für Elektrogeräte würden diese separat gekauft. Herd mit Edelstahlfront ist klar, Kühlschrank steht der Küchenzeile gegenüber, auch klar, bleibt der Geschirrspüler. Ich kann ein Einbaugerät mit Edelstahlklappe kaufen, so daß nur die Arbeitsplatte die Elemente über den Geschirrspüler hinweg verbindet, oder ich kann ein integriertes Gerät nehmen, bei dem nur die Bedienblende aus Edelstahl ist und die restliche Tür mit der Küchenfront beplankt wird.

Ist das reine Geschmackssache oder gibt es praktische Gesichtspunkte, die für die eine oder die andere Lösung sprechen?

Vielen Dank
Alexander

Hallo Alexander!

Als Mensch, der im Laufe der Jahrzehnte so manche eigene Küche plante und baute, täglich selbst kocht und einige Erfahrung in der Gestaltung von Arbeitsplätzen hat, kann ich ein paar Gesichtspunkte beitragen:

Frontverkleidungen von z. B. Kühlschrank und Geschirrspüler mit Spanplatten im Küchendekor ergeben Spalte und Kanten, an denen sich Dreck und allerlei Unappetitliches sammelt. Es sind zwar Konstruktionen marktüblich, bei denen sich die Verkleidung von der Tür des E-Gerätes mehr oder weniger umständlich lösen läßt, was aber nichts an der Nutzlosigkeit solcher Verkleidungen ändert. Im Fall der Klapptür eines Geschirrspülers halte ich das zusätzliche Gewicht irgendwelcher Dekor- oder gar Spanplatten für schädlich, weil bei geöffneter Klappe eine zusätzliche Kraft mit großem Hebelarm auf die Scharniere bzw. auf deren Anschlag wirkt.

Kühlschränke sind unabhängig von ihrer Größe immer zu klein. Im üblichen auf dem Fußboden stehenden Modell mit 80 cm Höhe findet man nichts wieder oder muß sich in die Hocke begeben. Der Kühlschrank steht günstiger, wenn sich sein oberes Fach auf Augenhöhe befindet. Wenn der Kühlschrank auf dem Fußboden stehen soll, dann nehme ein richtig großes Standmodell, das Dir mindestens bis Brusthöhe reicht.

Ich würde Herd und Backofen trennen. Hinsichtlich des Energiebedarfs, der Betriebskosten und der Praxistauglichkeit geht übrigens nichts über einen Gasherd. Auch ein Induktionsherd ist im Vergleich nur eine Halbheit. Der Unterschied zum E-Herd macht sich natürlich nur bemerkbar, wenn die tägliche Nahrungszubereitung über das Aufwärmen von Fertigfutter hinaus geht. Beiderseits des Herds sollte es Arbeits- und Ablageflächen mit reichlich Ellenbogenfreiheit geben.

Über dem Herd ohnehin nicht, aber auch direkt links und rechts daneben würde ich auf Hängeschränke verzichten. Laß lieber an beiden Seiten 20 cm ungenutzt oder installiere eine Dunstabzugshaube, die breiter als der Herd ist. Es gibt z. B. 90 cm breite Abzugshauben. Man reduziert damit den Putzaufwand in der Küche. Wenn nämlich auf dem Herd etwas brutzelt oder kocht und direkt neben der üblichen nur 60 cm schmalen Dunstabzugshaube ist alles zugebaut, hinterläßt dort wasserdampf- und fetthaltige Luft ihre Rückstände. Der Dreck zieht bis in direkt benachbarte Hochschränke. Außerdem sind die unteren Kanten von Hängeschränken direkt links und rechts des Herds prädestiniert, sich gehörig die Rübe zu stoßen, wenn man sich über einen Topf beugt.

Ein Backofen, der nur in tief gebückter Haltung erreichbar ist, macht keinen Spaß. Unterbringung etwa auf Brusthöhe ist deutlich bequemer.

Wenn Kühlschrank und Backofen auf menschenfreundlicher Höhe angeordnet werden, ergibt sich darunter Platz für Drahtkorb-Auszüge für Pött und Pann. Schubfächer, die man versehentlich aus ihrer Führung ziehen kann und ihr Inhalt landet auf dem Fußboden oder dem Kopf des Kindes (oder der Katze), sind Müll. Schubfächer besitzen idealerweise ordentlich gelagerte ¾- oder Vollauszüge.

Küchenarbeit verrichtet man überwiegend stehend. Daran sollte man bei der Höhe aller Arbeitsflächen denken. Die übliche Höhe von 80 cm ist für viele Menschen als Steharbeitsplatz ergonomisch ungünstig und führt zu Rückenschmerzen. Je nach Körperlänge von Dir und Deiner Frau/Freundin können ein paar Zentimeter höher angeordnete Arbeitsflächen wohltuend wirken. Mindestens 1 Arbeits- und Ablageplatz muß so stabil sein, daß man ein Schnitzel klopfen kann, ohne daß in der Umgebung etwas wackelt oder scheppert. Aber auch als Vegetarier wirst Du eine richtig stabile Arbeitsfläche zu schätzen wissen.

Sofern es der vorhandene Platz zuläßt, sollte eine Spüle zwei Becken und eine Abtropffläche bieten. Achte auch bei der Höhe der Spüle auf Ergonomie. Dein Rücken wird es Dir danken.

Mehrere 1000 Jahre, seit Menschen Geschirr benutzen, reichten nicht, um überall in der Möbelindustrie ankommen zu lassen, wie tief ein Geschirrschrank mindestens sein muß. Ähnlich wie bei Kleiderschränken werden Sachen angeboten, die für ihren Zweck nicht tief genug sind, bei denen die Tür nicht mehr schließt, wenn man einen großen Teller hinein stellt. Also auf ausreichende Tiefe der Schränke achten. Wo Schränke die ganze Tiefe der Arbeitsplatte ausfüllen, also 60 cm, sind Vollauszüge praktischer als starre Regale. Das ist zwar eine kostspielige Lösung, aber Schrankflächen, die man nur erreicht, wenn man alles ausräumt, sind ein dauerhaftes Ärgernis. Zudem braucht man weniger Schränke, wenn man jeden Winkel problemlos erreicht.

Bei den Möbeln würde ich auf Griffe ohne scharfe Kanten achten. Griffmulden anstelle von Griffen haben den Vorteil, daß man sich daran nicht stoßen kann. Die Griffmulden müssen aber so ausgeformt sein, daß man sie nicht nur mit den Spitzen der Fingerkuppen zu fassen bekommt. An solchen Sachen kann man sich schmerzhaft die Fingernägel brechen. Ansonsten achte insbesondere auf alle Kanten und Umleimer. Dabei ist flätiger Plunder weit verbreitet. Qualitätsmöbel haben Kanten aus mindestens 5 mm dickem Vollholz oder zähharte, mindestens 3 mm dicke und an den Ecken verschweißte Kunststoff-Umleimer. Außerdem ist die Bauart der Scharniere an den Türen ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Scharniere, die den Öffnungswinkel von Schranktüren auf 90° begrenzen, reißen bei der ersten Unachtsamkeit heraus. Viel besser sind Scharniere, die einen Öffnungswinkel der Tür von 180° erlauben. Schließlich achte auf das Material von Einlegeböden bzw. Regalbrettern. Dabei wird im unteren Preissegment sogar für meterbreite Regale beschichtete Spanplatte verwendet. Bei schmalen Regalen spricht nichts gegen Spanplatten. Beim üblichen Küchenraster von 60 cm und allemal bei längeren Regalen taugen aber Spanplatten für kräftig belastete Regale wenig. Ein paar Stapel Teller können dafür schon zuviel sein, weil Spanplatten keine Elemente enthalten, die die bei Belastung des Regals auftretenden Zugkräfte aufnehmen können. Deshalb biegt sich solches Regal bei Belastung deutlich durch und neigt zu dauerhafter Verformung. Besser, weil viel stärker belastbar, sind Regalböden aus stabverleimtem Holz. Das Material gibt es mit allen küchenüblichen Oberflächen und Beschichtungen.

Eine Küche, bei der die erwähnten Gesichtspunkte berücksichtigt wurden, gibt es nicht in der 999 €-Klasse. Trotzdem wird die bessere Qualität auf die Dauer die preisgünstigere Lösung sein. Wenn man täglich 3 Mahlzeiten in der eigenen Küche zubereitet, können bei einer Familie wöchentlich 15 Stunden Küchenarbeit zusammen kommen. Das sollte Grund genug sein, diesen Arbeitsplatz einigermaßen professionell zu gestalten.

Gruß
Wolfgang

Als Mensch, der im Laufe der Jahrzehnte so manche eigene Küche
plante und baute, täglich selbst kocht und einige Erfahrung in
der Gestaltung von Arbeitsplätzen hat, kann ich ein paar
Gesichtspunkte beitragen:

Erstens vielen Dank, zweitens Hut ab, da steckt wirklich viel Erfahrung drin.

Frontverkleidungen von z. B. Kühlschrank und Geschirrspüler
mit Spanplatten im Küchendekor ergeben Spalte und Kanten, an
denen sich Dreck und allerlei Unappetitliches sammelt.

Ok, damit ist ein integrierter aus dem Rennen.

Kühlschränke sind unabhängig von ihrer Größe immer zu klein.

Ich kann mir jetzt einen Amerikaner leisten, aber der ca 30-50% höhere Energieverbrauch als bei 60-70cm breiten hält mich davon ab. Aber >100l Gefrierabteil und 200l Kühlen sollte er haben, dann

Im üblichen auf dem Fußboden stehenden Modell mit 80 cm Höhe

wird er auch 1,95-2m hoch, das paßt. Brauche ihn nur für mich allein.

Ich würde Herd und Backofen trennen.

Platzfrage, s.u… Direkt unter dem Gaskochfeld ist der Platz am besten genutzt.

Hinsichtlich des Energiebedarfs, der Betriebskosten und der Praxistauglichkeit
geht übrigens nichts über einen Gasherd.

Ich habe Glück, es liegt Gas in der Küche :smile:.

Auch bei Gasherden gibt es Edelstahl vs. Ceran/Glaskeramikkochfeld, im Versand ca 220Euro vs. 350 Euro. Lohnt sich der Mehrpreis durch leichteres Putzen?

Beiderseits des Herds sollte es Arbeits- und Ablageflächen mit reichlich Ellenbogenfreiheit geben.

Hm, mehr als bds. 50 cm wird nicht gehen…

Über dem Herd ohnehin nicht, aber auch direkt links und rechts
daneben würde ich auf Hängeschränke verzichten. Es gibt z. B. 90 cm breite Abzugshauben. Man reduziert damit den Putzaufwand
in der Küche.

Hm, ich brauche eigentlich abder den Platz. Es ist aber auf jedenfall bedenkenswert…

Außerdem sind die unteren Kanten von Hängeschränken direkt links und rechts
des Herds prädestiniert, sich gehörig die Rübe zu stoßen, wenn
man sich über einen Topf beugt.

Kann mir nicht passieren, bin 1,95m :smile:

Wenn Kühlschrank und Backofen auf menschenfreundlicher Höhe
angeordnet werden, ergibt sich darunter Platz für
Drahtkorb-Auszüge für Pött und Pann.

Wenn ich beispielsweise bei Ikea eine Küche mit Arbeitshöhe 105 cm kaufen würde, wäre ein Sockel von 30cm ungenutzt. Dämlicher geht’s nicht…

Küchenarbeit verrichtet man überwiegend stehend. Je nach
Körperlänge von Dir und Deiner Frau/Freundin können ein paar
Zentimeter höher angeordnete Arbeitsflächen wohltuend wirken.

Habe mich schon auf 100 bis 105 cm eingerichtet, werde sie im wesentlichen allein benutzen. Begrenzt allerdings die Auswahl.

Sofern es der vorhandene Platz zuläßt, sollte eine Spüle zwei
Becken und eine Abtropffläche bieten.

Zum Geschirrspülen sehe ich das ein. Aber wofür sonst noch? Gemüse putzen und gleichzeitig schutziges Geschirr abstellen z.B.

wie tief ein Geschirrschrank mindestens sein muß.

40 cm reichen aber, oder?

Qualitätsmöbel haben Kanten aus mindestens 5 mm dickem Vollholz oder zähharte, mindestens 3 mm dicke und an den Ecken verschweißte Kunststoff-Umleimer.

D.h., damit fallen fast alle Lack-Oberflächen schon mal raus. Sahen mir eh’ nach viel Arbeit aus. Aber solche stabilen Kanten habe ich an Küchen der anvisierten Preisklasse (ca. 900 Euro pro lfd Meter ohne Geräte) nicht gesehen.

Viel besser sind Scharniere, die einen Öffnungswinkel der Tür von 180° erlauben.

Logisch. Habe dem Verkäufer auch in einer Ausstellung vorgeführt, wie man mit dem kleinen Finger die Tür aus dem 110°-Beschlag zu reißen droht. 180°-Beschlage habe ich nicht gesehen.

Besser, weil viel stärker belastbar, sind Regalböden aus stabverleimtem Holz.

Wo findet man das? Bei der Mittelklassse, in der sicher 90% der Küchen verkauft werden, nicht.

Eine Küche, bei der die erwähnten Gesichtspunkte berücksichtigt wurden, gibt es nicht in der 999 €-Klasse.

Aber auch nicht in der 5000Euro-komplett-Klasse oder 2500Euro ohne Geräte für 3,x m.

Trotzdem wird die bessere Qualität auf die Dauer die preisgünstigere Lösung sein.

Hm, es ist eine Mietwohnung. Eigentlich habe ich überhaupt keine Lust, 10000-15000 Euro in eine Küche zu stecken und in x Jahren vom Nachmieter 1000 bis 2000 Euro zu bekommen.

Aber ich habe schon gesehen, daß ich bei der Mittelklasse-Küche Abstriche bei meinem Qualitätsgefühl machen muß. Solche Möbel würde ich mir außerhalb der Küche nicht hinstellen.

Apropos: bekommt man Arbeitsplatte mit Aluminium-Kante außer bei Ikea irgendwo?
Großhandel?
Sicher ist eine abgerudnete oder Umleimer-Kante leichter zu putzen, aber es sieht schön aus…

Ikea hat ein paar schöne preiswerte Oberflächen. Aber mit Aufbau sind die Küchen teuer und nicht besonders gut…

Vielen Dank für die vielen Tips.

Gruß
Alexander

Moin,

Ich würde Herd und Backofen trennen. (…)
Ein Backofen, der nur in tief gebückter Haltung erreichbar
ist, macht keinen Spaß. Unterbringung etwa auf Brusthöhe ist
deutlich bequemer.

Also ich weiss nicht…
Das ist zwar jetzt groß in Mode, aber es will mir nicht eingehen, dass man sich eine tolle Dunstabzugshaube kauft, dann aber den Backofen ausserhalb deren Einzugsbereiches plaziert.

Wer natürlich den Backofen nur für den Sonntagskuchen oder den Niedrigtemperatur-3Stunden-Braten verwendet, wird keine Probleme haben, aber wer schon mal ein ordentliches Stück Roastbeef bei 250°C seiner blutigen Bestimmung entgegen geführt hat, wird wissen, dass danach die Küche ohne Dunstabzug leicht ins bläulich-dunstige geht…

Just my 0,02 EUR…

Gruß
Stefan

Hallo Alexander!

…es ist eine Mietwohnung.

Daß es sich um eine Mietwohnung handelt, hatte ich nicht bedacht. Dann wird man aufgrund vorhersehbar begrenzter Nutzungsdauer Kompromisse machen.

Eigentlich habe ich überhaupt keine Lust, 10000-15000 Euro in eine Küche zu stecken…

Je nach Größe und Ausstattung kann man ohne weiteres beim Preis eines Mittelklasseautos landen, nur mit dem Unterschied, daß die Küche in Spitzenqualität ihren Zweck noch tadellos erfüllt, während man zwischenzeitlich ein halbes Dutzend Autos verschlissen hat. Für Mietwohnungen kommen solche Küchen aber eher nicht in Frage.

Zum Geschirrspülen sehe ich das ein. Aber wofür sonst noch? Gemüse putzen und gleichzeitig schutziges Geschirr :abstellen…

Oder Du putzt Gemüse und möchtest zwischendurch etwas abspülen oder das Wasser der gerade fertig gekochten Kartoffeln oder Nudeln abgießen… Keine Frage, man kommt auch mit nur einem Spülbecken nebst Abtropffläche zurecht.

…180°-Beschlage habe ich nicht gesehen.

…Regalböden aus stabverleimtem Holz.

Wo findet man das? Bei der Mittelklassse, in der sicher 90% der Küchen verkauft werden, nicht.

Ist ähnlich wie bei den Scharnieren eher in der oberen Preisklasse und im Labormöbelbau zu finden. Es ist die Summe der vielen auf Anhieb gar nicht zu erkennenden Unterschiede, die den stolzen Preis ergibt. Es beginnt schon bei den Füßen für den Höhenausgleich der Möbel und geht bis zum Material und zur Montageweise der Rückwände. Es gibt Höhenausgleichsschrauben, die man nur auf dem Fußboden liegend mühsam erreicht und es gibt Lösungen, die jederzeit problemlos erreichbar und verstellbar sind. Für wenig Geld ist eine hauchdünne, sich wölbende Rückwand einfach eingenagelt, während die Rückwand beim hochwertigen Möbel aus Material besteht, das der Billigheimer nicht einmal für den Korpus verwenden kann. Es gibt Unterschiede in Bauart und Festigkeit sämtlicher Verbindungen im Möbel, bei Material und Art der Beschichtung von Korpus und Einbauteilen, bis zu winzigen Feinheiten. So ist es ein Unterschied, ob ein Einlegeboden nur auf in Bohrungen der Seitenwände steckenden Stiften aufliegt oder ob Konstruktionsteile verwendet wurden, die den Einlegeboden in seiner Position einrasten lassen, so daß Höhenverstellung möglich, aber versehentliches Herauskippen oder Herausreißen ausgeschlossen ist. Es gibt Scharniere, die nur eine Türöffnung um 90 oder 110° erlauben und bei jeder weiteren Bewegung entweder herausreißen oder zerbrechen. Es gibt aber auch Scharniere, die einen Öffnungswinkel von 180° oder sogar 270° erlauben, was z. B. am Ende einer Küchenzeile nützlich sein kann. Dann steht am geöffneten Schrank die Tür nicht störend im Raum, sondern ist seitlich an den Schrank geschwenkt. Es gibt mit Magnetschnäppern zugehaltene Türen, die hart anschlagen und sich nur mit einem Rück öffnen lassen. Es gibt aber auch Türen, die vom Scharnier zugehalten werden, sich ohne Ruck öffnen lassen und beim Schließen nicht einfach zuklatschen, sondern sich mit eingebauter Dämpfung in die Schließposition begeben. In L- und U-förmigen Einbauküchen gibt es eine bzw. zwei Ecken, die man ungenutzt lassen oder mit schwer erreichbaren und deshalb kaum nutzbaren Schränken ausfüllen kann. Man kann aber auch einen über Eck gehenden pfiffigen Türmechanismus verwenden und dahinter befindet sich ein Karussell mit viel und gut erreichbarem Platz. Aber jedes Detail kostet Geld und in der Summe der vielen Details kommt ziemlich viel Geld zusammen…

Aber ich habe schon gesehen, daß ich bei der Mittelklasse-Küche Abstriche bei meinem Qualitätsgefühl machen :muß. Solche Möbel würde ich mir außerhalb der Küche nicht hinstellen.

Wenn man die Küche als Arbeitsplatz sieht, an dem man wöchentlich etliche Stunden tätig ist, sich nicht quälen und ärgern möchte und die Arbeit auch noch Freude machen soll, kann die Qualität eigentlich gar nicht hoch genug sein. An jeden anderen Arbeitsplatz würde man jedenfalls hohe Ansprüche stellen.

Apropos: bekommt man Arbeitsplatte mit Aluminium-Kante außer bei Ikea irgendwo?

Weiß ich nicht. Im allgemeinen sind Fügestelle verschiedener starrer Materialien potentielle Drecknester. Wenn man solche Kante an einer Arbeitsplatte haben möchte, bringt das jede Tischlerei zustande. Ich halte Aluminium für den Küchenbau für kein besonders gut geeignetes Material. Damit Alu nicht alsbald „schedderig“ aussieht, muß es eloxiert werden. Eloxal ist eine sehr harte Schicht, die vieles aushält, nur keine Laugen. Aber genau die können in einer Küche vorkommen, spätestens beim Putzen. Von ein bißchen Seifenlauge gibt es nicht gleich Schäden, aber für lange Lebensdauer ist eloxiertes Alu in der Küche „suboptimal“.

Eine Anmerkung zum Gasherd: Ich würde dafür nichts mit Keramik oder Emaille nehmen. Ceran ist für E-Herde eine feine Sache, wenn man die leicht zu reinigende, glatte Oberfläche mit in Chromringen eingefaßten Heizplatten vergleicht. Aber Ceran und allgemein Keramikwerkstoffe sind sehr hart, vertragen keine harten Schläge (es fällt schon mal versehentlich etwas herunter) und es sind Geschirrmörder. Ich würde für den Gasherd Edelstahl bevorzugen.

Gruß
Wolfgang

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Hi Stefan,

Also ich weiss nicht…
Das ist zwar jetzt groß in Mode, aber es will mir nicht
eingehen, dass man sich eine tolle Dunstabzugshaube kauft,
dann aber den Backofen ausserhalb deren Einzugsbereiches
plaziert.

Auch wenn eine Dunstabzughaube über dem Herd ist; sie wird so gut wie nichts von den Ausdünstungen des Ofens aufnehmen.

Wer natürlich den Backofen nur für den Sonntagskuchen oder den
Niedrigtemperatur-3Stunden-Braten verwendet, wird keine
Probleme haben, aber wer schon mal ein ordentliches Stück
Roastbeef bei 250°C seiner blutigen Bestimmung entgegen
geführt hat, wird wissen, dass danach die Küche ohne
Dunstabzug leicht ins bläulich-dunstige geht…

Unser Ofen wird täglich genutzt, auch früher, als wir die ‚klassische‘ Anordung hatten.
Daher meine Erfahrung, daß eine Dunstabzughaube wenig nutzt.

Jetzt haben wir nen Ofen in Höhe der Arbeitsplatte und neben der unvergleichlich höheren Bequemlichkeit sehe ich keinen Unterschied zum Dunst.

Gandalf

Moin,

Auch wenn eine Dunstabzughaube über dem Herd ist; sie wird so
gut wie nichts von den Ausdünstungen des Ofens aufnehmen.

Hmmm… Da habe ich komplett andere Erfahrungen gemacht:
Einmal Roastbeef ohne Dunstabzug (weil damals noch nicht geliefert) = 1 Woche Essigschälchen in der Küche.
1 Monat später: Einmal Roastbeef mit Dunstabzug (ok, ein 90cm-Teil mit Doppelmotor; wenn ich bei Vollgas den Pfefferstreuer zu hoch halte, fliegt das Zeug aufwärts) = geruchsfrei.

Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es daran liegt, wo beim Ofen der Wrasenabzug ist.

Gruß
Stefan