Hallo,
es gibt geshlossene Fonds, die man zu 100% vom Jahreseinkommen
absetzen kann.
Wo sind Vor- und Nachteile (Risiken) eines solchen Fonds?
Wer kennt gute Internetseiten, wo solche Fond gehandelt und bewertet werden?
Danke.
Hallo,
es gibt geshlossene Fonds, die man zu 100% vom Jahreseinkommen
absetzen kann.
Wo sind Vor- und Nachteile (Risiken) eines solchen Fonds?
Wer kennt gute Internetseiten, wo solche Fond gehandelt und bewertet werden?
Danke.
Ein ganz schön großer Nachteil liegt wohl darin, daß du die Teile nicht jederzeit verkaufen kannst.
Es gibt zwar einen Sekundärmarkt, der funktioniert aber sau schlecht.
Außerdem wirst du vom Finanzamt hier eben nicht als Anteilseigner von einem Fonds sondern eben als Hausbesitzer gesehen.
Bevor du so was kaufst, solltest du dich ausführlich bei deiner Bank beraten lassen.
mfg Ivo
hi,
und vor dem kauf, ein blick in das einkommensteuergesetz. als lafontaine noch fin.min. war (war er ja nicht lange), hat er den § 2b EStG eingeführt, der daringehend viel spannung und ungeklärtes gebracht hatte:
Negative Einkünfte aus der Beteiligung an Verlustzuweisungsgesellschaften und ähnlichen Modellen
„Negative Einkünfte auf Grund von Beteiligungen an Gesellschaften oder Gemeinschaften oder ähnlichen Modellen dürfen nicht mit anderen Einkünften ausgeglichen werden, wenn bei dem Erwerb oder der Begründung der Einkunftsquelle die Erzielung eines steuerlichen Vorteils im Vordergrund steht. Sie dürfen auch nicht nach § 10d abgezogen werden. Die Erzielung eines steuerlichen Vorteils steht insbesondere dann im Vordergrund, wenn nach dem Betriebskonzept der Gesellschaft oder Gemeinschaft oder des ähnlichen Modells die Rendite auf das einzusetzende Kapital nach Steuern mehr als das Doppelte dieser Rendite vor Steuern beträgt und ihre Betriebsführung überwiegend auf diesem Umstand beruht, oder wenn Kapitalanlegern Steuerminderungen durch Verlustzuweisungen in Aussicht gestellt werden. Die negativen Einkünfte mindern nach Maßgabe des § 2 Abs. 3 die positiven Einkünfte, die der Steuerpflichtige in demselben Veranlagungszeitraum aus solchen Einkunftsquellen erzielt hat, und nach Maßgabe des § 10d die positiven Einkünfte, die der Steuerpflichtige in dem unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum oder in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus solchen Einkunftsquellen erzielt hat oder erzielt.“
Eingefügt mit Wirkung ab 5.3.1999 durch das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 vom 24.3.1999.
gruss
showbee
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Hallo Fabian!
Geschlossene Fonds sind ein ziemlich komplexes Thema. Ich stelle dir hier mal eine Vorgehensweise vor, die sicher nicht auf Vollständigkeit beruht:
Wenn du diese Fragen mit JA beantworten kannst, dann folgt der nächste Schritt. es muß ein geeigneter Fonds ausgesucht werden. Wichtige Fragen sind:
Wenn man nun der Meinung ist, einen geeigneten Fonds gefunden zu haben (das Gesamtangebot ist ziemlich undurchsichtig), dann sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass man bei der Wahl des Beteiligungsbetrages im oberen Bereich der Steuerprogression bleibt, alles andere ist in den meisten Fällen verlorene Rendite. Und man muß bedenken, dass man meist für lange Zeit nicht an den eingezahlten Betrag kommt. Steuererstattungen folgen auch erst im Jahr danach. Im Medienbereich kann man noch Verlustzuweisungen (alter Begriff) von über 100% erreichen.
ein einfaches Beispiel:
Annahmen:
individueller Spitzensteuersatz 50% (weit überschritten)
Verlustzuweisung 120%
Anlagebetrag DM 100.000,-
Erstattung vom Finanzamt:
=DM 100.000,-*120%*50%
=DM 60.000,-
Vor dem Abschluss eines solchen Fonds empfehle ich dir, (d)einen Steuerberater zu befragen. Desweiteren würde ich mich an seriöse Anbieter halten. Es sind schon einige Fonds Pleite gegangen. Rein rechtlich wirst du Unternehmer und trägst das volle Risiko.
Seriöse Anbieter erkennt man unter anderem an folgenden Kriterien:
Als seriös sehe ich persönlich folgende Anbieter:
LHI (Medienfonds), debis , IBV, Fundus (Immobilien)
mehr fallen mir gerade nicht ein.
Großer Nachteil: Die Anbieter von geschlossenen Fonds werden nicht durch das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen oder eine andere Aufsicht kontrolliert. Es kann und wird viel Schaden durch schwarze Schafe angerichtet, der jedes Jahr in die Milliarden geht. Also gut aufpassen! Viel Glück!
Für Fragen stehe ich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg
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Hallo Jörg,
Danke für Deine ausführliche Erklärung.
Ich bin wirklich sehr verzweifelt…
Irgendwie kann ich mir nirgends so richtig informieren.
Und ich habe keine Ahnung, wo die Profis zu finden sind, die
mir helfen können.
Kennst Du einige gute Sites im Internet?
Kennst Du „VICTORY Media Gruppe“?
Was hällst Du von ihnen?
Was hat es mit Agio in sich?
Bist Du selber Berater oder „Endkonsument“?
Danke
Hallo Jörg,
Danke für Deine ausführliche Erklärung.
Ich bin wirklich sehr verzweifelt…
Meinst du wirklich, man sollte wegen einer Geldanlage verzweifelt sein? Ich halte das für falsch. Was Geld anlegen betrifft, so sollte man so rational wie möglich handeln.
Irgendwie kann ich mir nirgends so richtig informieren.
Und ich habe keine Ahnung, wo die Profis zu finden sind, die
mir helfen können.
Das ist richtig. Das Marktangebot ist sehr undurchsichtig.
Kennst Du einige gute Sites im Internet?
Nein. Ich kann dir nur raten, so etwas NICHT übers Internet zu machen. Da sind die schwarzen Schafe häufiger anzutreffen!!Desweiteren sind geschlossene Fonds doch sehr erklärungsbedürftig. Ich glaube nicht, dass das Internet das bieten kann.
Kennst Du „VICTORY Media Gruppe“?
Habe ich bis jetzt noch nichts von gehört, aber das muß nichts heißen.
Was hat es mit Agio in sich?
Häufig ist ein Agio, also ein Ausgabeaufschlag zusätzlich zum Beteiligungsbetrag zu zahlen, üblicherweise 5%. Aber auch das ist Verhandlungssache.
Bist Du selber Berater oder „Endkonsument“?
Ich bin im Private Banking einer größeren deutschen Bank tätig. Wir verkaufen unter anderem auch geschlossene Fonds.
MfG
Jörg