Geschlossene Fonds!?

hey leute, was haltet ihr eigentlich von „geschlossenen fonds“?? heute findet dazu ja ein experten-chat an der berliner börse statt und überlege da teilzunehmen (www.forum.berlinerboerse.de/start.php). hat jemand von euch schon mal in geschlossene fonds investiert? welche erfahrungen habt ihr damit gemacht?

über ein paar infos würd ich mich freuen!
grüße

(www.forum.berlinerboerse.de/start.php). hat jemand von euch
schon mal in geschlossene fonds investiert? welche erfahrungen
habt ihr damit gemacht?

Das Problem ist, dass Du Dich mit der Investition ziemlich lange festlegst. Ich weiß nicht was für einen Fond Du im Auge hast, aber meines Wissens sind diese Anteile annähernd unverkäuflich (Bitte um Korrektur, falls mein Wissensstand überholt sein sollte).

Ich habe bei einer renomierten deutschen Bank einen geschlossenen Immobilienfond einer sehr erfahrenen Fondgesellschaft (es war der Fond Nr. 39) gezeichnet und bin damit so richtig über den Tisch gezogen worden. Kaum waren die Anteile verkauft, gingen beteiligte Firmen in Konkurs, die Mietverträge wurden wieder aufgehoben und bestimmte Objekte erweisen sich als unvermietbar. Fazit, bis heute zwar etwas Steuerersparnis, aber der Fond hat in 12 Jahren noch keinen Cent augeschüttet. Meine Schlußfolgerung: Finger weg !

Hallo, geschl. Fonds sind sehr problematisch. Sie unterliegen keinerlei staatl. Aufsicht bzw. Kontrolle und werden auch nicht von Investm.Ges. vertrieben (Grauer Kapitalmarkt). Es besteht auch kein off. Markt. Du mußt also einen KÄUFER für DEINE ANTEILE FINDEN !
Außerdem mußt Du bedenken, dass Du, als Beteiligter einer Gesellschaft, haftest, entweder mit Deinem VOLLEN Privatvermögen (in der GBR-Form) oder mit Deinem Anlagekapital (in KG-Form). Es gibt natürlich seriöse aber auch zahlose unseriöse (hierbei sind die Prospekte - oftmals 50-100 Seiten lang - und Beschreibungen das mit Abstand attraktivste. Zusammenfassend: 1)Wenn Du Pech hast, musst Du nachschießen - 2)es gibt keinen Markt (evtl. will keine Sau Deine Anteile, auch der Betreiber nicht) - 3)und keine staatl. Aufsicht und Kontrolle ist vorhanden.
In meinem Kundenkreis jammert gerade einer, der muss nachschiessen. Du kannst Dich gerne unter Falk-Geschädigten informieren.

Wenn der Betreiber, übertrieben formuliert, nicht gerade Dein Vater ist, würde ich die Finger davon lassen ! Solche Betreiber hat man auch schon oft in der Karibik gefunden, finanziert u.a. durch Dein Geld !

Gruß

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erweisen sich als unvermietbar. Fazit, bis heute zwar etwas
Steuerersparnis, aber der Fond hat in 12 Jahren noch keinen
Cent augeschüttet. Meine Schlußfolgerung: Finger weg !

Selbst die Steuervorteile können schlagartig, ggf. rückwirkend weg sein - es besteht keinerlei Vertrauensschutz !

Den Aussagen meiner Vorschreiber gebe ich nur bedingt recht.
Pauschal die ganze Branche zu verdammen ist sicher etwas übertrieben.
Fakt ist, dass man als Anleger in einem solchen Fonds zum Unternehmer wird. Anders könnten diese Steuervorteile gar nicht greifen. Und ein Unternehmer, der keine Ahnung von seinem Unternehmen hat, ist kein Unternehmer, sondern ein Idiot. Das wäre in etwa so, als wüsste der Bäckereiinhaber um die Ecke nicht, aus was ein Brötchen besteht.
Es gibt ganz sicher sehr viele geschlossene Fonds, die als einzigen Unternehmenszweck die Sanierung der Kasse des Initiators beinhalten, aber ich vermute mal, dass die weit größere Anzahl der Fonds einen wirtschaftlichen Hintergrund haben.
Problematisch ist, dass diese Anlagen so gut wie keinen Zweitmarkt haben, was von einigen Anbietern wiederum als Vorteil verbucht wird (keine Kursschwankungen). Weiterhin wird zum Problem, dass einem Scheitern des Investments deswegen kaum eine Reaktion folgen kann. Es gibt keinen, der solche Anteile kauft.
Ein weiteres Problem ist die Gestaltungsfreiheit der Initiatoren. Wenn die schreiben, dass 70% der Kundengelder in Unternehmensbeteiligungen fließen und 30% im Immobilien, ist das zwar schön, muss aber letzendlich nicht so erfolgen. Stecken dann 100% in Immobilien, 90 davon in der untervermieteten Immobilie des Initiators, schaut man eben in die Röhre (z.B. CSA5 der Südfinanz).
Genau so sinnfrei sind diese Kleinanlegergeschichten mit anfänglicher Einmalzahlung und folgender Ratenzahlung. Hier ist eine Beendigung der Zahlung meist gar nicht so einfach möglich, weil erst noch die meist gigantischen Vertriebskosten eingefahren werden müssen. Und diese Kosten gehen oft deutlich über 20%. Wer hier nicht kritisch nachprüft und nur dem Gelabere des „Beraters“ vertraut, sitzt meist ganz tief in der Tinte. Und oft ist dieser Berater eben der Vater, Bruder oder ein anderer guter Freund. Nix da mit Vertrauen!
Wer aber kritisch hinter die Kulissen schaut und sich das Kleingedruckte ansieht, hat die Möglichkeit, eine überdurchschnittliche Rendite einzufahren. Aufgrund der Risiken sollte auf jeden Fall klar sein, dass diese Art von Investment absolut ungeeignet für Kleinanleger ist, die so ihre Altersvorsorge aufbauen wollen. Mehr als 10%, max. 15% des Gesamtvermögens sollten nie in solche Investments gehen.
Und gut überlegen, eine Versicherung kann gekündigt werden, ein offener Fonds verkauft. Eine Beteiligung hat man für den definierten Zeitraum. Da gibt’s kein Zurück.

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So ganz kann ich mich der sehr negativen Meinung der Vorredner nicht anschließen.
Vorab: Klar ist, dass es sich in der Regel im ein Langzeit-Investment handelt. Unter 10 Jahre Planinvestitionszeit läuft da meist nicht viel.
Es gibt sicherlich auch eine Vielzahl von „Gurken“ - und diese Bezeichnung trifft sowohl Emittenten als auch die Fonds selber.

Dennoch vertrete ich die MEinung, dass es auch gute Emittenten gibt, die zum Teil seit Jahrzehnten Erfahrungen in diesem Bereich haben und nachweislich(!) die allermeisten, wenn nicht gar alle Emissionen auf den Weg gebracht für den Anleger zufriedenstellend abgewickelt haben, MPC, HCI, König & Cie., US Treuhand etc, etc. etc. sind sicherlich NAmen, die sich nicht verstecken müssen.

Was den Verkauf der Anteile angeht: Das ist sicherlich schwierig, aber nicht so unmöglich wie die Kollegen es leicht überspitzt darstellen.

In den letzten 12 Monaten gab es im Bereich der Schiffsbeteiligungen bei weiter über 60 geschlossenen Fonds einen Umsatz auf dem Zweitmarkt im 6- oder sogar 7-stelligen Bereich. Bei weiteren 60 Fonds im hohen 5stelligen Bereich (>50.000€).
Im Bereich geschlossener Immobilienfonds weisen 15 Fonds jeweils Millionenumsätze auf, über 70 liegen im 6stelligen Bereich, weitere 30 >50.000€.

Zusammengefasst: über 130 Fonds wurden in den letzten 12 Monaten mit 6stelligen Beträgen gehandelt, fast 100 im Volumen >50.000€.

DAs ist nicht so schlecht! Auch wenn es schwierig ist, Beteiligungen abzustoßen - unmöglich ist es nicht.

Steuerlich sind die wenigsten ein „Leckerchen“, einzig die unter die Tonnagesteuer fallenden Schiffsfonds treiben dem Anleger die Lachtränen in die Augen.

Fazit: Für einen Studenten ist es sicher nichts, als einzige Geldanlage schon gar nicht. Aber robuste Beteiligungsmodelle aus guter Hand diversifizieren das Portfolio und machen es weniger anfällig für wirtschaftliche Schwankungen.

Ohne ausführliche Beratung: Finger Weg!

Frank Wilke

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Im Bereich geschlossener Immobilienfonds weisen 15 Fonds
jeweils Millionenumsätze auf, über 70 liegen im 6stelligen
Bereich, weitere 30 >50.000€.

Das klingt richtig interessant. Kannst Du mir einen Tip geben, wie und wo ich feststellen kann, ob mein Fond marktgängig ist ?

Das klingt richtig interessant. Kannst Du mir einen Tip geben,
wie und wo ich feststellen kann, ob mein Fond marktgängig ist
?

Hi Nordlicht,
Ja: Mail an mich. :wink:
Ich schau dann gerne mal nach.
Frank

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Hallo Frank

Ja: Mail an mich. :wink:

Wird sofort erledigt.

Ich schau dann gerne mal nach.

Sternchen für Dich

Frank

Nordlicht

Wow, jetzt gibt’s schon Sternchen für’s Nachgucken???
Geh bitte nicht so inflationär damit um!
:wink:
Frank

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