Geschwindigkeit & Masse

Angenommen ein Sprinter läuft 12 Sekunden auf 100m und reduziert sein Körperfettgehalt um 10%. Wieviel schneller wird er dann laufen? Ich nehm an 10% schneller also 12-1,2 Sekunden = 10,8 Sekunden haut nicht so ganz hin oder?

Gruß

Der Anteil des Körperfettgehaltes hat nix (naja, kaum was) mit der Laufgeschwindigkeit zu tun. Anhand dieser Aufgabe kann man allein deshalb schon keine Antwort geben. Dazu kommt, dass hier ja von 10% des Körperfettgehalts gesprochen ist, also müsste man wenigstens mal wissen, wie hoch der Körperfettgehalt konkret ist, um abschätzen zu können, wie stark sich das auf sein Körper gewicht auswirkt. Aber selbst das hat für die Geschwindigkeit nur eine sehr untergeordnete Bedeutung.

Jochen

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Hallo erstmal.

Angenommen ein Sprinter läuft 12 Sekunden auf 100m und
reduziert sein Körperfett gehalt um 10%. Wieviel schneller wird
er dann laufen? Ich nehm an 10% schneller also 12-1,2 Sekunden
= 10,8 Sekunden haut nicht so ganz hin oder?

Seit wann besteht der menschliche Körper nur aus Fett ?
So gesehen muss man die Formel für die abzuziehende Zeit noch mit dem KFG gewichten (=multiplizieren)

Gruß

HTH
mfg M.L.

Ich hätte mich wohl etwas genauer ausdrücken sollen:

Ich hab gemeint er reduziert seinen Körperfettanteil VON z.B. 17% auf 7%. Sprich er wiegt danach genau 10% weniger. Da ich aber nur von einer reinen Körperfettreduzierung ausgehe, verliert er weder an Kraft noch an anderen Faktoren die für’s Sprinten relevant sind. Körperfett ist ja nur „totes Gewicht“ das mitgeschleppt werden muss.
Deshalb dachte ich, dass wenn er nur noch 90% der Masse transportieren muss auch nur 90% der Zeit brauchen müsste.

Wenn ich mir die Formel für Beschleunigung anschau F=m*a also a=F/m
dann würde meine Vermutung ja zumindestens auf die Beschleunigung (grob nicht genau) zutreffen, da F konstant bleibt und m um 10% reduziert wird.

Für Geschwindigkeit kenn ich allerdings nur die Formel V=s/t mit der ich hier nicht viel anfangen kann :-/. Was gibt’s denn für eine Formel von V in der a, F oder m enthalten ist? Wahrscheinlich müsste man noch dazu wissen, wie lange die Beschleunigungsphase dauert und wie lange die Phase mit (in etwa) konstanter Geschwindigkeit andauert?

Wenn ich’s mir in der Praxis überlege muss ich auch sagen, dass wahrscheinlich jeder der plötzlich 100m mit 10% mehr seines Körpergewichtes laufen soll…sagen wir mal 8kg mehr, wahrscheinlich schon deutlich langsamer sein müsste. Aber wie berechne ich das jetzt genau (bzw. ungefähr wenn ich grob sage 1/3 der Strecke ist Beschleunigung und 2/3 der Strecke sind konstante Geschwindigkeit)?

Gruß

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Hi.

Nein ich hab nicht 10% des Körperfettgehalts gemeint sondern „10% Körperfett“, sprich 10% des gesamten Körpergewichts.

Wieso hat deiner Meinung nach der Körperfettanteil nichts bzw. sehr wenig mit der Geschwindigkeit zu tun? Ich denk schon, dass das bei 10% einiges ausmachen müsste. Wenn ich eine 5 und eine 2,5kg Gewichtscheibe in die Hand nehme und mir überleg, dass ich mit dem zusätzlichen Gewicht (wenn auch gleichmäßig auf verschiedene Körperpartien verteilt) 100m laufen müsste, denke ich ehrlich gesagt schon, dass meine Zeit locker mehrere Zehntel höher wär. Außerdem find ich ist’s auch symptomatisch, dass alle Topsprinter sehr sehr niedrige Körperfettgehälter haben. (Wobei’s denen allerdings auch auf Hundertstelsekunden ankommt…)

Gruß

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Ich hätte mich wohl etwas genauer ausdrücken sollen:

Ich hab gemeint er reduziert seinen Körperfettanteil VON z.B.
17% auf 7%. Sprich er wiegt danach genau 10% weniger.
aber nur von einer reinen Körperfettreduzierung ausgehe,
verliert er weder an Kraft noch an anderen Faktoren die für’s
Sprinten relevant sind. Körperfett ist ja nur „totes Gewicht“
das mitgeschleppt werden muss.
Deshalb dachte ich, dass wenn er nur noch 90% der Masse
transportieren muss auch nur 90% der Zeit brauchen müsste.

Wenn ich mir die Formel für Beschleunigung anschau F=m*a also
a=F/m
dann würde meine Vermutung ja zumindestens auf die
Beschleunigung (grob nicht genau) zutreffen, da F konstant
bleibt und m um 10% reduziert wird.

Soweit hast du Recht:
Was dir fehlt ist wohl die Formel:

vmax = a * tBeschleunigung
und somit als Gesamtzeit, die Zeit, die er auf maximale Geschwindigkeit beschleunigen muss und die, die er mit konstanter maximaler Geschwindigkeit weiterläuft:

t = tBeschleunigung + tmaxGeschwindigkeit

Dabei ist nun wieder:
tBeschleunigung = vmax / a

Wenn allerdings die zurückgelegte Strecke s = 1/2 * a * t 2 größer als die gesamte Strecke ist kannst du in obige Formel gleich 100m für s einsetzen und die Zeit ausrechnen (a hast du ja auch).

Wenn du jetzt meinst, dass 1/3 der STRECKE für Beschleunigung aufgewendet wird, dann ergibt sich:
tBeschleunigung2 = 66,6m / a (Wurzel ziehen!)

und tmaxGeschwindigkeit = 66,6m / vmax

Tja sollte reichen! Ich hoffe es hilft.

Ähm danke erstmal für die Formel. Sorry, aber um da jetzt durchzublicken würd ich jetzt schon ein bisschen länger brauchen als ich erst dachte(und muss später eh noch Mathe lernen ;-(). Also frag ich einfach mal so:

Dass meine Theorie für die Beschleunigungsphase stimmt, hast du mir ja schon bestätigt (und ich glaub 1/5 der Strecke würde vielleicht doch eher hinkommen als 1/3).

Aber wie sieht’s mit der Phase der konstanten Geschwindigkeit aus. Spielt da die Masse eine weniger wichtige Rolle? Oder geht da ein Senken der Masse um 10% (wenn die anderen Faktoren gleichbleiben) auch in etwa mit einer Geschwindigkeitserhöhung / Zeitsenkung von 10% einher? Ich will die Zeit jetzt auch gar nicht allzu genau wissen (dazu müsste man ja genau wissen wie lang beschleunigt wird).

Danke + Gruß

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Ähm danke erstmal für die Formel. Sorry, aber um da jetzt
durchzublicken würd ich jetzt schon ein bisschen länger
brauchen als ich erst dachte(und muss später eh noch Mathe
lernen ;-(). Also frag ich einfach mal so:

Dass meine Theorie für die Beschleunigungsphase stimmt, hast
du mir ja schon bestätigt (und ich glaub 1/5 der Strecke würde
vielleicht doch eher hinkommen als 1/3).

Aber wie sieht’s mit der Phase der konstanten Geschwindigkeit
aus. Spielt da die Masse eine weniger wichtige Rolle? Oder
geht da ein Senken der Masse um 10% (wenn die anderen Faktoren
gleichbleiben) auch in etwa mit einer Geschwindigkeitserhöhung
/ Zeitsenkung von 10% einher? Ich will die Zeit jetzt auch gar
nicht allzu genau wissen (dazu müsste man ja genau wissen wie
lang beschleunigt wird).

Auch diesmal hast du Recht.
Die Masse spielt bei der Beibehaltung der Geschwindigkeit keine Rolle mehr, da idealerweise keine Kraft mehr auf den Läufer wirkt. Er beschleunigt nicht mehr, also a = 0 -> F = m * a = 0. Und wo keine Kraft wirkt, führt die Trägheit eines Körpers dazu, dass er sich geradlinig fortbewegt.
Wir haben hier zwar die Schwerkraft, aber die wirkt senkrecht auf die Bewegungsrichtung des Läufers und hat daher keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit.
Punktum: Die Massenänderung hat nur Einfluss auf die Beschleunigungsphase.

Danke. Ich dachte jetzt erst, dass dann bei einem 100m Sprint viel weniger ausmachen müsste als ich dachte und hab mich schon ein bisschen gewundert, aber man befindet sich tatsächlich 60m (bis zu 70m) in der Beschleunigungsphase. Da man für die Beschleunigungsphase im Verhältnis betrachtet wohl definitiv langsamer ist als in den 10-20m maximaler Geschwindigkeit und ca. 10m negativer Beschleunigung(!), kann ich wohl davon ausgehen, dass dann die Regel, dass 10% Gewichtsverlust eine Beschleunigung von 11,11% bringen für bestimmt knapp 70% der Strecke gilt.

Aber muss ich evtl. noch miteinberechnen, dass der Sprinter auf den letzten ca. 10m negativer Geschwindigkeit auch schneller abbremst, da er weniger Gewicht hat? (Das wird aber bei 10% der Strecke wohl nicht so sehr ins Gewicht fallen nehm ich an…v.a. da ich mit 70% sowieso schon großzügig gerechnet hab (da die 60-70m Beschleunigungsphase wohl mehr als 70% der Zeit ausmachen dürften…Mir kommt’s ja nur auf eine ungefähre Vorstellung keine genaue Berechnung an :wink:).

Gruß

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Hallo,

die Idee, die Bewegungsgeschw. so zu analysieren, wie Du
es angefangen hast ist einfach ziehmlicher Unsinn.

Die max. Bewegungsgeschwindigkeit eines Läufers hängt
IMHO sehr stark davon ab, mit welcher Geschwindigkeit
ein Mensch die Beine bewegen kann. Das ist wiederum haupt-
sächlich vom Körperbau (Länge der Knochen, Art der Gelenke,
Anordnung der Sehnen und Muskeln), der inneren Reibung und
vor allem der max. Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskeln
abhängig. Dann spielt auch die Lauftechnik, die Ausdauer,
die Motivation, die Ernährung, das gesundheitliche Befinden,
das Alter, das Geschlecht, der Blutzuckerspiegel,
und viele andere Faktoren eine Rolle.

Du siehst, von Fett und Körpermasse war bis dahin noch gar
nicht die Rede. Diese Parameter haben zwar einen Einfluß,
der ist aber eher indirekt und läßt sich aber auf keinen
Fall irgendwie per phys. Grundgesetz linear von der Masse
ableiten.
Wenn das so wäre, könnten leichtere Läufer generell
schneller laufen als schwerere.
Konsequenz: Babys wären 100m-Weltmeiste :wink:

Physikalischen Formeln kann es also für dieses Problem
gar nicht geben, höchstens empirisch ermittelte
statistische Mittelwerte.

Fett hat also nur insofern eine phys. Wirkung, als daß
die Beschleunigung langsamer ist, die innere Reibung
größer ist und der Luftwiderstand wegen der größeren
Angriffsfläche höher ist. Auch wird durch die größere
Masse mehr Kraft für das Aufrechterhalten des Körpers
verbraucht.

Außerdem kann die Technik und die Motivation schlechter
sein wird (viel Fett -> eher untrainiert/Bewegungsfaul).

Ähm danke erstmal für die Formel. Sorry, aber um da jetzt
durchzublicken würd ich jetzt schon ein bisschen länger
brauchen als ich erst dachte(und muss später eh noch Mathe
lernen ;-(). Also frag ich einfach mal so:

Dass meine Theorie für die Beschleunigungsphase stimmt, hast
du mir ja schon bestätigt (und ich glaub 1/5 der Strecke :würde vielleicht doch eher hinkommen als 1/3).

Die Beschleunigungstrecke bei einem 100m-Lauf ist eher
viel kürzer. Gerade das wird beim Sprint auch trainiert
-> Schnellkraft, Sprinter explodieren geradezu.
Aber auch ein Dicker wird nach ca. 5m kaum noch schneller,
dafür aber nach 50m wieder deutlich langsamer :frowning:
Gruß Uwi

Marathon, perfekte Sportart für Fettleibige
Hallo,

Punktum: Die Massenänderung hat nur Einfluss auf die
Beschleunigungsphase.

und deshalb brauchen Läufer mit 150kg nur etwas länger,
um auf die gleiche Geschwindigkeit zu kommen, wie ein
ganz dünne Läufer mit 65kg.

Nun ja, 100m-Sprint ist dann natürlich nix für Dicke,
aber beim Marathon ist es egal, weil die Gesamtstrecke
im Verhältnis zur Beschleunigungsstrecke eher sehr kurz
ist, nicht wahr?

Oder brauche die ganz Dicken beim Marathon doch eher
20km-30km zum Beschleunigen ???

An wissenschafticher Aufklärung dieser Zusammenhänge wäre
ich jetzt doch sehr interessiert :smile:
Gruß Uwi

Mir ist gerade aufgefallen, dass die Sache einen Haken hat…da ja nicht ab einem bestimmten Punkt eine magische Kraft auf den Läufer wirkt sondern er bei schwererer Masse trotzdem noch mehr Kraft erzeugen müsste um „zu laufen“.

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Hallo.

Ich hab vorhin extra auf der Seite eines Sprintcoaches nachgeschaut (per google gefunden) der gesagt hat, dass bei guten Sprintern die Beschleunigungsphase 60-70m andauert, dann ca. 20m mit maximaler Geschwindigkeit gelaufen werden und es am Ende eine kurze Phase negativer Beschleunigung gibt…woanders hab ich auch noch geschaut und dort hieß es dann, dass man sich ca. 60m in der Beschleunigungsphase befindet.

Dass es auf die ganzen anderen Faktoren ankommt die du aufgezählt hast ist mir klar, aber ich meine ja wenn man den gleichen Läufer betrachtet…

Ich dachte ehrlich gesagt schon, dass man wenn man GENAU denselben Läufer betrachtet und dem plötzlich 10% seiner Körpermasse (die er in Form von überschüssigem Körperfett hat) abzieht, er
a)in der Praxis deutlich schneller sein dürfte, da er ja mit zusätzlichen 10%(bzw. 11,11%) wohl auch deutlich langsamer wär (wenn das Masse ist die nicht zur Bewegung beiträgt).

und b) in der Theorie würde ich sagen, dass das mit der Beschleunigungsphase und der geringeren Masse funktioniert, da man ja die Kraft die entlang der Strecke geht betrachtet (also sind die anderen Faktoren die bei dem einen Läufer ja gleichbleiben irrelevant, die horizontale Kraft die in diese Richtung erzeugt wird, bleibt ja gleich bloß die Masse ändert sich).

Andererseits muss man dann bei den anderen beiden Phasen auch beachten, dass die erzeugte Kraft bei der maximalen Geschwindigkeitsphase eine LEICHTERE Masse bewegt und deswegen die Geschwindigkeit in dieser Phase auch etwas höher sein müsste. Allerdings muss man auch betrachten, dass man am Ende der Strecke wohl auch etwas schneller abbremst (als wenn man schwerer wär)…da die beiden Strecken aber ungefähr gleich groß sind (10m hin oder her sind hier jetzt ja nicht SO wichtig) hebt sich das dann wohl so einigermaßen auf, so dass es im Endeffekt trotzdem hauptsächlich auf die Beschleunigungsphase ankommt.

Ach ja und der Vergleich mit dem baby ist lustig aber hinkt, da es ja wie gesagt auch auf die erzeugte Kraft ankommt :wink: außerdem wie gesagt: Ich sprech nur von überflüssiger Masse die keine Kraft erzeugt (außer Reibungskraft…oder hat die größere Masse auch irgendeinen positiven Effekt?).

Naja aber ich glaub wir sind uns alle einig, dass wenn man einige Kilo Körperfett verliert dementsprechend schneller laufen können wird.

Aber wahrscheinlich sollte ich dabei wirklich am besten nach statistischen Studien suchen.

Gruß

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Hallo,

Mir ist gerade aufgefallen, dass die Sache einen Haken
hat…da ja nicht ab einem bestimmten Punkt eine magische
Kraft auf den Läufer wirkt sondern er bei schwererer Masse
trotzdem noch mehr Kraft erzeugen müsste um „zu laufen“.

jo richtig, denn eine Schubkarre beladen mit 2 besoffenen
Studenten fährt sich auch viel schwerer als ein Dreirad
mit ohne Sozius, oder?

Aber wo ist da der Hacken?
Etwa bei der „schweren Masse“?
Hat bestimmt was mit der RT zu tun. Aber kein Problem,
bei w-w-w- bekommt man alles erklärt:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Gruß Uwi :wink:

Selbsttest
Hallo.

mach doch einen Selbsttest.

Laufe an mehreren Tagen abwechelnd die 100m mit und
ohne Zusatzgewichte (ca6…7kg).
Dann die Mittelwerte ermitteln.

Die Gewichte müßten natürlich gleichmäßig so am Körper
befestigt werden, so daß sie bei laufen nicht stören
(z.B. in Weste einnähen).

Übrigens, im Pferdesport wird ja mit Gewichten ein
Handycap erzeugt. Evtl. gibt’s da auch Vergleichswerte.

Ich hab vorhin extra auf der Seite eines Sprintcoaches
nachgeschaut (per google gefunden) der gesagt hat, dass bei
guten Sprintern die Beschleunigungsphase 60-70m andauert,

Naja, exakt gleichförmige Bewegung ist ja sowieso sehr
unwahrscheinlich. Die Beschleunigungen sind wohl eher
sehr gering im Verhältnis zum „Startsprung“ (ersten 5…10m).
Dementsprechend gering werden Trägheitseffekte sein.

Trotzdem wird der Läufer in diser Phase deutlich langsamer
werden.

Die Ursachen dafür sind IMHO eher pysiologische Effekte
bzw. die einfache Tatsache, daß man mit viel Masse
sich nicht gerade leichtfüßig bewegt.
Am einfachsten sind manchmal Grenzwertbetrachtungen, um
Plausibilitäten zu prüfen.

Nehme mal 3-faches Körpergewicht. Die Bewegungsgew.
wird nicht gegen 1/3 sondern eher gegen 0 gehen.
Der Probant bricht nach 10Schritten zusammmen!

Anderer Fall, lasse den Läufer auf 1/4 des Köpergewichtes
schrumpfen. Da ist plötzlich das Verhältnis Masse zu
Oberfläche ganz anders -> Einfluß Luftwiderstand ändert sich.

Es gibt eben zu viele Parameter, als daß man so ein Problem
mal eben auch triviale Formeln reduzieren kann.

Trotzdem könnte es sein, daß die 10% ungefähr stimmen,
bloß die Erklärung dazu muß nicht stimmen.
Gruß Uwi

Hallo Fragezeichen,

Nein ich hab nicht 10% des Körperfettgehalts gemeint sondern
„10% Körperfett“, sprich 10% des gesamten Körpergewichts.

Bitte bedenke, dass „10% Körperfett“ meint: 10% des Körperfetts und _nicht_ 10% des Körpergewichts als Fett. Klar?! Es wird Dir nicht helfen, deine eigene Sprache zu erfinden. Eine Präzise Formulierung des Problems ist schon die halbe Lösung! Mit ungenau oder gar falsch formulierten Fragen und Gedanken manövrierst Du Dich nur in Sackgassen. Das ist ein Allgemeiner Tipp, ein sehr wertvoller, wie ich denke (es wird an Schulen zB. viel zu wenig darauf geachtet, dass Schüler Probleme wie auch Antworten genau zu formulieren lernen!)

Wieso hat deiner Meinung nach der Körperfettanteil nichts bzw.
sehr wenig mit der Geschwindigkeit zu tun?

Sie die Antwort von Uwi weiter oben!

Ich denk schon,
dass das bei 10% einiges ausmachen müsste.

Du gingst in der Frage von einem Sprinter aus (12s auf 100m sind recht gut; der Weltrekord(!) liegt immerhin bei knapp 10s). Der hat selbstredend keinen hohen Körperfettanteil. Bei Sportlichen Männern zwischen 20 und 30 liegt er etwa bei 12% des Körpergewichts. Wenn ein männlicher, 25 Jahre alter Sprinter nun 10% seines Körpergewichts in Form von Fett verliert, dann ist er tot und läuft gar nicht mehr.

Gehen wir zu Deinen Gunsten von einem Durchschnitts-Mann mittleren Alters aus, so können wir diesem ein Körperfettanteil von etwa 20% zuschreiben. Auch dieser würde eine Reduktion von 10% des Körpergewichts in Form von Fett nur sehr angeschlagen überleben, wodurch sich seine Laufleistungen nicht sonderlich verbessern würden.

Bei den beleibteren Expemplaren unserer Gattung ist eine Gewichtsreduktion in der von Dir beschriebenen Höhe natürlich -theoretisch- ohne gesundheitliche Einbußen erreichbar, aber hier liegt es nicht nahe, von Sprintern zu sprechen.

Was macht nun das Gewicht aus?

Das Gewicht hat, wie im Thread oben schon beschrieben, nur einen Einfluss auf die Beschleunigung. Leider ist diese beim Sprint alles andere als konstant, sondern nimmt nach dem Start zu, erreicht nach 10-20m etwa ein Maximum und fällt nach 30-40m schon wieder auf etwa Null ab (Werte gelten für sehr gute Sprinter). In der Beschleunigungsphase werden nach 40-50m die Spitzengeschwindigkeiten von etwa 11-12m/s erreicht.

Da die Beschleunigung selbst einer nicht genau bekannten Funktion folgt, läßt sich der Einfluß des Gewichts natürlich matematisch nicht exakt bestimmen. Anhand der oben genannten Richtwerte kann man sich aber mal an einer Näherungenslösung versuchen:

Teilen wir die Beschleunigungsphase in grobe Teile ein, sagen wir 10m-Abschnitte, mit folgenden (gleichförmigen) Beschleunigungen:

0-10m: 1.5m/s²
10-20m: 3.5m/s²
20-30m: 1.5m/s²
30-40m: 0.5m/s²

Wenn du mal durchrechnest, welche Zeit er für die Streckenabschnitten benötigt (beachte, dass am Anfang des jeweis nächsten Abschnitts er schon eine höhere Anfangsgeschwindigkeit hat! Gehe über s = vt + 0.5at²), dann kommst Du auf etwa 12s für 100m.

Gehen wir davon aus, dass der Läufer vor und nach der Diät die gleiche Kraft (F) hat,ergibt sich bei einer Massen von 80kg nach F=ma:

0-10m: F = 80*1.5m/s² = 120N
10-20m: F = 80*3.5m/s² = 280N
20-30m: F = 80*1.5m/s² = 120N
30-40m: F = 80*0.5m/s² = 40N

Wenn der gute nun nach der Diät nur noch 72kg wiegt, ergeben sich bei gleichen Kräften folgende Beschleunigungen:

0-10m: a’ = 120N / 72kg = 1.67
usw.

(einfacher: a’ = 80/72*a, allgemeiner: a’ = m/(0.9m)*a = 1.1*a)

Rechnen wir die Streckenabschnitte durch und addieren die Zeiten, kommen wir auf etwa 11.4s, also etwa eine halbe Sekunde reiner Gewichtseffekt.

Um es nochmal zu betonen: Wenn der arme, nicht fette Kerl sein Gewicht um 8kg reduziert, wird er zu schwach sein, um die hier berechneten Kräfte aufbringen zu können. Real würde ich davon ausgehen, dass er dann länger braucht für die 100m.

Anders wäre es bei einem Ausdauerläufer. Hier ist die Kraft nicht so wichtig, darum sind die auch - im Gegensatz zu Sprintern - fast immer nur Haut und Knochen!

Ich hoffe, das war ausführlich genug.

LG
Jochen

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Hallo,

die Mechanik des menschlichen Körpers ist sehr kompliziert, allein beim Laufen bewegen sich das Hüftgelenk, das Knie und der Fuss. Man muss z.B. berücksichtigen, in welchem Muskel wieviel Maximalkraft erreicht wird, welche Hebel wie greifen, dass man sich nicht nur nach vorne sondern auch nach oben abstösst etc.

Es ist also sehr sehr gewagt, einen Linearen Zusammenhang zwischen der Beschleunigung des Läufers und seiner Masse anzunehmen.

Grüße,
Moritz

Hallo,

Oder brauche die ganz Dicken beim Marathon doch eher
20km-30km zum Beschleunigen ???

An wissenschafticher Aufklärung dieser Zusammenhänge wäre
ich jetzt doch sehr interessiert :smile:
Gruß Uwi

Hmmm, die Frage ist hypothetischer Natur… ich habe noch keinen Dicken beim Marathon gesehen. Rein wissenschaftlich wird die Validierung der Hypothesen durch experimentelle Beobachtungen also nicht im Freiversuch, sozusagen in-situ, nicht möglich sein.

Doch kommen wir zu den Grundannahmen.

Ein durchschnittlicher Läufer braucht für die 42km etwa 3.5h, das sind 12km/h bzw. 3.3m/s. Ein Dicker Läufer sollte wohl etwa die halbe Geschwindigkeit dauerhaft nicht wesentlich überschreiten können. Setzen wir also 1.7m/s als Höchstgeschwindigkeit und weitering eine gleichförmige Beschleunigung über die ersten 30000m voraus, so ergibt sich nach s=0.5at² und v=a*t eine Beschleunigung von a=0.000048m/s, die t=35294s=9.8h anhält. Die restlichen 12km läuft er mit konstant 1.7m/s weiter (in t=7059s bzw. knapp 2h) und erreicht das Ziel nach 9.8h+2h=11.8h.

Wahrschenilich ist das nie gemessen worden, weil die Zeitnehme vor dem Zieleinlauf schon nach hause gegangen waren…

Wenn übrigends der Dicke eine Geschwindigkeit von 5m/s erreichen und halten kann, wäre er mit dieser ausgedehnten Beschleunigungsphase so schnell wie ein durchschnittlicher Marathonläufer.

Grüße,
Jochen

Perpetuum mobile?
Hi Lars,

Die Masse spielt bei der Beibehaltung der Geschwindigkeit
keine Rolle mehr, da idealerweise keine Kraft mehr auf den
Läufer wirkt. Er beschleunigt nicht mehr, also a = 0 -> F =
m * a = 0. Und wo keine Kraft wirkt, führt die Trägheit eines
Körpers dazu, dass er sich geradlinig fortbewegt.
Wir haben hier zwar die Schwerkraft, aber die wirkt senkrecht
auf die Bewegungsrichtung des Läufers und hat daher keinen
Einfluss auf die Geschwindigkeit.

das ist akademischer Quark, der den Bewegungsablauf des Läufers ignoriert. Wer Augen hat zu sehen, der beobachtet den Schwerpunkt des Läufers und entdeckt, dass selbiger bei jedem Schritt um einige Zentimeter gelupft werden muss. Diese dauernde Hubarbeit führt, man glaubt es kaum, trotz mangelnden Einflusses auf die Geschwindigkeit dazu, dass der Läufer schnauft und schwitzt. Je schwerer, desto mehr.

Gruß Ralf