Geschwür

Hallo,

der Roman „Das Paradies ist anderswo“ von Mario Varga Llosa beschreibt einen Teil des Lebenswegs von Paul Gauguin. Bei einer Schlägerei wurde ihm das Schienbein gebrochen, weswegen er den Rest seines Lebens humpelte. Schlimmer aber ist, dass er ein Geschwür am Bein zurückbehält, das er täglich einsalben und umwickeln muss, das aber trotzdem ständig schmerzt und noch durch die Wickel hindurch stinkt. Es wird trotz seines Einreibens, z. T. mit Arsensalbe, nie besser, er beschafft sich Opium und Morphium gegen die starken Schmerzen, die ebenfalls damit verbunden sind.

Was für ein Geschwür kann das sein? Liegt es an den damaligen (ca. 1830) Kenntnissen der Medizin, dass man das nicht heilen konnte, oder wäre so etwas auch heute möglich?

Grüße
Carsten

Hi,

ich kann dir deine Frage nicht in Gänze beantworten, aber solche offenen Wunden gibt es auch heute noch. Zum Beispiel gibt es ein sogenanntes (ab und an leider therapieresistentes) Ulcus cruris: ein offenes Bein als Folge einer Gefäßerkrankung.
Außerdem hört man immer wieder mal von Wunden, die sich nicht schließen wollen, zum Beispiel durch nosokomiale (=im Krankenhaus erworbene) Infektionen.
Die Reihe ließe sich ewig fortführen. Selbstverständlich sind die Therapien mittlerweile fortgeschrittener als die damalige ; )

Grüße
Liete