Gesetzliche KV im Alter

Hallo,

Herr Y war bis 1997 im Angestelltenverhältnis und gesetlich krankenversichert.
1998 machte Y sich selbständig und wechselte in die private KV.
Ab 2003 liefen die Geschäfte so schlecht, dass Y die private KV nicht mehr bezahlen konnte. Die Private KV kündigte daraufhin den Vertrag.
2006 vollendete Y sein 55. Lebensjahr.
Ab 1.4.2007 hat der Gesetzgeber die allgemeine Krankenversicherungspflicht für alle Bürger eingeführt.
Y war zu diesem Zeitpunkt nicht krankenversichert.
2008 beendet Y seine Selbständigkeit und findet eine Stelle als Arbeitnehmer.
Die gesetzliche KV verweigert ihm aber die Aufnahme, da das 55. Lebensjahr schon vollendet war und in den letzten 3 Jahren keine gesetzliche KV nachgewiesen werden kann.
Durch Folgeschäden aus einem Unfall besteht keine Hoffnung, dass Y eine bezahlbare private KV findet.
Darf die gesetzliche KV Y ablehnen?
Was könnte man Y empfehlen?

Gruß
Lawrence

Darf die gesetzliche KV Y ablehnen?

Ja, das SGB ist in deisem Falle eindeutig.

Was könnte man Y empfehlen?

In den Basistarif (keine Aufnahmebeschränkung, Risikoprüfung nur für Option auf Höherversicherung) seiner letzten PKV gehen, der ist zwar nicht empfehlenswert, aber eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.

Soviel also zur unten thematisierten „Pflicht“-Versicherung für „alle“ seit dem 1.4.2007.

Die ach so gute gesetliche KV sucht sich ihre Versicherten auch nicht anders raus als die privaten Versicherer.

Und der Staat betreibt seine Fürsorge auch nur für den, der ihn voraussichlich nicht mit Kosten belastet.

Gruß
Lawrence

Soviel also zur unten thematisierten „Pflicht“-Versicherung
für „alle“ seit dem 1.4.2007.

Diese neue Regelung ist einfach das LETZTE!
Die haben gemerkt, daß immer mehr Leute längere Zeit nicht versichert sind und das Einzige was Sie geregelt haben ist, daß man von denen trotzdem Kiohle kriegt!

Ich hab auch rückwirkend 2 Monate zahlen dürfen.
Wetten, daß wenn ich mir in der Zeit ein Bein gebrochen hätte ich das selbst bezahlen hätte müssen!

Gruß
Nick

Hallo,

tut mir leid, aber das kann ich so nicht stehen lassen.
Pflicht zur Versicherung für alle ist durchaus nachvollziehbar und im
Interesse nicht nur des Staates auch im Interesse dessen Bürger.
Kein Geld haben bedeutet man ist auf die Hilfe des Staates angewiesen
und die wird auch erteilt in den entsprechenden Fällen.
Kein Geld haben bzw. da sparen wollen wo es dann lezttendlich doch den
Steuerzahler und dann doppelt so hoch trifft. das ist nicht in meinem
Interesse als Steuerzahler. Eine Krankenversicherung brauch jeder -
selbst der, der viel Kapital hat kann nicht unerschöpflich davon seine
eventuellen Behandlungskosten übernehmen (Gates und Co. mal ausgeschlossen). Was glaubt man denn, was so eine Krankenhausbehandlung
kostet oder gar die Behandlung eines „Bluters“. Selbst eine „einfache“
Fahrt mit dem Krankenwagen kosten heute schon teilweise an die 1000,00€.
Und nach dem Motto zu handeln - „Ich bin gesund, brauche keinen Arzt und wenn zahle ich das lieber selbst als monatlich einer Krankenkasse
einen Beitrag zu zahlen“ - dazu soll sich jeder selbst seine Meinung
bilden - ich will hier keine User-Beschimpfung vornehmen.
Gruß
Czauderna

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Ich hab auch rückwirkend 2 Monate zahlen dürfen.
Wetten, daß wenn ich mir in der Zeit ein Bein gebrochen hätte
ich das selbst bezahlen hätte müssen!

Fairerweise sollte man für die Zeit, über die man nachträglich Beiträge entrichten musste, auch Arztrechnungen nachträglich einreichen dürfen.

Und peinlicherweise ist die Regelung mit der Pflichtmitgliedschaft a) nicht wirklich umfassend bekannt (d.h. man tappt leicht in die Falle, nachzahlen zu müssen) und trifft b) die Nachzahlung dann gerade die Armen, die sich vorher keine Versicherung leisten konnten.

Schon komisch…

Grüße,
Sebastian

Hallo,

tut mir leid, aber das kann ich so nicht stehen lassen.
Pflicht zur Versicherung für alle ist durchaus nachvollziehbar
und im
Interesse nicht nur des Staates auch im Interesse dessen
Bürger.

OK, wie wäre es denn dann mit der vollständigen Abschaffung des jetzigen Systems und Einführung einer steuerfinanzierten generellen Krankenversicherung? Die Blüten des derzeitigen Zustands wie die Nachzahlungen für vermeintlich unversicherte Zeiten armer Schlucker sind doch grotesk.

Grüße,
Sebastian

Hallo Zusammen,

das die GKV keine ehemaligen Privatversicherten mehr aufnehmen !darf! nach dem 55 LJ liegt auch ein bischen an uns, und ich gebe erlich zu auch ich habe bei einigen Kunden geholfen wie die Beiträge in der PKV zu hoch wurden das die Leute in die GKV gekommen sind.

Und eins ist auch klar, eine Versicherung ist immer ein Umlage prinzip viele zahlen ein das diejenigen die Hilfe brauchen auch die Leistung bekommen. Wenn ich aber in der Gesunden Zeit Geld in die PKV bezahle und im Alter (meisten Kranken, hohe Kosten) in die GKV gehe, dann fehlt der GKV die geleisteten Beiträge…

Prinzipel obwohl auch ich ganz gut durch unsere PKV leben kann,
würde ich EINE GKV mit EINEM Vorstand und EINER Verwaltung bevorzugen, in der ALLE Menschen in Deutschland versichert sind.

Auch würde ich die Leistungen nochweiter runterfahren auf Basis und Notfallversorgung und in der Schule ein Fach einführen, WElCHE Rechte und !Pflichten! habe ich als Bürger der BRD. Nur müsste dann auch die Ersparniss an die Menschen weitergeben werden, das die sich die ERgänzugsversicherungen auch Leisten können! Und wenn jetzt einer anfängt vonwegen Gesundheit, meinen Kollegen sind alle Gruppenverträge bekannt in den es Kontrahierungszwang gibt bzw. KV versicherungen beio denen die Kinder direkt nach der Geburt ohne Gesundheitsfragen mit Traumprämien versicherbar sind!!

Aber diese Lösung mit dem Basistarif UND dem Gesundheitsfonds ist das schlimmste was in den letzten Jahre unser Land schüttelt…

Mfg Sven

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Pflicht zur Versicherung für alle ist durchaus nachvollziehbar

Richtig Czauderna,

es gilt aber nicht für alle, sondern nur für „alle“ die die gesetzliche KV will, vergleiche die Eingangsfrage.

Gruß
Lawrence

Ich habe das Gefühl, dass die Diskussion abschweift.
Unter der Kostellation, dass der ehemals privat Krankenversicherte z.B. auf ALG II (Hartz IV) Anspruch hat, gibt es auch einen Weg zurüch zur GKV.
Der sogenannte Basistarif der PKV (im Gegensatz zum Standardtarif für langjährig PK-Versicherte) ist alles andere als empfehlenswert.

Soviel also zur unten thematisierten „Pflicht“-Versicherung
für „alle“ seit dem 1.4.2007.

Ab diesem datum besteht Versciehrungspflicht „nur“ für ehemals gesetzlich Versicherte. Für ehemlas privat Versicherte beginnt die plficht erst am 01.01.09.

Die ach so gute gesetliche KV sucht sich ihre Versicherten
auch nicht anders raus als die privaten Versicherer.

Auch das ist falsch. Die GKV muß jeden nehmen, ab 01.01. die PKV, denn die muß dann jeden in den Basistarif aufnhemen.

Und der Staat betreibt seine Fürsorge auch nur für den, der
ihn voraussichlich nicht mit Kosten belastet.

Wie kommst Du zu dieser Erkenntnis ?

Auch das ist falsch. Die GKV muß jeden nehmen, ab 01.01. die
PKV, denn die muß dann jeden in den Basistarif aufnhemen.

Hallo Nordlicht,

heißt das konkret, dass sich Y ab 1.1.2009 in jedem Fall wieder krankenversichern kann? Dann aber privat?
Was ist mit Gesundheitsfragen?

und Pardon für die obige, aus Frust entstandene Wortwahl.

Gruß
Lawrence

Hallo Lawrence,

heißt das konkret, dass sich Y ab 1.1.2009 in jedem Fall
wieder krankenversichern kann? Dann aber privat?

Er kann nicht nur, er muß sogar !

Was ist mit Gesundheitsfragen?

Wenn Vorerkrankungen bestehen, wird er wohl nur in den Basistarif aufgenommen und das zu einer Prämie, die ihm die Tränen in die Aiugen treibt.

Wie schon oben aufgeführt, sind Gesundheitsfragen zu beantworten, das aber nicht für die Aufnahme in den Basistarif, sondern für die Option auf Höherversicherung, die nach 18-Monaten gezogen werden könnte.

Hallo,
nun, ich habe aus meiner Praxis Erfahrung mit den „armen Schluckern“,
die nicht mehr krankenversichert waren und sind. Sicher gibt es
welche, die aus falschem Stolz den Weg zum Sozialamt scheuen um dort
die Hilfe zu erhalten, die ihnen gesetzlich auch zustehen würde -
damit verbunden auch eine Kranken- und Pflegeversicherung deren
Beitrag durch den Staat finanziert würde, aber Fakt ist auch, dass
es sich bei den Personen, die sich bei uns seit dem 01.04.2007 wieder
gemeldet haben durchweg um Selbständige und Ehefrauen/Ehemänner
handelte, die allein aus Kostenersparnisgründen auf eine Krankenversicherung verzichtet hatten. Teilweise verloren diese Leute auch die Mitgliedschaft weil sie wegen Nichtzahlung des Beitrages
ausgeschlossen wurden. Wenn ich aber dann sehe wie sich die Einkommensverhältnisse darstelllen wenn wir die Beitragshöhe ab dem
01.04.2007 festlegen müssen dann dann wurde hier die Kranken- und
Pflegeversicherung bei der finanziellen Lebensplanung einfach hintenangestellt weil Lebensstandart, Urlaub, Auto usw. Vorrang
hatten.
Hinzu kommt noch, dass ein Grossteil dieser Betroffenen erst dann
sich damit beschäftigt haben als es nicht mehr anders ging - z.B.
durch eine Beschäftigungsaufnahme, ernsthafte Erkrankungen, Scheidungen usw. - wenn man sich erst im August 2008 um seine
nichtvorhandene Krankenversicherung kümmert dann darf man sich sicher
nicht wundern über dann horrende Nachzahlungsbeträge.
Die Kasse soll auf die Nachzahlung verzichten ???
Was sind dann die Personen blöde, die sich gleich gemeldet hatten
und brav ihren Beitrag gezahlt haben, auch ohne krank zu sein.
Ich bin eigentlich ein ruhiger und besonnener Mensch, aber bei
diesem Thema könnt ich mich aufregen.
Gruß

Czauderna

Hallo Nordlicht,
kleine Korrektur, wenn gestattet,

Auch das ist falsch. Die GKV muß jeden nehmen, ab 01.01. die
PKV, denn die muß dann jeden in den Basistarif aufnhemen.

Die PKV muss seit 1.7.07 jeden (derzeit Standardtarif MST"N" bzw.„B“ für Beamte) nehmen, der nicht krankenversichert ist und der PKV zuzuordnen ist
Gruß J.K.

Mhja, das stimmt wirklich. Schlupfwinkel finden Menschen immer für die andere ihren „Arbeitsbuckel hinhalten“ müssen wird es leider immer geben. Es ist echt festzuhalen, dass bei solch „egoistischem Gehabe“ vor allem „für uns Jüngere“ eine große Belastung durch das am besten " jetzt schon vorhandene" Rundum-Finanz-Sorglos-paket das Auskommen zu sichern.
Schwierig ist echt nur durch den Wust an Anlage- und Versicherungsmöglichkeiten ohne selbst eine Doktorarbeit darüber schreiben zu können.

Einen spätsommerlichen Abend wünscht euch

Dinchen

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Hallo Nordlicht,
kleine Korrektur, wenn gestattet,

Schon recht, aber die versicherungs pflicht für ehemals PKV-Versicherte setzt erst zum 01.01.09 ein. DArum ging es mir, in meinem mißverständlich formulierten Posting.