Gesetzliche Rente: Wieviel ist zu erwarten?

Hallo,

folgendes Problem. Ich bin momentan noch stark am Überlegen ob ich nun 2004 noch eine zusätzliche Fondgebundene Rentenversicherung abschliesse oder nicht. Ich habe noch eine andere private Rentenversicherung laufen, aber möchte dort auf Grund nach unten geänderter garantierter Zinssätze den Beitrag nichtmehr nach oben verändern. Am Ende würden mir bei der dann ca. 250 Euro / Monat zustehen.

Ich muss dazu sagen, da ich Künstler und selbständig bin, zahle ich auch noch fleissig in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Mein Makler meinte ich hätte später mal (bin jetzt 23) nicht mehr als 200 Euro von der gesetzlichen zu erwarten. Nun ist mir klar das man nicht sagen kann was in 37 Jahren ist, aber das ist ja gerade mal der Betrag den ich ca. monatlich einzahle, ist das wirklich so extrem?

Gerade in der Gründerphase möchte ich nämlich unbedingt noch etwas auf meine Ausgaben achten. Nun stellt sich mir die Frage, noch schnell eine zusätzliche Rentenversicherung mit Steuervorteil abschliessen und monatlich wieder mehr Ausgaben haben, oder ob die gesetzliche Rentenversicherung nicht doch mehr abwirft als geschildert?

Schönes Wochenende,
Lorenz

Hallo Lorenz!

oder ob die gesetzliche :Rentenversicherung nicht doch
mehr abwirft als geschildert?

Es ist erst wenige Jahre her, als Norbert Blüm keine Gelegenheit ausließ, „die Renten sind sicher“ zu verbreiten. Seine Aussage war aber nur die halbe Wahrheit, denn über die Höhe der Rente sagte der Mann nichts. Die zukünftige Höhe der Renten kann niemand kennen, aber ein paar Überlegungen können helfen, Tendenzen zu erkennen. Heute finanzieren 100 Beitragszahler 44 Rentner. Unter bestimmten Annahmen für die Bevölkerungsentwicklung werden im Jahr 2040, wenn Du Rente haben willst, 100 Beitragszahler ungefähr 75 Rentner finanzieren müssen. Wenn die Beiträge nicht erdrückend werden sollen, müssen die Renten sinken. Heute hat die Hälfte der Rentner monatlich nicht mehr als 1.000 € Rente. Multipliziert mit 44/75 käme man auf 586 € monatlich als Prognose für viele Rentner. Aber dieser Faktor 44/75 wird nicht reichen, denn die Zeit des Rentenbezugs wird zusehends länger, weil die Menschen immer älter werden. Daraus ist zwar immer noch nicht zu erkennen, wo genau das Rentenniveau liegen wird, aber es wird vermutlich für einen großen Teil aller Rentner kaum über Sozialhilfe- bzw. Grundsicherungsniveau liegen können.

Bis Du in Rente gehst, kann sich viel ändern, vielleicht gibts bis dahin ein ganz anderes staatliches Altersicherungssystem. Aber wie man es auch immer dreht und wendet, wird der Gürtel für Rentner spürbar enger.
Offensichtlich wird private Vorsorge unverzichtbar. Weil das Thema so wichtig ist und Du dabei viel Geld über lange Zeit zahlst, solltest Du Dich nicht von Verkäufern irgendwelcher Versicherungen und Anlagen zutexten lassen. Bevor Du etwas unterschreibst, mache Dich selbst schlau und lasse Dich von einem unabhängigen Berater beraten. Solche Beratung kostet Geld, ist aber dafür nicht mit Provisionsinteressen verknüpft.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Danke für die Informationen, sowas hatte ich mir fast gedacht. Dann lagen die ca. 200 Euro ja nicht so ganz falsch, wobei da sogar noch die Inflation nicht mit eingerechnet ist.

Gruss,
Lorenz

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Danke für die Informationen, sowas hatte ich mir fast gedacht.
Dann lagen die ca. 200 Euro ja nicht so ganz falsch, wobei da
sogar noch die Inflation nicht mit eingerechnet ist.

Hallo!

Ich denke, dass die Renten in Zukunft sicher nicht mehr so hoch sein werden. Ich halte es aber für falsch derartige Prognosen (mtl. 200 EUR) aufzustellen.

Auf welcher Grundlage hat denn dein Makler diesen Wert berechnet? Lass dir doch einfach von deinem Rentenversicherungsträger eine Renteninformation zuschicken. Dort sind alle Werte (mit und ohne weitere Beitragszahlung) aufgeführt. Auch die zu erwartenden Inflation ist so gut wie möglich berücksichtigt.

Leider basieren die von Maklern erstellten Prognosen oft nur auf den derzeitigen Einkünften. Diese sollen sich ja bei dem ein oder anderen schon mal geändert haben…

Viele Grüße
Florian

Hallo Florian,
eigentlich sollte jeder, der eine LV anbietet, eine Rententabelle dabei haben und auch damit umgehen können.
die tabellen sind bis auf ca. 30 Euro mtl. genau.
Ich habe früher die Renten per Hand berechnet und war immer frustriert, wenn ich sah, dass die Tabellen fast das gleiche rausbekamen.
Also: Makler nehmen, der eine Rententabelle dabei hat und auch erklärt, wie die funbktioniert.
Grüße
Raimund

Hallo Lorenz,

Hallo,

folgendes Problem. Ich bin momentan noch stark am Überlegen ob
ich nun 2004 noch eine zusätzliche Fondgebundene
Rentenversicherung abschliesse oder nicht. Ich habe noch eine
andere private Rentenversicherung laufen, aber möchte dort auf
Grund nach unten geänderter garantierter Zinssätze den Beitrag
nichtmehr nach oben verändern. Am Ende würden mir bei der dann
ca. 250 Euro / Monat zustehen.

Wenn Du schon eine kapitalbildende RV hast, dann belasse es dabei. Den Beitrag hierzu kannst Du vermutlich als Vorsorgeaufwendung geltend machen. Nicht so bei der Fonds-RV. Hier genießt Du zwar noch steuerfreiheit, bindest Dich aber ganz viele Jahre an einen Versicherer. Und mit seinem Angebot mußt Du zufrieden sein. Keiner weiß doch heute, wo in 10 Jahren z. B. lukrative Anlagemöglichkeiten bestehen werden.

Ich muss dazu sagen, da ich Künstler und selbständig bin,
zahle ich auch noch fleissig in die gesetzliche
Rentenversicherung ein. Mein Makler meinte ich hätte später
mal (bin jetzt 23) nicht mehr als 200 Euro von der
gesetzlichen zu erwarten.

Ist wohl etwas übertrieben. Aber der Grundsatz: Gesetzliche Rente ist eine Umlage. Beitragszahler zahlen ein, Rentner werden ausbezahlt. Ohne Reserven im Topf, die Renditen bringen könnten.

Nun ist mir klar das man nicht sagen
kann was in 37 Jahren ist, aber das ist ja gerade mal der
Betrag den ich ca. monatlich einzahle, ist das wirklich so
extrem?

Es wird extrem. Überleg richtig, ob Du das mit der gesetzl. Versicherung nicht besser läßt. Berufsunfähigkeit/Erwerbsunfähigkeit sowie Todesfallabsicherung zur Versicherung, die klassische RV bedien weiter. Und jetzt spare. In Fonds und andere Anlagen. Hauptsache Rendite. Rendite und Sicherheit. 200 EUR gespart zu 10% ergeben nach 37 Jahren 835.000 EUR. Ca. 4.000 EUR Rente. 10% i.D. kannst Du aber nur erreichen, wenn Du flexibel bleibst in den jeweiligen Anlageentscheidungen, Dich nicht in ein Versicherungskorsett zwingen läßt.

Gerade in der Gründerphase möchte ich nämlich unbedingt noch
etwas auf meine Ausgaben achten.

Ja, deshalb keine weitere Versicherung.

Nun stellt sich mir die
Frage, noch schnell eine zusätzliche Rentenversicherung mit
Steuervorteil abschliessen und monatlich wieder mehr Ausgaben
haben, oder ob die gesetzliche Rentenversicherung nicht doch
mehr abwirft als geschildert?

Anlegen außerhalb einer Versicherung. Aber das wirklich tun. Auch wenn damit nicht dieser Zwang wie bei der Versicherung dahintersteht.

Schönes Wochenende,
Lorenz

Ebenso.
Gruß
Boris

Hallo Florian,

ich vermute, dass hier eher die eigene Beitragsleistung zu einer Rente gemeint war, oder?

Gruß
Marco

Hallo zusammen,

ich würde von einer Rente knapp über Sozialhilfe-Niveau ausgehen.

Grüße, Björn D.

Danke für die Informationen, sowas hatte ich mir fast gedacht.
Dann lagen die ca. 200 Euro ja nicht so ganz falsch, wobei da
sogar noch die Inflation nicht mit eingerechnet ist.