meine Hände brauchen Eure Hilfe:
ich bin zur Zeit das Ersatzpflegepersonal eines Nachbarkaters, Frauchen ist im Urlaub. Katerchen - stark übergewichtig - ist also in seiner gewohnten Umgebung, ich mach paarmal am Tag Klo sauber, öffne Dosen, sorg für Wasser und beschäftige das Raubtier vor allem, damit er zu seinen Spiel- und Bewegungseinheiten kommt. Spiele mit Ball sind der Hit, in (fast, die Strecke bis zum Ball darf nur nicht allzu weit sein) allen Varianten.
Weniger klasse finde ich, dass sich der Kater auch ab und zu an meinen Händen vergreift - das sieht so aus, dass der Kerl erstmal seine Krallen in mich reinhaut, sie dann höflich wieder zurückzieht (nur die Krallen, nicht die Pfoten) und ohne Krallen weiterspielt. Gibts Tipps, wie ich ihn überzeugen kann, die Krallen gleich drinzulassen?
Die mir bekannten Eckdaten zum Kater: ca. 6 Jahre, kastriert, allein gehaltene Wohnungskatze, „überfällt“ sein Frauchen wohl auch regelmäßig, sprich beißt in Beine und Arme, das war bei mir noch nicht der Fall. Ich geh momentan dreimal pro Tag hin, jeweils wird mindestens eine halbe Stunde gespielt.
Das „Gute“ an den Krallenaktionen ist, dass er mich nur löchert, keine Furchen zieht… Dennoch bin ich für Tipps aller Art dankbar
zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, dass der Kater das nicht aus Bosheit oder Agressivität tut. Er versucht lediglich, mit Dir zu spielen, wie er es mit einem Artgenossen tun würde.
Abgesehen von individuellen Unterschieden zwischen einzelnen Katzen: das „gesittete“ Spielverhalten lernen Katzen als Jungtiere von Mutter und Geschwistern. Werden sie sehr jung zu einzeln gehaltenen Wohnungskatzen, wird die Erziehung oft versäumt bzw, kann das ganze nicht mehr richtig vermittelt werden.
Das Mittel der Wahl ist: sobald der Kater zu rau wird, das Spiel abbrechen. Du als Ersatzdosenöffner wirst in der kurzen Zeit aber wenig erreichen, daher würde ich mich an Deiner Stelle auf Spiele mit Ersatzbeute beschränken. Wenn Du die Hände (auch unter einer Decke o.ä.) als Beute nutzt, wird jede Katze zulangen.
Auf der anderen Seite steht folgendes: Katzen, besonders Kater, balgen gerne. Das gehört zu ihrem natürlichen Verhalten. Einzelkatzen wird diese Spielart vorenthalten. Sie haben schlicht keine Möglichkeit, dieses Verhalten auszuleben - etwas, dass man bei der Entscheidung für die Einzelhaltung bedenken sollte.
vielen Dank für Deine Antwort!
Bisher hab ich eben während der kurzen Perforation meiner Hände stillgehalten, danach gings gleich ohne Krallen weiter mit Spielen. Insofern hab ich dem Kater auch keine bösen Absichten unterstellt
Aber das Abbrechen des Spiels werd ich auf jeden Fall ausprobieren, sollte er nochmal meine Hände ins Visier nehmen, immerhin hat er noch weitere 10 Tage die Gelegenheit dazu. Und ansonsten werde ich auf Ersatzbeute ausweichen, auch ein guter Tipp für die Zeit.
man kann Katzen beibringen, daß Raufen nur mit Handschuh genehmigt ist. Einen dicken Handschuh (ich empfehle einen Schweißerhandschuh) anziehen, den Kater solange provozieren, bis er losrauft und dann nicht wie sonst aufhören mit dem Spielen, sondern Greifbewegungen in Richtung Katzenhals (natürlich nicht zudrücken *g*) und wenn das Katertier sich richtig auf den Handschuh wirft, dann auf den Rücken drehen und hin und her wälzen. Es dauert vielleicht ein paar Tage, bis er kapiert, daß er jetzt (endlich) darf.
So kann das Ungeheuer sich austoben und wird bei anderen Spielen nicht so unbedingt in Versuchung geführt, eine Raufrunde einzulegen (um dann, peinlich berührt, die Krallen wieder einzufahren).
eine kurze Rückmeldung: Katerchen ist mittlerweile auch ohne Fleischwunden meinerseits gut beschäftigt, Spiel abbrechen hat geholfen! Mittlerweile stürzt er sich gleich auf Ersatzbeute, ohne davor noch einen buchstäblichen Abstecher zu meiner Hand zu machen.