Gespräch mit Chef

Möchte meinem Chef gerne sagen, dass er bei unserem letzten „Gespräch“ zu weit gegangen ist und mir die Art und Weise, wie er kritisiert hat, zumal ich nichts falsch gemacht hatte, nicht gefällt.

Ich habe dort am 01.09. erst angefangen, bin also noch in Probezeit.

Bin 52 Jahre alt und hoffe, bis zum Rentenalter bei einem ARbeitgeber bleiben zu können. Möchte mich aber auch wohlfühlen und das Gefühl haben, mit dem Chef kann man reden, wenn mal was ist. Seine Art läßt dies aber offenbar nicht zu…

Wie sage ich ihm das am besten, um zu zeigen, dass er mich nicht als Fußabtreter benutzen kann…?

Für baldige Rückantwort, da ich heute das Gespräch mit ihm vorhabe, wäre ich sehr dankbar.

Mfg
1Schwan

Moin,
da dir nicht sehr viel Zeit bleibt eine Strategie zu bedenken, musst du dich vielleicht mal fragen was ‚Kritik‘ überhaupt ist.

Dein Chef hat dich kritisiert - du findest er hat unrecht.
Er hat dir aber mit seiner Kritik einen Einblick in seine Denkweise gegeben - wie du mit der Kritik um gehst ist deine Sache. Wenn du ihm sagst, er hätte unrecht wird er dich nur als nicht kritikfähig erfahren. Denn dann sagst du ihm nichts anderes als, dass er falsch empfindet.
Empfindungen sind aber erst mal immer ‚wahr‘.

Ich an deiner Stelle würde das ungefähr so anpacken
Ich: Herr…, ich habe über unser Gespräch am … noch mal nachgedacht und hab noch einige Fragen dazu. Sie sagten…, wie meinen Sie das genau?
Damit zeigt man, dass man ihm zugehört hat. Er kann dann erklären was er genau damit gemeint hat. Ich mach mir dabei klar, dass er seine Sicht erzählt.
Dann kann man evt. noch weitere Fragen stellen. Immer kurz wiederholen und nachfragen ob man es genau verstanden hat. Sich dabei klar machen, dass die Sicht des Chefs nicht die eigene Sicht sein muss. Ich würde mich zum Schluss für die Kritik bedanken und sagen, dass sie mir hilft, mich zu verbessern (und wenn es nur ist, dass ich meine Position besser beschreiben kann - aber das brauche ich ja nicht zu sagen). Ausserdem kann ich fragen, ob es auch positive Punkte gibt, die ich beibehalten kann.

Sich Kritik anzuhören, heißt nicht Kritik kritiklos für sich selbst als ‚wahr‘ anzuerkennen. Es ist verlorene Energie sich gegen Kritik zu verteidigen - man kann sich nicht gegen die ‚Gefühle‘ von anderen verteidigen.

Du schreibst nicht inwieweit er ‚zu weit‘ gegangen ist. Evt. kannst du noch einflechten, dass du es bevorzugst, dass Kritik sachlich vorgebracht wird.
Erfolg…lux

Moin grussloser 1Schwan,

Möchte meinem Chef gerne sagen, dass er bei unserem letzten
„Gespräch“ zu weit gegangen ist und mir die Art und Weise, wie
er kritisiert hat, zumal ich nichts falsch gemacht hatte,
nicht gefällt.

Ich habe dort am 01.09. erst angefangen, bin also noch in
Probezeit.

Bin 52 Jahre alt und hoffe, bis zum Rentenalter bei einem
ARbeitgeber bleiben zu können. Möchte mich aber auch
wohlfühlen und das Gefühl haben, mit dem Chef kann man reden,
wenn mal was ist. Seine Art läßt dies aber offenbar nicht
zu…

Wie sage ich ihm das am besten, um zu zeigen, dass er mich
nicht als Fußabtreter benutzen kann…?

Für baldige Rückantwort, da ich heute das Gespräch mit ihm
vorhabe, wäre ich sehr dankbar.

Vor dem Hintergrund Eurer kurzen Beziehung und dem Eindruck von Deiner Denkweise, rate ich so einem Gespräch ab: Wenn der Chef auch nur ansatzweise so tickt, wie Du es schreibst und offenbar empfindest, dürfte für Dich danach Feierabend sein (Kündigung wegen Majestätsbeleidigung).

Sollte sich im Laufe der Zeit herausstellen, dass er nicht so ist, wie Du es aktuell empfindest, kannst Du das ja später einmal ansprechen . . .

Hallo Pollux,

ich finde deine Ausführungen - wie so oft - prima. Eine kleine Einschränkung würde ich nur hier machen wollen:

kannst du noch einflechten, dass du es bevorzugst, dass Kritik sachlich vorgebracht wird.

Es gibt keine Kommunikation, die nur auf der Sachebene funktioniert. Solange Bedürfnisse nicht gehört und Beziehungen nicht geklärt sind, schon gar nicht. Auch wenn man das gerne einfordert oder von sich behauptet, man wäre sachlich.

Schöne Grüße,
Jule

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Hallo,

kann dem , was Pollux gepostet hatm nur zustimmen.

Ich selber habe im Laufe der Zeit festgestellt, das auch Chefs nur Menschen sind, und grade in meiner Berufssparte karriereorientiert, selbstverliebt und oft nicht in der Lage, das Handeln, arbeiten und emfinden ihrer Mitarbeiter nachzuvollziehen.

Daher stelle ich natürlich höflich klar, wenn ich nicht der „schuldige“ war, bzw frage noch mal genau nach, wo das Problem liegt, erkläre kurz was passiert ist, wie man das in zukunft verhindern kann (ohne mich zu rechtfertigen) , oder entschuldige mich und sage, das ich in zukunft drauf achten werde.

Weitere Diskussionen über die charakterlichen Schwächen meiner Chefs hab ich nicht geführt. Nutzt nichts und ist verschwendete Energie.

Das muss bei Dir ja nicht auch so sein, denn ich kenne ja weder Dich noch Deinen Chef. Aber überlege halt, was du überhaupt erreichen kannst.

lg

brenna