Wenn jemand nach ca. 15 Jahren zum 2.Mal eine Gesprächstherapie macht (Hauptproblem: Depressionen, Burnout), mit zwischenzeitlichem Klinikaufenthalt, und meint, dass sich letztlich nicht viel geändert hat: Inwiefern kann eine Verhaltenstherapie mehr Chancen bieten? Welche Vorteile hat die VT gegenüber der reinen Gesprächstherapie?
Und wie sieht es mit einr Psychoanalyse aus? Da wird ja doch auch nur geredet, oder nicht? Wie kann damit mehr erreicht werden als mit der Gesprächstherapie?
Gesprächstherapie vs. Verhaltenstherapie vs. Psychoanalyse
Da wird ja doch auch nur geredet, oder nicht?
zu allen diesen Therapieformen gehören Unterarten von Psychotherapie, bei denen viel geredet wird. Deshalb werden diese Therapiearten häufig kurz für Patienten zusammenfassend als „Gesprächstherapie“ bezeichnet. Dann ist aber leider überhaupt nicht klar, welche Unterart von Therapie gemeint ist.
Die eigentliche „Gesprächspsychotherapie“ ist die deutsche Version (von Tausch & Tausch) der „klientenzentrierten Psychotherapie“ von Carl R. Rogers. Sie wird heutzutage in der Regel nicht von den Kassen bezahlt.
Etwas mehr dazu hier: http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychotherapie/…
Als „Verhaltenstherapie“ werden heute auch Therapien bezeichnet, in denen das Gespräch zwischen Therapeut und Patient ein Kernbestandteil der Therapie ist. Dazu gehören z.B. die Kognitive Therapie nach A. T. Beck oder die Rational Emotive Therapie (RET) nach A. Ellis. Im engeren Sinn handelt es sich um sogenannte Kognitive Therapien.
Etwas mehr dazu hier: http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychotherapie/…
Auch unter dem Namen „Psychoanalyse“ firmiert heutzutage Unterschiedliches. Dazu gehört die heute nur noch selten durchgeführte klassische Psychoanalyse mit Couch usw. sowie die analytische Psychotherapie (im Sitzen, von mittlerer Dauer) und verschiedene psychodynamische Kurzzeittherapien, in denen einzelne Probleme angegangen werden, wie z.B. die Fokaltherapie.
Etwas mehr dazu hier: http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychotherapie/…
Bei der Depression haben sich verschiedene Therapiearten als wirksam herausgestellt:
kognitive Verhaltenstherapie, z.B. nach Beck, in Deutschland: Hautzinger.
psychodynamische Kurzzeittherapie
Interpersonale Therapie (IPT; eher selten angeboten, wenn dann in Kliniken (Kiel))
Gesprächspsychotherapie
analytische Psychotherapie
kann jeder mensch seine eigene psychotherapie als sinnlos und uneffektiv bewerten, ganz nach gusto, die frage ist aber, ob das auch wirklich alles sinnlos und uneffektiv war. es werden auch durch pt oft teilerfolge erzielt und es spricht nichts dagegen, mehrere therapien zu machen, solange sie das therapie-lose leben zum ziel haben (aber dafür sorgt schon irgendwann die abriegelung der kosten durch die kv). ein weiterer wirkfaktor ist die therapeutische beziehung, egal, welche therapieschule hier vorliegt, wenn die beziehung zwischen behandler und patient nicht gut ist, wird´s nix.
eine verhaltenstherapie kann, ich betone: kann!, für einige menschen eine erfrischende, knackige weil handlungs- und lösungsorientierte therapierichtung sein. hier geht es nämlich vornehmlich darum, probleme, symptome und ziele zu deren verbesserung konkret festzulegen und mit wissenschaftlich gut evaluierten methoden zu erreichen. das hat schon vielen leuten, die ellenlange psychoanalysen gemacht haben, endlich auf einen besser fassbaren und konkreteren weg gebracht. verhaltenstherapie bleibt in der regel im hier und jetzt und setzt an den zielen und problemen an. sie ist sozusagen im vergleich zur psychoanalyse frei von philosophischen modellen, an denen man sich zeitaufwendig berauschen kann.
aber es ist auch oft umgekehrt! je nach psychischer erkrankung benötigen viele menschen eine tiefenpsychologisch/psychoanalytische behandlung, weil es für eine heilung unumgänglich ist, die kindheit und das frühe aufwachsen zu thematisieren. manche erkrankungen entstehen in der kindheit und müssen auch dort geheilt werden (in dem man sich inhaltlich mit dem patienten in die vergangenheit begibt). das ist wichtig zu wissen, bevor man den methodenstreit anfängt, und ich fange ihn nie an. man muss das im einzelfall immer sehen, welche therapierichtung indiziert ist, vor allem der patient selbst!
depression und burn-out sind mit verhaltenstherapie hervorragend behandelbar.