Gesprächsthema Kind

Hallo,
angeregt durch eine Äusserung im Plauderbrett:
„mit Eltern kann man sich nicht mehr über normale Themen unterhalten“
wollte ich mal fragen, wie das bei euch (Jung-)Eltern so ist.

Ich geniesse jedes Gespräch mit erwachsenen Menschen, das sich nicht um Kinder dreht. Bei mehreren Anlässen ist mir aber aufgefallen, dass das Gespräch nach kürzester Zeiz doch bei dem Thema landet. Ich habe mal darauf geachtet, wie das kommt.
In meinem Umfeld sind es gerade die Kinderlosen, die auf einmal ganz genau wissen wollen, wie denn das Leben mit Kind so ist. Ältere Verwandte oder Bekannte fühlen sich an ihren eigenen Kinder erinnert und Plaudern los. Da reicht manchmal der geringste Anlass („Karl hatte auch mal so eine Mütze…damals auf dem Spielplatz…“). Ich habe manchmal den Eindruck, dass auf einmal jedes Kind, das von diesen älteren Verwandten auch nur aus der Ferne gesehen wurde, plötzlich zum Gesprächsthema wird, von meinem eigenen mal ganz zu schweigen. Es gab schon Familinefeiern, bei denen ich unauffällig kurz den Raum verlassen habe, weil ich es nicht mehr aushalten konnte. Das ist auch gar nicht aufgefallen, weil alle so in ihre eigenen „Kindergespräche“ vertieft waren.

Es ist nun nicht so, dass ich nicht auch über mein Kind sprechen würde, ich mache das aber inzwischen bewusst nicht ungefragt. Damit kann man echt Lawinen lostreten.
Vielfach empfinde ich Gespräche mit anderen (Jung-) Eltern, die schon vorher Freunde waren, als entspannter. Da geht’s mal kurz um die Kinder und dann wieder um die Themen, über die man sich vorher auch unterhalten hat. Man fragt was Kindbezogenes, erhält eine kurze praktische Antwort und gut ist.

Mit Eltern, die ich aufgrund des Kindes kennengelernt habe (Krankenhaus, Babyschwimmen usw) ist die Themenlage zugegeben etwas kindlastiger, da scheint es mir aber aus beiderseitigem Interesse zu entstehen.

Wir erlebt ihr das/habt ihr das erlebt?

Gruß
kate_

PS: kann mir jemand erklären, wie das mit dem Direktlink zu einem anderen Artikel geht?

Hallo,

zugegeben, seit unser Sohn da ist, dreht sich alles um ihn. Also redet man zwangsläufig über Kinder.

Jetzt kommt ein großes aber: ABER, wenn ich mich mit meinen kinderlosen Freunden treffe, dreht sich alles nur um Job, Geld, Klamotten usw. Da können und wollen wir gar nicht mitreden.

Mamis und Papis traut man aber auch nicht zu, dass es noch andere Gesprächsthemen gibt. Ich bin bestimmt besser informiert, was gerade so in der Weltgeschichte los ist, als so manch Kinderloser der ja acht Stunden in Büro verbringt.

Dennoch möchte ich hier nichts kaputtreden, es ist ja auch mal sehr angenehm sein Kopf auf Durchzug stellen zu können. :-’

Liebe Grüße
K. Rupp

Hi Kate,

Wir erlebt ihr das/habt ihr das erlebt?

also mich hat das ja immer fuchsig gemacht, wenn andauernd alle über ihre Kinder geredet haben (als ich selbst noch keins hatte). Ich war so ziemlich die letzte aus unserer Familie, die ein Kind bekommen hat. Und auf Familienfeiern war ich andauernd nur gelangweilt. Meine Schwestern, deren Freundinnen, die Cousinen meines Schwagers, unsere Cousinen - dauernd nur Kind hier und Kind da. Ganz zu schweigen von den älteren Frauen, deren Kinder ja schon Kinder hatten. Ein Teufelskreis :wink:.

Nun da ich selbst ein Kind habe, ertappe ich mich häufig dabei, wie ich mich in diese super langweiligen Gespräche von früher, einklinke und selbst was zum Besten gebe… Man das war vielleicht ein Schock, als ich das das erste Mal merkte. Aber es ist wohl einfach so, Kinder sind ein beliebtes Thema, vor allem weil (zuminest in unserem Verwandtenkreis) viele welche haben. Das alles hat schon angefangen, als ich schwanger war. Auf einmal erzählt dir sogar Tante Frieda aus Castropbrauxel alles über ihre Schwangerschaft, die Geburt und die ersten Jahre.

Meine Gespräche über Kinder versuche ich jedoch so weit es geht in Grenzen zu halten. Bei den Familienfeiern klinke ich mich irgendwann wieder aus (allerdings sind dann vorrangige Gesprächspartner häufiger Männer). Ich drücke die Geschichte meiner Schwangerschaft nur jemand aufs Auge, der gezielt danach frägt. Und ich habe genauso viele Freundinnen, die noch keine Kinder haben wie welche mit Kindern. Da ergibt es sich einfach dann, dass man nicht so häufig über diese Thema spricht. Es ist nicht so, dass ich nicht gern über meinen Sohn oder meine Schwangerschaft oder die Geburt rede. Nur möchte ich nicht andauernd darüber reden. Wenn jemand anders allerdings mit dem Thema anfängt, kann ich auch nicht anders als was dazu beizutragen (ist vielleicht auch ein bisschen das stolze Mutter-Syndrom).

Gruß
Heli

Hi Marle

Nun da ich selbst ein Kind habe, ertappe ich mich häufig
dabei, wie ich mich in diese super langweiligen Gespräche von
früher, einklinke und selbst was zum Besten gebe… Man das
war vielleicht ein Schock, als ich das das erste Mal merkte.

Naja, ich will mal ehrlich sein, das mache ich auch bisweilen und ja, es war für mich auch ein Schock :wink:

Aber es ist wohl einfach so, Kinder sind ein beliebtes Thema,
vor allem weil (zuminest in unserem Verwandtenkreis) viele
welche haben. Das alles hat schon angefangen, als ich
schwanger war. Auf einmal erzählt dir sogar Tante Frieda aus
Castropbrauxel alles über ihre Schwangerschaft, die Geburt und
die ersten Jahre.

Besonders ätzend, wenn’s die Schwiegermutter ist. Mein Mann war in weiten Teilen seiner Kindheit dabei…Ich musste mir all diese Geschichten schon vorher anhören, immer und immer wieder. Seit unsere Kleine da ist, erzählt sie diese Geschichten allerdings anders und lässt sich in einem besseren Licht dastehen. *würg*
Manchmal liegt mir dann auf der Zunge, die Geschichte für sie zu beenden, nur dann würde es heissen „…aber dass du ihn dafür später verhauen hast, erzälst du ja gar nicht mehr!“

Meine Gespräche über Kinder versuche ich jedoch so weit es
geht in Grenzen zu halten. Bei den Familienfeiern klinke ich
mich irgendwann wieder aus (allerdings sind dann vorrangige
Gesprächspartner häufiger Männer). Ich drücke die Geschichte
meiner Schwangerschaft nur jemand aufs Auge, der gezielt
danach frägt. Und ich habe genauso viele Freundinnen, die noch
keine Kinder haben wie welche mit Kindern. Da ergibt es sich
einfach dann, dass man nicht so häufig über diese Thema
spricht. Es ist nicht so, dass ich nicht gern über meinen Sohn
oder meine Schwangerschaft oder die Geburt rede. Nur möchte
ich nicht andauernd darüber reden. Wenn jemand anders
allerdings mit dem Thema anfängt, kann ich auch nicht anders
als was dazu beizutragen (ist vielleicht auch ein bisschen das
stolze Mutter-Syndrom).

Ja, genau, geht mir auch so. Ich wollte ja auch nur ausdrücken, dass diese Gespräche oft an mich herangetragen werden und ich sie nicht aktiv beginne. Den Schuh, man könne mit mir als Elter nicht mehr vernünftig reden, will ich mir deshalb aber nicht anziehen.

Gruß
kate_

Hallo,
ob es auch ein geschlechtsspezifisches Thema ist?

Ich arbeite als einzige Frau in einem Männerteam, und hier geht es in den Gesprächen um Autos, um Musik, um Software, um Politik usw.
Komme ich mal in andere Abteilungen, wo überall fast nur Frauen sind, werde ich garantiert auf mein(e) Kind(er) angesprochen.

Beatrix

ja

Hallo,
ob es auch ein geschlechtsspezifisches Thema ist?

Mit Sicherheit. Das liegt aber daran, dass hierzulande ja meist die Frauen mit der Kindererziehung betraut sind. Häufig noch als einziger Lebensinhalt.

Mit Kollegen unterhält man sich ja auch häufig über die Arbeit.

Mich nervt aber das ewige Kinderthema auch. Die Väter hier schauen immer ganz irritiert, wenn ich bei Veranstaltungen die Mütterecke verlasse um mit ihnen Gespräche über Technik, Garten oder ähnliches zu führen.

kernig