gesprächstraining

hallo!

möchte gerne alleine vorm spiegel gespräche trainieren!

wie stellt man das am besten an?
gibts mustergesprächsvorlagen dafür?

gibts andere möglichkeiten, sprache, rhetorik und dadurch selbstsicherheit und selbstbewusstsein zu trainieren?

bitte um eure hilfe.

danke.

gruß

Hallo, Jerry,

Gespräche kannst du nicht wirklich vorm spiegel trainieren. Das wesen eines gesprächs ist ja, dass dir ein gesprächspartner antwortet, du auf neue ideen eingehen, reagieren musst.

Was man aber alleine tatsächlich machen kann, ist - eventuell auch vor dem spiegel - laut zu lesen.
Das nimmt die angst vor der eigenen Stimme - jaja…sowas gibt es, wenn auch meist unbewusst.
Es hilft dir, eigene stimmmodulationen zu erkennen und zu verändern.

Nimm dir eine Geschichte, zu der du einen Bezug hast, lies sie dir leise durch und dann laut. Stelle dir dazu verschieden aufgaben vor: einmal liest du für ein grosses publikum, einmal im kleinen kreis, einmal für kinder, einmal für ausländer, die nicht gut deutsch sprechen, etc.

Du wirst merken, wie sich dein vortrag verändert, wie du immer besser auf die dir gestellten situationen eingehst. Das gibt einen eindruck, was wir mit unserer stimme alles anfangen können.

Wenn du dann auch noch ein wenig deine körperhaltung beobachtest, wirst du merken, dass du dich bei jedem mal mehr entspannst - und du damit deine konzentration besser auf den text richten kannst.

Wenn du das Gefühl hast, dass du damit einigermassen klar kommst, dann wiederhole die übung und nimm sie auf band auf. Hör sie dir danach in ruhe an: was gefällt dir selbst, was möchtest du ändern, gewöhne dich an deine eigene stimme, wenn sie reproduziert wird…du wist dich wundern…und hoffentlich bald spass haben am laut lesen.

Wechsle die geschichten öfter, nimm dir auch mal zeitungsartikel her und stell dir vor, du wärst ein nachrichtensprecher…und, vor allem, übe nicht zu lange. Nach spätestens einer halben stunde wechselt beim anfänger nämlich die entspannung wieder zu einer leichten verkrampfung - laut lesen ist anfangs ziemlich anstrengend…*lächel*

Irgendwann wirst du dann vielleicht lust bekommen, frei (und laut)über etwas zu reden, was du gesehen, gelesen, erlebt hast. Dann bist du schon einigermassen gut auf ein gespräch vorbereitet:smile:

Alle anderen dinge wie atemtechnik (nichts beruhigt beim reden mehr als das wissen, dass einem nicht vor aufregung die luft ausgeht…*lächel*), stimmtraining, etc. sollte man lieber dem fachmann überlassen…dabei kann nämlich ziemlich viel schiefgehen.

Es gibt aber an den meisten volkshochschulen (billige) kurse dafür.
einen lieben gruss aus Wien,

jenny

noch eins, was ich vergessen habe.

ich merke, dass ich, besonders in unerwarteten situationen oder in situationen, in denen ich mir nicht sicher bin, mit leiser stimme spreche, unsicher bin und meine stimme flattert.

darüber hinaus spreche ich sonst ziemlich schnell und verhaspele mich öfter.

Hallo, Jerry,
zunächst mal wieder zurück zum gespräch.
Zu einem realen gespräch (mit sich vis à vis sitzen und so) gehören ein paar wesentliche dinge: man sollte seinem gegenüber in die augen schauen (zumindest meistens), man sollte ihn ausreden lassen, seine pausen respektieren (in denen sammelt er oder sie seine/ihre gedanken, formuliert vor).
Nun sitzen wir beide einander nicht gegenüber, wir können einander nicht in die augen schauen, uns dafür aber auch nicht ins wort fallen…*g*…aber auch im virtuellen gespräch gibt es ein paar dinge, die das gegenüber geneigter machen: eine nette anrede z.b., ein lieber gruss am ende, mal zwischendurch ein bitte oder ein danke, oder vielleicht auch nur ein klasse, meinetwegen auch ein suuuuuuuuuuper…*lach*.
Glaub mir, das ist jetzt gar nicht so sehr wegen der höflichkeit oder der netikette angemerkt, und schon gar nicht moralapostelisch, sondern aus einem viel wichtigeren grund, der wiederum dein problem betrifft.
Alle diese sogenannten floskeln dienen (auch) der kommunikation, machen den zuhörer oder den leser aufmerksam, bedeuten ihm, dir ist etwas wichtig, du willst ernst genommen werden. Und all das erleichtert es DIR wieder, entspannter und angstfreier zu reden.

ich merke, dass ich, besonders in unerwarteten situationen
oder in situationen, in denen ich mir nicht sicher bin, mit
leiser stimme spreche, unsicher bin und meine stimme flattert.

All das bekommst du zum teil durch das laut lesen in den griff. Aber um dir da präziser antworten zu können, müsste ich wissen, warum du dich in gewissen situationen unsicher fühlst. Begegnet uns allerdings etwas wirklich unerwartetes, reagieren wir alle anders. Manche leute werden laut, andere, so wie du, werden leise, manchen bleibt einfach ganz die sprache weg. Auch das kann man bis zu einem gewissen grad abtrainieren

darüber hinaus spreche ich sonst ziemlich schnell und
verhaspele mich öfter.

genau dagegen hilft das laut lesen am besten. Du kannst dich (da du ja alleine bist) immer wieder zur ruhe zwingen, passagen wiederholen. Das sprudeln und verhaspeln im gespräch kommt oft daher, dass man angst hat, nicht alles unterzubringen, was einem so einfällt.
Wenn du gelernt hast, dir zeit zu nehmen, wird dir dein gesprächspartner auch zuhören und diese angst verschwindet.

verrätst du mir, wie alt du bist, Jerry?

einen lieben gruss aus Wien,
jenny

Hallo, Jerry,

hallo jenny!

ich merke, dass ich, besonders in unerwarteten situationen
oder in situationen, in denen ich mir nicht sicher bin, mit
leiser stimme spreche, unsicher bin und meine stimme flattert.

All das bekommst du zum teil durch das laut lesen in den
griff. Aber um dir da präziser antworten zu können, müsste ich
wissen, warum du dich in gewissen situationen unsicher fühlst.
Begegnet uns allerdings etwas wirklich unerwartetes, reagieren
wir alle anders. Manche leute werden laut, andere, so wie du,
werden leise, manchen bleibt einfach ganz die sprache weg.
Auch das kann man bis zu einem gewissen grad abtrainieren

vor kurzem wurde ich von einem kamerateam bein einkaufen gefragt, ob sie mir fragen stellen dürfen. ich blödmann sagte ja. ich war vielleicht auch total aufgeregt, aber ich konnte den fragen nicht folgen (vielleicht wollte ichs auch nicht!?). ein satz, den ich sagte, hab ich selbst nicht verstanden. nicht von den wörtern oder lautstärke, sondern ich hab den satz so etwas von undeutlich und schnell rausgehaun, dass die bestimmt gedacht haben, ich bin besoffen.
aber auch in „normalen“ alltäglichen situationen. wenn etwas unvorbereitet auf mich zukommt, wenn mich jemand etwas fragt, bin ich total hilflos und versuche irgendetwas produktives zu sagen. wenn ich aber weiß, was ich will, dann kann ich sehr bestimmend reden. denke, dass ich auch schriftlich mich gut artikulieren kann (aber das kann man eh meist besser, als im gespräch!?). was ich gemerkt habe, wenn ich eine piepsstimme an den tag lege und ich das merke und frage, warum rede ich wien kind, dann versuche ich lauter zu reden. das gibt mir mehr sicherheit. auch probleme lassen sich mit fester stimme runterspielen und scheinen einem weniger auszumachen!

verrätst du mir, wie alt du bist, Jerry?

natürlich! damit habe ich kein problem! ich bin 25 jahre alt/jung!

einen lieben gruss aus Wien,
jenny

ich lasse dir auch einen lieben gruß aus dem wunderschönen hessen nach der weltstadt wien zukommen!

jerry

Hallo, Jerry:smile:
ich antworte dir heute abend per mail…oki???
lieben gruss aus Wien, jenny