Gestern im Kölner Dom

…oftmals fanatischer & intoleranter als das, von dem sie
sich abwenden.

Ich bin nicht konvertiert. Ich habe die Kirche und ihre Lehre noch nie gemocht. Ich wurde nicht gefragt, als man mich taufte! Aber man braucht ein bestimmtes Alter um Austreten zu können.

mich schaudert ja bei soviel
fanatismus…

Wieso?
Da wo du lt. Visitenkarte wohnst bringen sich die Leute doch aus Glaubens-Fanatismus täglich um. Das bist du doch gewohnt, oder?
Ich äußere hier nur meine Meinung und das ist im Vergleich zum Töten hier noch erlaubt.

Beichtstuhltrauma hatte ich keines - jedenfalls hatte ich Glück und der Pfarrer hat mich nicht sexuell belästigt, falls du das meinst.
Aber wie kann jemand der Kinder schlägt und erwachsene Menschen wissentlich belügt einem anderen die Sünden erlassen?

Wasser predigen…
Hallo
… und Wein trinken.

Verzeihung, aber ich sehe die Sache etwas anders:

Zu unserem Erlebnis im Kölner Dom haben wir nun einige - auch
recht unterschiedliche - Meinungen gehört.
Viel war die Rede von Respekt vor heiligen Stätten, den
Gläubigen, den Betenden und den Gepflogenheiten der
verschiedenen Religionen.

Wir haben uns in keinster Weise respektlos verhalten.

Das kann ich nicht beurteilen. Aber offensichtlich war ein Vertreter des Hausherren da eben anderer Ansicht.

Soll es wirklich ein „Vergehen“ gewesen sein, in einem Moment,
der dafür wie gemacht war, inne zu halten, sich zu umarmen und
sich einen Kuss zu geben? Nur unsere Lippen berührten sich. Es
war ein Ausdruck, ein Bild der Liebe!

Nun, du musst aber auch dem Hausherren zugestehen, dass er gewisse Verhaltensnormen innerhalb seines Gebäudes aufstellt.

Die Wut, die mich überkam, als dieser rotbekittelte Ignorant
uns in all seiner Blindheit aufforderte,

Wut macht blind. Wer war hier blind? Bestimmt nicht nur einer.

den Dom zu verlassen,
hielt mich davon ab, ihn anzusprechen.

Es ist typisch für eine Institution und insbesondere - wie mir
scheint - für die Institution Kirche, dass sie bestimmte
Verhaltensweisen vorgibt und der Verwirklichung von
Alternativen im Wege steht.

Du verlangst, dass deine Verhaltensweisen akzeptiert werden. Du verlangst Toleranz, du verlangst die Möglichkeit Alternativen zu verwirklichen.
Du bist voll Wut, wenn deine Ansichten nicht geteilt werden, du verlangst, dass deine Regeln auch an einem Ort gelten, der anderen heilig ist.
Du glaubst zu wissen was Recht ist und wie man sich zu verhalten hat. Nun bist du auf jemanden gestossen, der ebenfalls glaubt zu wissen was Recht ist und wie man sich zu verhalten hat. Und du warst bei diesen Leuten zu Gast. Warum also diese Wut? Weil nicht dein Wille geschehen ist und nicht Deine Regeln gelten?
Warum deine Wut?

Der Rotbekittelte bestimmte darüber, was angemessenes Handeln
und Entscheiden ist. An diesem Ort der Liebe, gibt man der
Liebe keine Chance.

Das ist eben Deine persönliche Meinung, nicht weniger aber auch nicht mehr.

Ein aus der Kirche ausgetretener Pfarrer begründete seinen
Kirchenaustritt mit dem 2. Korinther 6, 11-18:

A b s o n d e r u n g - von falschen religiösen
Systemen!

Ist das der wahre Grund für deine Wut? Dann hat das aber nichts mit dem Vorfall im Kölner Dom zu tun.

Toleranz! Ein schönes Wort, angesichts des im Dom Erlebten!

Ich bleibe dabei
Rossi

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Da wo du lt. Visitenkarte wohnst bringen sich die Leute doch
aus Glaubens-Fanatismus täglich um. Das bist du doch gewohnt,
oder?

stell dir vor, in den nachrichten hier sieht man von deutschland auch immer nur neonazis, die häuser anzünden. deswegen komme ich aber nicht auf die idee, dich schwuppdiwupp in diese kiste zu schubsen!

Aber wie kann jemand der Kinder schlägt und erwachsene
Menschen wissentlich belügt einem anderen die Sünden erlassen?

kein mensch kann einem anderen die sünden erlassen. das kann nur gott ganz allein.

aber von wem sprichst du da eigentlich?

Hallo Tino,

Ich habe mir die vielen Antworten durchgelesen und staune über eine Regel in Gotteshäusern die umarmen und küssen verbietet. Steht das an der Kirchentüre ?
Ich bin kein eifriger Kirchengeher, laße aber keine Kirchenbesichtigung aus wenn ich unterwegs bin. Ein Dom oder eine schöne Kirche erweckt in mir ein Gefühl von Liebe und Vertrautheit und wenn ich so nachdenke, habe ich meinen Freund sicher schon mehrmals in einer Kirche auf den Mund geküsst und umarmt. Also auch nicht sexuell geknutscht…sondern vertraut umarmt und Lippe auf Lippe…

Ich denke du wärst nicht so sauer auf den Kirchenwächter, wenn du und deine Süße eine übertriebene intime Handlung begangen hättet.

Meiner Meinung nach war der „Rotkittel“ etwas zu übereifrig…ein schlecht gelaunter Mensch…eben menschlich mal daneben !
Willkür würde ich vermuten und verstehe deinen Ärger.

Liebe…Zweifel…Tränen…Reue…Glück…Vertrautheit…Hoffnung…Trost…händereichen…und umarmen…macht aus einem Bauwerk ein Gotteshaus !

und viel Liebe wünsche ich dir

Kerbi

Meine geliebte Süße und ich besuchten gestern dieses Haus
Gottes. Es wurde bekanntlich nicht für Menschen gebaut… und
wird - wie gestern zu erfahren war - auch nicht von solchen
gehütet.

Meine Wut, …
Rossi,

war ein Gefühl des Augenblicks. Sie ist und war noch nie ein großer Bestandteil meines Lebens und dieses Gefühl – hier – aus meiner Einstellung zur Kirche herleiten zu wollen oder umgekehrt, wäre falsch!

Aber wenn ich sie erfahre, Rossi, macht sie mich nicht blind! Das ist wohl nur Deine Meinung, nicht mehr und nicht weniger! :wink:
Ein so starkes Gefühl veranlasst mich, Rossi, mich neben mich zu stellen und mich zu betrachten. Und es veranlasst mich, meine Einstellung zu überdenken und zu hinterfragen.

Es geht hier nicht darum, dass „mein Wille geschehe“, auch nicht darum, meine Regeln immer und überall durchsetzen zu wollen. Es geht darum, Mensch zu sein und Mensch sein zu dürfen. Restriktive Verhaltensmaßregeln sind in vielen Bereichen des Lebens sehr wichtig und helfen, die Ordnung aufrecht zu erhalten.
Aber meiner – unmaßgeblichen - Meinung nach sollte gerade die Kirche von ihrem hohen, frömmlerischen Ross heruntersteigen und ihre – an diesem Tag auf mich menschenverachtend wirkende - klerikale Dominanz hinten an stellen.

Als wir, Rossi, am nächsten Tag den Dom erneut betraten, begann gerade ein Gottesdienst. Den Gläubigen und Betenden in diesem Moment wirklichen Respekt zu zollen, hätte für mich bedeutet, den Dom für die Touristen für die Dauer des Gottesdienstes zu schließen.
Aber NEIN! Der Innenraum war weiträumig abgesperrt und auf dem restlichen verbleibenden Platz tummelte sich die Anzahl Menschen, die sich normalerweise im ganzen Dom verteilt hätte. Kommt da etwa plötzlich die kommerzielle Seite ins Spiel vor der der Respekt zu weichen hat?

Nun, ich werde am Wochenende dennoch nicht das letzte Mal im Hohen Dom zu Köln gewesen sein!

Letztlich möchte ich noch Frau Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Dombaumeisterin zu Köln, zitieren:

„Deshalb ist der Dom ‚die ewige Baustelle‘ und wird es hoffentlich noch lange bleiben. Die ständigen Arbeiten am Dom belegen, wie wichtig den Menschen der Dom noch immer ist.“

Dem Dom und den Vertretern des Hausherrn sollten die Menschen genauso wichtig sein.

Liebe Grüße

Birgit

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Aber wie kann jemand der Kinder schlägt und erwachsene
Menschen wissentlich belügt einem anderen die Sünden erlassen?

kein mensch kann einem anderen die sünden erlassen. das kann
nur gott ganz allein.

wirklich?

aber von wem sprichst du da eigentlich?

Von katholischen Pfarrern, die in diversen Schulen tätig sind.

beichte?

wirklich?

zumindest. in erster linie kann eine sünde nur von dem menschen vergeben werden, dem du etwas angetan hast. sünden gegen gott bitte bei gott melden, sofern du überhaupt glaubst. bei mord wirds schwer. das mit der beichte ist mir ein rätsel. wie kann ein anderer mensch einem eine sünde vergeben? versteh ich nicht.

Hallo!

staune über
eine Regel in Gotteshäusern die umarmen und küssen verbietet.

Also, ich kenne eine solche Regel nicht. Jedenfalls keine allgemein gültige. Das ist weder Kirchenrecht noch liturgische Vorschrift (wäre mir jedenfalls sehr neu). Und wie man ein Verbot von ‚Liebe‘ theologisch begründen wollen würde, ist mir auch ein Rätsel.
Natürlich ‚handeln‘ verschiedene Hausherren von Kirchen auch die Verhaltensvorstellungen recht unterschiedlich. Sind ja auch unterschiedliche Menschen. Im vorliegenden Fall ließ (angeblich) der Hausherr (=Dompropst) ‚handeln‘. Und da sind in der Tat die Delegaten (=Domwächter) -wie man so sagt- oft päpstlicher als der Papst.

Martin

Da wo du lt. Visitenkarte wohnst bringen sich die Leute doch
aus Glaubens-Fanatismus täglich um. Das bist du doch gewohnt,
oder?
Ich äußere hier nur meine Meinung und das ist im Vergleich zum
Töten hier noch erlaubt.

Och, lehitraot, hast Du deine Visitenkarte wieder geändert? Ich hätte doch zu gerne gewusst, wenn Du so täglich umbringst. Kannst Du diese Information vielleicht wieder einstellen… oder ist dieses nur ein trauriges Kapitel, wohin Fanatismus und Hass so führen können?

Eli

Och, lehitraot, hast Du deine Visitenkarte wieder geändert?
Ich hätte doch zu gerne gewusst, wenn Du so täglich umbringst.

horgim kol schabat jeled aravi notsri ve ochlim oto.

*grins*

besser sowas nicht schreiben, sonst glaubt es noch der eine oder andere psychopath!!!

Hallo

Ich habe mir die vielen Antworten durchgelesen und staune über
eine Regel in Gotteshäusern die umarmen und küssen verbietet.
Steht das an der Kirchentüre ?

Ich denke, wir sollten bei dieser Frage und auch in der ganzen Diskussion einmal ein paar Dinge unterscheiden.

  • Regeln, die aus dem erwachsen, was man Gottes Gebote nennt. Das ist wenig genug. Die zehn Gebote fallen einem ein und das Liebesgebot, aber dann ist auch schon sehr schnell Schluß.

  • Regeln, die von kirchlichen Institutionen aufgestellt wurden und für Mitglieder dieser Institutionen gelten sollen. Dazu gehören Regeln, die als Verdeutlichung und Konkretisierung von Gottes Geboten aufgefasst werden können, aber auch Regeln, die völlig willkürlich sind (z.B. das Zölibat)

  • und dann sind da noch die Regeln, die ungeschrieben sind, nicht offiziell gelten, aber in Form der gesellschaftlichen Übereinkunft oder durch Gruppendruck umgesetzt werden. Dazu gehört das hier geschilderte Problem, denn die Beobachtung des Austausches von Küssen wird von vielen Menschen als unangenehm und nicht in ein kirchliches Umfeld gehörend empfunden.

Gerade diese dritte Form der Regeln sind natürlich alles andere als „ehern“ und können und werden in Folge gesellschaftlicher Änderungen angegriffen. Aber zu der zweiten Kategorie der Regeln Marke „Konkretisierung von Gottes Gebot“ gehört die Regel, daß man auch Regeln befolgen soll, mit denen man nicht übereinstimmt, wenn man ansonsten Menschen verletzt, denen diese Regeln wichtig sind.

Als analoges Beispiel sehe ich das Lärmen und Spielen auf einem Friedhof. Die meisten Menschen würden das als nicht statthaft ansehen, obwohl die Toten die Letzten sind, die dadurch gestört werden und ein solches Zeichen von Leben an so einem Ort bestimmt gut tut.

Gruß
Thomas

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De ja vu…
Deine Geschichten kommen mir bekannt vor…
Meine"Glaubenskrise"begann in der ersten Klasse, als der Pfarrer, der Sonntags die Nächstenliebe predigte der einzige Lehrer war, der die Schüler schlug…
Einzige Konsequenz war der schnellstmögliche Austritt.

Und aufgrund des Einflusses, den die Kirche auf unser Leben nach wie vor hat, scheint mir die hier angeführte (sinngemässe)Aussage „Du musst ja nicht dran Glauben, musst die Kirche aber nicht bekämpfen“ extrem blauäugig.

Aber meine Hoffnung ist, das diese Organisation von Senilen und Bewusstseinsgespaltenen sich selbst zerstört…

Ketzerische Grüsse

Zaphod „Eigenverantwortlich“ Beeblebrox

Abstrahiert…
So wie ich „die Küssenden“ ursprünglich verstanden habe geht es ja nicht nur darum, ob ein Kuss jetzt „eine strafbare/ahndenswerte Handlung nach Paragraph XY handelt“.

Nachdem ich (ehem. bayerisch/katholisch) nahezu 18 Jahre regelmässig in die Kirche gegangen bin und nach meinem Austritt jetzt nur noch aus besonderen Anlässen (Hochzeiten u.ä.) diese Häuser aufsuche, kann ich mittlerweile mein „ungutes Gefühl“ in der Kirche genauer definieren.

Warum darf man nicht die Frau, der man vor Gott ewige Liebe geschworen hat bei der Hand nehmen in der Kirche? Warum nicht die Verbundenheit zeigen, zu die einem die Predigt aufruft?

Dem Gläubigen wird eher das Gefühl von (Ehr- ??) Furcht vermittelt als von Liebe und Geborgenheit im Hause Gottes.

Meine Erkenntnis ist die von Heuchlerei und Doppelmoral.

Einschneidende Erlebnisse in meinem Kirchenleben:

Der Pfarrer wirft eine Mutter mit dem schreienden Kind aus dem Hause Gottes, um die Andacht nicht zu stören.

Der Pfarrer als Religionslehrer schlägt Kinder und benotet nach persönlicher Sympathie.

Meiner Meinung nach rettet sich die (kath) Kirche durch unverständliche Rituale durch die Realität hindurch.

Und das in einer für die Gesellschaft gefährlichen Form, die den Widerstand gegen Sie rechtfertigt.

Meint

Zaphod