Laut dieser Studie zeigen ja alle Menschen beim Gestikulieren die Worte in der gleichen Reihenfolge: Subjekt-Objekt-Verb.
Als ich jetzt aber ein wenig darüber nachgedacht habe, fiel mir auf, dass ich (zumindest in einigen Fällen, wo ich mich daran erinnere) eher in der Reihenfolge Subjekt-Verb-Objekt zeige.
Besonders das Beispiel mit „Frau dreht den Türknauf“ - ich käme nie auf die Idee, zuerst den Türknauf und dann erst das Drehen zu zeigen.
Mir sind noch andere Beispiele eingefallen, in denen ich ganz sicher nicht in dieser Reihenfolge gezeigt hab, z.B. „Ich liebe dich“ oder „ich rufe dich an“. (Vielleicht ist an meinen beiden letzten Beispielen auch etwas anders als an denen in der Studie, aber im Prinzip haben sie sich dort ja auf das Allgemeine bezogen …).
ja, das ist so.
Ich habe beruflich viel auf Grossbaustellen zu tun. Dort finde ich, zum Teil, bis zu 25 verschiedene Nationalitäten und auch verschiedene Kulturkreise. Aus diesem Grund wird in der sogenannten Baustellenordnung auch immer die „Baustellensprache“ festgelegt. Nun ist es aber so, dass manche Beschäftigte auf diesen Baustellen doch etwas einfacher struktuiert sind (bis hin zu echten Analphabeten). Wie verständigen wir uns nun unter diesen Voraussetzungen? Richtig, „mit Händen und Füssen“ Dies bedeutet nichts anderes, als dass ich jedes Mal, wenn ich mit einem Beschäftigten kommunizieren will/muss, mich zuerst vergewissere ob er mich versteht -> ich frage ihn, in der Baustellensprache, ob er mich versteht. An seiner Antwort erkenne ich dann die Situtation. Wenn er meine gesprochene Frage nicht versteht, gehe ich auf „Hände und Füsse“ über, also auf das Gestikulieren.
Das klappt wunderbar und überraschenderweise ziemlich fehlerfrei (ich muss mal drüber nachdenken, ob es eine universelle Gestikuliersprache gibt (wahrscheinlich schon). Deine Ausführungen liessen mich nun über die Systematik des Gestikulierens nachdenken und es scheint tatsächlich so, wie beschrieben -> Subjekt-Objekt-Verb
Beispiel: Ich will, dass ein Beschäftigter eine Propangasflsche bewegt - von A nach B. Ich zeige zuerst auf ihn, dann auf die Gasflasche und dann eine Bewegung des Tragens oder Rollens. Er sieht mir aufmerksam zu und dann kontrolliere ich, ob er verstanden hat, indem ich ein Aufwärtsnicken ausführe und einen fragenden Blick aufsetze. Er bestätigt mit einem Kopfnicken. Wir sprechen dabei in unserer jeweiligen Sprache den Vorgang nach, bzw. verbalbegleitend. Das hat sich bewährt. Der Mann bestätigt, dass er verstanden hat mit einem Kopfnicken (oder mit einem Kopfschütteln und Schulterhochziehen, wenn er nicht verstanden hat).
Bei Indern ist Vorsicht geboten - deren Kulturkreis und Mimik und Gestik unterscheidet sich doch erheblich und die verstehen dann wirklich nicht -> die verstehen dann aber Englisch
Afrikaner verstehen fast alle Englisch oder Französisch.
Südamerikaner verstehen fast alle Spanisch oder Portugiesisch.
Asiaten verstehen Englisch. Türken, Bulgaren und andere aus dem Grossraum des Balkan kommen gut mit Gestik zurecht.
Bayern stellen sich gelegentlich als etwas begriffstutzig heraus (das ist kein Witz und keineswegs diskriminierend gemeint - es ist einfach so) und brauchen häufig Gestenunterstützung zur gesprochenen Sprache.
Und nun kommt der interessanteste Teil:
Dieses Gemisch aus Sprache und Gestik und Mimik funktioniert auch mit vielen Tieren. Versuch mal, nur mit der Sprache, einem Hund aus einem anderen Land etwas zu vermitteln. Klappt nicht. Mit der besagten Kommunikationsmischung klappt das (Tiere sind sehr aufmerksame Beobachter und wir können viel von ihnen lernen - das ist auch kein Witz, es ist meine Überzeugung und Resultat aus Beobachtungen und persönlichen Erfahrungen). Versuch mal mit einem Pferd aus Schleswig-Holstein zu kommunizieren. Und dann versuch mal das gleiche mit einem Pferd aus der Türkei. Du wirst überrascht sein. Das wäre echt mal eine weitere Doktorarbeit wert (Kommunikation und „Konditionierung von Mitarbeitern zur Vermeidung von Gefährdungen im Arbeitsleben“ war mal mein Fachgebiet
Doch nun zu Deiner Frage (soweit nicht bereits beantwortet):
Jetzt die Frage an euch:
Wie herum zeigt ihr?
Subjekt-Objekt-Verb
Ich hoffe, dass diese Einlassungen hilfreich im Sinne der Anfrage waren
Hi Thorid und Ray,
zur ursprünglichen Frage bez. auf Subjekt-Objekt-Verb kann ich nichts beitragen, aber dafür hierzu:
(ich muss mal drüber nachdenken, ob es eine
universelle Gestikuliersprache gibt (wahrscheinlich schon).
Die gibt es tatsächlich nicht und darüber wurden bereits viele wissenschaftliche Arbeiten verfaßt. Einen netten Überblick hierzu gibt es in Desmond Morris’ Buch „Manwatching“ in dem er die kulturellen Unterschiede von menschlichen Gesten für ein und dieselbe Sache aufzeigt und diese dann auch mitunter mit tierischem Verhalten vergleicht.
Shebop
hättest du bereits das erste Problem, so der Mann Grieche wäre. Dann würde er nämlich „Nein“ meinen, wenn er mit dem Kopf nickte.
Dass bei den Griechen die Bedeutungen der Gesten Kopfschütteln und -nicken (nach unserem Verständnis) vertauscht sind würde sich sicher sehr schnell durch begleitende Körpersprache herausstellen. Ein fragender/nicht verstehender Mensch sieht einfach anders aus (z.B. Stirnrunzeln), als einer, der verstanden hat, dass er die Gasflasche transportieren soll (z.B. lächeln). Aber das war ja nicht die Frage.
das ist klar, aber ich konnte/wollte hier nicht alle Nationen mit all ihren Besonderheiten auflisten - ich habe absichtlich nur ein paar Beispiele aufgeführt.
Bedauerlich, dass Du den Beitrag nicht verstanden hast.