Gestörte Kommunikation?!?

Hallo!

Ich brauche unbedingt einen Rat, denn die Beziehung mit meinem Freund ist immer weniger auszuhalten.
Wir sind seit 7 Jahren zusammen und haben einige Höhen und Tiefen(!) miteinander durchlebt. Mittlerweile bin ich an einem Punkt, an dem ich leider ernsthaft über Trennung nachdenken muß, obwohl es nicht das ist, was ich wirklich will und ich will ihn auch nicht im Stich lassen.
Vorab möchte ich sagen, daß mir vollkommen klar ist, daß an einer Beziehung ZWEI Menschen beteiligt sind und auch, daß mir bewusst ist, daß auch ich meine Fehler habe. Aber es geht mir hier um bestimmte Verhaltensweisen, die er an den Tag legt und ich mir keinen Rat mehr weiß, wie ich damit umgehen soll/kann.
Wo soll ich anfangen…ich liste einfach mal auf:

-wenn er nicht arbeitet, liegt er meistens den ganzen Tag auf dem Sofa und schaut fern

-er meidet das Zusammentreffen mit anderen Menschen, besonders mit meinen Freunden

-er redet manchmal tagelang nicht mit mir/ignoriert mich regelrecht

-er ist ohne bestimmten Grund unfreundlich

-er projiziert seine Emotionen/Probleme auf mich (und macht sich damit natürlich unantastbar. Wenn ich ihm sage, daß das z.B. nicht mein Frust ist sondern seiner, gelte ich als kritikunfähig, Retourkuschenfahrerin usw.)

-er fühlt sich bei jeder Gelegenheit angegriffen, vorgeführt, schlecht behandelt u.ä.(z.B.: er wollte Kuchen backen, hat die Butter rausgestellt zum weich werden. Ich wusste von nix, komm irgendwann an der Küche vorbei, denk „oh irgendwer hat vergessen die Butter in den Kühlschrank zurückzustellen…“ und mach’s. BAMM. Vorwürfe ohne Ende: ich würde mein Handeln und Denken in der Richtigkeit u. Wichtigkeit über seines stellen/ ich würde ihm mit Absicht das Leben schwer machen wollen/ ich würde immer gegen ihn arbeiten usw.)

-manchmal habe ich das Gefühl er wirft mir irgendwelche Dinge nur vor, um mir was vorwerfen zu können (er bleibt dann auf irgendwelchen Allgemeinplätzen „du machst immer…“ und kann keine konkreten Beispiele/Situationen nennen)

-Schuld sind immer alle anderen: ich natürlich, die Arbeitskollegen, das System, die Regierung…

-egal was ich sage, er sagt das Gegenteil davon (auch zu einem Thema in beide Richtungen)

Mir würde sicher noch einiges einfallen, aber für einen ersten Eindruck ist das sicher ausreichend. Falls etwas unklar ist, bitte nachfragen.
Ich weiß nicht mehr weiter. Manchmal bin ich selber schon so durcheinander und weiß nicht mehr, was richtig/falsch, wahr/unwahr ist. Ich habe mich aber oftmals (heimlich natürlich) rückversichert u.a. bei seiner Schwester, die mir beipflichtet, daß es in erster Linie er ist, dessen Verhalten aus der Rolle fällt.
Wenn ich auch nur andeutungsweise anspreche, daß er Probleme hat und Hilfe bräuchte, bricht er jedes Gespräch ab und wirft mir vor, daß ich es mir ja schön einfach machen würde/ihn pathologisieren würde und was was weiß ich noch alles. Es sind ja schließlich die Umstände und die anderen… Und zu einem Psychologen…niemals! Die wollen einem ja das Gehirnwaschen und sonst allerlei böses.

Ich bin ziemlich am Ende. Ich würd mir so wünschen, daß ich ihn irgendwie erreichen kann, oder das er Hilfe annehmen würde. Er war früher, und ist es ab und zu zwischendurch auch jetzt noch, ein ganz zauberhafter Mensch - der, mit dem ich mein Leben verbringen will.

Gibt es eklatante Kommunikationsfehler (auf meiner Seite), die es jemandem wie ihn unmöglich machen, auf das einzugehen, was ich versuche ihm mitzuteilen? Bzw. gibt es irgendwelche „Tricks“ in der Kommunikation, die ich unbedingt beachten sollte?

Für jeden Ratschlag bin ich unendlich dankbar!

Liebe Grüße, Emma

Liebe Emma!

Was kannst Du schon gross tun, wenn in seiner Welt alle sich als „Feinde“ darstellen??
Wie sollst Du ihn erreichen, wenn er sich auf einen unerreichbaren Posten stellt??
Es klingt ja fast so, als ob er mit sich selber schon genug ist-- und er niemanden um sich rum haben will- kann!

Was mich interessieren würde-- wie gehst Du mit den Situationen um?
Gibst Du nach? Lenkst Du ein?

Es mag hart klingen, aber ich vermute, Du erreichst Deinen Freund nur noch mit sehr harten Massnahmen!
Hast Du vor ihm jemals von Deinen Gedanken an Trennung geredet??
Kann ihm klar sein, wie sehr er Dich verletzt und zu was das Ganze führt??

Es hört sich bei ihm ja nach einem sehr schlechten Weltbild an, was er in sich hat…wie unzufrieden ist er denn mit seinem Leben?
Hast Du ihn das mal gefragt??
Weisst Du das??

Der Weg ist, daß ER erkennt, wo er steht, was er will- und daß sein Verhalten etwas auslöst!
Erst wenn er das für sich weiss, dann kann er auch mal entscheiden, wie er mit Dir- einem nahen Menschen- umgehen will-- ob er ihn überhaupt noch will!

Solange man diese Spielchen mitmacht…und keine Grenzen zieht- solange wird es so weiterlaufen!
Und Grenzen müssen nie gleich ne Trennung bedeuten!
Aber manche Menschen brauchen einfach auch mal eine deutliche Ansage, damit ihnen klar ist, daß sie sich selber damit sehr weh tun können!!

Wenn er mal gute Zeiten hat…vielleicht wäre ja DANN eine gute Gelegenheit???

Viel Glück
Kitty

Hallo Emma,

-wenn er nicht arbeitet, liegt er meistens den ganzen Tag auf
dem Sofa und schaut fern

Kann er nichts mit sich selbst anfangen, schlägt die Zeit tot?

-er meidet das Zusammentreffen mit anderen Menschen, besonders
mit meinen Freunden

Hat er Angst, vor Deinen Freunden nicht (mehr) bestehen zu können?

-er redet manchmal tagelang nicht mit mir/ignoriert mich
regelrecht

Will er Dich bestrafen? Versucht er, Dich zu provozieren? Oder kann er zurzeit einfach nicht?

-er ist ohne bestimmten Grund unfreundlich

Zu sich selbst ist er, wie es aussieht, auch nicht besonders freundlich; er kann oder will nicht freundlich sein.

-er projiziert seine Emotionen/Probleme auf mich (und macht
sich damit natürlich unantastbar. Wenn ich ihm sage, daß das
z.B. nicht mein Frust ist sondern seiner, gelte ich als
kritikunfähig, Retourkuschenfahrerin usw.)

Lehnt er Verantwortung für sich selbst ab? Versucht sie, Dir aufzubürden, weil es einfacher ist und er sich dann nicht mit sich selbst auseinander setzen muss? Will/kann er seinen eigenen Emotionen nicht selbst ins Auge sehen, sodass er sie Dir übergibt?

-er fühlt sich bei jeder Gelegenheit angegriffen, vorgeführt,
schlecht behandelt u.ä.(Vorwürfe ohne Ende: ich würde mein Handeln
und Denken in der Richtigkeit u. Wichtigkeit über seines
stellen/ ich würde ihm mit Absicht das Leben schwer machen
wollen/ ich würde immer gegen ihn arbeiten usw.)

Fühlt er sich vernachlässigt? (ab das, objektiv betrachtet, nun berechtigt ist oder nicht). Will er bedauert werden? Das betrachte ich dann als ein Ablenkungsmanöver.

-manchmal habe ich das Gefühl er wirft mir irgendwelche Dinge
nur vor, um mir was vorwerfen zu können (er bleibt dann auf
irgendwelchen Allgemeinplätzen „du machst immer…“ und kann
keine konkreten Beispiele/Situationen nennen)
-Schuld sind immer alle anderen: ich natürlich, die
Arbeitskollegen, das System, die Regierung…

Sieht für mich aus nach Ablehnung von Verantwortung für sich selbst; vielleicht hat er (unbewusst) große Angst davor, sich mit sich selbst auseinander setzen zu müssen, vielleicht fühlt er sich dem nicht gewachsen, was dann kommen kann.

-egal was ich sage, er sagt das Gegenteil davon (auch zu einem
Thema in beide Richtungen)

Provokation? Hilfloser Versuch, mit Dir zu reden?

Er war früher, und ist es ab und zu zwischendurch auch
jetzt noch, ein ganz zauberhafter Mensch - der, mit dem ich
mein Leben verbringen will.
Gibt es eklatante Kommunikationsfehler (auf meiner Seite), die
es jemandem wie ihn unmöglich machen, auf das einzugehen, was
ich versuche ihm mitzuteilen? Bzw. gibt es irgendwelche
„Tricks“ in der Kommunikation, die ich unbedingt beachten
sollte?

Es gibt einige Tricks in der Kommunikation:

  • Sprich nur aus, was Du fühlst, wie Du Dich fühlst, bei dem, wie er ist und was er tut. Und zwar gleich. Vielleicht sagst Du ihm auch: „Ich habe das Gefühl, dass Du Dich in den letzten Jahren verändert hast, dass Du nicht glücklich bist. Wie würdest Du gerne sein?“
  • Stelle keine Bedingungen, wirf ihm nichts vor, verallgemeinere nicht (kein „immer tust du…“. Aber ich glaube, das weißt Du auch). Handle einfach - freundlich, aber bestimmt.

Was ist aus seinen Träumen geworden? Was hat ihn begeistert? Woran ist er gescheitert? Warum ist er nicht in der Lage/willens, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen? Da er früher offenbar ganz anders war, ist er da irgendwie allmählich reingerutscht? Krisen sind aber auch etwas, wodurch man spirituell wachsen kann - vielleicht fragt er sich (unbewusst), was der Sinn seines Lebens ist? Hast Du Dich vielleicht auch inzwischen geändert, sodass Du nicht mehr dieselbe bist wie damals, verweigerst Dein Funktionieren in Situationen, die Dir nicht gut tun?
Um Deiner eigenen seelischen Gesundheit willen: Lass ihn auf der Couch sitzen, geh raus und teile ihm freundlich mit, dass Du einkaufen, zu Freunden etc. gehst - wenn er meint, keinen Ehetherapeuten, Lebensberater o.ä. zu brauchen, dann ist seine Krise vielleicht noch nicht tief genug…
LG Susanne

wo die probleme bei der kommunikation liegen, ist anhand der paar beispiele kaum zu beurteilen.

oft streitet man sich wegen kleinigkeite, nur weil der eine vielleicht einen etwas unfreundlichen ton angeschlagen hat. da entsteht dann automatisch, egal um was es geht, eine trotzhaltung, bei der man das, was einen eigentlich stört, selbst übernimmt (so nach dem motto: das muss ich mir doch nicht gefallen lassen!).

dass dein freund bei der sache mit der butter gleich an eine böse absicht denkt, muss wohl eine ursache haben.
wie hast du in der situation reagiert? hast du ihm ruhig erklärt, dass es nich böswillig war und hast du dich bei ihm entschuldigt, oder hast du dich von seiner aggression anstecken lassen und dich „gewehrt“? bei so einer sache scheint eine entschuldigung im ersten moment nicht angebracht, schliesslich hat man ja nichts falsches gemacht weil man nicht wissen konnte, dass die butter zum zweck des weichwerdens nicht im kühlschrank stand. aber da man durch sein handeln, wenn auch unbeabsichtigt, den anderen verärgert hat, sollte man aus rücksicht auf dessen emotionen nachgiebig sein.

Hallo Emma,

War er schon immer so oder gab es einen Auslöser für sein destruktives
Verhalten.

Zwei, die an einer Beziehung beteiligt sind hin oder her - ignorantes
und unfreundliches Verhalten gegenüber Mitmenschen macht nicht beliebt.
Es ist verständlich, dass Du an Deine Grenzen kommst.

Was hast Du bisher unternommen, um die Beziehung in eine Bahn zu
lenken, die für Dich ok ist? Hast Du mit ihm in einer ruhigen Stunde
ohne Streit über Dein Problem mit ihm gesprochen. Hast Du einen
Mediator in Betracht gezogen? Habt ihr gemeinsame Ziele?

Viel Kraft, viele Grüße

hi,

den optimalen effekt mit gleichzeitig den wenigsten verwirrungen erzielst du, wenn du gar nicht mehr an ihn und seine fehler denkst, sondern sofort deine eigene kommunikation verbesserst.

regeln dazu:

-auf die gefühle, die du empfindest, hat er ein recht. teile ihm also in der ICH-form mit, wie du dich fühlst und wie der zusammenhang ist.

-niemals die DU-form verwenden. („du tust das und das…“)

-höre ihm zu, lass ihn ausreden. fordere das auch für dich ein. weise ohne vorwurf darauf hin, wenn du merkst, dass er den sachinhalt von dem, was du gesagt hast, nicht verstanden hat und erkläre es neu.

-wärme keine alten geschichten auf, sondern rede über begebenheiten und gefühle im hier und jetzt.

-begrenzt auseinandersetzungen auf eine stunde, dann entweder pause oder vertagung.

-statt vorwürfe äußere wünsche.

vorher bedenke noch, dass er nicht verändert werden kann, sondern nur du dich verändern kannst. trennung ist etwas, das sich ergeben kann, wenn man die unveränderlichkeiten des anderen nicht annehmen kann.

Hi Emma,
für mich liest es sich so, als ob er eigentlich seine Ruhe haben will
(gern die Beziehung beenden würde) aber eigentlich zu bequem ist, das
in die Tat umzusetzen. Vielleicht ists für ihn auch billiger, mit dir
ne Zweckgemeinschaft zu pflegen als alles allein zu finanzieren.
Sieben Jahre sind ne lange Zeit, man verändert sich und möglicherweise
seine Einstellungen. Ist die Luft raus, bei ihm, was eure Beziehung
angeht?
Wie alt seid ihr denn?
LG
D

Hallo Emma,

Für mich hören sich Deine Ausführungen so an, als hättest Du bereits für Dich eine Entscheidung über die Weiterführung/Trennung der Beziehung getroffen.

Einige Interessante Fragen - die Du Dir selbst beantworten solltest sind:

  • Was konkret bekommst Du für Dich aus der Beziehung?

  • Wenn ihr euch trennen würdet, was würde sich für Dich ändern, was würde gleich bleiben? Was wäre Dir jeweils in beiden Kategorien wichtig?

  • Zu den „Kommunikationsproblemen“: Kann es sein, dass ihr ein „Spiel“ spielt? Kommt dir dieses „Spiel“ bekannt vor, bzw. kam es bereits in anderen Beziehungen vor?

Viel Spass beim „Deinen Weg gehen“
-werner

Hallo!

Hallo Emma,

Mein Mann war ähnlich. Er hat aber in Gegensatz zu Deinem, nicht auf den Sofa gehangen, sondern war immer unterwegs.

Er distanzierte sich von mir. Gut streitlustig war er nicht.

Bei ihm war es, dass ihn tierisch was an der Beziehung gestört hatte, aber er nicht in der Lage war, seine Gefühle mir gegenüber zu äussern.

Bis es geknallt hat. Aber richtig. Mittlerweile läuft alles wieder in geordneten Bahnen, aber hat doch ein bitteren Nachgeschmack hinterlassen.

Vielleicht geht es ihm ähnlich. Vielleicht ist er ihm nicht möglich, es anders auszudrücken.
Männer sind nun mal keine grossen Redner. Vielleicht ist das ein Abnabelungsprozess von Dir, den er aber noch nicht zugeben will.

Was ich raten kann? Keine Ahnung. Ausser das Gespräch zu suchen, und was Dir aufgefallen ist, und Dein Empfinden ausdrücken, möglichst ohne Schuldzuweisung, und dass Du schon fast soweit bist, die Beziehung als gescheitert zu erklären, Du aber bereit bist daran zu arbeiten.
Wenn er dann nicht aufwacht, dann will er auch nicht mehr. Leider…

Viel Glück wünsch ich euch.

Liebe Grüße
Wölkchen

Ganz einfach: Therapie oder Trennung
owt

Hallo,

Deine Ratschläge sind gut,habe ich auch alle schon mal in diesem
Zusammenhang gehört, habe dennoch mal ein Paar Fragen zur Umsetzung
in die Praxis:

-höre ihm zu, lass ihn ausreden. fordere das auch für dich
ein. weise ohne vorwurf darauf hin, wenn du merkst, dass er
den sachinhalt von dem, was du gesagt hast, nicht verstanden
hat und erkläre es neu.

Was passiert, wenn das Gesagte, sei es noch so klar formuliert, nicht
beim „Empfänger“ ankommt, wie es gemeint ist. Und wie verhält man
sich, wenn der Gesprächspartner sich bockig stellt und arrogant „von
oben herab“ meint: „Tja, wenn Du meinst, dann ist das dein Problem?“

-wärme keine alten geschichten auf, sondern rede über
begebenheiten und gefühle im hier und jetzt.

Das setzt voraus, dass man immer sofort ein Problem anspricht und
sich mit dem Partner auseinandersetzt - das ist aber nicht immer
möglich. Sollen dann die alten Geschichten in dem einen brodeln und
verschwiegen werden?

-statt vorwürfe äußere wünsche.

Was, wenn der andere die WÜnsche als Vorwurf empfindet?

Viele Grüße

Liebe Kitty,

Was mich interessieren würde-- wie gehst Du mit den
Situationen um?
Gibst Du nach? Lenkst Du ein?

Mal so, mal so.
Ich versuche Geduld zu haben und sitze das Schweigen manchmal mit aus. Lange kann ich das allerdings meist nicht ertragen. Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch und halte das Gespräche nunmal auch für den besten Lösungsweg.
Ich versuche auf das einzugehen was er sagt und vorsichtig meine Meinung zu äußern, wenn sein Gesagtes wieder sehr von der Realität abdriftet.
Ich gehe ihm häufig auch einfach aus dem Weg.
Und manchmal provoziert mich das aber auch so, daß ich auch sauer werde und dann bestimmt auch nicht immer fair spiele. Ich werde dann leider leicht ironisch/sarkastisch

Hast Du vor ihm jemals von Deinen Gedanken an Trennung
geredet??

Ja, das habe ich. Seine Antwort: „Wenn Du mich nicht mehr ertragen kannst, musst Du halt gehen. Ich werde dich dann nicht aufhalten.“ Was soll ich da machen. Das ist aalglatt.

Es hört sich bei ihm ja nach einem sehr schlechten Weltbild
an, was er in sich hat…wie unzufrieden ist er denn mit
seinem Leben?
Hast Du ihn das mal gefragt??
Weisst Du das??

Ja, er ist unzufrieden- mit allem möglichen. Er will/kann aber auch nichts daran ändern. Wenn ich ihm Hilfe anbiete/Vorschläge mache, lehnt er ab oder hat sehr schnell Argumente parat, warum er die Dinge, auf die er eigentlich Lust hätte, ja nicht machen kann. Aus eigenem Antrieb passiert leider so gut wie nix.

Der Weg ist, daß ER erkennt, wo er steht, was er will- und daß
sein Verhalten etwas auslöst!

Ja genau! Aber wie?

Solange man diese Spielchen mitmacht…und keine Grenzen
zieht- solange wird es so weiterlaufen!
Und Grenzen müssen nie gleich ne Trennung bedeuten!

Ich versuche schon Grenzen zu ziehen. Im Moment schlafe ich z.B. nicht mehr im gemeinsamen Schlafzimmer.

Wenn er mal gute Zeiten hat…vielleicht wäre ja DANN eine
gute Gelegenheit???

Er hat tatsächlich in den guten Phasen schon mal zugegeben, daß er eventuell Hilfe bräuchte. Aber leider bleibt es dabei, es folgen einfach keine weiteren Initiativen.

Viel Glück

Danke!

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Liebe Susanne,

Kann er nichts mit sich selbst anfangen, schlägt die Zeit tot?

Ja, das denke ich auch. Er hat leider keine Hobbys oder so was. Will aber auch meist auf nichts eingehen, was als Anregung von aussen kommt.

Hat er Angst, vor Deinen Freunden nicht (mehr) bestehen zu
können?

So ein Gefühl habe ich auch. Dabei ist das wirklich unbegründet. Meine Leute mögen ihn wirklich und mein Freund ist (man glaubt es kaum, wenn man das alles hier liest) eigentlich jemand, der einem auf den ersten Blick sympathisch ist (wenn er nicht gerade maulig ist, aber dann sieht ihn auch kaum einer).
Ich befürchte, daß er sich mir (und so auch meinen Freunden) intellektuell unterlegen fühlt. Ich finde nicht, daß er das müßte! Aber in der Zeit in der wir zusammen sind, habe ich mein Abitur nachgeholt und ein Studium begonnen und er ist zeitweilig sogar eifersüchtig auf meine Bücher.

Will er Dich bestrafen? Versucht er, Dich zu provozieren? Oder

So fühlt sich das für mich an.

kann er zurzeit einfach nicht?

Seine letzte Begründung war, er wüßte es auch nicht warum. Er brauche Ruhe. Die kann er aber ja haben, wenn er sie braucht. Sein Verhalten geht aber einfach darüber hinaus.

Lehnt er Verantwortung für sich selbst ab? Versucht sie, Dir
aufzubürden, weil es einfacher ist und er sich dann nicht mit
sich selbst auseinander setzen muss? Will/kann er seinen
eigenen Emotionen nicht selbst ins Auge sehen, sodass er sie
Dir übergibt?

Das sind die Vermutungen, die ich auch schon für mich angestellt habe. Aber wehe, ich äußere irgendwas davon ihm gegenüber…

Fühlt er sich vernachlässigt? (ab das, objektiv betrachtet,
nun berechtigt ist oder nicht). Will er bedauert werden? Das
betrachte ich dann als ein Ablenkungsmanöver.

Das er sich vernachlässigt fühlt, hat er tatsächlich schon gesagt. Aber ich kann ihn auch nicht versorgen wie eine Mutter.

wenn er meint, keinen
Ehetherapeuten, Lebensberater o.ä. zu brauchen, dann ist seine
Krise vielleicht noch nicht tief genug…

Ich glaube, daß er leider sehr leidensfähig ist. Und das paradoxe, obwohl ich spüre, daß er leidet, habe ich andererseits das Gefühl er genießt das irgendwie. So kann man ja auch Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Vielleicht ist das auch ein Punkt. Als ich die ersten Male diese Stimmungstiefs bei ihm bemerkt habe, habe ich ihn natürlich mit Aufmerksamkeit überschüttet, indem ich gefragt, mich gekümmert, gesorgt usw. habe. Mittlerweile weiß ich, daß ich damit bei ihm nichts erreiche und auch aus Selbstschutz habe ich mich da zurückgefahren und mache mehr mein Ding. Vielleicht wird es auch deswegen immer schlimmer.

Vielen Dank!!

Liebe Grüße, Emma

Hallo Emma,

7 Jahre ist ein langer Zeitraum. Deshalb würde ich jetzt eher von einer veränderten als gestörten Kommunikation sprechen - wie sieht er es eigentlich? Hat sich in der Zeit seine Umgangsweise mit Dir oder Deine Sichtweise zu ihm verändert?

Vorab möchte ich sagen, daß mir vollkommen klar ist, daß an
einer Beziehung ZWEI Menschen beteiligt sind und auch, daß mir
bewusst ist, daß auch ich meine Fehler habe.

Wer von Euch welche Fehler hat, ist meiner Meinung nach unwichtig, sondern wie die Bedingungen zwischen Euch sind.

-manchmal habe ich das Gefühl er wirft mir irgendwelche Dinge
nur vor, um mir was vorwerfen zu können (er bleibt dann auf
irgendwelchen Allgemeinplätzen „du machst immer…“ und kann
keine konkreten Beispiele/Situationen nennen)

Er fühlt sich unwohl und ist grimmig. Du nimmst (wegen seiner Wortkargheit) an, dass er sauer auf Dich ist, und fragst nach. Er nimmt Dir den formulierten Grund für seine schlechte Laune gerne ab, weil er aus seiner Unzufriedenheit mit sich eine Unzufriedenheit mit Dir machen kann, es fällt leichter auf jemanden sauer zu sein als auf sich selbst…könnte doch sein, oder?

-wenn er nicht arbeitet, liegt er meistens den ganzen Tag auf
dem Sofa und schaut fern…-er meidet das Zusammentreffen mit anderen
Menschen, besonders mit meinen Freunden…-er redet manchmal tagelang nicht
mit mir/ignoriert mich regelrecht…

Mir fallen beim Durchlesen Deiner Liste ein paar Sachen auf, die ich gerne hier auflisten will.

  • in Deiner Auflistung stecken Erwartungen an ihn, die er nicht erfüllt (statt arbeiten fernsehen, statt mit Leuten reden sie meiden…usw.) - enttäuscht?
  • seine Reaktionen scheinen sich immer gegen Dich zu richten - bist Du Dir da sicher?
  • er scheint mit seiner Tristess Dich runter zu ziehen, wenn Du Dich ihm annäherst, aber auf diese Ebene möchtest Du nicht bleiben. Aber hochziehen in Richtung gute Laune und Trubel geht auch nicht. Tau ziehen ist auch eine Form von Kommunikation, man könnte das als Machtspielchen bezeichnen.
  • seine von Dir beschriebenen Verhaltensweisen sind wie Symptome einer Krankheit, weshalb er sich behandeln lassen soll…Ihr könntet aber auch zusammen zur Behandlung gehen, weil nicht er sondern Eure Beziehung krank ist (Paartherapie)?!

-Schuld sind immer alle anderen: ich natürlich, die
Arbeitskollegen, das System, die Regierung…
-egal was ich sage, er sagt das Gegenteil davon (auch zu einem
Thema in beide Richtungen)

Ich sehe einen Mann vor mir stehen, der alles andere als fröhlich ist, mit dem Rücken an der Wand steht, und versucht durch Bissigkeit seine Würde zu verteidigen.

Ich weiß nicht mehr weiter.

Dann laß ihn los, nimm Abstand, und versuche deinen bisherigen Focus in Bezug zu Eurer Beziehung zu korrigieren. Wenn Du Halt bei ihm gesucht hast, den er Dir nicht geben kann, weil er selbst Halt braucht, dann hat Dein Verhalten bislang genau aus diesem Grund nicht das bewirkt was Du gesucht hast (es geht nicht um falsches oder richtiges Verhalten, sondern um Bedürfnisse und deren Erfüllung).

Ich habe mich aber oftmals (heimlich
natürlich) rückversichert u.a. bei seiner Schwester, die mir
beipflichtet, daß es in erster Linie er ist, dessen Verhalten
aus der Rolle fällt.

Stell Dir vor, er nähme heimlich Kontakt mit Deiner Familie auf, um sich über Dich zu erkundigen…

Gibt es eklatante Kommunikationsfehler (auf meiner Seite), die
es jemandem wie ihn unmöglich machen, auf das einzugehen, was
ich versuche ihm mitzuteilen? Bzw. gibt es irgendwelche
„Tricks“ in der Kommunikation, die ich unbedingt beachten
sollte?

Da gibt es keine Tricks mehr, kein Zauberwort, der Euren dicken Knoten löst. 7 Jahre sind eine lange Zeit, da ist einiges eingefahren, weshalb Ihr als Paar Hilfe braucht. Vielleicht gehst Du erst einmal alleine zu einem Paartherapeuten, der Dir dann Tipps gibt, wie Ihr Euch zusammen auf den Weg zu ihm machen könntet.
Wir lernen uns selbst durch unsere Mitmenschen kennen, gerade durch jene, über die wir stolpern, uns hindern oder stören. Krisen bergen immer auch Chancen für einen selbst, wenn man bereit ist, sich mit seinen Wünschen und (Un-)Fähigkeiten zu beschäftigen.
Evtl. zeichnet sich das Ende Eurer Beziehung ab. Dann ist es Zeit zum Abschied nehmen - am besten per Handschlag und mit einem „Lebwohl“, nicht wahr? Für einen friedlichen Abschied braucht es manchmal einen Dritten im Bunde.

Für jeden Ratschlag bin ich unendlich dankbar!

hoffentlich auch jetzt noch :smile:?

Liebe Grüße
Reni

Hallo,

du hast dich weiter entwickelt, „beruflich“, „intellektuell“? Was hat er in der Zeit (für sich) getan?
Anscheinend hat er nicht mehr „den Draht“ zu dir, den ihr mal hattet, und sowas entwickelt sich eben manchmal über die Jahre: Eine/r geht weiter, eine/r bleibt stehen.
Er scheint es nun vorzuziehen, im eigenen Saft zu kochen und isoliert sich anscheinend auch (zunehmend)?
Er isoliert auch dich, wenn du nicht aufpasst… durch negative Gefühle, die er auf dich überträgt… da hört „Beziehung“ auf und fängt wohl „Abhängigkeit“ an.
Geh deinen Weg.
Niemand zwingt ihn - außer er sich selbst - sich zu Hause zu verkriechen und dir damit womöglich Schuldgefühle zu verschaffen.
Lass dich nicht zu solchen seelischen gordischen Knoten verleiten, die dir deine Wahrnehmung von den Dingen rauben könnte.
Viel Glück für dich - und deinem Freund wünsche ich, dass er lernt, anzuerkennen, wer du nun bist - oder er sollte sich eine andere suchen, die sich für ihn und sein mangelndes Selbstwertgefühl verbiegt.

Gruß - iceage

du hast einen klaren blick für deinen anteil an eurer beziehung.
seiner bleibt dir weitgehend verschlossen.
mein eindruck:
du bekommst nicht das was du dir wünscht.
kannst du ihn ändern?
wohl nicht.
aber du kannst dich von dem wunsch befreien, dass er dich irgendwann versteht und von dem wunsch, ihn verstehen zu wollen.

Liebe Emma!

Nachdem ich auch das von Deinem nachgeholten Abi sowie Studium gelesen habe- sieht es schon danach aus, daß dein Freund sich doch recht bewusst aus dem gemeinsamen Leben zurückzieht- eben weil Dein Weg sich von seinem sehr unterscheidet!

Wenn Du zurückblickst-- wie war denn das Leben damals??
Wie warst Du??
Was habt ihr gemeinsam gemacht- wo lagen Eure Berührungspunkte?

Wenn jemand sich auf den Weg macht kann es sein, daß sich der Partner zurückgelassen- stehen gelassen fühlt…
Wenn es DAS sein sollte- dann kannst DU daran nicht viel ändern!!

Ich hatte auch mal einen Partner, der mir schlicht verübelt hat, daß ich Abi habe- er aber nur Hauptschule!
Thematisiert wurde das niemals- aber mir ständig Fehler vorzuwerfen, mir auf vielen WEgen zeigen,daß ich „ja doch nix kann“- das fand sehr oft statt!!

Ehrlich gesagt habe ich das aber alles erst nach der Trennung richtig kapiert!!

Diesen Vorsprung, den Du damit hast-- der ist natürlich nicht für ihn einzuholen!
Und wenn Du dann nicht auf ihn eingehst, wenn er so „zickt“- was ich vollkommen verstehe-- dann zeigst Du halt dennoch auch eine Stärke- IHN NICHT zu brauchen…was auch zu noch mehr Distanz führen kann!

Daß er auf Vorschläge zu einer Verbesserung seines Lebens von Dir nicht eingeht- macht auch Sinn…erstens müsste er sich dann mit sich selber befassen :wink:…zum anderen würde er Dir das REcht einräumen, daß du RECHT hast…was schwierig sein dürfte :wink:

Nun- es ist ja nun auf die Spekulation aufgebaut (mein Schreiben), daß ein grosser Punkt Dein gewählter Weg ist-- und danach kommt mir leider nur in den Sinn, daß es sehr viele Paare gibt, deren Wege einfach auseinanderlaufen…

Man hat mal ne sehr gute Zeit…und dann macht sich einer auf einen neuen Weg auf…und ohne, daß man es will, entsteht Distanz mit wer weiss was für Gefühlen in dem Gegenüber…und eine Brücke zu schlagen dürfte sehr schwer sein-- wenn auch nicth unmöglich!

Aber auf dieser Brücke müsssen sich die Menschen entgegengehen…anders geht es nicht!!

Wenn er - falls auch nur so tut- sich hinstellt und Dich nicht vermissen will- wenn er sich hinstellt und eher beleidigt wird, weil DU zB von Trennung sprichst…dann bleibt nur für Dich- das so weiterzutragen oder Dir zu überlegen, ob Du so weiterleben willst!

Wie Du geschrieben hast- Du möchtest ja nicht „seine Mutter“ sein, sondern einen gleichwertigen Partner vorfinden!
Übrigens- ward ihr vielleicht vorher „gleicher“-- so kann es schon sein, daß das nun auch ne grosse Provokation genau in die entgegengesetzte Richtung sein, die DU gehst!!

Naja- und so ein Verhalten, was man ja eher bei Kindern kennt…es wird schwer dann richtig damit umzugehen…

Was ist, wenn Du ihn fragst, wie er sich die Beziehung denn in Zukunft vorstellt??

Lieben Gruss
Kitty

Hallo!

Mich hast Du nun zwar nicht gemeint- aber ich rede dennoch mal mit :wink:

Was passiert, wenn das Gesagte, sei es noch so klar
formuliert, nicht
beim „Empfänger“ ankommt, wie es gemeint ist. Und wie verhält
man
sich, wenn der Gesprächspartner sich bockig stellt und
arrogant „von
oben herab“ meint: „Tja, wenn Du meinst, dann ist das dein
Problem?“

Dann muss man notfalls einen Dritten dazunehmen!
Jemanden, der „übersetzt“
Wenn jemand meint „Tja, wenn du meinst, dann ist das dein Problem“-- dann ist das ja kein DIALOG sondern nur ein Monolog, bei dem einer versucht einen Kontakt herzustellen, den der andere gar nicht will!
Also- würde ich in so einem Moment sofort abbrechen und das auch so formulieren!!
„Wenn DU Dich nicht mit dem Thema auseinandersetzen willst, dann lassen wir das nun- das ist KEIN Miteinander!“

-wärme keine alten geschichten auf, sondern rede über
begebenheiten und gefühle im hier und jetzt.

Das setzt voraus, dass man immer sofort ein Problem anspricht
und
sich mit dem Partner auseinandersetzt - das ist aber nicht
immer
möglich. Sollen dann die alten Geschichten in dem einen
brodeln und
verschwiegen werden?

Ich denke, damit ist gemeint, daß man die berühmten alten Vorwürfe ruhen lässt!
Denn sowas sind immer alte Verletzungen, auf die der Gegenüber ja wohl schon mehr als einmal nicht so reagiert hat, wie man es sich gewünscht hat!

-statt vorwürfe äußere wünsche.

Was, wenn der andere die WÜnsche als Vorwurf empfindet?

Auch dann- kann nur noch ein Dritter helfen!!
Wenn man sich immer nur angegriffen fühlt- egal wie es formuliert wurde, dann ist eine Grundhaltung vorhanden, die ein Reden unmöglich macht!

Genauso, wie es bei so einem WEg unmöglich ist, eigene verletzte Gefühle so rüberzubringen,daß dem Gegenüber klar wird, man steht offen und verletztlich vor einem!

Manchmal ist Abstand zu einer Situation das Beste-- um mal Luft zu holen- um sich mal klar zu werden, was man will- oder wo man steht!
Ein Brief kann auch helfen…muss aber nicht :wink:

lieben gruss
kitty

hi,

vorweg möchte ich andeuten, dass es menschen und situationen gibt, mit und in denen keine kommunikation möglich ist. andauernd bockiges oder ablehnendes verhalten kann auch hinweis darauf sein, dass jemand nicht kommunizieren möchte, und dann nützt es nichts, die nuß knacken zu wollen. das muss man akzeptieren, oder die mitteilung machen, dass man sich zurückziehen wird, wenn das so bleibt. kommunikationsregeln können nicht menschen verändern, sie können nur menschen helfen, die sie beachten wollen!

-wenn er also immer ablehnt, ist das vielleicht so und er will nicht. oder er ist sauer auf dich oder dein verhalten. und will vielleicht auch darüber nicht reden.

-alte geschichten sollten natürlich nicht in dir brodeln, aber der endlos lange aufschub von diskussionsbedarf sollte vermieden werden. ich denke ein bis drei tage kann man schon mal warten, bis man sich mitteilt, manchmal geht das aber nicht, dann sind ein bis drei sekunden schon lang. willst du dich eigentlich nach deinem partner oder nach dir richten? überlege, wie lange DU warten willst.

-wenn du wünsche äusserst, die in angemessenem ton, zu einem einigermassen geeigneten zeitpunkt, in nicht bedrohlicher körpersprache vorgetragen werden, werden sie auch nicht als vorwurf verstanden. das anliegen muss aber wirklich ein wunsch sein, wenn du innerlich noch vor wut kochst, kannst du keine wünsche vortragen, dann musst du erstmal deine grenzen mitteilen und zwar informativ und unmissverständlich. für wünsche dagegen geeignet wäre die form: „du, ich wünsche mir, dass wir heute abend 15 minuten spazieren gehen und miteinander reden, mir ist das sehr wichtig.“. für wut geeignet wäre eher: „es macht mich stinksauer, was hier abläuft. wenn du mich weiter so abblitzen lässt, ist das für mich total verletzend und unerträglich. das halte ich nicht aus, so läuft das mit mir nicht!“

überlege noch mal dein mass an aufdringlichkeit. reicht es einerseits aus, um ihn ein wenig zu zwingen und ist es andererseits nicht zuviel um ihn nicht in die ecke zu treiben und andauernden wiederstand zu erzeugen?

Hallo Emma,
jetzt schreibst Du:

„Aber in der Zeit in der wir zusammen sind, habe ich mein Abitur :nachgeholt und ein Studium begonnen und er ist zeitweilig sogar :eifersüchtig auf meine Bücher.“

Also hast anscheinend vorrangig Du Dich verändert, und zwar wahrscheinlich deutlich - und er ist der Gleiche geblieben, konnte nicht Schritt halten mit Deiner Entwicklung!?
Will er, sucht er vielleicht die Frau, die er vor sieben Jahren kennen gelernt hat, und fordert sie ein, indem er sagt, er fühlt sich vernachlässigt?
Leider ist es nicht automatisch so, dass sich beide Partner gleich schnell geistig/spirituell etc. weiterentwickeln - und das auch noch in die gleiche Richtung! Da möchte man natürlich, dass der Partner mitzieht - und fordert, redet, bittet, verlangt… Doch jeder Mensch hat sein eigenes Entwicklungstempo und seinen eigenen Lebensweg, muss bestimmte spirituelle Phasen durchlaufen.
Im Grunde haben alle Menschen das gleiche Ziel - nur manche brauchen mehr Inkarnationen dafür als andere…
Gruß, Susanne

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