Gesucht: Rindfleischgericht zum Vorbereiten

Liebe Experten,

auch dieses Jahr bin ich wieder schwach geworden und hab meinem Mann ein Essen mit Freunden zum Geburtstag versprochen. Der böse Zufall will es nun, dass ich außer der Kocherei an dem Tag noch zwei kleine Kinder und die Jubiläumsfeier meines Arbeitgebers bewältigen muss…

Organisation ist angeblich alles. ABer wie ichs auch dreh und wende, ein passendes Menü, bei dem ich alles vorbereiten kann, fällt mir nicht ein. Insbesondere das Hauptgericht macht Schwierigkeiten. Ich weiß, dass die eingeladenen Freunde immer enttäuscht sind, wenn es kein „ordentliches“ Fleisch gibt - als solches gilt eigentlich nur Rind- oder Kalbfleisch. „Boef Stroganoff“ wäre übrigens etwas ungünstig, da es das letztes Mal schon gegeben hat.

Alternativ wäre es theoretisch möglich, dass die Gäste in der Küche engagiert werden - allerdings in ganz begrenztem Rahmen. Da die auch kleine Kinder haben, ist die Zeit knapp. Wir können uns nicht einfach eher treffen - und grad zwischen sechs und acht ist mit Kindern die stressigste Zeit.

Könnt ihr mir helfen? Ich wär sehr dankbar für alle Tipps,
Juliane

Hallo!

Was hälst Du von Rinderbraten?
Pro Person 200 g falsches Filet
50 g Wurzelgemüse (auch je Portion), Sellerie, Möhren, Petrersilienwurzel
eine kleine Zwiebel je Portion, auch in Schnitzen
gekörnte Brühe
Majoran, Oregano, Knoblauch

Wurzelgemüse bei hoher Hitze im Bräter anbräunen, zusammen mit Zwiebel und, nach Belieben, Knoblauch.
auf die Seite schieben und Braten beiderseitig anbraten. aufpassen, das das Gemüse nicht anbrennt!
Mit Knochenfond aufgießen und würzen. Notfalls tuts Wasser.
Etwa anderthalb Stunden bei milder Hitze schmoren. Wenn Flüssigkeit verdampft ist, kurz den Satz anrösten lassen, dann wieder aufgießen. So entstehen leckere Röststoffe. Magenschonend wirds, wenn die Flüssigkeit immer etwas zugegen ist.
Nach Garzeit Braten mit Messer prüfen. Falls nicht gar, noch 15 Minuten anhängen. Dann rausnehmen.
Bräterinhalt etwas angießen und pürieren. Abschmecken. Soße fertig ganz ohne Bindemittel.
Braten aufschneiden und in der Soße nochmal 10 Min. aufkochen.
Mit Nudeln und Gemüse wie z.B. broccoli servieren.

Mahlzeit,

Marcus

Moin,
wie wäre es mit einem Rindergoullasch aus der Brottasse.
Das geht wenn dick genug gekocht wird immer als Hauptgericht durch.
Da die Anzahl der Gäste nicht bekannt ist hier das Rezept ohne große Mengenangaben.
Rindfleisch und Zwiebeln in gleicher Menge.
Paprikaschoten grün.
Tomaten. Ich nehme gerne Pizzatomaten, das sind mittelgewürfelte Tomaten aus der Dose.Es gibt sie mit Knoblauch oder Kräuter Zusatz in jedem Großmarkt. Sie machen das Ganze nicht so „suppig“ sondern binden es.
Die Brottassen ( aus dunklem Brotteig) mußt Du wahrscheinlich beim Bäcker vorbestellen, dürfte aber kein Problem sein.
Gruß
Dirk m.

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Bitte, wie geht das mit der Vorbereitung?
Lieber Blauschatten,
vielen Dank, das klingt ganz lecker - aber wie organisiere ich das mit der Vorbereitung? Kann ich das Anbraten um ca. 15.00 Uhr erledigen und dann den Braten bis 18.30 so da liegen lassen, dann in den Ofen schieben?

Mit Knochenfond aufgießen und würzen. Notfalls tuts Wasser.
Etwa anderthalb Stunden bei milder Hitze schmoren. Wenn
Flüssigkeit verdampft ist, kurz den Satz anrösten lassen, dann
wieder aufgießen. So entstehen leckere Röststoffe.
Magenschonend wirds, wenn die Flüssigkeit immer etwas zugegen
ist.
Nach Garzeit Braten mit Messer prüfen. Falls nicht gar, noch
15 Minuten anhängen. Dann rausnehmen.
Bräterinhalt etwas angießen und pürieren. Abschmecken. Soße
fertig ganz ohne Bindemittel.
Braten aufschneiden und in der Soße nochmal 10 Min. aufkochen.
Mit Nudeln und Gemüse wie z.B. Broccoli servieren.

Die Soße während der Vorspeise fertigstellen? Etwas ungemütlich. Oder kann der Braten noch ca. 1 1/2 Stunden warten, nachdem er aus dem Ofen gekommen ist? Kann ich mir fast nicht vorstellen. Mein Schwiegervater, dem ich meine Nöte schon unterbreitet habe, riet mir rundweg von Rinderfilet ab, da das heikel sei und nicht warten dürfe.

Immer noch in Sorge,
Juliane

Hallo Juliane,

Dein Tag klingt ja nicht so, als wärst Du am Nachmittag daheim beschäftigt, schade, denn sonst wäre so ein Braten wunderbar mit Niedrigtemperatur in einigen Stunden zu bewerkstelligen. Da man da aber immer wieder einmal nach der Temperatur schauen muss (zu diesem Zwecke steckt ein Bratenthermometer im Fleisch, hast Du so was?), eignet sich das ja wohl nicht.
Wenn Dich ein Rezept in der Richtung aber trotzdem interessiert, schick ich es Dir gerne - ich habe auf diese Weise das absolut herrlichste Roastbeef meines Lebens vorgesetzt bekommen, nachkochen hat bewiesen: kinderleicht und immer wieder ein Hit.

Jetzt aber zum vorbereitbaren Rezept: Wie wär’s mit einer Gulaschvariation, die einen kulinarischen Hochgenuss verspricht? Vorbereitbar ist das insofern, als es wunderbar am Vortag schon gekocht werden kann, ja nach Wunsch auch nur teilweise, wenn am Festtag noch etwas Zeit ist.
Hier das Rezept:

Provencalisches Gulasch mit Steinpilzen (für 4)
1 kg Rindsgulasch zum Schmoren, Wadschinken z.B.
Salz, Pfeffer, Rosmarin, Thymian
Olivenöl zum Anbraten
3 Knoblauchzehen
2 Schalotten
Wacholderbeeren, Lorbeer, schwarzer Pfeffer (ganz)
1 dl Cognac
1/2l Rotwein
1/2l Rindsuppe
Saft von 2 Orangen, eventuell ein Stück der Schale (unbehandelt!!!)
30-40 dag getrocknete Steinpilze, eingeweicht
frischer Thymian und Rosmarin

Das gewürfelte Fleisch portionsweise anbraten und aus der Pfanne nehmen, mit Salz, Pfeffer, Rosmarin und Thymian würzen;
gehackte Schalotten und Knoblauchzehen anbraten, Wacholderbeeren, Lorbeer, Pfefferkörner dazugeben und mit Cognac löschen, dann einkochen lassen;
mit Rotwein aufgießen, reduzieren;
mit Suppe aufgießen, Fleisch dazugeben, 2-3 Stunden köcheln lassen; wenn nötig, noch etwas aufgießen;
anschließend Orangensaft (und evt. Schale) sowie die Steinpilze zum Fleisch geben (evt. auch das Einweichwasser, wenn noch aufgegossen werden soll!), noch ca. 1 Stunde köcheln lassen.
Sauce abschmecken (evt. passieren, wenn man mag, ich entferne nur den Lorbeer) und mit frischen Kräutern servieren;
dazu passt jede Art von Gemüse, Kartoffelgratin, Baguette (die Sauce schmeckt göttlich)…

Ich hab das schon oft vorgekocht und dann zum Essen nur noch erwärmt, ich finde, der Geschmack wird sogar nich besser, wenn es über Nacht durchziehen kann.
Essen die Kinder mit euch mit, oder haben die ihr eigenes Abendessen? Der Alkohol vom Cognac dürfte jedenfalls vollständig verkochen, den Rotwein kann man ja eventuell durch mehr Suppe ersetzen.

Eine wunderbare Vorspeise, die sehr schnell geht, sind mit Olivenöl-Zitronen-Balsamico-Honig-Dressing angerichtete Feigen mit Mozzarella, Basilikum und Rohschinken (das Rezept kann ich Dir schicken, Du findest es aber auch in „Genial kochen mit Jamie Oliver“ *g*) - das schaut toll aus und schmeckt wahnsinnig gut.

Als Dessert würd ich eine weiße Mousse au Cocolat empfehlen - das kann man ebenfalls am Vortag zubereiten, es geht einfach, schmeckt eigentlich immer und ist durch die weiße Schokolade doch was Besonderes.
Toll schmeckt es und sieht es auch aus, wenn man die Mousse auf Biskotten (Löffelbiskuits in D?) setzt, die nach Art von Tiramisu in gezuckertem Kaffee (nach Geschmack mit Tia Maria versetzt) gewendet wurden und dann - zwei unten, zwei oben - gitterförmig auf den Teller gelegt werden.

Ich wünsche schönes Feiern!

LIebe Gruß,
Elisabeth

Hallo, Juliane,

nein, nein:smile:
Alles am Vortag fertig machen außer Beilagen.
Zum servieren nur Beilagen frisch machen und den in der Sauce durchgezogenen Braten samt selbiger wieder erwärmen!

Schmeckt besser als frisch:smile:

Peace,

Marcus

Danke für die Tipps! (owT)