Gesunde Ernährung bei Kindern

Hallo,
ich habe eine vielleicht etwas seltsame Frage: ich bin von der Erzieherin meines Sohnes schon vor Wochen angesprochen worden. Sie meinte es gäbe eine Studie (obwohl ich sie darum gebeten habe habe ich diese Studie immer noch nicht gesehen), in der das Verhalten von Strafgefangenen! dadurch verbessert wurde das man ihnen Kost vorgesetzt hat, die keinen Zucker, keine Farbstoffe und keine Milch und Milchprodukte enthält. Sie hat mich und die Eltern der Freunde meines Sohnes gebeten eine Weile mitzumachen. Da alle zugestimmt haben habe ich dies auch, aber für mich schnell beschlossen, dass dies nichts ist. Ich bin sehr für gesunde Ernährung und Zucker kommt kaum auf den Tisch, aber Milch, Käse und Joghurt halte ich für sehr wichtig.
Nun geht es aber so weit, dass er im Kindergarten keine Milchprodukte mitnehmen darf und auch nach seinem Frühstück gefragt wird. Wenn dort etwas mit Milch dabei war werde ich Mittag von der Erzieherin angesprochen das man das an seinem Verhalten gemerkt habe. Ich finde es ziemlich unverschämt, möchte aber mit Argumenten ankommen. Ich weiß, dass Milchprodukte für die gesunde Ernährung wichtig ist, gerade im Wachstum, aber kann mir jemand sagen wie ich das belegen kann?
Vielen Dank schon mal im Voraus
Ariba

Hallo Anba,

wieso um Himmels willen musst du denn diesen hanebüchenen Müll widerlegen? Das muss ja wohl die Erzieherin. Frag diese Dame umgehend sofort nach der Studie und vor allem, das ist das Wichtigste, nach Belegen für die Übertragbarkeit einer Haftanstalt auf eine Kindertagesstätte.

Darüber hinaus stelle doch bitte beim nächsten Mal so ganz liebenswürdig und unverfänglich die Frage in den Raum, ob nicht vielleicht möglicherweise *räusper* andere Gründe eine Rolle spielen könnten bseits der verabreichten Milchprodukte, wenn die dort mit dem Verhalten deines Kindes Probleme haben.

Unbedingt auch andere Eltern ansprechen, ob sie diese bodenlose Dreistigkeit auch einfach über sich ergehen lassen.

Oh, weia, was hätte ich für einen Spaß, dieses unglaublich bornierte Weibsbild unangespitzt in den Boden zu rammen.

Beste Grüße

Annie

Guten Morgen,

Ich weiß, dass Milchprodukte für die gesunde Ernährung wichtig ist, gerade im Wachstum, aber kann mir jemand sagen wie ich das belegen kann?:

Naja, vielleicht reicht das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und verbraucherschutz? http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Ernae…

Wobei ich allerdings sagen muss, dass ich das schon öfter gehört habe: Zucker und Phosphor sollen ADHS fördern, wobei für viele ADHS gleichbedeutend ist mit: das Kind zappelt mal rum.

Und da in Milch Phosphor enthalten ist, sagen halt manche: Milch fördert Zappelphillippe :wink:
(was ich persönlich für Quatsch halte… aber ich persönlich finde auch, dass der Begriff ADHS zu häufig verwendet wird…)

Im Übrigen bin ich der gleichen Meinung wie Annie. Ich glaube, die Erzieherinnen haben halt gehört, dass Ernährung sich auf das Verhalten von Kindern auswirkt und möchten das jetzt auch explizit so bestätigt haben. Es ist also noch die Frage, ob Dein Sohn sich an besagtem Morgen überhaupt anders benommen hat, oder ob man nicht praktisch darauf gewartet hat, was da so kommt.

Insofern würde ich genauso wie Annie vorgehen: ich würde mir von den Erzieherinnen nicht vorschreiben lassen, wie mein Kind ernährt wird, wenn es sich offensichtlich um ein gesundes Lebensmittel handelt.

Viel Erfolg,
ShannonS

Hallo noch einmal,
ich habe inzwischen einen Bericht gefunden, in dem es um genau solche Diäten geht.

Und es hat sich herausgestellt: ich bin veraltet. Sorry!
Hier http://www.adhs.ch/download/docs/grundlagen/Diaet_be… kann man nämlich folgendes nachlesen:

In den Achtzigerjahren

folgte die Theorie der
Phosphatdiät, in der die Apothekerin
Hertha Hafer hinter den Nahrungsmittelempfindlichkeiten
bei überaktiven
Kindern eine Phosphat-«Vergiftung»
vermutete und durch das Weglassen der
entsprechenden Nahrungsmittel im
praktischen Alltag auch deutliche Verhaltensverbesserungen
erzielen konnte.
Diese Theorie wurde jedoch in diversen
Studien widerlegt:

Der Artikel an sich beschäftigt sich aber mit einer oligoantigenen Diät… und auch dort ist die Milch erwähnt (siehe Seite 2, Exorphine)

Ich bin Laie und kann das überhaupt nicht beurteilen. Trotzdem meine ich, selbst wenn es eine Verbindung gibt, dann ist so eine Diät doch bestimmt nicht für gesunde Kinder gedacht? Eure Erzierhin würde Euch ja unterstellen, dass dein Kind krank ist, oder sagt man per se: ich möchte das Verhalten der Kinder per Lebensmittel ändern? (Da schließe ich mich auch wieder Annies Frage an: gibt es die Auffälligkeiten eigentlich?)

Und im Übrigen würde ich halt auch wenn überhaupt, den Kinderarzt entscheiden lassen, ob Milch nicht im Endeffekt sehr viel mehr Nutzen als Schaden hat… :wink:

Gruß nochmal,
ShannonS

Hi,

Nun geht es aber so weit, dass er im Kindergarten keine
Milchprodukte mitnehmen darf und auch nach seinem Frühstück
gefragt wird. Wenn dort etwas mit Milch dabei war werde ich
Mittag von der Erzieherin angesprochen das man das an seinem
Verhalten gemerkt habe. Ich finde es ziemlich unverschämt,
möchte aber mit Argumenten ankommen.

Ich glaub’s ja nicht. Ich würde da nicht mit Argumenten kommen sondern mir eine solche Einmischung in Privatangelegenheiten mit deutlichen Worten verbitten. Ggf. würde ich mich auch bei der vorgesetzten Stelle dieser Dame beschweren. Solchen esoterischen Verblödungstendenzen muß man konsequent entgegentreten.

Gruß S

Hinter die Ursache des Problems bin ich noch nicht gekommen da mein Sohn daheim weder auffällt noch Konzentrationsschwierigkeiten hat. Zudem habe ich festgestellt das es keinen Zusammenhang gibt. Die erste Zeit habe ich nämlich einfach behauptet mich an die Diät zu halten und siehe da: sie hat viele positive Veränderungen festgestellt und plötzlich konnte mein Sohn bei ihr konzentriert spielen. Es gibt also keinen Zusammenhang zwischen Milchprodukten und der Konzentration meines Sohnes. Solange die Erzieherin glaubt er hält sich daran ist alles in Ordnung.

Erst in letzter Zeit fragt sie ihn selbst und findet ihn nun nicht mehr konzentriert. Daher ist es nun Zeit für ein ernstes Gespräch.

Aber erstmal danke für eure schnellen Antworten.

Ariba

Hallo,

Hallo auch dir,

ich habe eine vielleicht etwas seltsame Frage: ich bin von der
Erzieherin meines Sohnes schon vor Wochen angesprochen worden.
Sie meinte es gäbe eine Studie (obwohl ich sie darum gebeten
habe habe ich diese Studie immer noch nicht gesehen), in der
das Verhalten von Strafgefangenen! dadurch verbessert wurde
das man ihnen Kost vorgesetzt hat, die keinen Zucker, keine
Farbstoffe und keine Milch und Milchprodukte enthält.

Ich dachte, sie ist Kindergärtnerin und nicht Justizvollzugsbeamtion in einem Gefängnis voller Strafgefangener - habe ich da was überlesen? :wink:

Sie hat
mich und die Eltern der Freunde meines Sohnes gebeten eine
Weile mitzumachen. Da alle zugestimmt haben habe ich dies
auch, aber für mich schnell beschlossen, dass dies nichts ist.

Ich hätte gar nicht erst zugestimmt - sondern die anderen Eltern angesprochen, ob es denn so viele verhaltensauffällige und gewalttätige Kinder in der Gruppe gibt.

Ich bin sehr für gesunde Ernährung und Zucker kommt kaum auf
den Tisch, aber Milch, Käse und Joghurt halte ich für sehr
wichtig.

Ich auch - und da die Frau vermutlich Erzieherin und nicht Ernährungswissenschaftlerin ist, die noch dazu entsprechende Studien vermutlich weder richtig lesen noch verstehen kann, hätte ich mir dir diese Einmischung verbeten.

Nun geht es aber so weit, dass er im Kindergarten keine
Milchprodukte mitnehmen darf und auch nach seinem Frühstück
gefragt wird. Wenn dort etwas mit Milch dabei war werde ich
Mittag von der Erzieherin angesprochen das man das an seinem
Verhalten gemerkt habe. Ich finde es ziemlich unverschämt,
möchte aber mit Argumenten ankommen.

s.o.

Ich weiß, dass
Milchprodukte für die gesunde Ernährung wichtig ist, gerade im
Wachstum, aber kann mir jemand sagen wie ich das belegen kann?
Vielen Dank schon mal im Voraus
Ariba

Ich würde die Leitung des Kindergartens und ggf. den Träger der Institution ansprechen, wenn sie weiterhin darauf besteht. Vielleicht ist sie in ihrem Job überfordert und da sie keine Medikamente fordern kann, versucht sie es auf der Schiene.

Ich habe übrigens dies gefunden - da steht nicht direkt was von Milch drin, sondern von Zucker, Junk-Food und viel Fett.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27070/1.html

Helfen soll eine Ernährung reich an Vitaminen und besonders den richtigen Fettsäuren - also mehr Omega-3-Fettsäuren und weniger Omega-6.

Ich würde mir von einer Erzieherin eine derartige Einmischung verbitten und statt dessen - sofern es dort Mittags gibt, auf eine entsprechende Küche und Gerichte pochen. Mal sehen, was sie dann sagt.

Berichte mal.

LG Maren

Hallo,
oh Himmel, da kann man sich nur schütteln! Sie soll mal ganz schnell diese angebliche Studie auf den Tisch legen, bevor sie solch gruseltige Behauptungen in den Raum wirft. Und vergiss nicht: auch denn sie sie vorlegt, muss es noch überhaupt nicht heissen, dass sie seriös ist. Aber wenn Du sie hast kannst Du sie ja hier verlinken (oder am besten im Brett Sozialwissenschaften) und sie dort bewerten lassen.

Als aller erstes irritiert mich das Motiv, dieses "Experiment"durch zu führen. Sie schwafelt von (erwachsenen) Strafgefangenen, die durch eine bestimmte Diät ihr Verhalten verbesserten. Das stimmt doch vorne und hinten nicht: erstens erwachsene Strafgefangene mit Kindergartenkindern gleichsetzen. Zweitens das Verhalten: will sie Kriminelle mit Kleinkindern vergleichen oder gleichsetzen?? Dreittens: was ist unter verbessertes Verhalten konkret zu verstehen?

Zu der Diät (von „gesund“ war in der angeblichen Studie nichts erwähnt):
Zucker ist so gut wie ÜBERALL drin - will sie den Kindern auch den Verzehr von Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Obst und Gemüse verbieten?
Keine Farbstoffe, ok, das kann ich so stehen lassen. Es kommt darauf an WAS für Farbstoffe und ich kenne keine Studie, die belegt, dass Farbstoffe auf das Verhalten einwirken.

Und Milchprodukte sind für Kinder essenziell! Man mag sich über die Kuhmilch hin und her streiten - aber die Vitamin und Calziumzufuhr, die durch Milchprodukte sichergestellt werden kann, ist kaum zu ersetzen - zumal es grausam ist: Kinder lieben in der Regel Milch, Yogurt und Käse - auch hier: was hat der Verzehr von Milchprodukten für einen Effekt auf das Verhalten - Wir reden hier nicht über Alkohol, Kaffee oder Coca Cola, sondern über Milch!

Was sagen denn die anderen Eltern dazu? Was sagt die Kitaleitung?

Wenn Du es „amtlich“ haben willst, dann lass leg ein Paar Scheine auf den Tisch und zerre Deinen Kinderarzt in die Kita (notfalls stellst Du es später der Kita in Rechnung) und der soll die Dame mal von ihrem pseudo-wissenschaftlichen Trip runterholen - das was die macht ist gefährlich - und zwar nicht zwingend auf der Ernährungsebene, sondern auf der pädagogischen Ebene und wer weiss, was so eine Person noch so für seltsame Ideen im Kopf hat…

Setze Grenzen und lass nicht alles mit Dir und Dein Kind machen, nur weil eine Erzieherin eine Macke hat - anders kann man es nicht formulieren.

Viele Grüße

OT: Studie
Hallo,

hier eine kurze Beschreibung über den Versuch, der in einer schottischen Haftanstalt durchgeführt wurde:
http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/nid=1046894/di…
Eine richtige wissenschaftlich begleitete Studie scheint erst in Arbeit zu sein.

Über Milchprodukte steht da allerdings nichts, also wird in dem Artikel Deine Frage nicht beantwortet (daher „OT“).

Grüße

Mira

Dies ist ein Fall für die Leitung der KiTa - ich habe von einem solchen Quatsch wirklich noch nie gehört. Bei Zucker gehe ich mit - aber Verhalten und Zucker oder andere Dinge…niemals!