hi,
man tut es, aber es ist (noch) nicht richtig. ich nehme aber an, dass sich das mit der zeit durchsetzen wird; das dürfte englischer einfluss sein.
ich halte die zusammenschreibung von komposita auch nicht für unbedingt produktiv. die Bourneverschwörung wäre m.e. nicht besser. lösungen mit bindestrich wären hier sinnvoll und richtig, aber auch die auflösung in die bestandteile finde ich nicht katastrophal. das funktioniert im englischen sehr gut; das kann auch im deutschen funktionieren.
schon mark twain hat sich über die länge deutscher wörter sehr lustig gemacht (zitat aus http://www.schneid9.de/twain.html)
_Diese Eintragung liefert mir den Text zu ein paar Bemerkungen über einen der eigentümlichsten und bemerkenswertesten Züge des von mir behandelten Gegenstandes – die Länge deutscher Wörter. Manche deutschen Wörter sind so lang, dass man sie nur aus der Ferne ganz sehen kann. Man betrachte die folgenden Beispiele:
„Freundschaftsbezeigungen“
„Dilettantenaufdringlichkeiten“
„Stadtverordnetenversammlungen“
Dies sind keine Wörter, es sind Umzüge sämtlicher Buchstaben des Alphabets. Und sie kommen nicht etwa selten vor. Wo man auch immer eine deutsche Zeitung aufschlägt, kann man sie majestätisch über die Seite marschieren sehen – und wer die nötige Phantasie besitzt, sieht auch die Fahnen und hört die Musik. Sie geben selbst dem sanftesten Thema etwas schauererregend Martialisches. Ich interessiere mich sehr für diese Kuriositäten. Sooft mir ein gutes Exemplar begegnet, stopfe ich es aus für mein Museum. Auf diese Weise habe ich eine recht wertvolle Sammlung zusammengebracht. Wenn ich auf Duplikate stoße, tausche ich mit anderen Sammlern und erhöhe so die Mannigfaltigkeit meines Bestandes. Hier sind einige Exemplare, die ich kürzlich auf der Versteigerung des persönlichen Besitzes eines bankrotten Raritätenjägers erstand:
„Generalstaatsverordnetenversammlungen“
„Altertumswissenschaften“
„Kinderbewahrungsanstalten“
„Unabhängigkeitserklärungen“
„Wiederherstellungsbestrebungen“
„Waffenstillstandsunterhandlungen“
Natürlich schmückt und adelt solch ein großartiger Gebirgszug die literarische Landschaft, wenn er sich quer über die Druckseite erstreckt; gleichzeitig jedoch bereitet er dem Anfänger großen Verdruss, denn er versperrt ihm den Weg. Er kann nicht darunter durchkriechen oder darüber hinwegklettern oder einen Tunnel hindurchbohren. Er wendet sich also hilfesuchend ans Wörterbuch, aber dort findet er keine Hilfe. Das Wörterbuch muss irgendwo eine Grenze ziehen, daher lässt es diese Sorte von Wörtern aus, und zwar mit Recht, denn diese langen Dinger sind wohl kaum rechtmäßige Wörter, sondern vielmehr Wortkombinationen, deren Erfinder man hätte umbringen sollen. Es sind zusammengesetzte Wörter ohne Bindestrich. Die einzelnen Wörter, die zu ihrem Aufbau benutzt wurden, stehen im Wörterbuch, allerdings sehr verstreut. Man kann sich also das Material Stück um Stück zusammensuchen und auf diese Weise schließlich auf die Bedeutung stoßen, aber es ist eine mühselige Plackerei._
ich denke, mr. clemens war ein gescheiter mann.
m.