getrübter Augenblick

Vor zwei Jahren habe ich festgestellt, daß ich auf meinem rechten
Auge nicht so scharf sehe.
Da saß ich dann nun und habe abwechseln erst das eine, dann das andere
Auge zusammengekniffen. Es war nicht nur das. Es erschien mir auch
irgendwie aufgebläht, als stände es unter innerem Druck.
Ich bin relativ sicher, es mir nicht einzubilden, dieses seltsame
Gefühl und der Anschein, als gehöre es nicht wirklich zu mir, erstreckt
sich bis in die Dunkelheit hinein bzw. hält noch bei geschlossenen Augen an.
Mein unverzüglicher Besuch beim Arzt hat mich leider nicht weitergebracht.
Man hat die normalen Computer-Untersuchungen gemacht (Augeninnendruck etc.)
und schließlich noch die Sehtests. Das Ergebnis: Alles okay, mit Sicherheit.
Das rechte Auge ein wenig schlechter, kein Grund zur Sorge, von Brille wird
abgeraten, zu minimal die Abweichung.
Gleiches 6 Monate später. Es sei zwar noch ein wenig schlechter geworden,
aber immer noch nicht brillenreif (es sei denn, ich wolle unbedingt eine).
Mein Unbehagen ist geblieben, ich fühle „es“ permanent, es kommt mir größer vor,
ist nicht so windempfindlich, bei Übermüdung verschwimmt rechts alles.
Muß ich mir wirklich keine Sorgen machen oder könnte mein Arzt einige dieser
Symptome nicht ernst genug genommen haben (ich geb ja zu wie seltsam meine
Umschreibungen anmuten mögen) oder aber gar eine mögliche Erkrankung übersehen
haben. Bin ich vielleicht nur übersensibel? (merke schon auch einen deutlichen
Unterschied beim normalen Sehen)
Raten sie mir zu weiteren Untersuchungen? Wenn ja, welche?

Ich danke Ihnen vielmals. patrick teichert

Hallo Patrick,

sehr wichtig, um sich ein Bild von Patienten zu machen, in bezug auf eine Sehverschlechterung, ist immer die Altersangabe:

Junge Leute bis 20 Jahre und teilweise weit darüberhinaus, haben einen Visus (Sehleistung) von > 1,0 (1,2). Das bedeutet 100 bis 120 Prozent!

Im Laufe der Jahre nimmt die Sehleistung langsam ab, was mit der Vitalität der verschiedenen Augenmuskeln zusammenhängt, die dafür verantwortlich sind, dass sich die Augenlinse richtig adaptieren kann. Die Anpassung an den Nahbereich lässt nach, man entwickt eine (Alters)weitsichtigkeit, die auch schon Mitte 30 beginnen kann, bei entsprechender Veranlagung und bei für die Augen anstrengenden Arbeiten (nah, Kunstlicht, über lange Zeit).

Auch Augenmuskeln können selbstverständlich ermüden!

Ist es möglich, dass deine Augen arg strapaziert werden und du u. a. häufig nachts bei künstlichem Licht am PC, etc. arbeitest?
Viele Leute lernen irgendwann diese getrübten Augenblicke kennen, dann hilft oft nur, den Augen einmal so richtig Ruhe zu gönnen, ausschlafen, Augennah- und -ferngymnastik!

Es ist normal, wenn überanstrengte Augen mit Sehproblemen reagieren, auch andere Muskeln des Körpers streiken, wenn sie den Anforderungen nicht mehr gewachsen sind. Da kann auch mal ein Auge stärker reagieren als das andere.

Deshalb ist es auch sehr wichtig, dass man möglichst morgens, mit ausgeruhten, nicht geröteten Augen zum Augenarzt zur Augenuntersuchung geht! Nur dann bekommt man verlässliche Ergebnisse.

Da eine Sehhilfe, wie der Name schon sagt, immer nur eine Hilfe sein kann, kann man immer froh sein, wenn man als Brillenträger einen Visus von 0,8 bis 1,0 erreicht. 0,8 ist der Mindestwert, der für PC-Arbeitsplätze gefordert wird, natürlich auch unter Zuhilfenahme der Brille, falls erforderlich. Der Visus ist natürlich nicht immer identisch auf beiden Augen.

Mit anderen Worten, wenn sich dein Visus zwischen 0,8 und 1,0 befindet, wird man dir nicht zur Brille raten, es sei denn, du hast Probleme im Nahbereich, dann genügt eine Lesebrille oder auch eine PC-Brille, die nicht auf einen Abstand von 30 bis 40cm sondern 55 bis 70cm ausgelegt ist.

Richtig war auf jeden Fall, dass du gleich zur Untersuchung gegangen bist.
In den Augenarztpraxen, wo viele Patienten durchgeschleust werden, wird leider oft nicht viel erklärt.
Doch solltest du auch hier eine befriedigende Antwort auf deine Fragen erhalten. Das ist zugegebenermaßen oft ein Kunststück, weil Patienten abgelenkt sind und ihre Fragen nicht parat haben, wenn der Doc bereit ist (oft hilft ein Zettel mit Stichpunkten).

Nur, übermüdete Augen darf man nicht beurteilen,
du beurteilst auch nicht das Wohlbefinden deiner Beinmuskulatur, wenn du gerade vom Sport einen höllischen Muskelkater hast.

Gruß, Renate

[…]

Mein Unbehagen ist geblieben, ich fühle „es“ permanent, es
kommt mir größer vor,
ist nicht so windempfindlich, bei Übermüdung verschwimmt
rechts alles.
Muß ich mir wirklich keine Sorgen machen oder könnte mein Arzt
einige dieser
Symptome nicht ernst genug genommen haben (ich geb ja zu wie
seltsam meine
Umschreibungen anmuten mögen) oder aber gar eine mögliche
Erkrankung übersehen
haben. Bin ich vielleicht nur übersensibel? (merke schon auch
einen deutlichen
Unterschied beim normalen Sehen)
Raten sie mir zu weiteren Untersuchungen? Wenn ja, welche?

Hallo,

ich würde immer mein eigenes Empfinden wichtiger finden, als eine Diagnose von einem Arzt. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, Ärzten auf keinen Fall mehr zuzutrauen, als meinem eigenen Körperempfinden.

Das ging so weit, dass ich mit den gleichen Symptomen zu fünf verschiedenen Ärzten gegangen bin, bis die richtigen Untersuchungen gemacht worden sind. Das war dann allerdings bereits so knapp vor dem Exitus (mit anschliessendem Intensivstationsaufenthalt – unnötig, wenn gleich richtig diagnostiziert worden wäre), dass ich nicht übel Lust gehabt hätte, die anderen Kurpfuscher zu verklagen.

Besonders bitter ist, dass man trotzdem die Rechnung bezahlen muss …

Wie dem auch sei, ich würde mich nicht so leicht als „wehleidiger Spinner“ und „Psychosomat“ bezeichnen (lassen) und lieber noch ein, zwei weitere Augenärzte zu Rate ziehen. Ruhig auch einmal einen Neurologen, möglicherweise sitzt das Problem in den Nerven?

Mediziner sind auch nur Handwerker, allerdings besser bezahlt. Ergo machen sie genau so viel Pfusch und mindestens genau so viele Fehler, wie die Kollegen vom Bau … nicht vom weissen Kittel beeindrucken lassen!

Gute Besserung!

Fritze

Liebe Renate,

die Betonung bei mir liegt darauf, daß es nur das eine Auge
ist, was mir im direkten Vergleich natürlich permanent auffällt.
Ich empfinde dieses Drücken als käme es von hinter oder unter
dem Augapfel und werde das ungute Gefühl nicht los, es könnte
mehr sein als nur eine altersbedingte Schwäche.
Ich bin 24 und arbeite nicht vor Bilödschirmen!

Liebe Renate,

die Betonung bei mir liegt darauf, daß es nur das eine Auge
ist, was mir im direkten Vergleich natürlich permanent auffällt.
Ich empfinde dieses Drücken als käme es von hinter oder unter
dem Augapfel und werde das ungute Gefühl nicht los, es könnte
mehr sein als nur eine altersbedingte Schwäche.
Ich bin 24 und arbeite nicht vor Bildschirmen!

Lieber Patrick,

da ich zu spüren meine, daß Dich die Angelegenheit erheblich beunruhigt, wäre es vielleicht doch ganz angemessen, weitergehende Untersuchungen einzuleiten. Weniger, weil ich glaube, daß sich etwas dahinter versteckt, sondern mehr, damit Du sicher weißt, daß organischerseits alles in Ordnung ist.

Soweit ich verstanden habe, warst Du mit dem Problem bisher bei Haus- und Augenärzten. Diese blicken jedoch diagnostisch gesehen nicht tiefer als bis zur Netzhaut. Jetzt gilt es, den dahinterliegenden Teil des Sehsystems zu untersuchen, soll heißen, Augenhöhle, Sehnerv und Gehirn. Hierzu würde sich eine Computer- oder (vielleicht besser) Magnetresonanztomographie, abgekürzt CT bzw. MR(T), anbieten.
Vielleicht ist Dein Hausarzt bereit, Dir eine entsprechende Überweisung auszustellen. Auch eine Abklärung durch einen Neurologen könnte diesbezüglich weiterhelfen.

gute Besserung,
Oliver

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