Gewachsene Rechtschreibregeln

Hi!

Ich bin auf der Suche nach „gewachsenen Rechtschreibregeln“, d.h. nach Veränderungen in der Rechtschreibung/Grammatik, die sich im Laufe der Jahrzehnte ergeben haben und die dann irgendwann von der Duden-Redaktion (oder entsprechend anderen verantwortlichen Stellen) als „korrektes Deutsch“ anerkannt wurden.

Mir fällt im Augenblick nur ein Beispiel ein:

„wegen“ mit Dativ

Früher stand „wegen“ mit Genitiv („er kam wegen des Unfalles zu spät“), heute ist „wegen“ auch mit Dativ erlaubt („er kam wegen dem Unfall zu spät“).

Gibt es weitere Regeln, die sich durch allgemeinen Sprachgebrauch in die deutsche Regelwelt eingeschlichen haben (ich meine damit nicht von oben beschlossene Regeländerungen wie „‚daß‘ wird zu ‚dass‘“).

Grüße
Heinrich

„Da werden sie geholfen“ :wink:)

*scnr*
Livia

Mir fällt im Augenblick nur ein Beispiel ein:
„wegen“ mit Dativ
Früher stand „wegen“ mit Genitiv („er kam wegen des Unfalles: zu spät“), heute ist „wegen“ auch mit Dativ erlaubt („er kam wegen dem Unfall zu spät“).

Geh noch ein bisschen weiter zurück in die Sprachgeschichte und „wegen“ wurde unterschiedslos mit Dativ oder Genitiv verwendet und häufiger mit Dativ.

Erst die Sprachhochnäsigkeit der Gebildeten des 18. und 19. Jhdts haben sich auf den Genitiv kapriziert.

Wenn man heute wieder den Dativ benutzen darf, ist das eine Rückkehr zur „guten alten Zeit“!

Das gilt auch für „trotz“.

Sprachregeln begann man im Frühneuhochdeutschen einzuführen und verbindlich zu machen. Man hat da durchaus auf den Sprachgebrauch zurückgegriffen, aber vieles nach der „Logik“ neu bestimmt.

Sprachregeln sind nicht gewachsen, sondern definiert! Immer!

Gruß Fritz