Hallo zusammen,
mich beschäftigt eben ein sehr ärgerlicher, natürlich hier rein fiktiv geschilderter, Fall. Über jegliche Info hierzu würde ich mich freuen, vielleicht kann ja jemand eine Einschätzung abgeben:
Eine Person kauft ein neues Rad einer deutschen Qualitätsmarke (Diamant) beim Fachhändler. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass das Rad in der Stadt (Flachland) täglich für alle Wege genutzt wird sowie dass damit größere Touren, auch mit Gepäck, gefahren werden.
Ein Rad, dass der Person gefiel, fand sich schnell. Es besitzt eine Rollenbremse. Darauf angesprochen, worin sich die Rollenbremse denn von gewöhnlichen Bremsen (V-Brake, Scheibenbremse) unterscheide, kam die Antwort, dass sie super wartungsarm sei (korrekt, aber unvollständig: die Rollenbremse hat eine deutlich geringere Bremswirkung und ist für den Einsatz über’s Flachland hinaus ungeeignet). Der Hergang des Verkaufsgespräches kann durch eine weitere anwesende Person bezeugt werden.
Das Rad wurde gekauft und seitdem regelmäßig gefahren.
Nun weist das Rad gravierende Mängel auf, die nach einer Expertenaussage auf falsche Konzeption zurückzuführen sind. Zum Einen sind bereits jetzt die Felgen völlig hinüber und müssen ausgetauscht werden. Der Experte zeigte eine am Hinterrad viel zu niedrige Speichenspannung auf, auf die die starke Abnutzung der hinteren Felge zurückzuführen sei. Vorne sei es besser, aber auch nicht ausreichend, weswegen auch diese Felge in Kürze auszutauschen sei. Insgesamt seien laut Experte diese Felgen von extrem schlechter Qualität und eine so schnelle Abnutzung sei zu erwarten. (Kurze Info: der Experte riet zur Reklamation beim anderen Fachhändler, hat also von seiner Aussage selber nichts).
Zweiter viel schlimmerer Mangel: die Rollenbremse sei in ihrer Bremswirkung für das Rad, in dem sie verbaut ist, völlig unterdimensioniert. Zudem wurde ja beim Verkaufsgespräch darauf hingewiesen, dass ein tourentaugliches Rad benötigt wird. Auch für diesen Einsatzzweck ist die Rollenbremse nicht geeignet. Bereits auf der ersten Tour überhitzte diese wegen Überbeanspruchung (Einsatz im Erzgebirgs-Vorland, also noch nichtmal Mittelgebirge, und reiner Straßeneinsatz, also auch völlig „normales“ Gelände) und hat infolgedessen nunmehr kaum noch Bremswirkung, ist also schlicht kaputt.
Nun sollen diese Mängel reklamiert werden. Kaufdatum liegt etwas weniger als 6 Monate zurück, die Beweislast liegt also noch beim Verkäufer.
Fragen:
Ist die zu starke Beanspruchung der Felgen hinreichend, um diese zu reklamieren oder ist das normale Abnutzung? Insbesondere stellt sich die Frage bei der vorderen Felge, da dort die Speichenspannung grade mal so als ausreichend gelten könnte.
Kann eine Trommelbremse mit mittlerer Bremswirkung in einem Tourenrad als unterdimensioniert angesehen werden (= Schuld des Herstellers) oder kann die Beratung als mangelhaft betrachtet werden (=Schuld des Verkäufers) oder beides? Wie argumentierte die reklamierende Person am besten?
Der Käufer hätte nun sehr gerne eine ausreichend dimensionierte Bremse. Kann man argumentieren, dass für den Einsatzzweck nicht geeignete Bauteile zum Einsatz kamen, und auf Wandlung in für den Einsatzzweck geeignete Bauteile bestehen (= eine Trommelbremse mit besser Bremswirkung?)
Und, sollte letzteres nicht klappen: kann man darauf bestehen, dass eine teurere und bessere Trommelbremse eingebaut wird und man nur den Aufpreis tragen muss?
Könnte man gar argumentieren, dass der Verkäufer ein für den geschilderten Einsatzzweck ungeeignetes Rad verkauft hat? Ein anderes Bremssystem ist vermutlich nicht nachrüstbar (fehlende Befestigungsmöglichkeit am Rahmen), und mit einer Rollenbremse wird das Rad immer nur eingeschränkt tourentauglich sein. Könnte man also die Wandlung des Rades in ein geeignetes fordern? Ich vermute nicht, aber wäre an einer fundierteren Einschätzung als der meinen interessiert.
Für eine kurze Einschätzung des Sachverhalts bzw. zu den Fragen wäre ich sehr sehr dankbar!
Vielen Dank im Voraus für die Mühe!
Inka
PS: es sei der Form halber darauf hingewiesen, dass dieser fiktive Sachverhalt mit meinem Thema im Radforum selbstverständlich nichts zu tun hat.


Wir könnten aber annehmen, die fiktive Person gehe heute zum Händler und zeige den Mangel mal an.