Gewaltfilme und 14jähriger Sohn

Hallo,

immer öfter bekomme ich es mit der Angst zu tun, wenn ich meinen Sohn über Filme reden höre. Er möchte am liebsten alle Filme mit John Claude Vandamme, Arnold Schwarzenegger, Silvester Stalone und wie sie alle heißen sehen. Sobald sich die Filme nach Aktion anhören will er die sehen. Er regt sich fürchterlich über Begrenzungen auf, die Kinofilme für 16-18jährige erst freigeben. Solche Filme wie Blade oder nun auch schon Scream oder Lethal WEapon 1-4 will er sich am liebsten reinziehen.

Ich bekomme immer mehr das Gefühl,d ass wir irgendetwas falsch gemacht haben. Er ist ansonsten ein lieber Kerl und man möchte seinen eigenen Sohn nicht in eine Schublade mit der Aufschrift „gewaltbereit/-interessiert“ stecken, aber ehrlich gesagt kommen mir solche Gedanken. Wir reden mit ihm darüber, verbieten natürlich das Ansehen solcher Filme, so gut es eben geht. Aber die volle Kontrolle hat man als Eltern nicht, wenn beim Freund solche Videos ok sind oder der Fernseher beim Übernachten dort bis in den Morgen läuft.

Außer ständigem Hinweisen auf den schlechten, wertlosen INhalt dieser Filme und der häuslichen Kontrolle fällt uns nichts mehr ein.

Wir haben uns natürlich gefragt, ob wir ihm ein schlechtes Vorbild sind, wenn wir uns im Kino auch solche Filme ansehen, wie Anatomie oder ähnliche. Aber wir gehen auch in Kindertrickfilme LIebeskomödien oder so. Also keine ausschließlichen Thrillerkinogänger. Wir haben noch einen jüngeren Sohn, der überhaupt keine Interessen für solche Filme zeigt. Er wird bald 12 und da hat der größere schon gerne solche Thriller sehen wollen. Ohne Aktion geht bei ihm kaum ein Film als gut durch.

Wer hat ähnliche Erfahrungen, Hinweise für uns oder sagt einfach eure Meinung. Danke!

Simona

Hallo Simona!

Allein das Interesse für solche Filme macht sicherlich noch nicht „Gewaltbereitschaft“ aus.
Es ist für deinen Sohn sicherlich auch deswegen interessant, weil ihr es nicht erlaubt („Und mein Freund, der Michael, der darf sowas iiiiimmmmmmer schauen, wenn er will! Nur ich nicht…“). Er kennt’s vom Hörensagen und dass es angeblich „cool“ sein soll.
Wie wäre es denn, wenn ihr euch mal einen Film, der frei ab 16 ist, in der Videothek ausleiht? Ihr schaut ihn euch zuerst mal ohne Sohn an und wenn ihr meint, das wäre nicht zu arg, dann schaut ihr ihn euch mit Sohn an.
(Natürlich nicht des Aufpassens wegen, sondern dem Sohn sagen, ich wollte mir den Film auch schon lange mal ansehen :wink:)
Und danach mal mit ihm darüber reden. Was ihm denn nun so genau daran gefallen hat und warum oder ob’s ihm überhaupt gefallen hat (denn vielleicht fand er es ja gar nicht soooo gut!)
Das bringt vielleicht mehr als nur verbieten und darüber reden ohne dass der Sohn mal sowas gesehen hat.

Gruß,
Nina

Nina,
wir verbieten ja nicht generell sondern versuchen, dass richtige Maß (aus unserer Sicht) für ihn zu finden. Wir sehen uns gemeinsam auch mal einen Film an, er darf auch zu Hause mal einen Film dieser Art nach 22.00 Uhr sehen. Nur was uns so Sorgen bereitet, ist die Verherrlichung durch ihn, dass er diese Filme so hervorhebt. Zum Beispiel hatten wir von einem Bekannten eine Liste mit Film-Kopien. Bestimmt 50 % der Filme haben gewalttätigen Charakter. All diese Filme hat er angekreuzt, um davon eine Kopie zu bekommen, die er dann auf seinem PC sich ansehen möchte. Das ist es was uns so stört. Wir hätten gerne etwas mehr Desinteresse bei ihm für solche Inhalte.

hi,

ich denke das ihr eueren Sohn nicht mehr großartig davon abbringen könnt, da wie ihr schon gesagt habt, er diese auch locker bei anderen sehen kann. Auch bin ich der Meinung, dass dieses „Problem“ oft überbewertet wird. Nicht das ich hier kein Risiko sehe, aber meiner Meinung nach hängt es doch viel von dem Kind ab, welches sich solche Filme anschaut. Wichtig finde ich allerdings dem Kind mitzuteilen, dass Kino halt Kino ist, solle heissen, eine Pistole hat nur so ca. 8 Schuss und keine Hunderte wie im Film, Menschen sterben wenn man auf Sie schießt, etc. etc.

Ich glaube wichtig ist es den Kinder zu vermitteln das ein Film halt ein Film ist und viel manipuliert ist.

Warum eurer Sohn einen Hang zu derartigen Filmen hat könnte am Umfeld liegen, denn woher soll er sonst wissen was er gerne sehen würde oder nicht. Und in dem alter, ich meine er verbringt mehr Zeit in der Schule oder mit seinen Freunden als mit euch, kann man hier wohl nur noch schwer ansetzen.

Viele Grüße aus Hamburg
MeToo

Hallo Simona,

immer öfter bekomme ich es mit der Angst zu tun, wenn ich
meinen Sohn über Filme reden höre. Er möchte am liebsten alle
Filme mit John Claude Vandamme, Arnold Schwarzenegger,
Silvester Stalone und wie sie alle heißen sehen. Sobald sich
die Filme nach Aktion anhören will er die sehen. Er regt sich
fürchterlich über Begrenzungen auf, die Kinofilme für
16-18jährige erst freigeben. Solche Filme wie Blade oder nun
auch schon Scream oder Lethal WEapon 1-4 will er sich am
liebsten reinziehen.

Nach meiner Ansicht nach ist dieses Interesse in diesem Alter normal. Ich denke, diese Geschichten sind moderne Märchen, wo der Gute siegt und der Bse draufgeht.

Ich bekomme immer mehr das Gefühl,dass wir irgendetwas falsch
gemacht haben. Er ist ansonsten ein lieber Kerl und man möchte
seinen eigenen Sohn nicht in eine Schublade mit der Aufschrift
„gewaltbereit/-interessiert“ stecken, aber ehrlich gesagt
kommen mir solche Gedanken.
Der größere hat schon gerne solche Thriller sehen wollen. Ohne
Aktion geht bei ihm kaum ein Film als gut durch.

Ich glaube, ihrmacht euch zu viele Gedanken. So etwas wächst sich wieder aus. Mein mitlerer Bruder und auch ich hatten mal so eine Phase, wo ‚Die hard‘, J-C van Damme, Stallone- und Porno- Filme angesagt waren. Es war ungefähr diese Altersklasse deines Sohnes (15-17).

Wir reden mit ihm darüber,

sehr gut

verbieten natürlich das Ansehen solcher Filme, so gut es eben
geht.

Man kann das Wasser auch den Bergrauftragen wollen…

Aber die volle Kontrolle hat man als Eltern nicht, wenn
beim Freund solche Videos ok sind oder der Fernseher beim
Übernachten dort bis in den Morgen läuft.

eben

Außer ständigem Hinweisen auf den schlechten, wertlosen INhalt
dieser Filme und der häuslichen Kontrolle fällt uns nichts
mehr ein.

Beides erhöht eher den Reiz. Redet mit ihm über das Gesehene ohne gross zu schimpfen:
Also nach solchen Übernachtungen ruhig fragen, was da an Videos/Fernsehfilmen (mal ins Programm lunzen) liefen und die Handlung beschreiben lassen. Durch das Wiederholen wird am schnellsten deutlich, was unrealistisch ist/war.

Wir haben uns natürlich gefragt, ob wir ihm ein schlechtes
Vorbild sind, wenn wir uns im Kino auch solche Filme ansehen,
wie Anatomie oder ähnliche. Aber wir gehen auch in
Kindertrickfilme LIebeskomödien oder so. Also keine
ausschließlichen Thrillerkinogänger. Wir haben noch einen
jüngeren Sohn, der überhaupt keine Interessen für solche Filme
zeigt. Er wird bald 12.

Kann sein, das wird noch, kann aber sein er spielt lieber Counterstrike (etc.) am PC.

Tschuess Marco.

Hallo Simona!

wir verbieten ja nicht generell sondern versuchen, dass
richtige Maß (aus unserer Sicht) für ihn zu finden. Wir sehen
uns gemeinsam auch mal einen Film an, er darf auch zu Hause
mal einen Film dieser Art nach 22.00 Uhr sehen. Nur was uns so
Sorgen bereitet, ist die Verherrlichung durch ihn, dass er
diese Filme so hervorhebt. Zum Beispiel hatten wir von einem
Bekannten eine Liste mit Film-Kopien. Bestimmt 50 % der Filme
haben gewalttätigen Charakter. All diese Filme hat er
angekreuzt, um davon eine Kopie zu bekommen, die er dann auf
seinem PC sich ansehen möchte. Das ist es was uns so stört.
Wir hätten gerne etwas mehr Desinteresse bei ihm für solche
Inhalte.

DAS verstehe ich natürlich!
Ich dachte nur, dass generell solche Filme bei euch tabu wären, dass es heißen würde „Sowas kommt uns nicht ins Haus!“.
Aber das richtige Maß ist natürlich wichtig!!!

Gruß,
Nina

Ansehen und reden
liebe Simona,

allgemein kann ich mich den Vorrednern anschließen und nur noch ein paar Ideen zum gelegentlichen Gespräch über diese Filme ergänzen. Ich würde nicht so sehr fragen, warum er das denn sehen will, denn das sollte euch ja klar sein (Spiel mit /Ausleben von Aggressionen in der Phantasie) und ihr könnt ihm ruhig signaliesieren, dass das normal und in Ordnung ist. Bloss nicht den Jungen deswegen ins schlechte Gewissen reinreiten.

Redet mit ihm ruhig über den Sinn und Unsinn von Aggressionen (am besten bei einer „neutralen“ Gelegenheit); eine Idealsituation wäre zum Beispiel ein Besuch im Zoo, wo irgendwelche Affen aufeinander losgehen oder Kleinstkinder, die ums Sandförmchen zanken etc. Redet ruhig über die Funktion von Phantasie als üblichen und akzeptierten Aggressionssublimator (natürlich anders ausdrücken). Schließlich schadet es wirklich nicht. Versucht, es wirklich zu akzeptieren, es könnte sein, dass er sich sozial isoliert, wenn er nicht für diese Filme schwärmt und das ist für Jungen dieses Alters unendlich gefürchtet. Ihr würdet ihn zwingen, sich für euch oder für seine Kameraden zu entscheiden: ein grausamer Zwang, der sehr warhscheinlich gegen euch ausgeht. Macht ihm klar, was euer Kriterium für die Erlaubnis ist: es kommt nicht wirklich jemand zu Schaden. Redet mit ihm darüber, wie unrealistisch solche Filme sind. (Niemals penetrant, nur kurz bei Gelegenheit.) Redet über die Bedeutung von Tod und Verletzung, ohne dass der Junge merken kann, dass hier ein Zusammenhang mit den Gewaltfilmen besteht. (Gemeinsames „gemischtes“ Fernsehen ergibt prima Gelegenheiten für solche unauffälligen Statements). Sensibilität ist ein zartes Pflänzchen, das auf vielerlei Art gegossen und gedüngt werden kann, jedoch kaum mit Verboten. Redet vielleicht über euere Vorbehalte - möglichst neutral und ehrlich: wir wissen es nicht genau, aber wir fürchten, dass diese Filme vielleicht doch abstumpfen. Es ist dir aber wichtig, deshalb verbieten wir es dir nicht, denn es ist nicht wirklich unmittelbar gefährlich.

Gruß,
Juliane

Hallo!
Vielleicht eine blöde Antwort.
Melde ihn im Judo club oder Karate Club an
und sorge dafür daß er regelmäßig teilnimmt
PiRo

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