gewalttätiger psychopath als nachbar

hallo zusammen,
hier mal ein problem der qualität, die sonst nur im kino vorkommt.
die ausgangslage: ich wohne in einem recht hellhörigen haus, mache zur zeit viel heimarbeit und habe damit das pech, hier rund um die uhr anwesend sein zu müssen. denn der nachbar unter mir ist arbeitslos, offenbar krankhaft geräuschempfindlich und verbringt seine zeit allen ernstes damit, mich auf schritt und tritt zu verfolgen (in oder besser gesagt unter meiner wohnung). grundsätzlich aggressiv reagiert er mittlerweile auf ausnahmslos jede art von haushaltsgerät: egal ob rasierapparat, fön, mixer, staubsauger oder waschmaschine- zu jeder tageszeit wird so etwas mit hämmern beantwortet. leises musikhören oder fernsehen sind ebenfalls provokationen, die ihn immer wieder zu rachefeldzügen provozieren: da, wo er mich geortet zu haben meint, wird als nächstes gerumpelt, gehämmert und dergleichen- stundenlang. sein neuestes „spiel“ ist es, allen ernstes auf den dachboden zu steigen und dort herumzutrampeln (ich wohne im obersten stock). das könnte ich durchaus noch als absurdes theater nehmen, aber der nächste teil seiner kriegsführung besteht darin, mich nachts systematisch am schlafen zu hindern- das bereits seit monaten. ich sollte noch ergänzen, dass mir alle anderen nachbarn (mit denen ich mich insgesamt gut verstehe) bestätigen, dass ich hier nach normal vernünftigen maßstäben nichts mache, was einen geistig gesunden menschen auch nur ansatzweise ärgern würde…
die juristische seite dessen ist weitgehend klar und ich bin dabei, entsprechende maßnahmen einzuleiten. ich würde in diesem zusammenhang gern leute fragen, die mit solch „echtem irrsinn“ erfahrung haben. wo hier offensichtlich jede vernunft versagt: lässt sich allgemein sagen, welches verhalten einem derartigen psychopathen gegenüber angebracht wäre?
zweitens (falls sich so etwas aus einer knappen beschreibung ableiten lässt): angesichts der entwicklung frage ich mich natürlich, was als nächstes kommt- bleibt er feige und richtet seine gewalt weiterhin gegen wände oder traut er sich demnächst, mich direkt anzugreifen?
konkreter anlass für diese frage ist, dass der vermieter sich bislang recht entgegenkommend verhält- allerdings mit standard-vorgehensweise. man möchte dort versuchen, die streitparteien morgen zu einem klärenden gespräch an einen tisch zu bringen. was ich einerseits für recht vergeblich halte und andererseits morgen auch mit mulmigem gefühl im bauch dort antreten werde. wie groß mag die wahrscheinlichkeit sein, dass das ohnehin stetig steigende aggressionsniveau bei oder nach einer derartigen konfrontation so weit überkocht, dass alsbald eine „finale eskalation“ zu befürchten ist?
ich wäre doch mal für die eine oder andere expertenmeinung dankbar.

beste grüße
bernd

Hallo,
an sich nur Fragen:

o Wie lange geht das schon so ?
o Wo siehst Du die Steigerung seines aggressiven Verhaltens ?
o Gab es vor dem morgigen Gespräch bereits Versuche der Schlichtung ?

Gruss
Enno

die antworten
hallo enno,
einfach zu beantworten:

o Wie lange geht das schon so ?

in leichter form bereits seit jahren, wobei ich diese aktivitäten die meiste zeit naiver weise für „heimwerken“ hielt…

o Wo siehst Du die Steigerung seines aggressiven Verhaltens ?

die härte seiner attacken, die häufigkeit (anfangs nur gelegentliche ausfälle ca. jeden 2. tag, jetzt rund um die uhr), vor allem die hinterhältige systematik, mit der er mittlerweile seinen aktivitäten nachgeht, plus: zu zeiten, wo ich versuche, mich besonders defensiv zu verhalten und jede provokation zu vermeiden, läuft er zu besonders großer form auf.

o Gab es vor dem morgigen Gespräch bereits Versuche der
Schlichtung ?

lief leider alles ins leere: der typ ist mittlerweile völlig auf tauchstation- öffnet nicht die tür, geht nicht ans telefon und schleicht sich anscheinend zum einkaufen aus dem haus…
tja.

greetings
bernd

hallo bernd,

das hört sich ja gar nicht gut an. sieht nicht so aus, als ob dein lieber nachbar noch wirklich klar denken kann. insofern werden bemühungen, an seine vernunft zu appelieren, zwangsläufig ins leere laufen. ich denke, der typ hat nur ein ziel-macht ausüben! wenn du ihn nicht mehr ignorieren kannst, versuche den spieß umzudrehen ( ich bin mir sicher, das du dazu sicher keine lust hast, du willst ja wahrscheinlich nur deine ruhe haben-die wird er dir aber so oder so nicht lassen ). versuche ihm ganz subtil angst einzujagen. mache doch irgendwann mitten in der nacht echten lärm und lasse ihn spüren, das du es diesmal mit absicht tust. verfolge ihn, treib ihn zum wahnsinn! dieses spiel kennt er nicht, denn bis jetzt war er der verfolger. du hast sicher angst, er könnte irgendwann die grenze zur gewalt überschreiten. diese angst ist meiner meinung nach nicht unberechtigt. deshalb muß er angst vor dir bekommen damit er sich soetwas nicht traut! das sind nun alles sehr kluge ratschläge von mir, die ich aus sicherer entfernung mache. ich hatte allerdings schon zweimal in meinem leben beinahe (!) einen stalker am hals, denen ich beiden nur dadurch entkommen bin, das sie meine adresse nicht wußten. den einen durfte ich über jahre gottseidank nur am telefon begrüßen, dem anderen konnte glaubhaft gemacht werden, das ich meinen arbeitsplatz gewechselt habe. der eine sprach schon von tötung ( ganz nett und nebenbei am telefon ), der andere hätte beinahe meinen kollegen angegriffen, der ihm sagte, ich sei nicht mehr da. seit dem habe ich mir darüber gedanken gemacht, was man im zweifelsfalle tun könnte. meine freundin hatte ihren-geistig völlig verwirrten-exmann als stalker. seit sie ihm über ihren bruder und dessen freunde angst eingejagt hat, beschränkt er sich aufs telefonieren ( mit ihrer freundin, denn sie hat eine geheimnummer ) . aber er steht seitdem nicht mehr vor ihrer tür, in diesem fall hat das angsteinjagen jedenfalls geklappt. diese leute sind klein und häßlich. sie wollen macht ausüben und tun dies mit wachsender begeisterung, wenn sie damit erfolg haben. darum darf man ihnen diesen gefallen nie tun!

ich wünsche dir viel erfolg,
laß mal hören, wie es weiterging!
grüße,susanne

hallo bernd,

was praktisches: setze dich mit einem mieterverein oder einem rechtsanwalt in verbindung, wie du die miete mindern kannst.
da bringt vermieter recht schnell zum handeln.

strubbel
L:open_mouth:)

offtopic
Ihr habt beide eine gewählte Ausdrucksweise und eine gute Rechtschreibung. Warum nur, schreibt ihr dann alles klein ? Ich bin da vielleicht etwas altmodisch, aber das erschwert das flüssige Lesen eines Textes doch etwas, so daß ich mich dabei ertappe, solche Texte gar nicht mehr lesen zu wollen.

Liebe Grüße
Moriarty

Hallo,
prinzipiell sehe ich das genauso. Ich störe mich nur bei Deiner Formulierung „ihm ganz subtil Angst einzujagen“ zu wollen, an dem Wörtchen „subtil“. Klingt zaghaft und damit evtl. nicht „laut“ genug, um überhaupt gehört zu werden. Wenn man diesen Ansatz wirklich wählen will, gilt es (neben der Abschätzung und Abwägung rechtlicher Probleme) im wesentlichen _keine_ Gewaltspirale anzukurbeln, einfach durch _eine_ Aktion, die das Problem ein für allemal klärt. Todesangst ist dabei hilfreich, um das Vergessen zu verhindern.
Wenn man nicht der Typ ist, sowas durchzuziehen, erweist sich der Versuch unter Garantie als Eigentor.

Gruss
Enno

Hallo,
allein in Anbetracht der langen Zeit, die dieses Problem jetzt mehr oder minder sichtbar präsent ist, würde ich ausschließen, daß die übliche „Aussprache“ hier noch etwas bewegt. Die vernünftige Weg scheint mir schlicht immer wieder anzeigen (wg. Ruhestörung), Nachbarn als Zeugen benennen, Beschwerde beim Vermieter einreichen, und wenn möglich (wie strubbel vorgeschlagen hat) bei Untätigkeit des Vermieters mit Mietminderung drohen. Problem an dem Vorgehen - es kann sehr lange dauern, bis die Type endlich ausquartiert wird. Und den naheliegenden kürzeren Weg (in Anbetracht des durchaus naheliegenden Verdachts einer psychischen Störung), würde ich vermutlich nicht mal gehen, wenn der Typ mir im Hausflur auflauern würde.

Gruss
Enno

hallo enno,

Ich störe mich nur bei Deiner Formulierung „ihm ganz subtil Angst einzujagen“ zu wollen, an dem Wörtchen „subtil“. Klingt zaghaft und damit evtl. nicht „laut“ genug

da hast du wahrscheinlich recht, auch mit

Todesangst ist dabei hilfreich, um das Vergessen zu verhindern.

ich dache nur, man könnte ihm vielleicht ganz subtil todesangst einjagen? so wie es der telefon-stalker mit mir gemacht hat. der rief an und meinte, ich solle mich doch mit ihm zum kaffee treffen-nein, nein, er wolle mich nicht töten…( wenn du seine stimme dabei gehört hättest, wär die alles klar gewesen ). aber du hast auf jeden fall recht damit, das man starke nerven braucht um so etwas durchzuziehen, sonst geht das ganze nach hinten los.

viele grüße,
susanne

Hallo,

der rief an und meinte, ich solle mich doch mit ihm zum kaffee treffen-nein,
nein, er wolle mich nicht töten…

wenn der Nachbar eine soziale Phobie hat, wäre wohl die freudige Mitteilung des Hauptgewinns in einer Quizshow und der damit verbundenen Heimsuchung durch ein Kamerateam das „richtige“ *g*. Im Ernst, wenn mich einer anruft und mir mit einer noch so gestörtesten Stimme irgendwelche Tötungsabsichten mitteilt, wird mir das keine schlaflose Minute bereiten. Wäre zudem mal was neues, gegenüber den üblichen Belästigungen durch Callcenters :wink:.

Gruss
Enno

der zweite teil
hey susanne,

ich denke, der typ hat nur ein
ziel-macht ausüben!

da hast du wohl sehr recht.

). versuche ihm ganz subtil angst einzujagen. mache doch
irgendwann mitten in der nacht echten lärm und lasse ihn
spüren, das du es diesmal mit absicht tust.

schon passiert: der typ ist mit völlig legalen mitteln restlos abzukochen… :wink:
…allein: ich habe wenig lust, meine tage mit derartigem psycho-dreck zuzubringen.

verfolge ihn,
treib ihn zum wahnsinn! dieses spiel kennt er nicht, denn bis
jetzt war er der verfolger.

hmm: das sehe ich eher wie enno (obwohl ich zugebe, dass es zeiten gab, in denen ich das auch so geregelt hätte :wink:
ich bin grundsätzlich skeptisch gegenüber so einer taktik: denn du setzt im zweifelsfall eine „rüstungsspirale“ in gang, die entweder nie aufhört oder schlimm endet. nein- im nächsten schritt kommen die grün-weißen, die im staate das gewaltmonopol haben sollten. dazu ist mir schon mehrfach geraten worden und ich hätte ansonsten auch wenig lust, mir da die hände schmutzig zu machen.

sicherer entfernung mache. ich hatte allerdings schon zweimal
in meinem leben beinahe (!) einen stalker am hals, denen ich
beiden nur dadurch entkommen bin, das sie meine adresse nicht
wußten. den einen durfte ich über jahre gottseidank nur am
telefon begrüßen, dem anderen konnte glaubhaft gemacht werden,

es soll nicht zynisch sein, aber ich sehe mal wieder: es gibt immer noch extremere geschichten…
…allerdings hattest du einen vorteil: zwischendurch wengistens mal pause- ich habe den knilch leider dauerhaft am hacken.

diese leute sind klein und
häßlich.

das hast du schön gesagt :wink:

ich wünsche dir viel erfolg,

mhh…
soll heißen- ich weiß beim besten willen nicht ob’s einer war:

laß mal hören, wie es weiterging!

noch abgedrehter, als ich es vermutet hatte: da saß der nette smeagol (falls du tolkien kennst), lieb und nett, der sich das alles nicht erklären konnte und überhaupt nicht verstehen wollte, warum alle so gemein zu ihm sind. nun bin ich mal gespannt, ob gollum wieder auftaucht (um beim bild zu bleiben). denn obwohl er alles abstritt: im moment herrscht tatsächlich stille. allerdings kann ich dem frieden noch nicht so ganz trauen- was er wert ist, zeigt sich heute nacht (oder nächste woche).

lieben gruß
bernd

meine rede…
hallo enno,

vernünftige Weg scheint mir schlicht immer wieder anzeigen
(wg. Ruhestörung), Nachbarn als Zeugen benennen,

genau das wird wohl der weg werden.

Beschwerde
beim Vermieter einreichen, und wenn möglich (wie strubbel
vorgeschlagen hat) bei Untätigkeit des Vermieters mit
Mietminderung drohen.

das wäre der zweite schritt: aber die sind erstmal recht nett und haben auch keinen zweifel daran gelassen, dass sie das problem klären wollen.

Problem an dem Vorgehen - es kann sehr
lange dauern, bis die Type endlich ausquartiert wird.

ich hoffe, du hast unrecht… :wink:

naheliegenden Verdachts einer psychischen Störung), würde ich
vermutlich nicht mal gehen, wenn der Typ mir im Hausflur
auflauern würde.

gerade dort wäre mir weniger bange- aber es gibt ungünstigere stellen…

beste grüße
bernd

na ja, außer man hat angst, derjenige könnte sich doch noch an die adresse erinnern-er war nämlich ein paar jahre voher schon mal da! hat er übrigens sehr bedauert, das er sich nicht mehr erinnern kann, sonst wäre er mich schon längst besuchen gekommen, wie er sagte (schwitz).

gruß,susanne

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