'Gewerbliche' Überweisungen ins Ausland

Hallo zusammen,
dies ist mein erster Besuch in diesem Forum.
Vorweg. Ich habe von Finanzrecht keinen Schimmer.

Ich befinde mich in der Dominikanischen Republik, wo ich seit 8 Jahren wohne und habe seit ca 4 Jahren keinen Wohnsitz in Deutschland. Seit einiger Zeit verdiene ich etwas Geld, indem ich Überweisungen für Dritte durchführe.
In der Regel sieht das so aus, dass diese Leute Geld auf mein Postgirokonto in Deutschland einzahlen oder überweisen, und ich ihnen den Betrag (abzüglich meiner Komission von 2- 2,5%) hier auszahle, von einem Bargeld Vorrat, den ich hier habe.
Dieser Bargeldvorrat erneuert sich gelegentlich, wenn Bekannte mir Geld mitbringen, das ich ihnen vorher überweise, von dem Konto, auf das die Überweisungen meiner Kunden eingehen.
Gelegentlich habe ich auch Kunden, die in Deutschland Rechnungen bezahlen müssen. Diese geben mir hier ihr Geld hier und ich überweise es für sie (auch abzüglich meiner Komission) von meinem Postgirokonto auf das gewünschte Konto.
Das ganze läuft einfach so über Mundpropaganda, es existiert weder hier noch in Deutschland eine angemeldete Firma oder ähnliches.

Da die Beträge in den letzten Wochen immer beträchtlicher wurden, mache ich mir langsam Sorgen bezüglich der Legalität dieser Geschichte.
Was droht mir schlimmstenfalls in Deutschland?
Zur Verdeutlichung: In den ersten 9 Tagen dieses Monats sind bereits über 25000 Euro auf meinem Konto eingegangen.

Falls mir jemand diesbezüglich einen Rat geben könnte wäre ich sehr dankbar.
Auch würde es mich sehr interessieren ob sich dieses Bussiness in Deutschland legalisieren lässt, und wie ich dies erreichen kann.

Vielen Dank,
Gerd

Finanzdienstleister und Geldwäschegesetz
Hallo,

Da die Beträge in den letzten Wochen immer beträchtlicher
wurden, mache ich mir langsam Sorgen bezüglich der Legalität
dieser Geschichte.

und das aus gutem Grund. Das ganze ist nicht per se illegal, allerdings gibt es einige Punkte, aus den Probleme erwachsen können. Alle denkbaren Konstellationen, d.h. BankStaat, BankGerd und GerdStaat, sind tangiert.

Zunächst mal hast Du vermutlich ein Privatkonto. Bekommt die Bank spitz, daß hier gewerbliche Geschäfte abgewickelt werden, wird sie ungehalten sein und entweder erhöhte Kontoführungsgebphren in Rechnung stellen oder das Konto kündigen.

Weiterhin hast Du gegenüber der Bank bei Kontoeröffnung versichert, daß Du bzgl. der auf Deinem Konto befindlichen Beträge bzw. der stattfindenden Transaktionen der wirtschaftlich Berechtigte bist. Das ist bei den fraglichen Zahlungen nicht der Fall. Mögliche Konsequenz: Kündigung der Kontos durch die Bank und evtl. (aufgrund des erreichten Volumens nicht unwahrscheinlich) Übermittlung der Angelegenheit als Verdachtsfall für Geldwäsche an die Staatsanwaltschaft.

Was Deine potentiellen Probleme mit der Staatsanwaltschaft angeht, gibt es hier mehr zu lesen:
http://wwwwbs.cs.tu-berlin.de/cgi/gesetze/StGB/data/…

Da die Dominikanische Republik nicht unbedingt als Musterknabe in Sachen Verbrechensbekämpfung nach westeuropäischen Standards gilt, entsteht vermutlich einiger Erklärungsbedarf.

Hinzu kommt, daß Du aufgrund dieser Transaktionen ein Finanzdienstleister gem. Kreditwesengesetz bist (http://www.bafin.de/gesetze/kwg.htm#p1 siehe unter 1a Nr. 7), d.h. Du brauchst eine entsprechende Zulassung, die wiederum nach einem entsprechenden Antrag und unter gewissen Voraussetzungen erteilt wird:
http://www.bafin.de/gesetze/kwg.htm#p32

Auch würde es mich sehr interessieren ob sich dieses Bussiness
in Deutschland legalisieren lässt, und wie ich dies erreichen
kann.

Tja.

Gruß,
Christian