Gewerblicher Anbau-Trüffel,Palme, Goji oder?

Hallo liebe Wissende,

leider gibts hier kein Forum „Landwirtschaft“, meine Fragen sind hier also nicht ganz richtig aber auch nicht ganz falsch…

Es geht um folgendes.
Ich könnte mir vorstellen eine landwirtschaftlich nutzbare Fläche zu pachten um diese zu bewirtschaften. Nun dachte ich nicht an den Anbau von Kartoffeln, sondern an zB 50.000 Palmen, oder Goji Pflanzen um diese nach ein paar Jahren Wachstum mit Gewinn zu verkaufen (Bzw bei der Wolfsbeere die Früchte).
Das erscheint mir zwar mit ein paar Jahren Wartezeit verbunden, aber ansonsten als nicht wahnsinnig schwer und auch tatsächlich praktikabel.
Ich wüsste gerne ob ich diesen Gedanken weiterverfolgen soll oder ob ich gleich zu Beginn etwas schwerwiegendes übersehe. Im gleichen Zusamenhang frage ich mich natürlich auch, welche Pflanze dafür besondes geeignet ist. Wie gesagt kam ich auf Palmen! Aber auch Goji Pflanzen wobei ich da nicht weiss, ob diese Kooperationen „Abzocke“ darstellen, denn am freien markt wird man die Pflanzen sicher nicht so einfach in Masse los. Ausserdem bin ich bei meiner Suche auf Trüffelbäume gestossen. Da Trüffel aber frisch verkauft werden sollten, stelle ich mir in diesem Fall die Vermarktung echt schwer vor, obwohl mich die „Trüffelzucht“ echt reizen würde.
Es wäre superklasse, wenn jemand ein paar hilfreiche Gedanken beisteuern könnte…
Vielen Dank
Franko

Palmen, hier und gleich 50.000 Stück, die dir im ersten Winter zu 90% erfrieren??? Was ne Schnapsidee…

Ob man mit Goji-Beeren reich wird, bezweifle ich und das Experiment „Trüffelbaum“ kommt nahe an die Idee mit den Palmen.

Bleib bei Kartoffeln und Rüben.

Gruß
Horst

Hallo,

ich muss sagen, dass Deine Antwort nicht unbedingt qualifizierter als meine Antwort ist.
Ich habe aber einen konkreten Grund warum ich frage. Was ist Deine Entschuldigung? :smile:
Das ist nicht böse gemeint, aber:

Selbstverständlich kann man winterfeste Palmen hier in Deutschland wachsen und gedeihen lassen und selbst wenn das nicht der Fall wäre, könnte man über Hecken oder Weihnachtsbäume nachdenken. Also konkret, Pflanzen die sich günstig anbauen lassen und nach einigen Jahren Wachstum an Wert gewonnen haben. Was daran eine Schnapsidee ist, verstehe ich jetzt immer noch nicht.

Zum Goji.
Ja, ich glaube auch, dass ich damit kein Geld verdienen kann. Es gibt aber Händler die Kooperationen anbieten. Inwieweit es sich dann um Abnahmegarantien handelt weiss ich nicht. Bis vor Kurzem kannte ich nicht mal die Pflanze. Deshalb hoffe ich hier jemand zu finden, der damit evtl schon Erfahrung gesammelt hat. Wenn Du grundlos glaubst, dass es eine schlechte Idee ist…schön für Dich, hilft mir bei der ersten Entscheidung darüber was „Müll“ ist aber nicht wirklich weiter. Trotzdem Danke.

Ähnlich verhält es sich mit Trüffelbäumen.
Trüffel wachsen durchaus auch in Deutschland, wenn die Bodenverhältnisse OK sind und die „Zucht“ auf Plantagen ist zb in Italien absolut nicht ungewöhnlich. In Österreich verzeichnet man auch die ersten Erfolge, in Deutschland gibt es eher wenig bis keine Erfahrung. Vielleicht ist aber auch alles unwahr was ich bisher dazu gelesen habe. Wer weiss. Deine Aussage es sei eine Schnapsidee ist aber erneut nicht hilfreich, da in keinster Art und Weise begründet.

Vielleicht hattest Du nur ein „Gefühl“? Das ist dann auch schön für Dich, aber eben nicht für mich.

Rüben? Kartoffeln?
Ja, würde ich sicher anbauen wenn ich Landwirt wäre, bin ich aber nicht.
Vielen Dank und nochmal Entschuldigung wenn es etwas barsch klingt…
VG Franko

„qualifizierter als meine Frage“ muss es natürlich heissen

Hallo,

leider gibts hier kein Forum „Landwirtschaft“, meine Fragen
sind hier also nicht ganz richtig aber auch nicht ganz
falsch…

Du hättest z.B. unter „Ämter und Behörden“ oder „Recht“ anfangen können. Vor jedem gewerblichen Vorhaben stehen die amtlichen Genehmigungen und die Einhaltung von Vorschriften und Gesetzen

Es geht um folgendes.
Ich könnte mir vorstellen eine landwirtschaftlich nutzbare
Fläche zu pachten um diese zu bewirtschaften.

Gegenfrage:
Wohnst Du nah genug?
Ein jedes Feld will täglich seinen Bauern/Winzer/Gärtner sehen
Hast Du einen Job, der Dich ernährt?
bzw. einen Job, der Dir nebenher die Zeit für Erwerbsanbau lässt?

Zur Erklärung meiner Fragen:
Der Bauer mit den 100 Schweinen im Stall, der hinter unserem Garten seine Felder hat, ackert ständig nachts und am Wochenende … weil er Nebenerwerbsbauer ist und ohne Brotjob in der Stadt sonst nicht über die Runden kommt.

Ein neues Leben als Anbauer von im weitesten Sinn „Feldfrüchten“ will gut voraus kalkuliert sein.

Nun dachte ich
nicht an den Anbau von Kartoffeln, sondern an zB 50.000
Palmen, oder Goji Pflanzen um diese nach ein paar Jahren
Wachstum mit Gewinn zu verkaufen (Bzw bei der Wolfsbeere die
Früchte).

Auch hier Gegenfrage:
Kennst Du in Deiner Gegend bereits Betriebe, die solche Erzeugnisse mit Erfolg vermarkten?
Palmen … trotz Klimawandel braucht man in Mitteleuropa dafür auf absehbare Zeit noch ein Gewächshaus.
Fahr nach Holland, sieh Dir die entsprechenden Betriebe an

Wolfs/Goijbeeren: Guck Dir die Preise im Internet an. Bisher ist nahezu 100% Import; wie übrigens auch die sehr beliebten Cranberries.
Frage Dich, woran das liegen kann!

  • Du kannst mal einen deutschen Erdbeerbauern fragen, was er seinen Pflückern zahlt bzw. nach dem durchschnittlichen Zeitaufwand pro Feld
    (den Du selbst dann hast, wenn Du und nur Du allein pflückst!)

Erkundige Dich nach Bodenbedingungen und Pflegeaufwand für das angestrebte Gewächs.
Es ist z.B. für den Erwerbsanbau sinnlos, Cranberries, die sauren Moorboden wünschen, in einer Gegend ziehen zu wollen, wo es nur fetten Lösboden gibt.

Das erscheint mir zwar mit ein paar Jahren Wartezeit
verbunden,

… in denen Du anderweitig Geld verdienen musst (und bereits die Investition für das Ganze abstottern)

aber ansonsten als nicht wahnsinnig schwer

bist Du körperliche Arbeit gewöhnt / hast Du gute Kenntnisse als Maschinenschlosser/mechaniker?

und auch
tatsächlich praktikabel.

sämtliche Bauern Deutschlands beweisen es.
Entweder die Betriebe sind sehr groß / haben ein professionelles Management
oder sie haben mehrere Standbeine und die gesamte Familie hilft mit

Ich wüsste gerne ob ich diesen Gedanken weiterverfolgen soll
oder ob ich gleich zu Beginn etwas schwerwiegendes übersehe.

Die Kosten für Werbung
Du brauchst Reklame, Reklame, Reklame.
Spätestens wenn die erste Ernte kurz bevorsteht, MUSS die gesamte Region von Dir wissen

Im gleichen Zusamenhang frage ich mich natürlich auch, welche
Pflanze dafür besondes geeignet ist.

Kläre erst einmal den Standort.
Wie ich oben sagte: Palmen hier bei uns in Nordostbayern das wird teuer. Am Niederrhein mag es bei bestimmten Arten und in guten Jahren billiger gehen.

Wie gesagt kam ich auf
Palmen! Aber auch Goji Pflanzen wobei ich da nicht weiss, ob
diese Kooperationen „Abzocke“ darstellen, denn am freien markt
wird man die Pflanzen sicher nicht so einfach in Masse los.

Los wird man, was bekannt ist.
Um 1700 hättest Du jeden Deutschen mit Kartoffeln furchtbar erschreckt, um 1750 gab es in ganz Italien keine einzige Soße mit Tomaten und 1500 war Schokolade und Kaffee in Europa vollkommen unbekannt.
Dafür ass jederman mit Begeisterung Brei und Grütze aus Buchweizen und Hirse.
Die Leute aßen auch Eichhörnchen, Marder und Igel.

Ausserdem bin ich bei meiner Suche auf Trüffelbäume gestossen.

was bitte ist ein Trüffelbaum?
Falls Du mit Trüffel das meinst:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%BCffel

… Bäume braucht man nur deshalb, weil Trüffel in Lebensgemeinschaft mit bestimmten Bäumen wachsen.
Es reicht aber leider nicht, einfach die richtigen Bäume zu pflanzen und den Boden mit Trüffelsporen zu impfen.
Wäre das möglich, gäbe es mehr Trüffel und sie wären nicht dermaßen teuer

Da Trüffel aber frisch verkauft werden sollten, stelle ich mir
in diesem Fall die Vermarktung echt schwer vor,

???
Wir kaufen im Supermarkt Ingwer aus China ein, Drachenfrucht aus Thailand, Zitronen aus Peru.
Natürlich braucht ein Kleinanbieter einen Großhändler, der seine Ware weltweit verteilt.
Aber wenn das die Trüffelbauern des Piemont schaffen, warum nicht auch Du?
Nur muss man dafür wiederum Werbung machen.
Sich z.B. auf der Grünen Woche in Berlin mit eigenem Stand vorstellen.
Die Bedingungen fürs Mitmachen erfährst Du unter „Standgebühren“

obwohl mich
die „Trüffelzucht“ echt reizen würde.

hm.
In der Saison jeden Morgen um 3Uhr aufstehen, das Trüffelschwein aus dem Stall holen, mit der Sau durch den Nebel lostrotten. Susi Schnüffelnase in den Wald treiben. Susi den gefundenden Trüffel rechtzeitig aus der Schnauze holen, ihr dafür ein Leckerli reinschieben. Der Sau gut zureden.
Nicht mit ihr schimpfen, wenn Susi heute nichts findet oder keine Lust hat.
Susi mit List und Tücke zurücktreiben, obwohl Susi nicht wieder in den Stall will (350kg Unlust kannst Du nicht schupsen)
4 oder 5 kleine Trüffel unter viel kaltem Wasser sehr vorsichtig mit der Bürste schrubben. Dabei geht viel Dreck ab, die Trüffel werden NOCH kleiner.
Aber gratuliere, Du hast für heute 20g Trüffel geerntet, die Du verkaufen kannst.
Morgen findet Susi sicher mehr … oder auch die ganze nächste Woche nichts.
Du hast noch 500€ auf der Bank. Für die Stromrechnung wird es reichen, aber für die Heizkosten im Winter musst Du leider das Existenzgründerdarlehen angreifen, mit dem Du eigentlich ein weiteres Stück Trüffelwald kaufen wolltest.
Ein Glück, dass Deine Frau als Krankenschwester im Schichtdienst arbeitet. Euer Sohn braucht einen neuen Schulranzen und die Schuhe sind auch schon wieder kaputt. Urlaub? Ja wovon denn!
Außerdem kannst Du nicht weg.
Es könnte jemand mit einem Trüffelhund in Deinen Trüffelwald gehen und ernten, weil Du nachts nicht Wache gestanden hast.
Du bist ein bisschen müde.
Aber Du bist natürlich Dein eigener Herr und es ist ein schönes freies Leben.

Ich weiß, ich betätige mich als professioneller Miesmacher. Aber Du wirst feststellen, dass ein gewisser Zweckpessimismus eher zum Ziel führt.

viele grüße
Geli

Hallo,

leider gibts hier kein Forum „Landwirtschaft“, meine Fragen
sind hier also nicht ganz richtig aber auch nicht ganz
falsch…

Du hättest z.B. unter „Ämter und Behörden“ oder „Recht“
anfangen können. Vor jedem gewerblichen Vorhaben stehen die
amtlichen Genehmigungen und die Einhaltung von Vorschriften
und Gesetzen
Hallo,

das ist richtig, trotzdem denke ich es ist für mich sinnvoller zuerst die Idee zu erforschen. Danke

Es geht um folgendes.
Ich könnte mir vorstellen eine landwirtschaftlich nutzbare
Fläche zu pachten um diese zu bewirtschaften.

Gegenfrage:
Wohnst Du nah genug?

Ja, das ist die Ausgangssituation. Ich wohne inzwischen in einem Dorf und fahre täglich zwei Stunden nach Berlin um meiner Arbeit nachzukommen. Womit auch die nächste Frage beantwortet ist…

Ein jedes Feld will täglich seinen Bauern/Winzer/Gärtner sehen
Hast Du einen Job, der Dich ernährt?
bzw. einen Job, der Dir nebenher die Zeit für Erwerbsanbau
lässt?

Meine Familie bastelt und pflanzt mit Vorliebe im Garten. Daraus entstanden ja die Überlegungen. Am normalen und regelmässigen Einkommen wrde sich nichts ändern, da ich meinen Job nicht aufgeben würde.

Zur Erklärung meiner Fragen:
Der Bauer mit den 100 Schweinen im Stall, der hinter unserem
Garten seine Felder hat, ackert ständig nachts und am
Wochenende … weil er Nebenerwerbsbauer ist und ohne Brotjob
in der Stadt sonst nicht über die Runden kommt.

Ein neues Leben als Anbauer von im weitesten Sinn
„Feldfrüchten“ will gut voraus kalkuliert sein.

Das stimmt. Es soll aber kein neues Leben sein. Ich habe eine (gut bezahlte) Arbeit. Mangels vernünftiger Infrastruktur könnte sich aber meine Frau und Kinder durchaus ein nennen wir es mal eher bäuerliches Leben vorstellen…Das klingt jetzt aber krasser als es ist, also ein Nebenverdienst den man sich in einigen Jahren evtl aufbauen könnte wäre ein nice to have und kein must have.

Nun dachte ich
nicht an den Anbau von Kartoffeln, sondern an zB 50.000
Palmen, oder Goji Pflanzen um diese nach ein paar Jahren
Wachstum mit Gewinn zu verkaufen (Bzw bei der Wolfsbeere die
Früchte).

Auch hier Gegenfrage:
Kennst Du in Deiner Gegend bereits Betriebe, die solche
Erzeugnisse mit Erfolg vermarkten?
Palmen … trotz Klimawandel braucht man in Mitteleuropa dafür
auf absehbare Zeit noch ein Gewächshaus.
Fahr nach Holland, sieh Dir die entsprechenden Betriebe an

Nein, nicht bei mir in der näheren Umgebung, aber ich suche ja bewusst eine „Innovation“.

Wolfs/Goijbeeren: Guck Dir die Preise im Internet an. Bisher
ist nahezu 100% Import; wie übrigens auch die sehr beliebten
Cranberries.
Frage Dich, woran das liegen kann!

deshalb meine Fragen. Goji erscheint mir relativ neu am deutschen Markt. Ist das denn nicht der Fall? Das dachte ich sei einer der Gründe. Welcher Landwirt der mit Erfolg Erdbeeren zieht, steigt auf gut Glück um auf Goji…natürlich kann es auch anders sein und Deine Vermutung trifft zu. WennDu aber Gojiplantage googlest erscheint ein „Testfeld“ in der Nähe von Hannover, das hat den Klang als könnte es Potential besitzen. Vielleicht, vielleicht auch nicht :smile:

  • Du kannst mal einen deutschen Erdbeerbauern fragen, was er
    seinen Pflückern zahlt bzw. nach dem durchschnittlichen
    Zeitaufwand pro Feld
    (den Du selbst dann hast, wenn Du und nur Du allein pflückst!)

Ja, deshalb bin ich dem Goji Gedanken auch skeptisch gegenüber, verlockend war für mich diese Variante einer Kooperation. Aber klar überwiegt auch hier die Skepsis

Erkundige Dich nach Bodenbedingungen und Pflegeaufwand für das
angestrebte Gewächs.
Es ist z.B. für den Erwerbsanbau sinnlos, Cranberries, die
sauren Moorboden wünschen, in einer Gegend ziehen zu wollen,
wo es nur fetten Lösboden gibt.

Selbstverständlich!

Das erscheint mir zwar mit ein paar Jahren Wartezeit
verbunden,

… in denen Du anderweitig Geld verdienen musst (und bereits
die Investition für das Ganze abstottern)

Ja

aber ansonsten als nicht wahnsinnig schwer

bist Du körperliche Arbeit gewöhnt / hast Du gute Kenntnisse
als Maschinenschlosser/mechaniker?

Nein, eher nicht

und auch
tatsächlich praktikabel.

sämtliche Bauern Deutschlands beweisen es.
Entweder die Betriebe sind sehr groß / haben ein
professionelles Management
oder sie haben mehrere Standbeine und die gesamte Familie
hilft mit

Ich wüsste gerne ob ich diesen Gedanken weiterverfolgen soll
oder ob ich gleich zu Beginn etwas schwerwiegendes übersehe.

Die Kosten für Werbung
Du brauchst Reklame, Reklame, Reklame.
Spätestens wenn die erste Ernte kurz bevorsteht, MUSS die
gesamte Region von Dir wissen

Klar, Marketing und Vertrieb sind noch mal ganz eigene Herausforderungen…Allerdings ist genau das mir nicht unbedingt fremd…

Im gleichen Zusamenhang frage ich mich natürlich auch, welche
Pflanze dafür besondes geeignet ist.

Kläre erst einmal den Standort.
Wie ich oben sagte: Palmen hier bei uns in Nordostbayern das
wird teuer. Am Niederrhein mag es bei bestimmten Arten und in
guten Jahren billiger gehen.

Wie gesagt kam ich auf
Palmen! Aber auch Goji Pflanzen wobei ich da nicht weiss, ob
diese Kooperationen „Abzocke“ darstellen, denn am freien markt
wird man die Pflanzen sicher nicht so einfach in Masse los.

Los wird man, was bekannt ist.
Um 1700 hättest Du jeden Deutschen mit Kartoffeln furchtbar
erschreckt, um 1750 gab es in ganz Italien keine einzige Soße
mit Tomaten und 1500 war Schokolade und Kaffee in Europa
vollkommen unbekannt.
Dafür ass jederman mit Begeisterung Brei und Grütze aus
Buchweizen und Hirse.
Die Leute aßen auch Eichhörnchen, Marder und Igel.

Ausserdem bin ich bei meiner Suche auf Trüffelbäume gestossen.

was bitte ist ein Trüffelbaum?
Falls Du mit Trüffel das meinst:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%BCffel

… Bäume braucht man nur deshalb, weil Trüffel in
Lebensgemeinschaft mit bestimmten Bäumen wachsen.
Es reicht aber leider nicht, einfach die richtigen Bäume zu
pflanzen und den Boden mit Trüffelsporen zu impfen.
Wäre das möglich, gäbe es mehr Trüffel und sie wären nicht
dermaßen teuer

Oh…also nach meinen Infos sind Trüffelplantagen inzwischen „normal“, also geimpfte Bäume. Es soll oft, aber eben nicht immer klappen und da es wohl in Italien „normal“ ist, in Östereich erprobt wird und in Deutschland noch relativ unbekannt ist, dachte ich hier könnte ein großes Potential verborgen sein…und auch Risiko, klar.

Da Trüffel aber frisch verkauft werden sollten, stelle ich mir
in diesem Fall die Vermarktung echt schwer vor,

???
Wir kaufen im Supermarkt Ingwer aus China ein, Drachenfrucht
aus Thailand, Zitronen aus Peru.
Natürlich braucht ein Kleinanbieter einen Großhändler, der
seine Ware weltweit verteilt.
Aber wenn das die Trüffelbauern des Piemont schaffen, warum
nicht auch Du?
Nur muss man dafür wiederum Werbung machen.
Sich z.B. auf der Grünen Woche in Berlin mit eigenem Stand
vorstellen.
Die Bedingungen fürs Mitmachen erfährst Du unter
„Standgebühren“

obwohl mich
die „Trüffelzucht“ echt reizen würde.

hm.
In der Saison jeden Morgen um 3Uhr aufstehen, das
Trüffelschwein aus dem Stall holen, mit der Sau durch den
Nebel lostrotten. Susi Schnüffelnase in den Wald treiben. Susi
den gefundenden Trüffel rechtzeitig aus der Schnauze holen,
ihr dafür ein Leckerli reinschieben. Der Sau gut zureden.
Nicht mit ihr schimpfen, wenn Susi heute nichts findet oder
keine Lust hat.
Susi mit List und Tücke zurücktreiben, obwohl Susi nicht
wieder in den Stall will (350kg Unlust kannst Du nicht
schupsen)
4 oder 5 kleine Trüffel unter viel kaltem Wasser sehr
vorsichtig mit der Bürste schrubben. Dabei geht viel Dreck ab,
die Trüffel werden NOCH kleiner.
Aber gratuliere, Du hast für heute 20g Trüffel geerntet, die
Du verkaufen kannst.
Morgen findet Susi sicher mehr … oder auch die ganze nächste
Woche nichts.
Du hast noch 500€ auf der Bank. Für die Stromrechnung wird es
reichen, aber für die Heizkosten im Winter musst Du leider das
Existenzgründerdarlehen angreifen, mit dem Du eigentlich ein
weiteres Stück Trüffelwald kaufen wolltest.
Ein Glück, dass Deine Frau als Krankenschwester im
Schichtdienst arbeitet. Euer Sohn braucht einen neuen
Schulranzen und die Schuhe sind auch schon wieder kaputt.
Urlaub? Ja wovon denn!
Außerdem kannst Du nicht weg.
Es könnte jemand mit einem Trüffelhund in Deinen Trüffelwald
gehen und ernten, weil Du nachts nicht Wache gestanden hast.
Du bist ein bisschen müde.
Aber Du bist natürlich Dein eigener Herr und es ist ein
schönes freies Leben.

Hui…DAS KLINGT demotivierend …-) Aber Susi ist Teil der Familie und es kann auch anders kommen, WENN, ja WENN die Rechnung aufgeht.

Ich weiß, ich betätige mich als professioneller Miesmacher.
Aber Du wirst feststellen, dass ein gewisser Zweckpessimismus
eher zum Ziel führt.

Herzlichen Dank!! Natürlich ist es fast wichtiger alle negativen Aspekte zu kennen und eher 999 von 1000 Ideen wieder zu verwerfen, als in einer Traumwelt zu leben. Aber man sollte mit offenen Augen durch die Welt gehn, manchmal findet man doch die ein oder andere Perle.

viele grüße
Geli

Viele Grüße
Franko

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Zum Thema Exotenkultur als Nebenbeschäftigung möchte ich auf ein paar Enthusiasten aufmerksam machen, die hier im Raum Niederösterreich den Safrananbau wiederbelebt haben und zwar nicht Dagobert Duck Konkurrenz damit machen, aber doch Erfolg haben. Es gibt also noch Nischen!

Es grüßt

Der Daimio

P.S. Der Trüffelanbau dürfte viel Geduld und einen langen Atem erfordern, wenn ich mir die Größe der angebotenen beimpften Bäumchen ansehe. Als Pensionist würde ich damit nicht beginnen.

D.

Hallo Daimio,

ja bei Safran war ich auch schon :smile: :smile: aber bei der geringen Menge würde ich meinen, dass man auf weiss 100 qm 5gramm Safran ernten kann, oder so ähnlich und dafür noch 10 Blütenzupfer für 50 cent die Stunde Beschäftigen muss (wohlgemerkt für die 5 Gramm :smile:), wehalb ich den Gedanken verworfen habe. Wer ist das denn bei Dir? Denn ja, ich habe immer Interesse an exotischen Ideen.

Zu den Bäumchen… kann der Parasit nicht trotzdem eine relative Größe entwickeln auch wenn der Baum noch ein Zwerg ist?

Danke
Franko

Hallo,

Soweit die Berichte über Safran reichen, ist das eine Familiensache - dürfte also mit Oma, Opa, Verwandten und Kindern laufen: morgens werden die Blüten gepflückt, vormittags zuhause die Narben gepuhlt und anschließend getröcknet, das ganze relativ kurze Zeit im Herbst.

Zur Trüffelfrage: nachdem es sich nicht um eine Wirt-Schmarotzer-Beziehung handelt, sondern um eine Mycorrhiza, eine Lebensgemeinschaft zum beidseitigen Nutzen, sind Ernte und Wachstum des Baumes gegenseitig abhängig. Mehr hier:http://de.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%BCffel#Gewinnung_….

Übrigens: auch ein Vollschmarotzer könnte sich ohne ausreichend großen Wirt nur kümmerlich entwickeln.
(Ein Schmarotzer, der seinen Wirt umbringt, begeht Selbstmord!)

Es grüßt

Der Daimio

Hi,

Ähnlich verhält es sich mit Trüffelbäumen.
Trüffel wachsen durchaus auch in Deutschland, wenn die
Bodenverhältnisse OK sind und die „Zucht“ auf Plantagen ist zb
in Italien absolut nicht ungewöhnlich. In Österreich
verzeichnet man auch die ersten Erfolge, in Deutschland gibt
es eher wenig bis keine Erfahrung. Vielleicht ist aber auch
alles unwahr was ich bisher dazu gelesen habe. Wer weiss.
Deine Aussage es sei eine Schnapsidee ist aber erneut nicht
hilfreich, da in keinster Art und Weise begründet.

so wie ich Dich verstanden habe, möchtest Du das zu bewirtschaftende Land pachten? Was machst Du, wenn der Pachtvertrag nicht verlängert wird, gerade dann, wenn es Zeit wäre zu ernten?

Hast Du entsprechende landwirtschaftliche Geräte?

Ist Dir bewußt, daß Du Dich versichern mußt? Also Betriebshaftpflicht, Beiträge zu Berufsgenossenschaft etc?

Ist Dir bewußt, was es bedeutet etwas zu bewirtschaften? Das man u. U. bei Wind und Wetter raus muß? Das Landwirtschaft unter Umständen harte körperliche Arbeit ist?

Wir haben fast alle Felder und Wiesen verpachtet, eben weil die Arbeit im Nebenerwerb viel zu anstrengend ist und in Jahren mit ungünstigen Witterungsverhältnissen ein Draufzahlgeschäft ist.

Mir reicht die Arbeit, die wir bei der Bewirtschaftung unserer Waldflächen für den Eigenverbrauch haben völlig aus.

Wenn man das noch nie gemacht hat, unterschätzt man den körperlichen Einsatz.

Gruß
Tina

1 „Gefällt mir“

Servus,

die Sache mit den Safranpflückern ist ein ganz wichtiger Aspekt von derartigen Nischenproduktionen: Bei den jüngsten, die in D in Schwang gekommen sind, ging es jeweils - unter anderem auch - um technische Ideen, um die Produktion rentabel zu machen. Ich spreche von Aronia, Holunder und frischen essbaren Blüten.

Wenn man Lycium Barbarum nicht bloß als Liebhaberei kultivieren will - das dürfte im Oberrheintal und eventuell auch der Magdeburger Börde funktionieren - konkurriert man preislich mit chinesischen Pflückern. Die arbeiten für eine Tasse Reis am Tag, und zwar jeden Tag. Der arbeitsfreie Nationalfeiertag wird nicht bezahlt.

Wenn Du Sonderkulturen in der Umgebung von etwa 180 km um Berlin anbauen möchtest, solltest Du Dich unbedingt vorher mit Grundlagen der Bodenkunde beschäftigen. Saure Sandböden sind z.B. das genaue Gegenteil von dem, was Burgundertrüffel brauchen, nämlich kalkreiche, etwas tonige Lehmböden auf Muschelkalkverwitterung.

Wenn Du eine gute Idee fürs Pflücken, Abpacken und für die Vermarktungswege hast, könnte Lonicera Kamtschatika in der Reichsstreusandbüchse eventuell funktionieren. Aber Vorsicht! Eine Nischenproduktion mit einer einzigen Kultur ist überaus riskant, weil die Märkte ziemlich sensibel sind, und mit einem einzigen Ausfall (im Fall Lonicera z.B. Frost in der Blüte) gleich das ganze Jahr für den Eimer ist. Das muss man durchstehen.

Ich habe vor ein paar Jahrzehnten im Hopfenbau gearbeitet. Hopfen gehört zu den wenigen landwirtschaftlichen Produkten, dessen Markt in der BRD zu keiner Zeit staatlich reglementiert war. Wegen des für die Erzeuger völlig intransparenten Marktes konnte es passieren, dass am Anfang der etwa drei Wochen dauernden Kampagne der Zentner Hopfen (bei Gestehungskosten von etwa dreihundert DM) sechshundert DM kostete, fünf Tage später zwölfhundert, und weitere zwei Tage später hundertfünfzig. Es verging kaum eine Kampagne, während der sich nicht wenigstens ein Hopfenbauer im Tettnanger Anbaugebiet aufgehängt hat.

Nischenproduktionen können in der Landwirtschaft hochinteressant sein (vgl. Wachteleier, Perlhühner, Aronia, Zuckermais in seinen Anfängen etc.), aber sich auf ein einziges Nischenprodukt zu spezialisieren, ist für einen Landwirt ein fast sicherer Weg in die Insolvenz.

Du wirst nicht daran vorbei kommen, neben dem angepeilten Nischenprodukt ein bissel zu diversifizieren - und dann landest Du genau bei dem Leben, das Kleinstlandwirte seit ein paar hundert Jahren führen: Außer Schlafen und Essen gibt es ausschließlich Knochenarbeit.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

2 „Gefällt mir“

Hallo Tina,

ich nehme nun auch langsam wieder Abstand von dem Gedanken. Es sollte nicht die Haupteinnahmequelle werden, aber ich möchte auch nicht draufzahlen. Es sollte zwischen Hobby und Zuverdienst angesiedelt sein. Aber ich habe es mir offensichtlich zu einfach vorgestellt.
Danke
Franko

Hallo Blumepeder,

es sollte nicht die Haupteinnahmequelle darstellen, sondern irgendwas zwischen Hobby und Zuverdienst sein. Deshalb wäre die Konzentration auf ein einzelnes Produkt mit kalkuliertem „Nichtverdienst“ in manchen Jahren, dafür mit exorbitanten Chancen nicht unbedingt verkehrt. Ich habe aber wahrscheinlich die Chancen überbewertet und die laufenden Kosten und insbesondere die Arbeit unterschätzt. Zumindest von den genannten Ideen nehme ich erstmal Abstand.
Vielen Dank für die Erläuterungen.
VG Franko