Hallo!
(Dein irgendwie anklingendes politisches Statement gegen die
Gewerkschaft teile ich aber nicht)
Könntest Du mir näher erläutern, wo Du in meinem Beitrag ein politisches Statement gefunden hast?
Solltest Du herausgelesen haben, dass ich grundsätzlich von Gewerkschaften nichts halte, dann stimmt dies insoweit, als ich von den Organisationsstrukturen und den hauptamtlich bei den Gewerkschaften in Führungsposition befindlichen Leuten nichts halte. Es sind eben Funktionäre die einerseits ihren gesellschaftspolitischen Hintergrund nicht mit der Arbeitswirklichkeit abgeglichen haben und andererseits besser nicht an sich selbst gemessen werden sollten.
Das heißt aber nicht, dass ich grundsätzlich ein Problem mit der Organisation von Arbeitnehmern, Mitbestimmung, … habe. Genau aus dem Umfeld kommen übrigens meine wenigen Arbeitsrechtsmandate. Es geht dabei immer um Leute, denen die institutionalisierten Gewerkschaften nicht helfen wollen, weil sie eben auf einer globalgalaktisch politischen Ebene agieren und ihre Mitarbeiter sofort hängen lassen, wenn man sonst „gegen die eigenen Leute“ aktiv werden müsste. Und nicht sein kann, was nicht sein darf.
Ich werde nie die Vertretung der nahezu kompletten Belegschaft einer kommunalen Einrichtung vergessen, die vom verdi-Betriebsrat vollkommen im Regen stehen gelassen wurde, weil dummerweise der Verwaltungschef auch mal bei verdi Karriere gemacht hatte und man daher lieber auf hoher Ebene gemeinsam Spesen ritt als die Mitarbeiter anständig zu behandeln bzw. zu vertreten. Die Methoden dieses Gewerkschafters waren die eines üblen Bonzen aus dem Leerbuch, dem sein Betriebsrat die Schuhe leckte.
Als ich auf den Tisch gehauen und mit allem Übel der Welt gedroht habe und ein erster Termin angesetzt wurde, vertrat der Betriebsratsvorsitzenden nur einen, und zwar den Verwaltungschef. Als ich dies sofort offen dahingehend angesprochen habe, was für ein beschämendes Bild hier abgeliefert würde, schauten beide betreten auf den Boden und der Betriebsratsvorsitzende hielt für den Rest des Gesprächs dann sicherheitshalber die Klappe. Noch zwei böse Briefe und ein Haufen von Unglaublichkeiten, gegen die der Betriebsrat sich jahrelang geweigert hatte vorzugehen, waren vom Tisch.
Neulich, jetzt Jahre später, hatte meine Frau als Amtskollegin mit dem Mann mal wieder zu tun, weil er Mandatsträger anderer Parteien massiv in der Amtsausübung behinderte (was den Betriebsrat natürlich nicht interessierte). Ein böser Brief und das Thema war gegessen. Wahrscheinlich träumt der Mann inzwischen schlecht, wenn er nur unsere Namen hört.
Gruß vom Wiz