Gewerkschaftliche Rechtsberatungsstellen

Hallo,

mich interessieren gewerkschaftlich organisierte w-w-w-Teilnehmer, die nachteilige Erfahrungen im Umgang mit den gewerkschatflichen Rechtsberatungsstellen hatten bzw. haben.

Könnte dabei die meist selbstredende und sehr schleppende Rechtsberatung die Ursache für sehr unzufrieden stellende Beratungsergebnisse sein?

Ein Austausch der Erfahrungen darüber dürfte sehr nützlich sein.

guvo

HIER!
Hi!

Meine Gattin -> seinerzeit ver.di-Mitglied -> Verweis an die DGB-Rechsthilfe (oder wie die sich schimpfen)

Es kam zum Gütetermin, der Rechtsbeistand (KEIN Anwalt) hatte sich überhaupt nicht eingelesen, also vom Fall überhaupt keine Ahnung.

Die Vorsitzende hat damals mit Absprache mit der gegnerischen Partei erlaubt, dass ich meine Frau vom Zuschauersitz unterstütze und der Rechtsfuzzi guckte ziemlich dämlich.

Hätten wir uns auf den verlassen, wären wir verlassen gewesen…

Er hatte sich absolut NULL eingelesen!

Seitdem bevorzugen wir eine private Rechtschutzversicherung…

LG
Guido

Hallo,

die Rechtsberatung, die ich mal eingeholt habe (ver.di), erfolgte zwar umgehend, sie war aber schlichtweg falsch. Glücklicherweise habe ich es noch rechtzeitig gemerkt und mir fundierten Rat geholt.

Möglich ist, dass sich deren Rechtsberater mit speziellen Themen einfach nicht auskennen, dies aber nicht zugeben, sondern „halt irgendwas“ raten.

Grüße
Mara

Hallo,

Zu Zivizeiten (noch vor dem eigenen Jurastudium) bekam ich damals ersten Kontakt zu dieser dubiosen Einrichtung und war schlicht und ergreifend geplättet, was da passierte. In der Dienststelle herrschten unzumutbare Zustände, das Personal war plötzlich ganz weg (als Zivi alleine mit 35 geistig Behinderten ganze Wochenenden zu verbringen war schon eine interessante Erfahrung) und bei jedem neuen Mitarbeiter versuchte ich diese zu motivieren das Thema mal anzupacken, als nach zwei Tagen wieder einzupacken. Einer schaltete dann auch sofort die Gewerkschaft ein und wollte sich rechtlich beraten lassen und bekam dann folgende Auskunft: „Das klingt ja alles furchtbar, aber da wollen wir momentan nicht ran, weil wir gerade mit dem bundesweit tätigen Träger in Tarifverhandlungen stecken.“

Der Mitarbeiter trat aus der Gewerkschaft aus, blieb trotzdem und wir haben dann gemeinsam über das Bundesamt für den Zivildienst den Laden aufgemischt. Mich hat die ganze Geschichte dann motiviert Jura zu studieren.

Als Anwalt fällt mir heute daher glücklicherweise nicht mehr jedes Mal die Kinnlade hörbar runter, wenn jemand nach vorheriger gewerkschaftlicher Beratung in der Tür steht und säckeweise dort verzapften Mist erzählt. Ich mache ja zum Glück wenig Arbeitsrecht, aber genau das ist auch einer der Gründe dafür.

Und machen wir uns nichts vor: Die Gewerkschaften sind eine Ansammlung gescheiterter Existenzen. Wer da arbeitet hat es nicht durch Leistung dahin gebracht, sondern aufgrund einer gewissen Einstellung, die ihn für jeden normalen Arbeitgeber untragbar gemacht hat. Das sind die Typen die zu Studienzeiten schon mehr protestieren als studieren und dann nach zig Semestern endlich mal mit Hängen und Würgen im dritten Versuch im fünften Trivialstudiengang endlich mal einen Abschluss schaffen und dann „bei guten Freunden“ Unterschlupf finden. Ein Großteil hat nie „richtig gearbeitet“, also mal in freier Wildbahn erlebt, was die Arbeitswelt eigentlich ausmacht, sondern hat sein Wissen aus theoretischen Werken des frühen Sozialismus und Kommunismus gewonnen. Wenn diese Leute sich dann mal in der Öffentlichkeit und Wirtschaft betätigen sieht man schnell, wozu sie wirklich fähig sind (siehe Unternehmen der Gewerkschaften wie Neue Heimat, …).

P.S. Wer Satire findet, darf sie behalten!

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Und DAS von Dir!
Hi!

Ich dachte schon, dass ich der einzige Mensch auf diesmPlaneten bin, der gewerkschaftliche Rechtsverdrehung für Müll hält!

Von DIR eine ähnliche Meinung zu hören, tut gut!

LG
Guido

Hallo!

„Das klingt
ja alles furchtbar, aber da wollen wir momentan nicht ran,
weil wir gerade mit dem bundesweit tätigen Träger in
Tarifverhandlungen stecken.“

Das sollte denke ich nochmal hervorgehoben werden, denn eben gerade deshalb gibt es den unabhängigen Rechtsanwalt und gerade deshalb ist diese Unabhängigkeit auch zu schützen.

Die negative Erfahrung mit der Kompetenz gewerkschaftlicher Mitarbeiter und Berater teile ich, könnte genausogut der ÖGB sein. In der letzten Verhandlung vor dem Arbeitsgericht hat mir die Gegnerin, die vom ÖGB vertreten war, irgendwie leid getan (->weiß jemand wie man das jetzt schreibt??), weil es durchaus bessere Argumente gegen meine gegeben hätte und die Zeugen auch für die AN-Seite Relevanteres gefragt werden hätten können.

(Dein irgendwie anklingendes politisches Statement gegen die Gewerkschaft teile ich aber nicht)

Gruß
Tom

Hallo!

(Dein irgendwie anklingendes politisches Statement gegen die
Gewerkschaft teile ich aber nicht)

Könntest Du mir näher erläutern, wo Du in meinem Beitrag ein politisches Statement gefunden hast?

Solltest Du herausgelesen haben, dass ich grundsätzlich von Gewerkschaften nichts halte, dann stimmt dies insoweit, als ich von den Organisationsstrukturen und den hauptamtlich bei den Gewerkschaften in Führungsposition befindlichen Leuten nichts halte. Es sind eben Funktionäre die einerseits ihren gesellschaftspolitischen Hintergrund nicht mit der Arbeitswirklichkeit abgeglichen haben und andererseits besser nicht an sich selbst gemessen werden sollten.

Das heißt aber nicht, dass ich grundsätzlich ein Problem mit der Organisation von Arbeitnehmern, Mitbestimmung, … habe. Genau aus dem Umfeld kommen übrigens meine wenigen Arbeitsrechtsmandate. Es geht dabei immer um Leute, denen die institutionalisierten Gewerkschaften nicht helfen wollen, weil sie eben auf einer globalgalaktisch politischen Ebene agieren und ihre Mitarbeiter sofort hängen lassen, wenn man sonst „gegen die eigenen Leute“ aktiv werden müsste. Und nicht sein kann, was nicht sein darf.

Ich werde nie die Vertretung der nahezu kompletten Belegschaft einer kommunalen Einrichtung vergessen, die vom verdi-Betriebsrat vollkommen im Regen stehen gelassen wurde, weil dummerweise der Verwaltungschef auch mal bei verdi Karriere gemacht hatte und man daher lieber auf hoher Ebene gemeinsam Spesen ritt als die Mitarbeiter anständig zu behandeln bzw. zu vertreten. Die Methoden dieses Gewerkschafters waren die eines üblen Bonzen aus dem Leerbuch, dem sein Betriebsrat die Schuhe leckte.

Als ich auf den Tisch gehauen und mit allem Übel der Welt gedroht habe und ein erster Termin angesetzt wurde, vertrat der Betriebsratsvorsitzenden nur einen, und zwar den Verwaltungschef. Als ich dies sofort offen dahingehend angesprochen habe, was für ein beschämendes Bild hier abgeliefert würde, schauten beide betreten auf den Boden und der Betriebsratsvorsitzende hielt für den Rest des Gesprächs dann sicherheitshalber die Klappe. Noch zwei böse Briefe und ein Haufen von Unglaublichkeiten, gegen die der Betriebsrat sich jahrelang geweigert hatte vorzugehen, waren vom Tisch.

Neulich, jetzt Jahre später, hatte meine Frau als Amtskollegin mit dem Mann mal wieder zu tun, weil er Mandatsträger anderer Parteien massiv in der Amtsausübung behinderte (was den Betriebsrat natürlich nicht interessierte). Ein böser Brief und das Thema war gegessen. Wahrscheinlich träumt der Mann inzwischen schlecht, wenn er nur unsere Namen hört.

Gruß vom Wiz

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Hallo an alle,

ich möchte mich erst mal für die Antworten herzlich bedanken.

Soll jedoch keine Einläutung für eine abschließende Runde sein.

Offensichtlich tendieren die Gewerkschaftsfunktionäre dazu, den partnerschaftlichen Dialog mit den Mitgliedern abzuwürgen.

Die Mitglieder sind eher Mittel zum Zweck. Ist das nicht ein eklatanter Verstoß gegen das zivilrechtliche Vertragsprinzip der Gleichheit unter Partnern? Wenn auch die Rechtsberatung eine freiwillige Leistung ist, so dürfte die Leistungsgewährung jedoch nicht willfährig bzw. beliebig sein.

Ließe sich damit ein Zivilrechtsprozess gegen die Gewerkschaftsfunktionäre wg. „Schlechtleistung oder Schädigung vertraglicher Nebenpflichten“ führen?

Ein prozessualer Erfolg dürfte auch Deutsche Medien interessieren.

guvo