Hallo Alle,
Bekanntlich gibt es: reine Gewissen, gute Gewissen, schlechte Gewissen ect. Was aber versteht die Psychologie unter „Gewissen“ ?
Es ist anzunehem, dass dieser Gemüts-Zustand lebensnotwendig ist. Bei einigen Tierarten ist es nicht zu übersehen, dass auch diese damit ausgestattet sind.
Gruss und Dank: hardy
Hallo Hardy,
in der Psychoanalyse gibt es eine Theorie von der Struktur der menschlichen Psyche, nach welcher diese aus drei Teilen besteht, sie heißen Es, Ich und Über-Ich (die sog. Instanzen).
Grob gesagt, steht das „Es“ für die Triebe und das Lustprinzip; das „Ich“ vermittelt mit der Welt draußen (Realitätsprinzip), - und das Gewissen ist im „Über-Ich“ beheimatet:
Wenn Du erwachsen bist und Dir Deine Eltern oder andere Autoritäten nichts mehr ge-/verbieten können, trägst Du diese mit ihren Geboten und Verboten als innere Bilder in Deinem Kopf herum und handelst weiter danach, als ob sie noch da wären. Oder Du tust trotzdem etwas anderes, hast dann aber vielleicht Schuldgefühle (= „schlechtes Gewissen“) - auf jeden Fall einen Konflikt zwischen einem Wunsch (pfui und verboten) und einer Forderung aus dem Über-Ich bzw. des Gewissens (die die Eltern an Dich richten würden, wenn sie noch da wären).
Ob es sonstwo in der Psychologie, aber außerhalb der Psychoanalyse eine andere Auffassung für das „Gewissen“ gibt, weiß ich nicht.
Grüße,
I.
Gewissen bei Tieren
Hallo hardy!
Bei einigen Tierarten ist es nicht zu übersehen, dass
auch diese damit ausgestattet sind.
Ich kenne einige Menschen, die damit nicht ausgestattet sind, aber keine Tiere, die damit ausgestattet wären. Hilf mir, berichte doch von deinen nichtzuüberseherischen Beobachtungen!
In der Hoffnung auf eine vielversprechende Antwort *g*
Gruß
Hi,
Ich kenne einige Menschen, die damit nicht ausgestattet sind,
aber keine Tiere, die damit ausgestattet wären.
Wenn meine süße Töle in der hintersten Ecke unter meinem Bett liegt, dann weiß ich, dass sie wieder was (aus)gefressen hat, was sie nicht darf, oder mal wieder meinen Atelierboden (gekachtelt) mit dem Zwinger im Tierheim verwechselt und dahin gekackt hat…
Also von einem gewissen ‚Unrechtsbewusstsein‘ würde ich da schon reden… Ob man das ‚schlechtes Gewissen‘ nenne kann, mögen andere beurteilen…
Gruß,
Anja
Hi!
Hier ein guter Link zum Thema Hunde und Gewissen
http://www.hundeseite.info/html/schlechtes_gewissen…
Kurz: Sie haben keines. Dazu müssten sie nämlich sich erinnern können und das können Hunde nur ein paar Sekunden lang.
Tara
bsp ratte
Hallo hardy!
Bei einigen Tierarten ist es nicht zu übersehen, dass
auch diese damit ausgestattet sind.
ich hatte als kind eine ratte, die hat mit vorliebe meine kafferahmdeckeli gestohlen, wenn ich am sortieren war. sie wusste aber ganz genau, dass sie das nicht durfte und machte es nur hinter meinem rucken (ich habs aber trotzdem gemerkt, da gehoert grins). wenn sie dann eines unter dem bett versteckt hat, dann wollte sie partout nicht mehr hervorkommen. wie ein kleines kind!
liebe gruessli
coco
Hi Tara
Kurz: Sie haben keines. Dazu müssten sie nämlich sich erinnern
können und das können Hunde nur ein paar Sekunden lang.
Das glaube ich ja nun weniger.
Wir hatten früher einen Hund. Wenn wir nach Wochen aus dem Urlaub zurückkamen, freute der sich wie wahnsinnig, als wir wieder zu Hause eintrafen.
Schon in der Odyssee wird über den alten Hund berichtet, der Odysseus nach vielen Jahren wieder erkennt und krz darauf stirbt. Selbst wenn es sich hier um eine Sage handelt, birgt sie doch wahre Kerne.
Gruß,
Branden
Kurz: Sie haben keines. Dazu müssten sie nämlich sich erinnern
können und das können Hunde nur ein paar Sekunden lang.Das glaube ich ja nun weniger.
Wir hatten früher einen Hund. Wenn wir nach Wochen aus dem
Urlaub zurückkamen, freute der sich wie wahnsinnig, als wir
wieder zu Hause eintrafen.
Zweiter Versuch: Niemand hat behauptet, dass der Hund, der alle seine Sinne noch beisammen hat, sein Leittier nicht mehr wiedererkennt.
Die Aussage war, dass Hunde sich ihrer Taten nach kurzer Zeit nicht mehr erinnern. Daraus folgt, dass sie sich dieser Taten weder schämen noch rühmen können, mithin kein Gewissen haben!
Einzig bekannte Ausnahmen von dieser Regel sind Lassie und Mr Bones.
Klarer jetzt?
Gruß,
Andreas
Wieso Tiere kein Gewissen haben
Hiho,
Vorweg: Ich hatte / habe sowohl Ratten als auch Hunde.
Ich weiß, daß das, was Ihr schildert - und ich auch von meinen Viechern kenne - sehr, SEHR nach Gewissen ausschaut.
Aber wie Tara schon sehr gut belegt hat: Es ist keins.
Was ein Tier tut (ich beziehe mich jetzt speziell auf die Verhaltensforschung bei Hunden, Quelle: Hundeverhalten
von Barbara Schöning, ISBN: 3440082989 Buch anschauen), tut es, um seine „Persönliche Fitness“ zu erhalten und zu steigern. Die Persönliche Fitness ist eine Weiterentwicklung des Willen zum Arterhalt, also die Fähigkeit des Tieres, sich selbst so fit und gesund zu erhalten, daß es sich fortpflanzen kann. Soviel vorweg.
Ein Hund tut also alles aus „Eigennutz“, zur Steigerung der Persönlichen Fitness.
Das, was wir als „schlechtes Gewissen“ zu erkennen meinen, geht so:
Szenario 1:
- Hund, allein zu Hause, zerbeißt Schuh.
- Herrchen kommt nach Hause und entdeckt Schuh.
- Herrchen schimpft.
Von nun an:
Szenario Mensch:
- Hund, allein zu Hause, zerbeißt Schuh.
- Herrchen kommt nach Hause und entdeckt Schuh.
- Hund zeigt, sobald Herrchen den Schuh entdeckt, unterwürfiges und „kleinlautes“ Verhalten, kneift den Schwanz ein, legt die Ohren an, winselt etc.
Ist das also schlechtes Gewissen?
Bei diesem zweiten Szenario wird die Wahrnehmung des Hundes außer Acht gelassen.
Szenario Hund:
- Hund, allein zu Haus („langweilig!“), zerbeißt Schuh („gutes Gefühl! Wieder so machen!“)
==> allein + Schuh beißen = gut! - Herrchen kommt nach Hause und entdeckt Schuh, schimpft
==> Herrchen + zerbissener Schuh = schlecht - Hund unterwirft sich („Herrchen besänftigen!“)
==> Herrchen + zerbissener Schuh = besänftigen
Der Hund besänftigt den Rudelführer, weil das ein Hund tun muß, wenn der Rudelführer schlechter Laune ist. Das diese schlechte Laune des Rudelführers ursächlich zusammenhängt mit der Stunden zuvor erfolgten Aktion des Schuh-zerbeißens, kann der Hund nicht nachvollziehen. Er merkt sich wohl, daß das Zusammentreffens eines zerbissenen Schuhes ein wütendes Herrchen zur Folge hat. Die Schlußfolgerung, daß sein Schuh-Zerbeißen der Auslöser für Herrchens Zorn ist, zieht er nicht.
Nachzulesen auch in obigem Buch, sehr zu empfehlen.
Bei Ratten übrigens ebenso, nehme ich an. 
Man verstehe mich nicht miß: Ich liebe Tiere sehr und traue ihnen alles mögliche zu. Aber ein Gewissen haben sie nicht. Brauchen sie übrigens auch gar nicht. Aber das gehört, wieder mal, eher ins Philobrett. 
Liebe Grüße,
Nike
Hi!
Genau das wollte ich aussagen 
Gute Ausführung
Tara
hi nike,
das toent eigentlich recht einleuchtend.
auf meine ratte bezogen waere es also folgendermassen:
ratte stielt hinter meinem ruecken ein kaffeerahmdeckeli und versteckt es unter dem bett. ich sehe die ratte und werde „boese“. die ratte kommt jetzt nicht wegen dem gestohlenen kaffeerahdeckeli nicht mehr hervor, sondern weil ich „boese“ bin. dass ich wegen dem kaffeerahmdeckeli „boese“ bin, begreift sie nicht.
aber vor meinen augen wuerde sie kein kaffeerahmdeckeli stehlen. das wuerde heissen, dass absolut keine zeitlichen zusammenhaenge, sondern wirklich nur momentaufnahmen gelernt werden koennen.
hm, spannend.
liebe gruessli
coco
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi!
Ich denke das mit dem nur hinterm Rücken stehlen ist so:
- Mensch guckt, kann Deckel nicht stehlen
- Mensch guckt nicht, stehlen klappt
Tara
Hi Coco,
natürlich können (gerade) Hunde und Ratten gut zeitliche Zusammenhänge lernen.
Nur: Die Zeit zwischen Aktion und Reaktion muß extrem kurz sein, damit das Tier sie verknüpft.
Und zwar im günstigsten Fall zwischen einer und zwei Sekunden!
Wenn das einige Male gelingt, merkt sich das Tier dies natürlich.
Also, um noch eine Gleichung aufzustellen:
„Leckerli stehlen“ + unmittelbar schimpfen = Lecker stehlen ist schlecht.
Das klappt bei Hunden natürlich genau so. Es klappt nur nicht, Viel später zu schimpfen, weil der Hund (oder Ratti) sich dann nicht mehr erinnert.
Schon nach 30 Sekunden macht’s keinen Sinn mehr…
Liebe Grüße,
Nike
Hi!
Bei Hunden macht es auch nach 5 Sekunden schon keinen Sinn mehr.
http://www.hundeseite.info/html/lernverhalten.html
Tara
Hiho,
Bei Hunden macht es auch nach 5 Sekunden schon keinen Sinn
mehr.
Oh, interessant. In meinem schlauen Buch
stand, ein bis zwei Sekunden sind optimal, dreißig Sekunden sind quasi die Maximalgrenze: Verknüpfungen hängen ja mit vielen Dingen zusammen, da liegt es auch an der Folgerichtigkeit der Reaktion, wie gut sich die Verknüpfung im Hundehirn festsetzt.
Ich denke, die 5 Sekunden sind ein guter Richtwert.
Schlußendlich läuft’s darauf hinaus, daß Hundeerziehung Erfolg hat, wenn das Herrchen schnell genug ist. 
Aber damit sollten wir vielleicht besser ins Haustierbrett umziehen. 
Liebe Grüße,
Nike
off topic
Menno, Nike
Ein Hund tut also alles aus "Eigennutz
und ich hatte schon gedacht, mein Hund hätte einen guten Charakter *smile*
Dir ein schönes Wochenende,
Anja
Hi Anja,
Ein Hund tut also alles aus "Eigennutz
und ich hatte schon gedacht, mein Hund hätte einen guten
Charakter *smile*
Wieso, kann er trotzdem haben!
Noch nie was von „gesundem Egoismus“ gehört? (Und somit wieder In-Topic *g*)
Liebe Grüße,
Nike