Gewissenskonflikt

Hallo!
Ich hoffe dieser Beitrag passt besser hier hin, als in das Arbeitsbrett, da es um eine essentielle Frage des Glaubens geht. Naja, lest einfach selbst:
Eine Bekannte hat vor einiger Zeit ihr Studium zur Sozialpädagogin abgeschlossen und befindet sich nun in der Bewerbungsphase. Sie kommt aus den neuen Bundesländern, und hat bereits im Kindesalter aus eigener Entscheidung das Bekenntnis zu einem Glauben aus ihrer Überzeugung heraus versagt. Sie glaubt, so habe ich aus einem Gespräch herausgehört, an einen Gott, kann aber mit der Institution Kirche recht wenig anfangen, und ist bis heute auch kein Mitglied irgendeiner Glaubensgemeinschaft. Nun ist es aber so, daß ein Großteil an Stellen im sozialen Bereich von kirchlich finanzierten Institutionen angeboten wird. Die Mitgliedschaft in einer Kirche ist bei den Stellen, auf die sie bisher reagiert hat, eine Einstellungsvoraussetzung.
Was haltet ihr davon, wenn sie entgegen ihrer Überzeugung der Kirche betritt, um ihre Chancen auf eine Anstellung zu erhöhen?
Vielen Dank für eure Meinung…

Florian

Was haltet ihr davon, wenn sie entgegen ihrer Überzeugung der
Kirche betritt, um ihre Chancen auf eine Anstellung zu
erhöhen?
Vielen Dank für eure Meinung…

Florian

Ja ja, seine Seele um einen Topf Erbsensuppe verkaufen, wie nennt man das? Heuchelei? Oder „Necessity - the God who rules all men.“

Was wohl der Liebe Gott dazu sagen würde :wink:

Der hat wohl eine Seele verloren.

r.

Hallo Florian,
ich finde nicht, dass sich Deine Freundin zu irgendeiner Kirche bekennen sollte, wenn sie nicht voll dahintersteht. Ist ja auch eigentlich nicht gerade sinnvoll, wenn sie sich nun zur katholischen Kirche bekennt und bei den Evangelen einen Job sucht - oder umgekehrt. Im Vorstellungsgespräch kann sie doch immer noch Farbe bekennen.
Wie pervers ist das eigentlich, wenn man einen Job nur bekommt, wenn man die eigenen Wertvorstellungen verleugnen muss?
Liebe Grüße
Ricarda

Hallo,
ich finde nicht, dass das etwas mit „Seele verkaufen“ zu tun hat. Katholische/kirchliche Einrichtung wie z.B. Kindergärten oder Heime haben als ein Ziel die Glaubensvermittlung - was in der Regel auch von den Eltern, die ihre Kinder z.B. in katholische Kindergärten geben, auch erwartet wird. Und das kann man halt nur tun, wenn man selber sich mit diesen Inhalten indentifizieren kann.
In anderen Bereichen, in denen diese Ziele nicht so explizit verfolgt werden, habe ich bisher auch nichts von einer „engen“ Stellenvergabepraxis gehört!!
Gruß
Anja

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin, moin, Florian,

es mag sein, daß es um eine existentielle Frage geht, insofern als die Existenz Deiner Bekannten betroffen ist, aber eine essentielle (Danke übrigens, daß Du die NDR nicht mitmachst und essenziell schreibst!) Frage des Glaubens kann ich nicht entdecken.
Ich rate Deiner Bekannten dringend ab, aus einem solchen Grund in die Kirche einzutreten. Zwar schreibst Du, Du habest den Eindruck, daß sie „an einen Gott glaubt“, aber es ist nicht klar, an welchen. Den Gott der bürgerlichen Moral, den Gott der „civil religion“, den Gott in ihr (wenn es denn sowas gibt), den Gott, der der Vater aller ist oder an Gott als den Vater Jesu Christi?
Ich will gar nicht mal darauf hinaus, daß sie bei der Aufnahme in die Kirche auf die Frage, ob sie an Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser glaubt, mit JA antworten muß und da also mutmaßlich lügen würde. Es ist auch nicht wichtig, daß sie den zahlreichen Karteichristen und -christinnen möglicherweise eine weitere Karteichristin hinzufügen würde.
Wichtig ist allein dies: niemand handelt ungestraft gegen sein Gewissen. Und sie hat, wie Du schreibst, aus Überzeugung kein christliches Bekenntnis angenommen. Setzen wir jetzt der Einfachheit halber mal diese Überzeugung mit Gewissen gleich. Dann müssen es Gewissensgründe sein, die sie zu einer Änderung veranlassen können.
Solange sie die nicht hat oder sieht, sollte sie fröhlich in ihrem jetzigen Status verharren der Bekenntnislosigkeit verharren.

Gruß - Rolf

PS: Warum fragt sie nicht selbst? Hat sie Dich gebeten, zu fragen an ihrer Statt?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Was haltet ihr davon, wenn sie entgegen ihrer Überzeugung der
Kirche betritt, um ihre Chancen auf eine Anstellung zu
erhöhen?

ich würds anders formulieren: wenn es ihr egal wäre, für so einen arbeitgeber zu arbeiten, egal unter welchen umständen, dann nur zu!
würde sie das stören, dann soll sie es seinlassen.

denn: wo ist der unterschied zwischen für eine weltanschauliche gruppe zu arbeiten, deren weltanschauung man nicht teilt oder gleich sich dieser gruppe anzuschließen? (es könnte sich ebensogut um eine partei handeln). beides ist ein bekenntnis zu dieser gruppe.

was die gruppe selbst zu opportunisten dieser art sagt, steht auf einem anderen blatt!

gruß
datafox

Würde ich tun.
Hi,
(…)

Was haltet ihr davon, wenn sie entgegen ihrer Überzeugung der
Kirche betritt, um ihre Chancen auf eine Anstellung zu
erhöhen?

Ich würde das tun.
Das entscheidende ist ja, dass sie „glaubt“, denn damit sollte eigentlich sichergestellt sein, dass ihr Tun und Handeln diejenige Note trägt, die man innerhalb dessen erwartet, was Kirche vor Jahrtausenden mal sein wollte.
Gruss,

Hallo Papa-Schlumpf.

Was haltet ihr davon, wenn sie entgegen ihrer Überzeugung der
Kirche betritt, um ihre Chancen auf eine Anstellung zu
erhöhen?

Ich bin der Meinung das eine Einkommen wichtiger sein kann, als Probleme mit einer Institution. Es kommt halt ganz auf ihre Probleme hier an und wie weit diese reichen. Allerdings wundert mich, dass deine Freundin sich dieses Problems erst jetzt bewusst wird.

Die ganz andere Frage ist, warum die Kirche selber keinen Gewissenskonflikt hat, wenn sie wissentlich (deine Freundin ist ja nicht die Erste) Menschen in diese Konflikte treibt und zum anderen, obwohl sie hier oft staatliche Aufgaben übernimmt, nicht allen Bürgern als Arbeitgeber offenstehen.

Scholem,
Eli

Hallo Florian!

Eine Bekannte hat vor einiger Zeit ihr Studium zur
Sozialpädagogin abgeschlossen und befindet sich nun in der
Bewerbungsphase. Sie kommt aus den neuen Bundesländern, und
hat bereits im Kindesalter aus eigener Entscheidung das
Bekenntnis zu einem Glauben aus ihrer Überzeugung heraus
versagt. Sie glaubt, so habe ich aus einem Gespräch
herausgehört, an einen Gott, kann aber mit der Institution
Kirche recht wenig anfangen, und ist bis heute auch kein
Mitglied irgendeiner Glaubensgemeinschaft.

Ist sie getauft?

Nun ist es aber so, daß ein Großteil an Stellen im sozialen Bereich
von kirchlich finanzierten Institutionen angeboten wird. Die
Mitgliedschaft in einer Kirche ist bei den Stellen, auf die sie
bisher reagiert hat, eine Einstellungsvoraussetzung.

steht da wirklich: Voraussetzung oder ist sie nur erwünscht bzw. ‚Kirchenmitglieder werden bevorzugt‘
In östlichen evangelischen Einrichtungen wird m.W. oft eine Kirchenmitgliedschaft gewünscht, aber nicht vorausgesetzt. Also sollte sie sich trotzdem bewerben.

Was haltet ihr davon, wenn sie entgegen ihrer Überzeugung der
Kirche betritt, um ihre Chancen auf eine Anstellung zu
erhöhen?

nix.
Mich würde mal interessieren, womit sie genau ein Problem hat.

Ciao maxet.

Hallo!

Eine Bekannte hat vor einiger Zeit ihr Studium zur
Sozialpädagogin abgeschlossen und befindet sich nun in der
Bewerbungsphase. Sie kommt aus den neuen Bundesländern, und
hat bereits im Kindesalter aus eigener Entscheidung das
Bekenntnis zu einem Glauben aus ihrer Überzeugung heraus
versagt. Sie glaubt, so habe ich aus einem Gespräch
herausgehört, an einen Gott, kann aber mit der Institution
Kirche recht wenig anfangen, und ist bis heute auch kein
Mitglied irgendeiner Glaubensgemeinschaft. Nun ist es aber so,
daß ein Großteil an Stellen im sozialen Bereich von kirchlich
finanzierten Institutionen angeboten wird. Die Mitgliedschaft
in einer Kirche ist bei den Stellen, auf die sie bisher
reagiert hat, eine Einstellungsvoraussetzung.

Das ist pervers, aber sie wird es tun müssen.

Sie wird sich selbst und die Kirche betrügen müssen,
um an den Job zu kommen. So ist das eben heutzutage.

Von Idealismus redet es sich leicht, wenn man nicht
überlegen muss, wie man seine Familie über den nächsten
Monat bringt.

Also, Sonntagskleidchen anziehen und schnell in
die SED^h^h^h^h Kirche eintreten …

Grüße

CMБ

Hallo Eli,

Die ganz andere Frage ist, warum die Kirche selber keinen
Gewissenskonflikt hat, wenn sie wissentlich (deine Freundin
ist ja nicht die Erste) Menschen in diese Konflikte treibt und
zum anderen, obwohl sie hier oft staatliche Aufgaben
übernimmt, nicht allen Bürgern als Arbeitgeber offenstehen.

Hierzu ist zu sagen, dass kirchliche Einrichtung eben ähnlich wie Parteien, Gewerkschaften etc. Tendenzbetriebe sind und als solche bestimmen können, welche Voraussetzungen sie von ihren Mitarbeitern erwarten oder glaubst du, du könntest als CDU-Mitglied bei der SPD arbeiten? Ich verstehe nicht, weshalb man dies Parteien zugesteht, aber bei der Kirche in diesem Punkt Nachsicht erwartet.

Gruß, Quendi

Die ganz andere Frage ist, warum die Kirche selber keinen
Gewissenskonflikt hat, wenn sie wissentlich (deine Freundin
ist ja nicht die Erste) Menschen in diese Konflikte treibt und
zum anderen, obwohl sie hier oft staatliche Aufgaben
übernimmt, nicht allen Bürgern als Arbeitgeber offenstehen.

Rein materiell gesehen: Kirchenmitglieder finanzieren mit ihren Kirchensteuerbeiträgen und -Spenden diese Arbeitsplätze mit. Warum sollte dann die Kirche bei der Vergabe dieser Arbeitsplätze nicht erst einmal eingeschriebene Mitglieder bevorzugen?
Ganz abgesehen davon sollte bei einem überzeugten Christen das Handeln eben durch diese Überzeugung beeinflusst sein. Das ist vielleicht ein weiterer triftiger Grund, dass man solche Kandidaten bevorzugt. Ich weiß, ich weiß, das ist vielleicht zu idealistisch gedacht, also bitte nicht zurückprügeln.

Hallo Quendi.

und als solche bestimmen können, welche Voraussetzungen sie
von ihren Mitarbeitern erwarten oder glaubst du, du könntest als
CDU-Mitglied bei der SPD arbeiten?

Das ist mir alles klar, aber ich sehe in beiden Fällen, dass eigentlich Partei wie Kirchen sich fragen müssen, ob diese Kriterien angemessen und menschlich sind. Vor allem wenn beiden bekannt ist, dass sie damit ihre Mitarbeiter dazu zwingen (wegen der Lage am Arbeitsmarkt) hier zu tricksen und zu lügen.

Ich verstehe nicht, weshalb
man dies Parteien zugesteht, aber bei der Kirche in diesem
Punkt Nachsicht erwartet.

Ich verstehe weder das eine noch das andere. Wenn eine Sekretärin bei der SPD arbeiten will, wenn interessiert, was sie wählt oder in welchen Fereinen sie Mitglied ist?

Scholem,
Eli

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Hallo Romael.

Rein materiell gesehen: Kirchenmitglieder finanzieren mit
ihren Kirchensteuerbeiträgen und -Spenden diese Arbeitsplätze
mit. Warum sollte dann die Kirche bei der Vergabe dieser
Arbeitsplätze nicht erst einmal eingeschriebene Mitglieder
bevorzugen?

Im sozialen Bereich finanziert hauptsächlich der Staat diese Arbeitsplätze und genau um diesen Bereich ging es doch oder?

Ganz abgesehen davon sollte bei einem überzeugten Christen das
Handeln eben durch diese Überzeugung beeinflusst sein.

Für jeden überzeugten Christen ist das auch schön und die Kirchen können sich darüber freuen, aber dieser erklärt nicht, warum nebenbei unfreiwillige Christen erzeugt werden, welche zum einen diese Überzeugun nicht habe und zum anderen hierdurch auch noch unmoralisch handeln (nach Verständnis eben dieser Kirchen).

Scholem,
Eli

1 „Gefällt mir“

Eigenzwang
Hallo Semjon,

Die Mitgliedschaft
in einer Kirche ist bei den Stellen, auf die sie bisher
reagiert hat, eine Einstellungsvoraussetzung.

Das ist pervers, aber sie wird es tun müssen.

Sie wird sich selbst und die Kirche betrügen müssen,
um an den Job zu kommen. So ist das eben heutzutage.

Für diesen Job ja, aber allgemein nicht.

Also, Sonntagskleidchen anziehen und schnell in
die SED^h^h^h^h Kirche eintreten …

Die Polemik ist m.E. nicht angebracht, da die Kirchen keine Monopolanbieter sind, was bei der SED der Fall war.

Ciao maxet.

Ich verstehe weder das eine noch das andere. Wenn eine
Sekretärin bei der SPD arbeiten will, wenn interessiert, was
sie wählt oder in welchen Fereinen sie Mitglied ist?

Das finde ich absolut auf den Punkt gebracht, Eli. Sternchen!
Gruß, Branden

Hallo maxet!

Ich habe sie nochmal eingehender gefragt. Vielleicht kommen wir ja jetzt ein Stückchen weiter :smile:

Ist sie getauft?

Sie ist evangelisch erzogen worden, ihre Eltern haben es ihr aber freigestellt, ob sie sich taufen lassen will oder nicht. Bis zum heutigen Tage hat sie dies jedoch nicht getan.

steht da wirklich: Voraussetzung oder ist sie nur erwünscht
bzw. ‚Kirchenmitglieder werden bevorzugt‘

Ich habe mir die betreffenden Stellenausschreibungen nun selbst einmal angeschaut, und bei einem großen Teil steht ausdrücklich, daß die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche vorausgesetzt wird. Übrigens beträgt der Anteil der Stellen im sozialen Bereich, die von kirchlichen Institutionen unterhalten werden, zumindest hier in Hessen, ca. 30-40%.

Mich würde mal interessieren, womit sie genau ein Problem hat.

Laut ihrer eigenen Aussage hat sie ein Problem in eine christliche Kirche einzutreten, weil sie seit ihrer Kindheit Zweifel an der Existenz eines Gottes hat. Sie bezeichnet sich selbst als „Zweifler“. Sie sagt, daß ihr der „tiefe, feste“ Glaube fehlt, sie aber die Gemeinschaft, die sie beispielsweise bei einer evangesischen Freizeit erlebt hat andererseits sehr schätzt. Genauer kann ich es leider nicht beschreiben. Ich hoffe man kann diesen Hintergrund in etwa nachvollziehen.

Ich freue mich auf weitere Ansichten und Kritiken von eurer Seite…

Gruß

Florian

Hallo Eli!

Im sozialen Bereich finanziert hauptsächlich der Staat diese
Arbeitsplätze und genau um diesen Bereich ging es doch oder?

Letztendlich sind die Kirchen aber die Träger eines großen Teils sozialer Einrichtungen, die wiederum vom Staat finanziell unterstützt werden. Damit werden die Einstellungskriterien durch die Kirchen bestimmt, und nicht vom Staat. Nach den Erfahrungen meiner Freundin betrifft dies aber zumindest in unserem Gebiet einen großen Teil der offenen Stellen. Insgesamt machte dies bisher etwa ein Drittel der Stellenangebote aus, bei denen die meisten explizit die Kirchenmitgliedschaft voraussetzen.

Gruß

Florian

Hallo Florian,

Ist sie getauft?

Sie ist evangelisch erzogen worden, ihre Eltern haben es ihr
aber freigestellt, ob sie sich taufen lassen will oder nicht.
Bis zum heutigen Tage hat sie dies jedoch nicht getan.

wäre ein ‚Noteingang gewesen‘.

steht da wirklich: Voraussetzung oder ist sie nur erwünscht
bzw. ‚Kirchenmitglieder werden bevorzugt‘

Ich habe mir die betreffenden Stellenausschreibungen nun
selbst einmal angeschaut, und bei einem großen Teil steht
ausdrücklich, daß die Mitgliedschaft in einer christlichen
Kirche vorausgesetzt wird. Übrigens beträgt der Anteil der
Stellen im sozialen Bereich, die von kirchlichen Institutionen
unterhalten werden, zumindest hier in Hessen, ca. 30-40%.

Anscheinend wird es in den südlicheren Altbundesländern wirklich diesbezüglich strenger gehandhabt, ausserdem scheint auch die Stelung der kirchlichen Träger stärker zu sein. Ich kenn v.a. die Situation in Sachsen.

Mich würde mal interessieren, womit sie genau ein Problem hat.

Laut ihrer eigenen Aussage hat sie ein Problem in eine
christliche Kirche einzutreten, weil sie seit ihrer Kindheit
Zweifel an der Existenz eines Gottes hat. Sie bezeichnet sich
selbst als „Zweifler“.

Ich war mal in einer Jugendfreizeit, wo wir uns mal mit dem Glaubensbekanntniss en detail auseinandergesetzt haben. Da hatte jeder etwas, wo er gesagt hat, dies trifft nicht meine Vorstellung. Ich denke trotzdem, dass alle Teilnehmer gläubige Christen sind. Auch das Buch Hiob ist diesbezüglich sehr interessant. Oder die Ausführungen des jüdischen Neutestamentlers Lapide zu Bibelstellen.

Sie sagt, daß ihr der „tiefe, feste“ Glaube fehlt,

Wer dies
a) allgemeingültig definieren kann und
b) nachvollziehbar (objektive Kriterien) nachweisen kann
dürfte ein Genie sein. Anders ausgedrückt, der Terminus „tiefer, fester Glaube“ wird häufig abgrenzend verwendet, also ich habs und du musst dich anstrengen, um dahin zu kommen. Das dies hart an der Grenze zu einer Verurteilung ist, die dem Menschen nicht zu steht, ist ein interessantes Thema. Als Kriterium, ob man Mitglied einer christlichen Gemeinschaft werden soll/ist/nicht sein sollte, ist er auf Grund der Unbestimmtheit nicht.

Ich hoffe man kann diesen Hintergrund in etwa nachvollziehen.

Das klingt nach einer Perfektionistin, die ein zu hohes Bild vom Glauben hat, ggf. denkt, dass alle Gläubigen mit 'nem Heiligenschein rumlaufen.

Ich würde ihr unabhägig vom Job ihr empfehlen, sich an einen Taufkurs teilzunehmen. Ich hoffe, sie findet dort gute Gesprächspartner und merkt, dass es nicht auf den Buchstaben- bzw. Gesetzesglauben ankommt.

Ciao maxet.

1 „Gefällt mir“

Hallo!
Ich hoffe dieser Beitrag passt besser hier hin, als in das
Arbeitsbrett, da es um eine essentielle Frage des Glaubens
geht. Naja, lest einfach selbst:
Eine Bekannte hat vor einiger Zeit ihr Studium zur
Sozialpädagogin abgeschlossen und befindet sich nun in der
Bewerbungsphase. Sie kommt aus den neuen Bundesländern, und
hat bereits im Kindesalter aus eigener Entscheidung das
Bekenntnis zu einem Glauben aus ihrer Überzeugung heraus
versagt. Sie glaubt, so habe ich aus einem Gespräch
herausgehört, an einen Gott, kann aber mit der Institution
Kirche recht wenig anfangen, und ist bis heute auch kein
Mitglied irgendeiner Glaubensgemeinschaft. Nun ist es aber so,
daß ein Großteil an Stellen im sozialen Bereich von kirchlich
finanzierten Institutionen angeboten wird.

Sie soll sich überlegen, WARUM es so ist, daß solche Stellen überwiegend von kirchlich finanzierten Institutionen bzw. von Institutionen in kirchlicher Trägerschaft angeboten werden.

Gruß, Infotalk