Hallo Florian,
Ist sie getauft?
Sie ist evangelisch erzogen worden, ihre Eltern haben es ihr
aber freigestellt, ob sie sich taufen lassen will oder nicht.
Bis zum heutigen Tage hat sie dies jedoch nicht getan.
wäre ein ‚Noteingang gewesen‘.
steht da wirklich: Voraussetzung oder ist sie nur erwünscht
bzw. ‚Kirchenmitglieder werden bevorzugt‘
Ich habe mir die betreffenden Stellenausschreibungen nun
selbst einmal angeschaut, und bei einem großen Teil steht
ausdrücklich, daß die Mitgliedschaft in einer christlichen
Kirche vorausgesetzt wird. Übrigens beträgt der Anteil der
Stellen im sozialen Bereich, die von kirchlichen Institutionen
unterhalten werden, zumindest hier in Hessen, ca. 30-40%.
Anscheinend wird es in den südlicheren Altbundesländern wirklich diesbezüglich strenger gehandhabt, ausserdem scheint auch die Stelung der kirchlichen Träger stärker zu sein. Ich kenn v.a. die Situation in Sachsen.
Mich würde mal interessieren, womit sie genau ein Problem hat.
Laut ihrer eigenen Aussage hat sie ein Problem in eine
christliche Kirche einzutreten, weil sie seit ihrer Kindheit
Zweifel an der Existenz eines Gottes hat. Sie bezeichnet sich
selbst als „Zweifler“.
Ich war mal in einer Jugendfreizeit, wo wir uns mal mit dem Glaubensbekanntniss en detail auseinandergesetzt haben. Da hatte jeder etwas, wo er gesagt hat, dies trifft nicht meine Vorstellung. Ich denke trotzdem, dass alle Teilnehmer gläubige Christen sind. Auch das Buch Hiob ist diesbezüglich sehr interessant. Oder die Ausführungen des jüdischen Neutestamentlers Lapide zu Bibelstellen.
Sie sagt, daß ihr der „tiefe, feste“ Glaube fehlt,
Wer dies
a) allgemeingültig definieren kann und
b) nachvollziehbar (objektive Kriterien) nachweisen kann
dürfte ein Genie sein. Anders ausgedrückt, der Terminus „tiefer, fester Glaube“ wird häufig abgrenzend verwendet, also ich habs und du musst dich anstrengen, um dahin zu kommen. Das dies hart an der Grenze zu einer Verurteilung ist, die dem Menschen nicht zu steht, ist ein interessantes Thema. Als Kriterium, ob man Mitglied einer christlichen Gemeinschaft werden soll/ist/nicht sein sollte, ist er auf Grund der Unbestimmtheit nicht.
Ich hoffe man kann diesen Hintergrund in etwa nachvollziehen.
Das klingt nach einer Perfektionistin, die ein zu hohes Bild vom Glauben hat, ggf. denkt, dass alle Gläubigen mit 'nem Heiligenschein rumlaufen.
Ich würde ihr unabhägig vom Job ihr empfehlen, sich an einen Taufkurs teilzunehmen. Ich hoffe, sie findet dort gute Gesprächspartner und merkt, dass es nicht auf den Buchstaben- bzw. Gesetzesglauben ankommt.
Ciao maxet.