Hallo WWWler,
heißt es
- ich bin es gewohnt, dass… -
oder
- ich bin es gewöhnt, dass… -
Ich tendiere zu „gewohnt“, aber warum nur?
Gruß
Sarah-Mae
Hallo WWWler,
heißt es
oder
Ich tendiere zu „gewohnt“, aber warum nur?
Gruß
Sarah-Mae
Hallo Sara-Mae,
gewohnt , bedeutet „durch (zufällige) Gewohnheit mit ertwas vertraut“ und wird nur noch in der gehobenen Sprache mit dem Genitiv, sonst mit dem Akkusativ verbunden; vor allem ist die Konstruktion mit zu + Infinitiv üblich: „da er Wein nicht gewohnt war, wurde er geradezu amüsant“ (Frisch)
Demgegenüber bedeutet gewöhnt"durch (bewusste) Gewöhnung mit etwas vertraut"; meist mit der Präposition an verbunden. „ich bin an dieses Wetter nicht gewöhnt“.
Nachzulesen in: Duden, Richtiges und gutes Deutsch.
Beste Grüße
Fritz Ruppricht
Lieber Fritz,
zunächst einmal vielen Dank für Dein Posting. Ist zwar peinlich, aber trotzdem muß ich gestehen, dass ich Deine Antwort nicht so ganz verstanden habe.
vor allem ist die Konstruktion mit zu + Infinitiv üblich: „da er Wein nicht gewohnt war, wurde er geradezu amüsant“ (Frisch)
Wo ist denn in diesem Beispiel die Kombination zu + Infinitiv?
Demgegenüber bedeutet gewöhnt"durch (bewusste)
Gewöhnung mit etwas vertraut"; meist mit der Präposition
an verbunden. „ich bin an dieses Wetter nicht gewöhnt“.
Wie kann man sich denn durch bewußte Gewöhnung mit dem Wetter vertraut machen?
Von der Satzharmonie her leuchtet mir die Verwendung der Begriffe ein, aber erklären kann ich den Gebrauch von gewohnt/gewöhnt immer noch nicht.
Ich habe leider keinen aktuellen Duden. Aber Du kannst mir das sicher auch viel besser erklären.
Danke für die Geduld
.
Viele Grüße
Sarah-Mae
Liebe Sarah-Mae,
ich habe den entsprechenden Artikel verkürzt zitiert. Dabei ist das allgemeine Beispiel: „da er Wein nicht gewohnt war, wurde er geradezu amüsant“ (Frisch) hinter die Erwähnung der beliebten Konstruktion mit „zu + Infinitiv“ geraten; das Beispiel hierzu müsste lauten: „er war es nicht gewohnt, Wein zu trinken, darum wurde er schon nach dem zweiten Glas ausfallend“.
Demgegenüber bedeutet gewöhnt"durch (bewusste)
Gewöhnung mit etwas vertraut"; meist mit der Präposition
an verbunden. „ich bin an dieses Wetter nicht gewöhnt“.Wie kann man sich denn durch bewusste Gewöhnung mit dem Wetter
vertraut machen?
*Grübelgrübelkopfkratz* In der Tat etwas eigen! Es ist wohl eher „vertraut sein“ gemeint. Aber vielleicht geht es auch mit „vertraut machen“:
Als ich vor einiger Zeit in Ägypten war, war ich an die pralle Sonne nicht gewöhnt. Also kaufte ich zuerst einen größeren Strohhut - viel zu teuer übrigens, wie ich bald bemerkte - und eine Sonnecreme mit dem höchsten Schutzfaktor.
Die ersten Tage war ich langärmlig und - hosig unterwegs. Wenn die Sonne gegen den späten Nachmittag milder - was man so milder nennt, dort - schien, wechselte ich die Kleidung und saß im Teehemd und den Bermudakurzen an Deck unseres Schiffes.
Nach einigen Tagen hatte sich meine Haut, oder ich hatte sie an die Sonne gewöhnt, ich hatte sie mit der Kraft der Sonne vertraut gemacht.
Und als ich in der dritten Woche in Badehosen in Sharm el Sheik am Strand lag und in den Wellen plantschte
Es wird das Beste sein, du schaust in diesen speziellen Duden. Es ist nicht der Rechtschreib- oder Wortschatzduden.
Ich hoffe, das ist deutlicher. Wenn du noch mehr Fragen hast, wende dich direkt an mich. Und hab auch du Geduld.
Gruß Fritz
Liebe Sarah-Mae, lieber Fritz,
vielleicht kann man die durchaus richtige Erklärung von Fritz etwas umschreiben:
gewöhnt (Partizip) kommt von gewöhnen, einem transitiven resp. auch reflexivem Verb. M. E. steckt dadurch eine aktive Komponente drin, wie Fritz es so schön mit der ägyptischen Sonne erklärt: Man tut eben etwas mit sich selbst oder mit dem Akkusativobjekt.
Ebenso kann man ja auch entwöhnen, ob nun sich selbst von Zigaretten, Schokoriegeln oder aber Babys von der Muttermilch - man kann sich aber nicht entwohnen oder jemand anderen an etwas gewohnen.
gewohnt gibt es nur als Adjektiv - also etwas passives, weniger gezieltes.
Die beiden Wörter sind natürlich sehr ähnlich, haben aber einen unterschiedlichen Ursprung:
gewöhnen [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]