GEZ Gebühren, was passiert damit?

Hallo,

laut Homepage der GEZ hat ARD im Jahr 2005 Gebühren in Höhe von EUR 5.247.912.459,44 (5,24 MRD) erhalten.
RTL hat 2006 nach einem 7,4 Prozentigen Umsatzanstieg 5,52 Mrd umgesetzt…d.h. 2005 waren es 5,15 Mrd.

Das heisst alleine der Jahreszuschuss der GEZ Gebühren ist höher als der komplette Jahresumsatz von RTL !

2006 hat ARD z.B. noch 1 Mrd für Radiowerbung umgesetzt. Über den Umsatz der Fernsehwerbung habe ich nichts gefunden aber sie ist wohl um ein mehrfaches größer was heisst das ARD evt den doppelten Umsatz wie RTL hat.

Was passiert mit der ganzen Kohle? Am teuren Programm kann es ja wohl schlecht liegen…oder ist der Vergleich von ARD zu RTL nicht geeignet?

Grüße
Patrick

Sehr viel

Was passiert mit der ganzen Kohle? Am teuren Programm kann es
ja wohl schlecht liegen…oder ist der Vergleich von ARD zu
RTL nicht geeignet?

Doch ist er:

  • Die ARD ist immer schneller, wenn am A… Ende der Welt was passiert. Man hat schließlich ein weltweites Korrespondennetz und oft auch Standleitungen. RTL war oft mehrer Stunden mit Kontaktpartnern hinterher. Auch ist so manche weltweite Übertragung von RTL in die Hose gegangen, weil nur ARD/ZDF immer Reserveleitungen haben.

  • Die einzig relevanten Talk-Shows (in denen Gäste kommen, die WIRKLICH was zu sagen haben) hat es beim NDR, WDR, SWR und ZDF. BR konnten meine Bekannten hier in BW, RP und SR nicht empfangen (ich selbst habe keinen Fernseher).

  • Die ARD betreibt ein Archiv aller relevanten Sendungen und kümmert sich (auch das ZDF) um die Aktualisierung und Archivierung auf aktuelle Speichermedien.

  • ARD und ZDF produzieren nicht nur Unter-Haltung, sondern auch weltweit verkaufbare und angesehene Filmproduktionen.

  • Nur das multiple System der ARD bietet Meinungsvielfalt, jeder Sender hat eine typische politische Ausrichtung. RTL ist typisch kommerziell und populistisch, kann aber tiefere journalistische Recherche nicht leisten (was nichts an der Flachheit von WISO ändert).

  • Nur die ARD unterstützt durch die vielen Standorte auch lokale Ereignisse/Künstler/Nachrichten.

  • Die ARD bietet viel mehr hochwertige Podcasts (Radio). Allen voran, SWR und WDR.

  • Die ARD bringt auch Minderheiten-Programme wie Jazz, Oper, Heavy-Metal, Schulfunk, Dokumentationen, …

Was nichts daran ändert, dass das hochwertige Fernsehprogramm (meiner Erinnerung nach) erst ab 23:00 beginnt.

Und man die guten Radaudiosendung manchmal auch im Programmheft (Internet) auch suchen muss.

Nichtsdestotrotz höre ich schon seit vielen Jahren - wenn ich überhaupt Radio höre - ausschließich öffentlich-entrechtetes Radio.

Gruß

Stefan

Hallo,

Was passiert mit der ganzen Kohle? Am teuren Programm kann es
ja wohl schlecht liegen…oder ist der Vergleich von ARD zu
RTL nicht geeignet?

Obwohl die ÖR scheinbar das gleiche machen wie die Privaten, sind sie absolut nicht vergleichbar.
Die ÖR haben durch die Verfassung einen Auftrag: informieren. Dazu kommen als weitere Aufgaben bilden und unterhalten. Damit sie das können, werden sie über die GEZ bezahlt. Da das nicht immer ausreicht und um einen gewissen Konkurrenzdruck der ÖR untereinander zu erzeugen, darf in engen Grenzen auch zusätzlich Werbung betrieben werden.
Die Privaten haben dagegen einen ganz anderen ‚Auftrag‘: sie sollen Geld verdienen! Das einzige Mittel dazu besteht darin, Werbung an die Leute zu bringen. Und das einzige Mittel dazu besteht wiederum darin, die Werbung mit Filmen und anderen Programmbeiträgen zu durchsetzen, um die Leute an den Bildschirm zu locken. Was Du also bei den Privaten siehst, ist mitnichten ein Film mit Werbeunterbrechungen, sondern Werbung mit Filmunterbrechungen. Und genauso ist das Programm dann auch ausgerichtet. Auch Nachrichten, Sport und Diskussionen, nicht einmal ‚Bildungssendungen‘ sollen wirklich bilden oder informieren. Dementsprechend werden sie reißerisch aufgemacht, müssen aber mit möglichst kleinem Etat auskommen. Dementsprechend wird billigend in Kauf genommen, dass Meldungen nur dann den Weg in die Sendung finden, wenn sie interessant klingen, keineswegs dann, wenn sie einfach nur wichtig sind.
Ein Vergleich zwischen RTL und ARD MUSS also in die Hose gehen. Genauso, wie ein Vergleich von einem Porsche und einem Autobus - das eine ist ein Unterhaltungsgerät, das auch zur Personenbefüörderung verwendet (eigentlich: misbraucht) werden kann, das andere ist ein Gerät zur Personenbeförderung, das auch (Stichwort: Kaffefahrt, Stadtrundfahrt) in der Freizeit verwendet werden kann.
Gruß
loderunner

Hallo,

das kann man natürlich alles auch ganz anders sehen :wink:

  • Die ARD ist immer schneller, wenn am A… Ende der Welt was
    passiert. Man hat schließlich ein weltweites Korrespondennetz
    und oft auch Standleitungen. RTL war oft mehrer Stunden mit
    Kontaktpartnern hinterher. Auch ist so manche weltweite
    Übertragung von RTL in die Hose gegangen, weil nur ARD/ZDF
    immer Reserveleitungen haben.

Im Zeitalter von internationalen Kooperationen und Einsatz alternativer Techniken eigentlich kein Thema mehr.

  • Die einzig relevanten Talk-Shows (in denen Gäste kommen, die
    WIRKLICH was zu sagen haben) hat es beim NDR, WDR, SWR und
    ZDF. BR konnten meine Bekannten hier in BW, RP und SR nicht
    empfangen (ich selbst habe keinen Fernseher).

Es gibt im deutschen Fernsehen keine einzige „relevante“ Talkshow. Die Talkmaster der so genannten politischen Talkshows sind samt und sonders austauschbare aalglatte Möchtegern-Intellektuelle mit überzogenem Selbstdarstellungstrieb und chronischem Betroffenheitssyndrom. Wenige „Universalwaffen“ reichen daher vom politischen Talk über die Sportberichterstattung bis hin zur Koch- oder Datingshow.

  • Die ARD betreibt ein Archiv aller relevanten Sendungen und
    kümmert sich (auch das ZDF) um die Aktualisierung und
    Archivierung auf aktuelle Speichermedien.

Kein Sender verzichtet auf Archivierung, wobei man immer die Frage des Preis-/Leistungsverhältnisses stellen muss. D.h. wenn Geld keine Rolle spielt, dann kann ich natürlich jedan Tag zehn Nachrichtensendungen archivieren, die alle die selben Meldungen hatten. Wenn ich mir überlegen muss, was der Spaß kostet, dann archiviere ich nur die Beiträge und die Hauptnachrichtensendung.

  • ARD und ZDF produzieren nicht nur Unter-Haltung, sondern
    auch weltweit verkaufbare und angesehene Filmproduktionen.

Deren Anteil gemessen am Gesamtsendevolumen minimal ist. Ein Großteil des Gebührengeldes geht in Produktionen, die rein gar nichts mit dem Grundversorgungsanspruch zu tun haben, und die in ihrer Banalität klar in die kommerzielle Schiene gehören. Zudem baut man Sendekette um Sendekette auf, ohne hierfür jedoch eigenes Material zu produzieren, um knappe Frequenzen gegenüber der bösen kommerziellen Konkurrenz zu blockieren. Weiterhin treibt man mit dem dicken Gebührenkonto im Rücken die Preise für die Lizenzen interessanter und rein kommerzieller Dinge insbesondere im Sportbereich in Größenordnungen, dass die kommerziellen Wettbewerber regelmäßig die Finger strecken müssen. Mit all dem wird ein Programm gestaltet, das nur auf Quote und damit Werbeeinahmen getrimmt ist, und nichts mehr mit Grundversorgung zu tun hat. Angesichts der viele gebunkerten Frequenzen ist es sonst wohl kaum zu verstehen, dass das Erste und das ZDF für jedes Bolzturnier zwischen Groß- und Kleinkleckersdorf sofort die Sendeplätze der wenigen noch mit etwas Anspruch versehenen Sendungen räumen, statt den Sport auf eine eigene Frequenz auszulagern, was man mit dem KiKa ja für das im Rahmen der Grundversorgung durchaus wichtige Thema Kinder- und Jugendfernsehen schon vor Jahren ohne mit der Wimper zu zucken gemacht hat, weil man seit dem zu den Zeiten klassischen Kinderprogramms jetzt stundenlang Soaps mit besseren Werbeeinnahmen senden kann.

  • Nur das multiple System der ARD bietet Meinungsvielfalt,
    jeder Sender hat eine typische politische Ausrichtung.

Schon Adenauer war die gesamte ARD ein solches rotes Tuch, dass er auf Abhilfe sann. Daran hat sich nichts geändert.

RTL ist
typisch kommerziell und populistisch, kann aber tiefere
journalistische Recherche nicht leisten (was nichts an der
Flachheit von WISO ändert).

Schon recht, was aber ARD und ZDF deshalb nicht hebt.

  • Nur die ARD unterstützt durch die vielen Standorte auch
    lokale Ereignisse/Künstler/Nachrichten.

Falsch: Auch RTL und SAT1 bieten regionale Fenster, weil man sie hierzu gezwungen hat. Wenn man sich aber man den tatsächlichen regionalen Anteil im ÖR ansieht, wird einem ganz anders. Die Dritten schaffen es vielleicht noch auf zwei Stunden am Tag, der Rest ist Zweit- und Drittverwertung in Endlosschleife. Seit ich alle Dritten per Sat empfange, habe ich eigentlich bei jedem Rundgang mit dem Zappomat mehrere Deja Vue Erlebnisse. Heute NDR, morgen WDR, übermorgen BR, und in einer Woche dann auf den ganzen digitalen Frequenzen.

  • Die ARD bietet viel mehr hochwertige Podcasts (Radio). Allen
    voran, SWR und WDR.

Nur eine Frage der Zeit und des Marktes. Mit dem Wasserkopf an Personal der ÖR kann man problemlos auf jeden Zug aufspringen, der da vorbeiläuft. Dann verbrät man eben einige Mios an Gebühren und fragt dann erst, ob man die ggf. auch wieder einspielt, oder was das ganze wirklich für einen zusätzlichen Nutzen für den Hörer bringt. Schon oft sind solche Dinger dann wieder sang- und klanglos in der Schublade verschwunden. Ein kommerzieller Anbieter muss da anders ran gehen und agiert wirtschaftlich orientiert.

  • Die ARD bringt auch Minderheiten-Programme wie Jazz, Oper,
    Heavy-Metal, Schulfunk, Dokumentationen, …

Das sind klitzekleine Feigenblättchen im Vergleich zum rein kommerziellen Angebot. Und die laufen dann auch noch als Endlosschleife über alle Frequenzen um den Eindruck von mehr Programm zu erzeugen als tatsächlich da ist.

Was nichts daran ändert, dass das hochwertige Fernsehprogramm
(meiner Erinnerung nach) erst ab 23:00 beginnt.

Gibt es so etwas überhaupt noch? Ich zappe mich hier jedes mal blöd, wenn ausnahmsweise mal Zeit wäre.

Gruß vom Wiz, der ein großer Freund des ÖR wäre, wenn er das bieten würde, was er bieten sollte und nicht das Gebührengeld für Dinge verpulvern würde, die rein kommerziell sind

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moin,

eine umfassende antwort kann ich dir nicht geben, ich weiss nur von einem bekannten, der beim zdf arbeitet, dass dort SEHR GUTES GELD VERDIENT wird!!!
dieser bekannte fing waehrend des studiums vor langer zeit da mal aushilfsweise als kabeltrager an und brach dann sein studium ab, weil er eine stelle in einer redaktion angeboten ( normale büroarbeit, also nicht vor der kamera ) bekam.

er verdient ca das doppelte von dem, was ich habe und muss dafuer ca die haelfte meiner zeit arbeiten.

ueber ihn kann man prima karten fuer ausverkaufte events bekommen ( sport, musik ) - einen grossteil verscheuert seine tochter im ebay.

das sage ich nicht aus neid, sondern aus gewisser veraergerung ueber das system!!

gruss
khs

Hallo,

du sprichst die Misere an…:smile:

Wenn der ÖR sich mal wieder auf seine „Kernkonpetenz“ besinnen würde…

Ich muss zugeben …
… dass ich wirklich seit Jahren keinen Fernseher habe und daher die „Verwahrlosung“ des öffentlich entrechteten Rundfunks nicht mitbekomme.

Die Talkmaster der so genannten politischen
Talkshows sind samt und sonders austauschbare aalglatte
Möchtegern-Intellektuelle mit überzogenem
Selbstdarstellungstrieb und chronischem Betroffenheitssyndrom.

Du meinst das hier: http://klafuenf.de/img/christiansen.gif

Gruß

Stefan

Hallo,

… dass ich wirklich seit Jahren keinen Fernseher habe und
daher die „Verwahrlosung“ des öffentlich entrechteten
Rundfunks nicht mitbekomme.

so, so, und dann erzählst Du uns hier die Märchen aus der guten alten Zeit, als das Fernsehprogramm noch um 16:00 begann und ab 24:00 nur noch Testbild lief :wink: Heute passt das eigentliche Programm bequem in die Hälfte der Zeit, der Rest ist Quotenmache und Werbegenerierung.

Die Talkmaster der so genannten politischen
Talkshows sind samt und sonders austauschbare aalglatte
Möchtegern-Intellektuelle mit überzogenem
Selbstdarstellungstrieb und chronischem Betroffenheitssyndrom.

Du meinst das hier: http://klafuenf.de/img/christiansen.gif

Grandios!!!

Ja, ich kann die Beckmanns und Kerners dieser Welt einfach nicht mehr sehen. Und dabei wäre ich wirklich ein Freund eines ÖR, der sich nicht um Quoten und Werbeeinnahmen scheren müsste, sondern einfach heeren Zielen verhaften wäre und bringen würde, was gebracht werden muss. Statt den Schmidts und der Fifa die Mios in den Besagten zu blasen, Folge um Folge Lindenstraße, Verbotene Liebe und all den anderen Schund zu produzieren, könnte man mit dem Geld so viel Sinnvolles anstellen. Wo bleiben die Angebote für Kinder und Jugendliche, die zuhause keinen anderen Ansprechpartner als den Fernseher haben? Ist Volksmusik wirklich die einzige Konsequenz aus dem demographischen Wandel? Wo sind geeignete, spannende, aktuelle Bildungs- und Beratungsangebote für diese Zielgruppe? Wo die „besser“ recherchierten Nachrichten mit Hintergrund und Tiefgang? Wo die problemorientierte lokale Berichterstattung? Ich mach mir irgendwann mal den Spaß und „zensiere“ mal ein Wochenprogramm von ARD, ZDF und den Dritten durch und streiche alle Zweitverwertungen und den ganzen Kram, der nichts mit ÖR Grundversorgung zu tun hat. In den so freiwerdenden (geschätzten 70%) könnte man soviel Sinnvolles mit der inzwischen € 1 Mrd. Rücklage allein der ARD anstellen.

Ach, ich reg mich schon wieder auf, …

Gruß vom Wiz

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