Hallo,
das kann man natürlich alles auch ganz anders sehen 
- Die ARD ist immer schneller, wenn am A… Ende der Welt was
passiert. Man hat schließlich ein weltweites Korrespondennetz
und oft auch Standleitungen. RTL war oft mehrer Stunden mit
Kontaktpartnern hinterher. Auch ist so manche weltweite
Übertragung von RTL in die Hose gegangen, weil nur ARD/ZDF
immer Reserveleitungen haben.
Im Zeitalter von internationalen Kooperationen und Einsatz alternativer Techniken eigentlich kein Thema mehr.
- Die einzig relevanten Talk-Shows (in denen Gäste kommen, die
WIRKLICH was zu sagen haben) hat es beim NDR, WDR, SWR und
ZDF. BR konnten meine Bekannten hier in BW, RP und SR nicht
empfangen (ich selbst habe keinen Fernseher).
Es gibt im deutschen Fernsehen keine einzige „relevante“ Talkshow. Die Talkmaster der so genannten politischen Talkshows sind samt und sonders austauschbare aalglatte Möchtegern-Intellektuelle mit überzogenem Selbstdarstellungstrieb und chronischem Betroffenheitssyndrom. Wenige „Universalwaffen“ reichen daher vom politischen Talk über die Sportberichterstattung bis hin zur Koch- oder Datingshow.
- Die ARD betreibt ein Archiv aller relevanten Sendungen und
kümmert sich (auch das ZDF) um die Aktualisierung und
Archivierung auf aktuelle Speichermedien.
Kein Sender verzichtet auf Archivierung, wobei man immer die Frage des Preis-/Leistungsverhältnisses stellen muss. D.h. wenn Geld keine Rolle spielt, dann kann ich natürlich jedan Tag zehn Nachrichtensendungen archivieren, die alle die selben Meldungen hatten. Wenn ich mir überlegen muss, was der Spaß kostet, dann archiviere ich nur die Beiträge und die Hauptnachrichtensendung.
- ARD und ZDF produzieren nicht nur Unter-Haltung, sondern
auch weltweit verkaufbare und angesehene Filmproduktionen.
Deren Anteil gemessen am Gesamtsendevolumen minimal ist. Ein Großteil des Gebührengeldes geht in Produktionen, die rein gar nichts mit dem Grundversorgungsanspruch zu tun haben, und die in ihrer Banalität klar in die kommerzielle Schiene gehören. Zudem baut man Sendekette um Sendekette auf, ohne hierfür jedoch eigenes Material zu produzieren, um knappe Frequenzen gegenüber der bösen kommerziellen Konkurrenz zu blockieren. Weiterhin treibt man mit dem dicken Gebührenkonto im Rücken die Preise für die Lizenzen interessanter und rein kommerzieller Dinge insbesondere im Sportbereich in Größenordnungen, dass die kommerziellen Wettbewerber regelmäßig die Finger strecken müssen. Mit all dem wird ein Programm gestaltet, das nur auf Quote und damit Werbeeinahmen getrimmt ist, und nichts mehr mit Grundversorgung zu tun hat. Angesichts der viele gebunkerten Frequenzen ist es sonst wohl kaum zu verstehen, dass das Erste und das ZDF für jedes Bolzturnier zwischen Groß- und Kleinkleckersdorf sofort die Sendeplätze der wenigen noch mit etwas Anspruch versehenen Sendungen räumen, statt den Sport auf eine eigene Frequenz auszulagern, was man mit dem KiKa ja für das im Rahmen der Grundversorgung durchaus wichtige Thema Kinder- und Jugendfernsehen schon vor Jahren ohne mit der Wimper zu zucken gemacht hat, weil man seit dem zu den Zeiten klassischen Kinderprogramms jetzt stundenlang Soaps mit besseren Werbeeinnahmen senden kann.
- Nur das multiple System der ARD bietet Meinungsvielfalt,
jeder Sender hat eine typische politische Ausrichtung.
Schon Adenauer war die gesamte ARD ein solches rotes Tuch, dass er auf Abhilfe sann. Daran hat sich nichts geändert.
RTL ist
typisch kommerziell und populistisch, kann aber tiefere
journalistische Recherche nicht leisten (was nichts an der
Flachheit von WISO ändert).
Schon recht, was aber ARD und ZDF deshalb nicht hebt.
- Nur die ARD unterstützt durch die vielen Standorte auch
lokale Ereignisse/Künstler/Nachrichten.
Falsch: Auch RTL und SAT1 bieten regionale Fenster, weil man sie hierzu gezwungen hat. Wenn man sich aber man den tatsächlichen regionalen Anteil im ÖR ansieht, wird einem ganz anders. Die Dritten schaffen es vielleicht noch auf zwei Stunden am Tag, der Rest ist Zweit- und Drittverwertung in Endlosschleife. Seit ich alle Dritten per Sat empfange, habe ich eigentlich bei jedem Rundgang mit dem Zappomat mehrere Deja Vue Erlebnisse. Heute NDR, morgen WDR, übermorgen BR, und in einer Woche dann auf den ganzen digitalen Frequenzen.
- Die ARD bietet viel mehr hochwertige Podcasts (Radio). Allen
voran, SWR und WDR.
Nur eine Frage der Zeit und des Marktes. Mit dem Wasserkopf an Personal der ÖR kann man problemlos auf jeden Zug aufspringen, der da vorbeiläuft. Dann verbrät man eben einige Mios an Gebühren und fragt dann erst, ob man die ggf. auch wieder einspielt, oder was das ganze wirklich für einen zusätzlichen Nutzen für den Hörer bringt. Schon oft sind solche Dinger dann wieder sang- und klanglos in der Schublade verschwunden. Ein kommerzieller Anbieter muss da anders ran gehen und agiert wirtschaftlich orientiert.
- Die ARD bringt auch Minderheiten-Programme wie Jazz, Oper,
Heavy-Metal, Schulfunk, Dokumentationen, …
Das sind klitzekleine Feigenblättchen im Vergleich zum rein kommerziellen Angebot. Und die laufen dann auch noch als Endlosschleife über alle Frequenzen um den Eindruck von mehr Programm zu erzeugen als tatsächlich da ist.
Was nichts daran ändert, dass das hochwertige Fernsehprogramm
(meiner Erinnerung nach) erst ab 23:00 beginnt.
Gibt es so etwas überhaupt noch? Ich zappe mich hier jedes mal blöd, wenn ausnahmsweise mal Zeit wäre.
Gruß vom Wiz, der ein großer Freund des ÖR wäre, wenn er das bieten würde, was er bieten sollte und nicht das Gebührengeld für Dinge verpulvern würde, die rein kommerziell sind