Gezeiten durch Mond verursacht?

Ihr Lieben
des öfteren lese ich in im WWW, dass Ebbe und Flut durch den Mond ausgelöst werden.
Ich habe in meinem Physikleistungskurs vor fast 20 Jahren aber gelernt, dass dem gerade nicht so ist.
Als ein Gegenargument wurde die 12 stündige Wiederker von Flut bzw. Ebbe aufgeführt. Außerdem sind die Grafitationkräfte der Erde im Gegensatz zum Mond so viel größer, dass der Mond nicht viel ausrichten kann. Darüber hinaus sind die Grafitationskräfte der Sonne auf die Wassermassen größer, als die Kräfte des Mondes!
Alles in allem weiß man am Meer, dass bei bestimmten Mond-Sonne-Konstellationen Ebbe und Flut extremer ausfallen, was bedeutet, dass der Mond mit der Sonne zusammen nur Ebbe und Flut verstärken können (Springflut!).
Wenn nun aber der Mond doch für die Gezeiten zuständig wäre, warum gibt es Ebbe und Flut nur im Wasser und nicht auch auf dem Land. Soviel schwerer ist das doch nicht, außerdem wäre es zumindest in der Sahara so locker, dass es bestimmt zu einer kleinen Flut ausreichen würde (oder nicht?).
Und was ist mit unserer Atmosspäre? Gibt es da Ebbe und Flut? Vielleicht einige Kilometer tiefe Luftthäler, sodass in höher gelegenen Gegenden das Atmen schwer wird.

Das die Erde durch ihre Rotation an den Polen abgeflacht ist, ist ja allgemein bekannt, und diese Rotation ist meines Wissenstandes nach auch der Grund für Ebbe und Flut.

Was sagt ihr dazu?

Mit Gruß
Gertfried

Als ein Gegenargument wurde die 12 stündige Wiederker von Flut
bzw. Ebbe aufgeführt.

Da der Mond zwei Tidenwellen auf gegenüberliegenden Seiten der Erde erzeugt, muß das auch so sein.

Außerdem sind die Grafitationkräfte der
Erde im Gegensatz zum Mond so viel größer, dass der Mond nicht
viel ausrichten kann.

Wenn dem nicht so wäre, dann hätten wir nicht nur Gezeiten, sondern die Erde würde vom Mond auseinandergerissen werden, wie man es gelegentlich bei Kometen beobachtet, die in die Rochsche Grenze des Jupiters geraten.

Darüber hinaus sind die
Grafitationskräfte der Sonne auf die Wassermassen größer, als
die Kräfte des Mondes!

Für die Gezeitenkraft ist nicht der Absolutwert der Gravitationskraft, sondern seine Ableitung nach dem Ort entscheidend. Der Gravitationsgradient der Sonne ist in der Erdabhn aber kleiner als der des Mondes.

Alles in allem weiß man am Meer, dass bei bestimmten
Mond-Sonne-Konstellationen Ebbe und Flut extremer ausfallen,
was bedeutet, dass der Mond mit der Sonne zusammen nur Ebbe
und Flut verstärken können (Springflut!).

Umgekehrt: Eine Springflut ensteht, wenn die Gezeitenkraft der Sonne die ses Mondes verstärkt.

Wenn nun aber der Mond doch für die Gezeiten zuständig wäre,
warum gibt es Ebbe und Flut nur im Wasser und nicht auch auf
dem Land.

Gibt es doch. Die Tidenwelle auf dem Festland ist unbgefähr 30 Zentimeter hoch, dafür aber hunderte Kilometer breit.

Und was ist mit unserer Atmosspäre? Gibt es da Ebbe und Flut?

In der Atmosphäre dominieren die thermischen Gezeiten, also die Druckdifferenzen infolge der Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht. Dagegen spielen die echten Gezeitenkräfte von Mond und Sonne keine Rolle.

Das die Erde durch ihre Rotation an den Polen abgeflacht ist,
ist ja allgemein bekannt, und diese Rotation ist meines
Wissenstandes nach auch der Grund für Ebbe und Flut.

Da die Zentrifugalkraft entlang des Äquators konstant ist, weiß ich nicht, wie es dadurch zu Gezeiten kommen soll.

Das mit dem Physikkurs wundert mich, denn Ebbe und Flut sind seit langer Zeit gut verstanden. Die Erdabflachung hat damit nichts zu tun.
Ich bilde mir ein, das gleiche Thema wurde hier vor etwa 10 Tagen diskutiert. Vielleicht findet sich im Archiv etwas ?
Falls ich mich irre, hier kurze vereinfachte Erklaerung: Mond und Erde umkreisen einander im gemeinsamen Schwerpunkt, der fast im Erdmittelpunkt liegt, weil die Erde ja so viel schwerer als der Mond ist (darum heisst es, der Mond umkreise die Erde). Je naeher etwas am Mond dran ist, desto staerker wird es angezogen. Das Wasser an der mondzugewandten Seite wird daher staerker angezogen als die Erde im Mittel, und die Erde im Mittel wird staerker angezogen als das Wasser auf der mondabgewandten Seite. Waere die Erde fluessig, dann wurde sie sich dadurch etwas laenglich verformen. So verformt sich halt nur das Wasser der Ozeane, und es es bilden sich zwei Flutberge, einer auf mondabgewandter und einer auf mondzugewandter Seite. Die Erde dreht sich einmal am Tag darunter hinweg, weswegen Ebbe und Flut sich je nach etwas mehr als 6 Stunden abloesen.
Waere der Mond naeher, waeren die Gezeiten viel staerker. Auch der Mond spuert die Gezeiten, die durch die Erde verursacht werden. Waere er so nahe, das er staerker auseinandergezogen wuerde, als er von seiner eigenen Schwerkraft zusammengehalten wird, wuerde er zerbrechen. Das ist das sogenannte „Roche-Limit“.

Gruss, Moriarty

Ich bilde mir ein, das gleiche Thema wurde hier vor etwa 10
Tagen diskutiert. Vielleicht findet sich im Archiv etwas ?

So lange ist es wohl noch nicht her, sonst wäre es bei der Vielzahl von Hausaufgaben schon längst im Archiv.

Falls ich mich irre, hier kurze vereinfachte Erklaerung: Mond
und Erde umkreisen einander im gemeinsamen Schwerpunkt, der
fast im Erdmittelpunkt liegt, weil die Erde ja so viel
schwerer als der Mond ist (darum heisst es, der Mond umkreise
die Erde).

Natürlich ist die Erde viel schwerer als der Mond. Durch den großen Abstand verschiebt sich aber der gemeinsame Schwerpunkt aber etwa bis zur Erdoberfläche ( ich habe es jetzt nicht genau nachgerechnet ).

Je naeher etwas am Mond dran ist, desto staerker
wird es angezogen. Das Wasser an der mondzugewandten Seite
wird daher staerker angezogen als die Erde im Mittel, und die
Erde im Mittel wird staerker angezogen als das Wasser auf der
mondabgewandten Seite. Waere die Erde fluessig, dann wurde sie
sich dadurch etwas laenglich verformen.

Genau genommen umkreisen sich beide gegenseitig. Wäre die Masse der Erde punktförmig, würde sich aus der Bahngeschwindigkeit ein definierter Bahnradius um den Mond herum ergeben. Durch die Ausdehnung der Erde befinden sich aber Masseteilchen ( Wasser ) oberhalb und unterhalb dieses von der Bahngeschwindigkeit vorgegebenen Radius. Die Masse, die näher am Mond ist, hat eine für diesen Radius zu niedrige Bahngeschwindigkeit. Hier ist die Gravitation des Mondes stärker als die Fliehkraft. Ist der gemeinsame Schwerpunkt in der Nähe der Erdoberfläche, wäre die Fliehraft auf der Oberfläche sogar fast null. Der Teil der Erde, der dem Mond abgewandt ist, hat dagegen eine für diesen Bahnradius zu hohe Bahngeschwindigkeit. Hier überwiegt die Fliehkraft und zieht die Masse nach außen. Bei einer stabilen Umlaufbahn muß die Bahngeschwindigkeit umso höher sein, je niedriger der Bahnradius ist.

Jörg